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Alt  09.11.2013, 13:32   # 1
kuching
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kuching ist offline
Fernsehserien sind die besseren Spielfilme??!!

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diane-kruger-the-bridge.jpg   Hank Wade - Ted Livine.jpg   Charlotte - Annabeth Gish.jpg   thomas m. wright.jpg   Marco Ruiz.jpg  

Vorbemerkung

Eine gewagte These, dummes Geschwätz oder doch wenigstens zum Teil richtig? Jedenfalls lässt sich sagen, dass es seit einiger Zeit ein paar sehr gut gemachte Serien gibt, die nicht von zweitklassigen Autoren, Regisseuren und Schauspielern produziert wurden und, es gibt zumindest in den USA einen Trend hin zu Kabel-Produktionen. Woran liegt das wohl? Ein Zitat dazu (Quelle mir unbekannt):

Solche Filme wie «The Bridge» oder zum Beispiel auch «Breaking Bad» werden einfach nicht mehr im Kinoformat gemacht. Die amerikanischen Studios machen Blockbuster und Komödien, die sich gut verkaufen, aber intime Charakter-Dramen werden nicht mehr fürs Kino gemacht. Es gibt einen riesen Trend zum Kabel. Für normale Fernsehserien werden ungefähr neun Monate im Jahr gedreht für 22 Episoden, wir machen 13 Folgen und arbeiten vier Monate, also quasi wie bei einem Film.

Es gibt also nicht wenige Fälle, in denen die üblichen 100 – 120 Minuten auf der Kinoleinwand nicht ausreichen um einen Charakter vollständig zu entwickeln und zu vermeiden, dass die Figuren etwas holzschnittartig daher kommen. Ein weiterer (Zeit-)Vorteil ist sicher, dass sich parallele, weitere Erzählstränge einbauen lassen, die nicht nur angerissen werden können, sondern eine eigene Geschichte in der Geschichte darstellen. Ganz besonders geglückt ist das meines Erachtens nach in der dänischen Polit-Serie „Borgen“ (lief bei uns auf Arte), die neben der reinen Story des Aufstiegs einer Politikerin z.B. auch die Geschichte „Was ist seriöser politischer Journalismus?“ einbaute. Da bietet die Serie genug Zeit, das nicht nur mal eben so kurz anzureißen, sondern wirklich zu beleuchten.

Ähnliches ist auch bei "The Bridge – America" gelungen. Ein paar (gute) Serien werden nun nicht verhindern, dass ich weiter mit Begeisterung ins Kino gehen werde. Es gibt Stoffe und deren Bilder, die einfach nur im Kino funktionieren, die eine große Leinwand und eventuell ein größeres Budget brauchen, die eben gemacht sind für 120 oder von mir aus auch für 180 Minuten, wenn sie denn nicht durch den Schnitt noch „verstümmelt“ werden („Apokalypse Now Redux“ , die Langfassung von Francis Ford „God“ Coppola, gewinnt z.B. durch die Sequenzen mit den Franzosen und der unrühmlichen Szenen mit den Playboy-Bunnies noch einmal so richtig an Schärfe).

The Bridge – America

Die Serie ist eine Adaption der dänisch-schwedisch-deutschen Produktion „Die Brücke – Transit in den Tod“ in der die Öresund-Brücke die Rolle spielt, die hier in der amerikanisch Fassung eben „The Bridge of the Americas“ (Plural!) ist. Produzenten: Meredith Stiehm („Homeland“) und u.a. Lars Blomgren (dänisches Original)

Auf jeden Fall passt der eigens für die Serie geschriebene Song von Ryan Bingham „Until I´m one with you" bestens für den Schauplatz in den USA.



Leider ist im Netz nirgends der Vorspann untermalt mit dem Song zu finden. Schon im Vorspann beginnt der Zuschauer etwas zu ahnen von den großen Gegensätzen an der Grenze, allein diese Umsetzung ist schon das Zuschauen wert.

Die Geschichte

Auf der „Bridge of the Americas“, genau auf der Grenze zwischen Ciudad Juárez und El Paso wird eine – wie sich kurze Zeit später herausstellt – zweigeteilte Frauenleiche gefunden: der Oberkörper einer amerikanischen Richterin, die streng gegen die mexikanischen Einwanderer vorgeht und der Unterkörper einer der vielen vermissten mexikanischen Frauen, die vor Monaten bereits spurlos verschwunden ist. Der mexikanische Ermittler Marco Ruiz (Chihuahua State Police) und Sonya Cross (El Paso PD) ermitteln zusammen und suchen nach dem Mörder, der ein Serienkiller ist – allerdings nicht nach dem üblichen Muster.

Neben der eher konventionellen „Whodunit?“-Geschichte spielt die politische Dimension des Falles eine besondere Rolle und es ist als ein absoluter Glücksgriff der Produzenten, dass sie die adaptierte Geschichte eben an diese Grenze gelegt haben. Bis heute sind Hunderte Frauen in Ciudad Juárez vermisst und ermordet worden, meistens junge Frauen, die in den grenznahen Fabriken internationaler Konzerne arbeiten.

Zitat aus Wiki:

Als Hintergrund für die Frauenmorde gilt allgemein der von Ciudad Juárez von den Gangs organisierte internationale Menschenhandel mit jungen Frauen für die Prostitution. Die Frauen werden dabei nach der Entführung zumeist geschlagen, mit Drogen hörig gemacht und ihren Familien entwöhnt. Frauen, die sich auch dann noch nicht auf ein neues Leben als Prostituierte einlassen wollen, werden getötet und entsorgt, insbesondere um die anderen Frauen abzuschrecken.
Andererseits kommen viele Frauen auch als Drogenkuriere um, wenn sie von konkurrierenden Kartellen aufgegriffen werden. Oft werden in Mexiko noch viele Jahre später Massengräber mit den Leichen lange vermisster Personen gefunden. Verbreitet ist bei Drogenkartellen auch die völlige Auflösung der Leichen in Säure, wie z. B. hundertfach durchgeführt durch das verhaftete Tijuana-Kartellmitglied Santiago Meza Lopez.
Aus Sicht der mexikanischen Justiz gibt es keine spezielle Frauenmordserie. Es gibt nur die sehr zahlreichen weiblichen Opfer im mexikanischen Drogenkrieg, die im Hinblick auf die Vermisstenzahlen bis heute nicht nachgelassen haben. Seit die Jugendstrafen für Mord ab 2012 verdreifacht wurden, ist die Zahl der Frauenopfer drastisch zurückgegangen.


Wenn eine Amerikanerin ermordet wird, wird alles getan um das aufzuklären, keiner interessiert sich für die vielen jungen Frauen auf der anderen Seite, die ermordet, entführt, geschändet werden. Das ist so etwas wie die Quintessenz dieser Serie. Natürlich kommen die korrupten mexikanischen Polizisten nicht gut weg. Allerdings, und das sei ausdrücklich erwähnt, die amerikanischen Polizisten bekleckern sich auch nicht Ruhm, ja, sie sind sogar teilweise beteiligt an den Vorgängen jenseits der Grenze. Es ist also keine klassische „Wir-gegen-die-Geschichte“, eher wird hier der Finger in die Wunde gelegt, dass es keinen wirklich interessiert, was da vor sich geht: „How long can El Paso look away?“

Die Grenze, die Brücke und die Wüste spielen eine nicht zu unterschätzende „Hauptrolle“ in der Serie. Die Farben sind satte Braun- und Gelbtöne, die mexikanischen Parts werden zumeist im Original gesprochen und deutsch untertitelt. 13 Folgen à ca. 45 Minuten bedeuten viel Zeit die Charaktere zu entwickeln und fortzuführen, nicht wenige Sequenzen sind kammerspielartig, tot gequatscht wird nichts und wir erfahren einiges über die Vergangenheit und das Innenleben der Protagonisten.

Die Charaktere

Sonya Cross (Diane Kruger) leidet unter dem Asperger Syndrom, einer leichten Form des Autismus. So zeigen vom Asperger Syndrom Betroffene kaum eigene Emotionen, können sich nicht in die Gedankenwelt anderer Menschen hineinversetzen und auch nicht an deren Mimik die jeweilige Gefühlslage ablesen: sie sagen, was sie denken. Es wird in der Serie nie eindeutig gesagt, dass sie diese Erkrankung hat, alles deutet aber daraufhin (Diane Kruger hatte am Set einen Berater, der unter dem Asperger Syndrom leidet). Ihr „väterlicher“ Mentor Lt. Hank Wade beschützt und „betreut“ sie und ist auf eine besondere Weise mit dem Schicksal von Sonya und ihrer Schwester verbunden. Alles das ergibt sich im weiteren Verlauf der Serie. Sonya ist eine akribische und detailverliebte Arbeiterin und hat von daher mit

Marco Ruiz (Demián Bechir) so manches Mal ihre Schwierigkeiten. Marco ist ein (der letzte?) aufrechte Bulle auf der mexikanischen Seite, ein gemütlicher Brummbär mit Familie, der die Finger von den Röcken nicht lassen kann und sich in dem Feld der Korruption und unseriösen Angeboten zu behaupten versucht.

Lt. Hank Wade (Ted Levine) ist der gütige Polizeichef, menschlich, kollegial, beschützend, bedächtig, das große Ganze im Blick habend und zugleich der Mentor von Sonya. Er weiß wie es läuft und er behält den Überblick. Jedenfalls ist er das krasse Gegenteil der mit Klischees beladenen Vorstellungen über einen texanischen Polizisten. Die gibt es nämlich auch in der Serie.

Charlotte Millwright (Annabeth Gish) ist ein ehemaliges Escort-Girl aus Florida, deren Mann stirbt und ihr ein Anwesen hinterlässt. Auch sie muss erkennen, dass das Leben nun besondere Herausforderungen an sie stellt und sie mit „Aufgaben“ konfrontiert, die sie so nicht erwartet hatte. Ihr Anwesen spielt eine besondere Rolle in diesem Grenzgebiet und ist ein weiteres Detail an dieser so mörderischen Grenze.

Ihr zur Seite steht in erster Linie ihr Angestellter Cesar (Alejandro Patino), die gute und wissende Seele des Hauses, der die Entwicklung von Charlotte nicht unbedeutend mit voran treibt.

Daniel Fry (Matthew Lillard) ein versoffenes und zynisches Journalisten-Arschloch und seine junge lesbische Partnerin Adrianne Perez (Emiliy Rios) bilden ein weiteres Paar in der Serie und versuchen den fürchterlichen Vorgängen an der Grenze nachzugehen.

Und da wäre dann noch der unglaublich verschrobene Steven Linder (Thomas M. Wright), ein Helfer der besonderen Sorte, anrührend und mysteriös zugleich, der eine dermaßen präsente und zugleich extrem reduzierte Performance abliefert, dass er für mich – trotz weniger Auftritte – der eigentliche Star der Serie ist. Er verliebt in Eva Guerra (Stephanie Sigman).

Alle „Paare“ sind gegensätzlicher, wie sie es nicht sein könnten, sie kommen sich aber näher, peu à peu und doch nicht zusammen. Dennoch sind es ihre inneren Beziehungen, die sich im Laufe entwickeln, die eben den weiteren Reiz der Serie an sich ausmachen. Wir haben viel Zeit uns auf die Charaktere einzulassen, der Fluss in der Serie ist in gemäßigtem Tempo, die Entwicklung der Protagonisten ist nachvollziehbar und langsam erkennen wir auch die andere Seite der Personen. Sie entwickeln sich fort von ihrer etwas eindimensionalen Einführung in die Geschichte, werden vielschichtiger und lassen so manches Mal eine Seite erkennen, die zunächst nicht zu erwarten war. Das gilt selbst (in Maßen!) für den Kartellboss Fausto Galvan (Ramón Franco). Einzig der mexikanische Polizeichef Capitan Robles (Juan Carlos Cantu) und sein Pendant Hank Wade sind in ihren Rollen „bad guy – good guy“ relativ festgeschrieben.

Natürlich gibt es auch Schwächen in der Serie: verschiedene Regisseure für die Folgen, ein schwächerer Showdown (nicht das Ende der Serie!) und die ein oder andere kleine Länge. Dennoch gibt es eben auch Bilder von epischer Schönheit. Wenn Steven nach Eva sucht und mit anderen mexikanischen Frauen im Wüstensand nach einem möglichen Grab stochert, der Blick der mexikanischen Mutter, die vergebens am Bus auf die Tochter wartet, der Besuch von Sonya bei einem psychisch schwer kranken Mann in der Gefängnisanstalt, der unbeholfen immer die gleichen Bilder malt, die Mauer, an der die „Steckbriefe“ der verschwundenen und vermissten jungen Frauen hängen, das ist – obwohl Fernsehen – ganz großes Kino! Ein paar wenige deftige Gewaltszenen und 2 fürs amerikanische Fernsehen ungewöhnlich deftige Sex-Szenen gibt es auch.

Die Serie wurde von Fox-Channel (Kabel Deutschland) ausgestrahlt, zunächst wöchentlich eine Folge und am letzten WE in einem Rutsch alle Folgen nochmal durch. Man sollte sich - sofern möglich – diese Serien zusammenhängend ansehen, man „vergisst“ sonst zu viel zwischendurch. Die Serie wurde in USA und Deutschland nahezu zeitgleich ausgestrahlt. Sie wird von Fox sicher nochmal wiederholt und demnächst wohl auch auf DVD erscheinen.

Die zweite Staffel ist bereits in Auftrag gegeben, Beginn der Dreharbeiten demnächst.
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Alt  29.08.2016, 19:12   # 54
kuching
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kuching ist offline
The Night Manager - ab heute 22:15 ZDF

Das ZDF hat sich die Free TV Rechte gesichert und zeigt ab heute die Miniserie, immer montags um 22:15.

Die Kritik war etwas gespalten, hier die SZ mit eher positiver Meinung plus trailer:

https://www.sueddeutsche.de/medien/ne...el-1.2924400-2

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Alt  14.05.2016, 17:35   # 53
kuching
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kuching ist offline
Homeland - Staffel 5 (Showtime)

Da ist sie nun zu Ende gegangen, vor ein paar Tagen im deutschen Free TV, die 5. Staffel von Homeland und es bleibt zurück – ein wenig Enttäuschung.

Die 5. Staffel spielt in Berlin und alles wurde auch in Berlin und Babelsberg gedreht, selbst die Außenaufnahmen in „Genf“ spielen an einem Flugplatz in der Berliner Heide und „Amsterdam“, das ist dann mal eben im Holländischen Viertel in Potsdam. Außenaufnahmen in Berlin selbst gibt es zuhauf, viel S-Bahn, U-Bahnhöfe, Bahndämme usw. alles sehr pittoresk und für uns Deutsche oder zumindest die, die öfter mal in Berlin waren, mit hohem Wiedererkennungswert, Deutsche Schauspieler spielen sehr viele mit, in den etwas mehr tragenden Rollen sind dies Sebastian Koch, Alexander Fehling, Nina Hoss und Martin Wuttke.

Es geht – natürlich – wieder um Dschihadisten, die einen Anschlag auf eine große europäische Stadt planen (na, welche wohl?) und dieses Mal aber auch um den neuen „Kalten Krieg“ und der ist in Berlin so gut aufgehoben wie sonst nirgends, plus Flüchtingsproblematik, Syrien usw. Alles doch recht aktuelle Zutaten und die „Lieblinge“ von Homeland, Carrie Mathison (Claire Danes), Saul Berenson (Mandy Patinkin) und Peter Quinn (Rupert Friend), die sind auch dabei. Nicht zu vergessen und großartig auch Mirinda Otto als Allision Carr.

Alles bestens also, wenn denn die Staffel 5 so ab gut der Hälfte der 12 Folgen à 50 Minuten nicht so stark abbauen würde. Man hat hier mit dem Dreh der ersten Folgen begonnen und zwischenzeitlich das Drehbuch für die letzten Folgen zu Ende geschrieben. Es gibt eine Menge Ungereimtheiten, die zum Teil schon fast lächerlich wirken. Nur ein Beispiel: schaut Euch mal die letzten Minuten vor dem geplanten Anschlag an…

Die letzte Folge der Staffel ist – wie bei Staffel 4 auch – nur noch eine Anschlussfolge, nachdem die Geschichte eigentlich zu Ende ist. Der „Cliffhanger“ zum Schluss kann ja wohl nicht ernst gemeint sein, vieles ist einfach etwas unausgegoren. Schade, schade…

Nichtsdestotrotz bietet die Staffel 5 (die man auch ohne die vorherigen zu kennen einfach anschauen kann) immer noch relativ hohes Unterhaltungsniveau, sie fällt aber zu den vorangegangenen Staffeln einfach zu sehr ab. Und, Homeland ist wohl nix für deutsche Zuseher, die Quoten waren sehr schlecht.

Einen sehr schönen Artikel zu „Homeland“ vom großartigen Diedrich Diederichsen in „Die Zeit“ möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Zitat:
Gotteskrieger im ÖPNV

Die US-Serie "Homeland" spielt jetzt in Berlin. Was erzählt der amerikanische Blick über Deutschland?

Von Diedrich Diederichsen

Ein Mann verlässt den U-Bahnhof Eisenacher Straße in Berlin-Schöneberg und tritt auf die Grunewaldstraße, welche er zügig durchmisst. Er erreicht einen Nachtclub, in dessen Hinterzimmer er dann den Zentralrechner der Berliner CIA-Niederlassung hackt. Bei der aktuellen, fünften Staffel von Homeland, die seit vier Wochen zu sehen ist, interessiert einen denn auch weniger der CIA-Hack als der Umstand, dass dieser Nachtclub tatsächlich an der Grunewaldstraße liegt und dass man tatsächlich am besten mit der U7 bis Eisenacher Straße fährt, um ihn zu erreichen. Das ist schon ganz schön naturalistisch, wenn man bedenkt, wie oft man sonst in Film und Fernsehen aus New Yorker Kneipen auf Straßen von Toronto tritt oder eine Verfolgungsjagd in Long Beach unvermittelt auf dem Santa Monica Boulevard endet. Mit Berlin geht Homeland fast aristotelisch um.

Das Augenmerk dieser Staffel liegt beim deutschen, zumindest Berliner Zuschauer eher auf den Bildern dieser Stadt, die man ja nicht so oft aus der Perspektive einer amerikanischen Topserie zu sehen kriegt – und weniger auf den üblichen fintenreichen Scharmützeln zwischen Terrorscheichs und innerlich zerrissenen CIA-Agentinnen. Auch wenn sich der Fokus auf die Stadt im Laufe der Staffel in dem Maße verliert, wie sich der Plot verdichtet: Homeland liebt an Berlin vor allem den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, städtische Bahndämme und Hochbahntrassen. Ob in Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg oder am Hackeschen Markt: Immer ziehen S- und U-Bahnen, die schmucken gelben Trams oder ICEs der verschiedensten Generationen strukturierende Linien durchs Chaos der Berliner Architektur. Nicht für landmarks – nur einmal ist kurz das "Brandenburg Gate" zu sehen – und signature buildings, für einprägsame establishing shots oder pittoresken Berliner Hipsterkitsch interessiert sich die Kamera; sondern für eine Stadt des wohlgeordneten Gewusels, dem dann das ungeordnete Gewusel von Flüchtlingen in libanesischen Camps gegenübergestellt wird.

Die "new Germans" sind dem alten CIA-Fahrensmann Saul Berenson indes ein Rätsel: Früher seien sie so versessen aufs Kämpfen gewesen, heute seien sie so soft und ritten immer auf ihrem Rechtsstaat rum. Amerikanische Internetkommentare ergehen sich zustimmend in großer Zahl über die verdammte europäische Softness und ihr Menschenrechtsgedusel. Ein geheimes deutsch-amerikanisches Programm war bei dem Schöneberger Hack aufgeflogen. Weil die Deutschen so strenge Datenschutzgesetze haben, können sie die Dschihadisten nicht beobachten, die alle Augenblicke Kreuzberg hochjagen wollen. Also muss der BND, geleitet vom brillant fahrigen Martin Wuttke, doch meistens sehr amtlich von Nina Hoss vertreten, mit den Amerikanern zusammenarbeiten. Nach dem Hack und der Veröffentlichung der geheimen Zusammenarbeit müssen die Amerikaner ihren Botschafter abberufen, um die verletzten Deutschen zu beruhigen – nicht sehr plausibel, da bekanntlich kein Portier und keine Reinigungskraft die Abhörzentrale am Pariser Platz wegen der Snowden-Enthüllungen räumen musste.

Überhaupt ist das verantwortungslose Gutmenschentum mal wieder an allem schuld: Der deutsche Philanthrop mit ****-Großvater, Otto Düring (Sebastian Koch), für den die CIA-Aussteigerin Carrie Mathison (Claire Danes) mittlerweile arbeitet, gibt seine Millionen nur an muslimische Organisationen – und die bedrohen halt meistens den Staat Israel. In der aktuellen Flüchtlingssituation holen diese humanitär-besoffenen Deutschen nun auch noch stapelweise Gotteskrieger in ihr öffentliches Nahverkehrsparadies. Die CIA kommt mit dem Stopfen der Sicherheitslücken durch großzügig präventives Hinrichten von Kopftuchfrauen kaum hinterher – der sexy-dämonische Quinn (Rupert Friend) operiert statt in Afghanistan nun in den Dunkelzonen von Kreuzkölln.

Deutschland ist aber eben nicht nur der Ort der Handlung, es ist auch der Drehort, und Verschränkungen zwischen dem einen und dem anderen sind ganz offensichtlich erwünscht. Eine Soundcollage aus vorwiegend deutschen O-Tönen, darunter höchst aktuelle Merkel-Sätze, untermalt den Vorspann. Und dass auch das in Babelsberg nachgebaute libanesische Flüchtlingslager auf deutschem Boden steht, hat dann zu den Graffiti-Streichen geführt, die so geräuschvoll wie PR-trächtig durch die Presse gingen. Geheuerte, der arabischen Schrift mächtige Graffiti-Experten hatten sich als Aktivisten entpuppt und statt nichtssagender Glaubensbekenntnisse arabische Schmähungen der Serie an die Wände gesprüht, darunter die, dass Homeland rassistisch sei. Auch wenn man die holzschnittartige Darstellung des muslimischen Feindes nicht unbedingt rassistisch nennen muss: Bös und verkürzt ist sie, wie immer in Them-and-us- Dramaturgien. Die ist bei aller sophistication durch Empathie-Inseln auch für die Dynamik von Homeland zentral, das seine Position schon im Titel unzweideutig klarmacht; auch wenn Carrie in einem bipolaren Rückfall von den toten Seelen ihrer zahlreichen muslimischen Opfer heimgesucht wird.


Doch erkennbar wichtiger als Ideologie ist der Serie, dass sie Gesprächsstoff generieren will. Auch wenn die viel gerühmten Fernsehserien neuen Typus in letzter Zeit eher durch einen quantitativen als einen qualitativen Boom in Erscheinung getreten sind, bleiben sie konkurrenzlos als kultur- und klassenübergreifende, Nischen und Spezialistentum überwindende Ressource von Konversationsmaterial. Durch nichts lässt sich eine Büroparty ebenso gut wie die ästhetische Seminardebatte beleben wie durch den Austausch von Serienbeobachtungen. Ihre Diagnosen dürfen zwar das in den USA Vorstellbare nicht überschreiten, ansonsten sollen sie aber plural sein und sich auf möglichst viele, nie vollends unmenschliche, gern aber zwiespältige Charaktere verteilen – dieses Rezept haben die meisten Serien verstanden: Multipliziert die Zugänge, aber bleibt im amerikanischen Rahmen! Die Bilder dürfen da schon eher mal über die Stränge schlagen: Sie zeigen ja eine andere Welt. Berlin ist da ganz hübsch zu einem unübersichtlichen Zwischenreich, zur Grenzzone geworden und liefert jene gute alte Intransparenz und shadiness, die zu einem Geheimdienstplot gehört.
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Alt  07.05.2016, 12:08   # 52
kuching
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kuching ist offline
Masters of Sex

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Lizzy_1.jpg   Lizzy_2.jpg   Lizzy_3.jpg   Lizzy_4.jpg  
Der Kolleg staggs hat uns ja in diesem Beitrag schon daraufhin gewiesen, ohne nähere Einzelheiten zu erwähnen und dabei hat er uns verschämt (?) verschwiegen, dass Virginia Johnson von einem echten Hingucker gespielt wird: Lizzy Caplan!

Habe gerade die ersten beiden Folgen der 2. Staffel geschaut. Die Kritiker sprechen zum Teil von gepflegter Langeweile. Das kann ich bestätigen mit der starken Betonung auf gepflegt...

Ich bleibe auf alle Fälle dran. Michael Apted führt bei einigen Folgen Regie, Michael Sheen spielt William Masters.
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Alt  06.05.2016, 08:42   # 51
kuching
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kuching ist offline
Drei kurze Rezensionen

Die Stadt und die Macht (ARD)

Mini-Politserie mit Anna Loos, Thomas Thieme und Martin Brambach. Susanne Kröhmer (Anna Loos), die Tochter von „KK“ (Thomas Thieme), zieht in den Wahlkampf für die CDP für Berlin. KK - Karl-Heinz Kröhmer- der mächtige Strippenzieher und Fraktionschef der CDP und der Regiernde Bürgerneister von Berlin – Manfrede Degenhardt , SPU - sowie der mächtige Bauunternehmer Rank Griebnitz (Jürgen Heinrich) haben ein Geheimnis, einen Vorfall aus früherer Zeit. Martin Brambach spielt den Wahlkampfmanager Georg Lassnitz, überdreht und leider insgesamt – trotz furiosem Spiel – zu sehr auf die Kacke hauend.

Polit- und Familiendrama in einem, alles nicht so schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Wer „Borgen“ und „House of Cards“ gesehen hat, der wird den Abfall zu beiden Serien sehr schnell merken: alles wirkt etwas billiger, einfacher und irgendwie so deutsches Schul-Fernsehen: guck, so böse ist die Politik.

Muss keiner schauen….


Peaky Blinders (BBC)

Da konnte ich nur die 2. Staffel sehen über die Gang aus Birmingham, die nun in London versucht Fuß zu fassen. Das Ganze spielt in den beginnenden 20iger Jahren in England: sehr viel Gewalt, Sex und Crime. Toller Soundtrack (Nick Cave, The Stripes) aber leider letztendlich ziemlich hohle Dialoge in dem Kostüm-Mafia-Verschnitt, trotz Tom Hardy und Sam Neill (in Nebenrollen).

Muss auch keiner schauen….


Line of Duty (BBC)

Detective Sergeant (DS) Steve Arnott (Martin Compston) weigert sich, bei der Vertuschung eines missglückten Anti-Terror-Einsatzes zu helfen. Aufgrund der Probleme, die diese gradlinige Einstellung mit sich bringt, lässt sich der Polizist in die interne Anti-Korruption-Abteilung versetzen.

In bisher 2 Staffeln wird der schwierige Kampf gegen die Korruption in den eigenen Reihen geschildert, in beiden Staffeln wird das zähe Ringen sehr unterhaltsam dargestellt den Korpsgeist zu durchbrechen. Wenig klassische Schwarz-Weiß-Malerei, dafür viel akribische Polizeiarbeit.

Mir hat das gut gefallen, sauber-klassische Unterhaltung, Daumen hoch…
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Alt  03.05.2016, 17:40   # 50
kuching
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Ku´damm 56 - Ein ganz großer Wurf des ZDF!

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kudamm_56_a.jpg   kudamm_56_b.jpg   kudamm_56_c.jpg   kudamm_56_d.jpg   Kudamm_56_e.jpg  

Ku’damm 56 ist ein dreiteiliger deutscher Fernsehfilm über den Aufbruch der Jugend in den 50er Jahren. Idee und Drehbuch stammen von Annette Hess, Sven Bohse inszenierte das Familiendrama in der Zeit zwischen Kriegsende und Wirtschaftswunder. Die Geschichte handelt von einer konservativen Mutter und ihren drei heiratsfähigen Töchtern. Die familieneigene Tanzschule ist der Schauplatz für den Konflikt zwischen der prüden Moralvorstellung, der Sehnsucht nach Werten und der Entdeckung ihrer Sexualität durch die jungen Frauen.

Annette Hess ist die Schöpferin der grandiosen Serie „Weissensee“, für die Produktion zeigte sich u.a. verantwortlich Nico Hofmann („Unsere Mütter, unsere Väter“). Also die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche und gute Mini-Serie, noch dazu wenn Claudia Michelsen, Heino Ferch und Uwe Ochsenknecht mitspielen und in den eigentlichen Hauptrollen, die jungen Männer und Frauen in der Serie.

Berlin 1956:

Tanzschulbesitzerin Caterina Schöllack (Claudia Michelsen) hat drei Töchter, von denen zwei ihrer – vermeintlich - gesellschaftlichen Bestimmung folgen: Helga (Maria Ehrich) hat eine scheinbar glänzende Partie gemacht und wird den Juristen Wolfgang von Boost (August Wittgenstein) heiraten. Die Krankenschwester Eva (Emilia Schüle) hat ihre Zukunft genau im Blick und legt alles daran, von ihrem Chef, Professor Fassbender (Heino Ferch), geheiratet zu werden. Nur Monika (Sonja Gerhardt) ringt als ungeliebte Tochter um die Akzeptanz ihrer strengen Mutter und kämpft gegen die Konventionen der Zeit. Ihre große Leidenschaft ist der Rock`n`Roll…

Aber nicht nur die piefige Atmosphäre ist Gegenstand der Betrachtung, auch die langsam aufkeimende Auflehnung gegen die Eltern, gegen die „Täter, die noch unter uns sind“, das noch ungefestigte „neue“ Deutschland, das Streben nach Abschütteln der noch so frischen Vergangenheit und dem Aufbruch in neue Zeiten, was allzu häufig auch einfach „nur unter den Teppich kehren“ bedeutete.

Ein hoher Anspruch und dem wird diese Mini-Serie voll und ganz gerecht. Hatten mich die ersten 30 Minuten noch zweifelnd gelassen ob ich mir das anschauen will, begann so langsam eine fast seltsame Faszination zu wachsen und als dann alles zu Ende war, hätte ich weiter und weiter schauen können.

„Wer bin ich?“ – „Woher komme ich?“ – „Wohin gehe ich?“

Die drei klassischen Fragen im modernen Erzählkino, immer dann wenn der Mensch an einer Gabelung, vor einer Entscheidung steht und noch nicht weiß, wo es hingeht, sind auch hier das stabile Gerüst der Geschichte um die drei jungen Frauen die unterschiedlicher kaum sein könnten. Gleichberechtigung? Dieses Wort gab es damals noch nicht, die Männer hatten das Sagen. Nicht allerdings bei Caterina Schöllack, die als Mutter mit zum Teil eisiger Kälte regiert: „Kümmer dich um deinen Professor, solange er noch lauwarm ist…“ Und der Tochter, die sich „so schmutzig fühlt“ nachdem sie vergewaltigt wurde, gibt sie den Rat: „Dann geh doch in die Badewanne, auch wenn erst Mittwoch ist.“

Claudia Michelsen spielt die Mutter und Tanzschulinhaberin grandios und herausragend. Es genügt ein kleiner Blick, ein kurzes Hochziehen der Augenbrauen und allen wird klar, wer hier das Sagen hat. Aber auch ihre Biographie ist nicht ohne Makel: wem gehört(e) die Tanzschule wirklich, warum kommt ihr Mann nicht zurück an ihre Seite, obwohl schon entlassen aus der Gefangenschaft? Auch ihr Panzer wird brüchig werden und Risse bekommen und das „Glück“, was sie sich so für ihre Töchter gewünscht und (!) eingefordert hat, das wird sich so ohne weiteres jedenfalls nicht einstellen.

Die drei jungen Männer, die da an der Seite der Töchter sind oder versuchen zu kommen, auch sie haben oder bekommen gebrochene Biographien, der eine mit einem Vater, der einst Rüstung für die Na*zis produzierte und nun für die Asiaten, der andere, der immer erzählt, er habe das Eiserne Kreuz von A*dolf H*itler bekommen und bei dem man dann doch sehr schnell spürt, dass das nur ein ganz kleiner Teil einer ganz anderen Wahrheit ist. Die Teilung der Stadt Berlin ist noch nicht manifestiert durch die Mauer, die noch unsichtbar, aber doch schon innerlich gebaut ist. Der Zuseher weiß, was noch kommen wird und möchte trotzdem weiter teilhaben an der Entwicklung der kleinen Heldeninnen und Helden der damaligen Zeit, die so wenig heldenhaftes an sich haben, dass sie genau deswegen als Identifikationsfiguren so sehr taugen.

Ausgestattet ist die Serie sehr liebevoll und mit vielen kleinen Details, die die 50iger wieder lebendig machen. Kamera und Bild, da gibt es imho überhaupt nix zu meckern, tolle Schauspieler, eine mitreißende Geschichte: ganz großes Kino! Vergleichbar ist diese Mini-Serie meiner Meinung nach mit „Unsere Mütter, unsere Väter“, einem ebenfalls großen Wurf des ZDF, auch wenn es hier in der Presse nicht wenig Kritik daran gab.

Es scheint also doch so, dass das alte betuliche deutsche Fernsehen doch dann und wann große Würfe produzieren kann. Üblicherweise bin ich kein Freund deutscher Serien (oder Mini-Serien), weil ich finde, zu oft fehlt der Mut und die Besessenheit kleine wie auch große Stoffe angemessen zu präsentieren. Da sind uns die Amerikaner, die Skandinavier, die Briten eben noch weit voraus. „Weissensee“ – „Berlin Alexanderplatz“ – „Heimat“ sind solche Produktionen, da konnte das Deutsche Fernsehen auch mal was.

Die Serie Ku´damm 56 hätte das Zeug dazu gehabt, eine große, lange Serie zu werden. Wahrscheinlich hat man dem Zuschauer nicht zugetraut, dass er nach all dem Mist, der da zum Teil so läuft, da auch wirklich dran bleibt. Es gibt in der noch jungen Bundesrepublik noch einige (Geschichts-) Stoffe, kleine Schätze, die man nur heben müsste. Ich denke da an die 68er und die RAF, die Einwanderung im Zuge des Wirtschaftswunders usw.

Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben…
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Alt  03.04.2016, 06:13   # 49
wüstenwind
 
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Bosch (2. Staffel)
spannend, wenn auch ganz anders als in der 1. Staffel
Meine Zusammenfassung: viele Polizisten eignen sich nach dem Motto "Gelegenheit macht Diebe" auch zum Verbrecher.


The Night Manager
Ein als Manager im Hotelgewerbe tätiger britischer Herkunft, der nur in den Nachtschichten arbeitet, wird nach dem Mord an einem weiblichen Hotelgast (er hat sich zwischenzeitlich in sie verknallt) letztlich zum Undercover-Agenten für die Briten. Undercover-Agent im Bereich von skrupellosem Waffenhandel.

Spannend jenseits des spannenden Plots: man kennt einen der beiden Hauptdarsteller Hugh Laurie aus der Ärzteserie "Dr. House" - und in Dr. House ist es doch so, dass er ganz klar gut aber doch auch zusätzlich ziemlich böse ist.
In "Night Manager" ist Hugh Laurie dagegen der ganz klar Böse - hat aber offenbar doch für gewisse Regierungskreis auch gute Seiten. Genauso wie der andere Hauptdarsteller (Night Manager), der undercover gegen den Bösewicht ermittelt, ähnlich einem James Bond nicht vor Körperverletzung oder gar einer Tötung zurückschreckt, um in der Sache voranzukommen bzw. um sich selbst zu schützen. Was man ja gemeinhin auch nicht als "gut" abtut.

Gut zu wissen: die Hinkerei und der Stock in "Dr. House" sind offenbar Behinderungen des Characters Dr. House - nicht aber des Schauspielers Hugh Laurie.
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Alt  03.04.2016, 00:06   # 48
kuching
Immer auf der Jagd
 
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kuching ist offline
Vorankündigungen

Etwas sehr kurzfristig, gebe ich zu, 2 Ankündigungen:

Homeland - Staffel 5

In Doppelfolgen ab heute, 03.04.16, auf SAT 1 ab 23:15 Uhr

Diese Staffel spielt komplett in Berlin...

Broadchurch - Staffel 2

Ebenfalls ab heute, 03.04.16 im ZDF ab 22:00 Uhr

Spielt in Südengland, ist eine feine Krimigeschichte und ausgezeichnet besetzt. Man kann auch jetzt noch einsteigen....
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Alt  26.03.2016, 18:26   # 47
kuching
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The Honourable Woman – Hugo Blick (Regie, Drehbuch, Produktion)

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thehonourablewoman_2d.jpg   Maggie Gyllenhaal und Andrew Buchan.jpg   Lubna Azabal.jpg   Stephen Rea.jpg  
„Aliens beschließen die Erde zu erobern. Sie zerstören New York, sie zerstören London und landen schließlich auf der Grenze zwischen Israel und der Westbank. Ihre einfache Botschaft an beide lautet: Widerstand ist zwecklos, legt Eure Waffen nieder.

Nun, ich kann Ihnen jetzt im Detail nicht erzählen, was dann passiert, aber am Ende werden Sie Mitleid mit den Aliens haben.“


Nessa Stein (Maggie Gyllenhaal) erzählt diesen Witz während einer Rede vor Mitgliedern Ihrer Stiftung. Die Stein Group, einst ein Waffenproduzent für den damals noch jungen Staat Israel, verlegt nun Glasfaserkabel im Westjordanland und betreibt dort auch Stiftungen für Universitäten. Nur eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation Palästinas, wird für eine dauerhafte Sicherheit Israels sorgen, das ist ihr Credo. Als kleines Kind musste Nessa zusammen mit ihrem Bruder Ephra Stein (Andrew Buchan) den Mord an ihrem Vater miterleben. Dieses Erlebnis führte nicht zuletzt, als sie die Stein Group dann später fortführt, zu diesem Schwenk in der Ausrichtung des Unternehmens.

Relativ schnell wird aber dem Zuschauer bewusst, dass das nicht die ganze Geschichte der Nessa Stein ist. In Rückblenden wird klar, dass Nessa ein Geheimnis hat, das einer der Schlüssel zu den Geschehnissen darstellt. Ein kleiner Junge wird entführt und der Ehrengast, der bei der Rede von Nessa Stein vor Ihrer Stiftung eingeladen war, erscheint nicht. Er ist tot, erhängt am Mast der palästinensischen Fahne. Neben der Geschichte, wer für alles das verantwortlich ist, ist es die Geschichte über Nessa und ihr Geheimnis, dass diese britische Miniserie so spannend macht.

Fotografiert und ausgestattet ist das alles sowieso erstklassig, die Geheimdienste und vor allem der großartige Stephan Rea (Hugo Hayden) als Agent des MI6 mischen überall mit und da gibt es noch die nicht minder geheimnisvolle Nanny Atika (Lubna Azabal), eine Palästinenserin, die sich im Haushalt von Ephra und seiner Frau Rachel um deren Kind kümmert. Es ist Kasim, der Sohn von Atika Halibi, der entführt wird…

Natürlich ist diese Nahost-Geschichte nichts wirklich Neues und natürlich kommt die Geschichte auch nicht ohne gewisse Klischees oder Verkürzungen aus. Dennoch ist The Honourable Woman eine spannende Spionage-Geschichte ohne die teilweise hysterischen Auswüchse so mancher amerikanischer Serien oder Filme. Man merkt, dass es eine Serie aus Europa (BBC) ist, was nicht grundsätzlich gegen die amerikanischen Produktionen spricht und der Vergleich einiger Zeitungen (das bessere „Homeland) ist für mich eh einigermaßen daneben, aber eben eine „europäischere“ Sicht der Dinge liefert.

Maggie Gyllenhaal ist eine Top-Besetzung, sie spielt außergewöhnlich und hat dafür zu Recht den Golden Globe bekommen, mal kühl und selbstbewusst, mal verletzlich und verletzt, devot und dann wieder kämpferisch. Ihr Bruder im Film, Andrew Buchan, ist mir schon bei „Broadchurch“ einer ebenfalls Top-Krimiserie aus dem Süden Englands positiv aufgefallen, er macht seine Sache kaum schlechter, hat eben nur nicht den großen Part seiner Schwester.

Was noch wichtig ist:

Die erste Folge ist imho ein wenig sperrig mit nerviger Musik. Trotzdem dranbleiben! Wenn man dann in der vorletzten Folge denkt: okay, jetzt ist es klar, dann nimmt die letzte Folge nochmal so richtig Fahrt auf mit einem würdigen Finale und einigen Wendungen.
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Alt  11.02.2016, 10:33   # 46
kuching
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Akte X - Die erste Folge der Neuauflage

Nun bin ich ja bekennender Nicht-SF-Mystery-Fan, von daher werden sich manche fragen, warum schaut er sich das überhaupt an? Na wegen David Duchovny und Gillian Anderson... Ihn fand ich in der Serie "Californication" so richtig gut und sie auch, zuletzt in "The Fall - Tod in Belfast".

Okay, die erste neue Folge, was soll ich sagen? Ist was für Fans, für mich nicht, für mich nur wirres Zeug...sorry.... Aliens-DNA? Okay...

Es ist aber nicht so, dass ich mir gar nix in der Richtung anschauen kann. Letztens habe ich - eher zufällig - im TV "World War Z" (Marc Forster) gesehen, den fand ich sehr sehenswert mit tollen Bildern....auch wenn die Story nix Neues war....und die Kritik sehr zwiespältig
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Alt  03.02.2016, 14:02   # 45
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Kino versus TV-Serie

Zitat:
Das liegt möglicherweise daran (das die Kinos noch voll sind - meine Anmerkung), dass die Vermarktung üblicherweise im Kino startet. Weil damit mehr Geld verdient ist.
Ja und Nein, es werden nicht wenige Filme in den Studios produziert, die nur als DVD erscheinen, was natürlich darauf hindeutet, dass man einen Kinoerfolg nicht erwartet. Geld wird damit immer noch verdient, trotz alledem. Ich denke vielmehr, dass das Kino aufpassen muss, dass es nicht zu einem Abspielort für Einheitsbrei wird, auf jegliches Wagnis verzichtet und damit die Zuschauer ins Heimkino treibt. Neue Filme laufen in allen Kinos fast gleichzeitig und sind in der Masse doch sehr auf Action und Komödie getrimmt. Gutes und klassisches "Drama" werden seltener. Das ist sehr schade, denn für mich gehört ein Kinobesuch mit anschließendem Besuch eines Restaurants oder einer Bar nach wie vor zu den sehr angenehmen Abendveranstaltungen.

Allerdings habe ich das Gefühl, dass in den Serien, die niemals im Kino laufen werden, mehr riskiert wird und insgesamt - nicht immer - mehr "sperrige" Stoffe gezeigt oder ausgefeiltere Geschichten erzählt werden. Das liegt aber nicht nur und ausschließlich an der zur Verfügung stehenden Zeit. Mittlerweile brauchen gute Serienstoffe die gleiche Entwicklungszeit wie Kinofilme. Nur die Kinofilme sind teurer und Total-Flops wirtschaftlich gefährlicher. Wenn der Pilot einer Serie nicht ankommt, gibt es eben keine Serie. Einen Piloten beim Film gibt es so nicht...

Dennoch müssen die Studios da umdenken, auf Dauer...im Sinne des Kinos....
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Alt  03.02.2016, 13:42   # 44
kuching
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Zitat:
Was meinst Du mit "Zum Bügeln ideal"? Schaust Du nebenher noch fern, wenn Du Sex hast?


Nicht schlecht...
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Alt  03.02.2016, 12:59   # 43
wüstenwind
 
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@kuching
Was meinst Du mit "Zum Bügeln ideal"? Schaust Du nebenher noch fern, wenn Du Sex hast?

Zitat:
Nichtsdestotrotz sind die Kinos noch voll, wie gesagt noch
Das liegt möglicherweise daran, dass die Vermarktung üblicherweise im Kino startet. Weil damit mehr Geld verdient ist.
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Alt  03.02.2016, 12:17   # 42
kuching
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kuching ist offline
Morgen hör ich auf - Drama (ZDF)

In Ergänzung zu meinem Posting hier...

https://huren-test-forum.lusthaus.cc/...8&postcount=39

...noch ein kurzes Statement zu den Folgen 3-5

Die Serie hat in den Folgen 3-5 mehr Fahrt aufgenommen, wurde also besser ohne jetzt aber wirklich gut zu werden. Für deutsche Verhältnisse nicht soo schlecht, das mag schon sein. Im Vergleich zu den Produktionen aus Skandinavien oder den USA ist es aber, nun ja, seicht.... Zum Bügeln ideal, aber sonst?

Ich weiß, das ist ein bisschen ungerecht. Die amerikanischen Produktionen sind viel aufwendiger und mit deutlich mehr Geld gedreht, das sieht man an fast jeder Einstellung. Geld, das im deutschen TV nicht ausgegeben werden kann oder will. Dennoch gibt es auch - wenige - gute deutsche Serien, die einen Anspruch haben und versuchen keine 0815-Ware zu sein. Exemplarisch seien genannt:

"Heimat" von Georg Reitz und "Weissensee"
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Alt  01.02.2016, 14:38   # 41
kuching
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kuching ist offline
Was loveme schreibt, das ist schon richtig...

Neben Sky sind es vor allem die Streamingdienste, die da immer stärker mitmischen und Produktionen auf den Markt bringen, nicht fürs große, sondern fürs Heimkino. Immer mehr Leute nutzen das sog. Bezahl-Fernsehen und da gibt es neben Sky noch jede Menge anderer Fernsehsender, die z.B. über Telekom oder Kabel Deutschland laufen. Vor allem dort (und bei den Streamingdiensten) ist der Schauplatz der großen Serien. Solange die Leute dafür bezahlen, ist die Quote nicht mehr soo entscheidend, die Sender laufen mit ganz wenig Werbung und wenn, dann nur nach oder vor dem Film/der Serienfolge.

Anschauen, wann man will, das ist eben auch der Schlüssel und da tragen die Mediatheken ebenso einen großen Teil zum Erfolg bei. Hinzu kommt, dass Serien "viel Zeit haben" - meistens 8-10 Stunden - für die Geschichte und durch den meist kammerspielartigen Ablauf eh nicht in große Kino passen. Das Live-TV der bekannten, überall empfangbaren Privatsender ist kaum noch anzuschauen, gute Serien werden meist in der Nacht versteckt oder, wenn die Quote nicht passt, dann jagt man auch schon mal 5 oder 6 Folgen einfach Sonntagnacht durch (so bei "House of Cards" mal geschehen) und das kurzfristig angesetzt. Was dem Live TV auch mehr und mehr entgegensteht, ist das immer mehr Leute Festplattenreceiver haben und so die Sendungen aufnehmen können...

Nichtsdestotrotz sind die Kinos noch voll, wie gesagt noch... Es gibt Stoffe und Filme, die passen einfach besser ins Kino. Nur muss das Kino aufpassen und damit meine ich jetzt Hollywood, dass sie aus dem ewigen Sequel- und Superaction-Einerlei herauskommen...
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Alt  31.01.2016, 23:42   # 40
loveme
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Sky und Amazon haben das Fernsehverhalten der Konsumenten inzwischen schon sehr stark beeinflusst (bei mir ist es mit Sicherheit so).
Auch die verschiedenen Mediatheken haben viel dazu beigetragen. Man schaut was man will...wann man will. Und dabei stehen wir damit erst am Anfang...die Tage des 'früheren Fernehens" sind gezählt.

Serien schaue ich mir fast überhaupt nur mehr "Staffelweise' an...zur Abwechslung halt verschiedene Serien.

Live fast nur mehr Sportübertragungen.
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Le Comte de la Revue.

"Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft werden, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst." Platon
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Alt  30.01.2016, 11:35   # 39
kuching
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Morgen hör ich auf - Drama (ZDF)

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b_1.jpg   b_2.jpg   b_3.jpg  
Mal eine deutsche Serie...nun ja...

Jochen Lehmann (Bastian Pastewka), ist verheiratet, Vater von drei Kindern und Besitzer einer Druckerei, die tief in den roten Zahlen steckt. Sowohl beruflich wie privat läuft es für Jochen ganz und gar nicht gut. Finanziell steht ihm das Wasser bis zum Hals. Die Banken wollen ihm partout keinen weiteren Kredit mehr geben und seine Frau Julia (Susanne Wolff) hat einen Liebhaber.

Und gerade, als Jochen so ganz und gar am Abgrund steht, fängt er eines Nachts an, falsche Fünfziger zu drucken. Die Blüten lösen zwar die gröbsten finanziellen Sorgen, schaffen aber ihrerseits neue Probleme, weil nun die Unterwelt auf Jochen aufmerksam wird.

Zwei von fünf Folgen habe ich bisher gesehen, zwei noch aufgenommen und die letzte kommt heute im ZDF. Die Kritik der SZ, FAZ, und Spiegel sind sehr wohlwollend bis sehr positiv. Irgendein Depp hat mit der Miniserie Parallelen zu "Breaking Bad" gezogen, was der Miniserie nicht gut tut bzw. ziemlich lächerlich ist.

Ein Problem der Serie ist, dass Pastewka imho nie so ganz seine Comedy-Attitude ablegen kann, die Figuren zum Teil extreme Klischees sind und alles etwas sehr holzschnittartig wirkt, jedenfalls bis Folge 2. Gut, natürlich ist das bei den guten amerikanischen Serien anders, wo manchmal schon Jahre von der Idee bis zur Umsetzung einer Serie vergehen, wo sehr intensiv und mit wesentlich mehr Geld gearbeitet wird, wo es häufig der Fall ist, dass zunächst nur ein Pilot gedreht und erst dann entschieden wird (Zuschauer) ob es in die Fortsetzung geht. Deswegen ist ein Vergleich fairerweise natürlich kaum zu machen. Dennoch hat man aber die Bilder der guten Dramen im Kopf und deswegen findet trotz allem Verständnis ein Vergleich statt.

Ich finde es nicht wirklich toll, ist was zum Bügeln nebenher und neben der einzig interessanten Figur des Familienvaters interessieren mich die anderen Figuren leider überhaupt nicht.



Ob das noch was wird?
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Alt  28.01.2016, 17:21   # 38
kuching
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Ja, Luther hat mir auch immer sehr gut gefallen, vor allem Idris Elba als Luther und Ruth Wilson als Alice Morgan


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Alt  28.01.2016, 10:28   # 37
wüstenwind
 
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Luther

hat nichts mit dem Martin zu tun sondern ist eine wirklich spannende und fesselnde englische Krimiserie. Nichts für schwache Nerven!

Der Protagonist ist Ermittler und zudem wird immer wieder gegen ihn selbst ermittelt. Gewisse Parallelen zur Serie Bosch.
Der Hauptdarsteller war schon mal als farbiger James Bond im Gespräch.

https://www.werstreamt.es/serie/details/234363/luther/


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Alt  28.01.2016, 01:21   # 36
kuching
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Mr. Robot – Drama (USA Network)

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mr.-robot-rami-malek.jpg   christian-slater.jpg   -martin-wallstrom-image.jpg   portia doubleday.jpg   carly-chaikin.jpg  

Es ist soweit, es folgt eine Lobeshymne....

Die Serie hat 10 Folgen, im Schnitt ca. 50 Minuten lang und handelt von einem jungen Hacker in New York. Elliot Anderson ist Angestellter der Firma Allsafe, die als Cypersecurity-Firma für einen Großkonzern arbeitet, die E Corp (von Elliot nur Evil Corp genannt). Elliot hat Sozialphobien und Angstzustände, die er durch Morphiumkonsum zu betäuben versucht.

In seiner Freizeit hackt Elliot die Daten und Rechner seiner Mitmenschen. Dies rechtfertigt er damit, dass er sie vor Bedrohungen schützt. Als Angestellter von Allsafe ist er für den Schutz von E Corp zuständig. Diesen Job verdankt er Angela Moss, mit der er seit seiner Kindheit befreundet ist.

Eines Tages wird Elliot von Mr. Robot rekrutiert, der Anführer einer anarchistischen Untergrundorganisation, genannt fsociety, um E Corp zu Fall zu bringen. Der Konzern hält so viele digital gespeicherte Kredite, dass ein Hackerangriff, der diese Kredite auslöscht, das globale Finanzsystem zum Einsturz bringen könnte. Gemeinsam mit fsociety entwickelt Elliot einen Plan, um das Unternehmen zu hacken.

Mehr sei - zunächst einmal - nicht verraten. Showrunner Sam Esmail hat vor Erstellung des Drehbuchs und der Serie umfangreiche Recherche betrieben, so dass die Serie wohl auch für Hacker interessant sei. Die größte Gefahr für einen virtuellen Angriff sitzt immer vor dem Bildschirm: soziale Netzwerke, nachlässig gewählte Passwörter usw. Die Geschichte des Angriffs auf E Corp ist aber nicht das alleinige Sujet der Serie. Parallelen zum Film „The Fight Club“ sind unübersehbar. Auch hier vermischen sich die Ebenen, Realität und Wirklichkeit, was ist echt und was nur ein Hirngespinst? Die Serie bietet an einigen Stellen echte Knaller, manches kann der aufmerksame Zuschauer vorhersehen, manches aber auch nicht.

Der Showrunner einer Serie ist die wichtigste Person. Er sorgt dafür, quasi als executive producer, dass alles „zusammen bleibt“, dass die Geschichte so läuft, wie sie laufen soll. Üblicherweise werden bei Serien für die einzelnen Folgen unterschiedliche Regisseure eingesetzt, wie hier auch.

Die Beziehungen in dieser Serie spielen eine ebenso gewichtige Rolle. Mr. Robot (Christian Slater) und Elliot (Rami Malek), Elliot und Darlene (Carly Chaikin), die mit ihm zusammen bei fsociety den Angriff vorbereitet, Elliot und Shayla (seine Nachbarin) und mit allen zusammen spielt auch Tyrell (Martin Wallström) eine nicht unwichtigen Part, der - einst auch ein Hacker - nun nach Macht und Ansehen bei E Corp strebt. Nicht zu vergessen Angela (Portia Doubleday) und Elliot, wobei hier besonders Angela eine nicht zu übersehende Wandlung macht, auf den Punkt gespielt beim Kauf von Schuhen, zum Ende der Serie hin. Es gibt kaum eindimensionale gespielte Figuren, alle sind immer für Überraschungen gut. Selbst das „Püppchen“ von Ehefrau, das mit Tyrell verbunden ist, selbst sie, die sich schwanger noch fesseln und knebeln lässt, ist in Wirklichkeit knallhart, wenn es darauf ankommt. Das alles hier aufzudröseln, würde Seiten füllen, deswegen keine große Spoilergefahr.

Visuell sehr ansprechend umgesetzt mit ausreichend Lokalkolorit von Coney Island, der Lower Eastside und den Bürotürmen von Manhatten, bietet die Serie auch visuell Höchstgenuss. Dazu ein hammermäßiger Soundtrack: Sinatra, Beethoven, The Pixies und und und… unzählig… In der letzten Folge darf man nach dem Abspann noch nicht ausschalten, es gibt noch ein paar Minuten oben drauf mit (transgender)Whiterose, der chinesischen Hackerlegende, der auch die letzten Worte im Film hat und das was er sagt, sitzt so punktgenau – grandios.

Ich könnte noch ewig so weiterschreiben, dann allerdings ginge es nicht ohne weiter zu spoilern, deswegen: SCHAUT EUCH DIE SERIE AN!

Ausgezeichnet mit Golden Globes für die beste Serie und den besten Nebendarsteller (Christian Slater), wird es eine 2. Staffel geben. Sehr gute reviews findet ihr auf serienjunkies (https://www.serienjunkies.de/mr-robot/), zumindest eine sehr gute Kritik auf Zeit online.

Ich habe mir die Serie im Original angeschaut. Mein passiver Wortschatz ist nicht soo schlecht, allerdings ist es für mich als Ungeübten oft sehr schwer alles akustisch zu verstehen. Deshalb hab ich die englischen Untertitel mitlaufen lassen, eine gute Entscheidung, es wäre sonst fast unmöglich gewesen den Feinheiten immer zu folgen.


Angenommen ich hätte einen Freund, der sich aus dem ganzen Fernseh-Gedöns nichts macht, das alles viel zu seicht findet und überhaupt und wenn schon Bilder, dann nur Kino. Wenn ich dem nun das ganze Potenzial einer Serie schmackhaft machen müsste, dann würde ich ihm zum Beispiel Mr Robot empfehlen. Warum? Weil es hier besonders gut gelingt verschiedene Erzählstränge zu entwickeln und zwar sie so zu entwickeln, dass eine Fortsetzung nicht von vorneherein ausgeschlossen ist. Dass die Figuren Raum und Zeit haben sich zu entfalten, dass die Geschichte so erzählt wird, dass Wendungen, dass Alternativen möglich sind, ohne Sinn und Ziel in die Tonne zu hauen. Die Gefahr der relativ langen Zeit einer Serie ist, dass man sich verliert in Zeit und Raum, dass die Platte einen Hänger hat, dass Zeit überbrückt werden muss, weil eben das Diktat der 10 Folgen steht. Alles das ist hier nicht der Fall, es gibt keine Hänger und selbst die Folge, die fast alleine für einen Entzug steht, ist visuell so stark, dass sie das Bekannte auf neue Weise und unwiderstehlich präsentiert.

Die letzte Folge der Staffel ist mehr als nur gelungen, sie zeigt nochmal das – in ihrer Entwicklung – was die ganze Serie ausmacht. Das was geschehen sollte, wird in einer unerwarteten Weise erzählt, es bleibt ein Mysterium über, das noch gelöst werden muss, es gibt einen klassischen und knalligen cliffhanger und die Szene nach dem Abspann ist einerseits sehr pointiert und andererseits öffnet sie die Geschichte wieder und gibt Licht auf das, was kommen könnte. Das ist eine hohe Kunst, daran sind schon viele gescheitert.

Bei Amazon auf Abruf zu erhalten, auch auf Deutsch, Start im deutschen Fernsehen ungewiss.

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Alt  26.01.2016, 23:16   # 35
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@ fritzi2011

Auch kürzere Kommentare sind willkommen! Soll ja keine Einbahnstraße sein...

Demnächst wird noch ein längerer Kommentar zu "Mr. Robot" kommen, braucht noch ein bisserl... So viel vorweg: würde ich auch gerne absoluten Fernsehmuffeln empfehlen, die Golden Globes gab es nicht umsonst, das ist/war imho ein neuer Meilenstein auf dem Weg in der Serien-Himmel!
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Alt  25.01.2016, 20:45   # 34
fritzi2011
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fritzi2011 ist offline
Super Thread!

Heute das erste mal bemerkt!

Viele meiner liebsten Serien wurden schon erwähnt, jedoch hätte ich noch ein paar Vorschläge, halte mich jedoch kürzer da ich nicht so der Schreiber bin!

Dazu gehören

Deadwood
Sons of anarchy
Broadwalk Empire
Fargo

Viel Spaß beim anschauen!
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Out of buisness
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Alt  25.01.2016, 12:07   # 33
kuching
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CH:OS:EN - Drama,Thriller (Crackle)

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Chosen_1.jpg   Chosen_2.jpg   chosen_4.jpg   Chosen_6.jpg   Chosen_5.jpg  

Ian Mitchell (Milo Ventimiglia), Anwalt mit Familie, erhält eines Tages eine Box mit einer Pistole und einem Fotos eines ihm Unbekannten. In der Box ist zudem eine Aufforderung enthalten, diesen Unbekannten zu töten. Kurze Zeit später wird Ian Mitchell selber von einem Dritten attackiert. Seine Nachforschungen ergeben, dass er von einer unheimlichen Organisation, namens „Die Wächter“, auserkoren wurde, Mitglied eines tödlichen Spiels zu sein.

Die Serie hat ein ungewöhnliches Format, die Folgen sind nur ca. 20 Minuten lang, also eigentlich das klassische Sitcom-Format. 3 Staffeln sind abgedreht worden mit je sechs Folgen.

Die Charaktere (aus myfanbase.de):

Ian Mitchell, Jacob Orr und Josie Acosta sind sich nie begegnet und könnten unterschiedlicher nicht sein. Ian ist ein unbedeutender Rechtsanwalt, Jacob schlägt sich mit allerhand undurchsichtigen Geschäften durchs Leben und Josie ist Mutter zweier Teenager mit Häuschen und Garten. Alle drei erhalten jedoch eines Tages eine Box und dadurch stellt sich ihr Leben auf den Kopf.

Ian Mitchell (Milo Ventimiglia)
Ian Mitchell ist Rechtsanwalt und lebt in Scheidung von seiner Frau Laura. Die gemeinsame Tochter Ellie lebt bei Laura. Als er plötzlich in einer Box die Aufforderung findet, einen ihm unbekannten Menschen zu töten, gerät alles aus den Fugen, denn auch hinter ihm ist jemand her. Ian versucht alles, um seine Exfrau und seine Tochter aus dem Spiel herauszuhalten.

Jacob Orr (Chad Michael Murray)
Jacob Orr wird in Staffel 2 für das Spiel ausgewählt. Er kümmert sich um seinen kleinen Bruder namens King, als auch er plötzlich eine Box geliefert bekommt. Jacob versucht, alles über die Hintermänner, die "Watchers", in Erfahrung zu bringen und aus dem Spiel herauszukommen. Dann aber wird sein kleiner Bruder gekidnappt.

Josie Acosta (Rose McGowan)
Josie Acosta lernt man in Staffel 3 kennen. Sie ist schon lange im Spiel drin und ihre beiden Kinder haben sich mehr oder weniger an die neuen Umstände ihres Lebens gewöhnt. Schwierig wird es allerdings, als ihr Sohn sich verliebt und sie plötzlich von einer anderen dreiköpfigen Familie überfallen werden.

Ellie Mitchell (Caitlin Carmichael)
Ellie Mitchell ist die Tochter von Ian und Laura. Sie ist um die zehn Jahre alt und ein ganz normales Mädchen, bis ihre Eltern plötzlich in das Spiel hineingezogen werden. Ellie muss einige schockierende Dinge durchmachen und ihr Weg kreuzt auch den von Jacob Orr.

Laura Mitchell (Nicky Whelan)
Laura Mitchell lebt mit ihrer Tochter getrennt von ihrem Mann Ian. Die beiden streiten sich häufig und es scheint nichts mehr von der ehemaligen Liebe zwischen den beiden vorhanden zu sein. Als Ian eine Box vor seiner Tür findet, wird Laura mit in das Spiel hineingesogen und sie müssen merken, dass es keinen Ausweg gibt.

Avery Sharp (Sarah Roemer)
Avery ist eine junge Frau, die Jacob Orr kennenlernt und ihm näherkommt. Sie selber hat ihre Familie verloren, und obwohl ihr wirklich etwas an Jacob zu liegen scheint, verbirgt sie ein Geheimnis.


Drama- oder Thriller-Serie, das trifft es am besten. Dabei passiert eher weniger bei Dunkelheit, vielmehr ist es sehr oft taghell. Die Wege völlig unterschiedlicher Menschen kreuzen sich, aus dem „Spiel“ kommt keiner raus. Alles ist wie es scheint: ausweglos. Es gibt keine Hoffnung, keine Katharsis, kein Entkommen. Was sonst so typisch ist bei Serien, dass aufgrund der Länge und Anzahl der Folgen viel Platz bleibt für Nebenerzählstränge, das entfällt hier fast völlig. Es wird sehr stark reduziert auf den Haupterzählstrang, es ist schnell, dreckig, ohne Mätzchen. Mir hat das gut gefallen, wenig Aufwand, dafür natürlich auch etwas eindimensional. Nicht jeder wird das so sehen und der ein oder andere wird sich das nicht antun wollen. Am besten kommt es, wenn man sich einfach darauf einlässt, wer mit logischer Analyse herangeht, sollte es lieber sein lassen. Aber: es handelt sich imho um eine Serie, bei der man bestimmt nicht nebenher bügelt, dazu ist es dann doch zu spannend. Wenig besprochen und wenig beachtet…für mich unverständlich…

Aus Wiki zu der Serie:

Zitat:
Die Umstände im Handlungsablauf und die darin ableitbaren technischen Möglichkeiten sowie soziokulturellen Umstände jener fiktiven Gesellschaft, verweisen im Sinne einer Diegese (der erzählten Welt) auf eine elektronisch-informationell stark vernetzten Welt mit weit entwickelten Möglichkeiten einer elektronischen Überwachung und den spielerischen Neigungen einer ökonomisch unabhängigen, oligarchen Gruppierung, die sich gewissermaßen an modernen Gladiatorenkämpfen erfreut, hierbei in einem weitgehend rechtsfreien Raum manipulativ agiert und die, die zur Handlung bestimmten Spieler in starke, vital-bedrohliche Appetenz-Aversions-Konflikte oder Ambivalenzkonflikte bringen. Die einzelnen Akteure sind in ihren moralische Prinzipien und Gewissenbildungen aufgefordert, diese inneren Haltungen zugunsten von Handlungsmustern einer psychopathischen und dissozialen Persönlichkeitsstörung aufzulösen.
Die Serie lief (wird auch wiederholt) auf 13th Street und RTL II. Bei Amazon kann man die bisherigen 3 Staffeln bestellen.

Hier zwei Trailer zu Staffel 1 und 3



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Alt  24.01.2016, 18:15   # 32
kuching
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Bosh – Krimiserie (Amazon)

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Titus_Welliver_February_2015.jpg   220px-Annie_Wersching_2009.jpg   Jason_Gedrick_2010.jpg  
Hieronymus „Harry“ Bosch, Kriegsveteran und Detective der Mordkommission des LAPD, muss sich vor Gericht wegen dienstlichem Schusswaffengebrauchs mit Todesfolge verantworten. Zugleich wird er von der Familie des Todesopfers zivilrechtlich wegen widerrechtlicher Tötung verklagt. Eigentlich ist Bosch wegen des Verfahrens vom Dienst freigestellt, doch zusammen mit seinem Kollegen Jerry Edgar geht er trotzdem seiner Polizeiarbeit nach. Als eines Tages der Hund eines Arztes menschliche Knochen in einem Waldstück entdeckt, nimmt sich Bosch dieses Falls an. Die von einem Jugendlichen stammenden Knochen lagen etwa 25 Jahre begraben und zeugen von schweren Misshandlungen. Bosch und Jerry Edgar nehmen daraufhin die Ermittlungen auf.



Bosh wird gespielt von Titus Welliver, der im TV häufig in Gast- und Nebenrollen zu sehen war, ein nicht gänzlich unbekanntes Gesicht also. 10 knapp einstündige Folgen gibt es zu sehen. Der Haupterzählstrang behandelt die Suche und Überführung eines Serienkillers, Raynard Waits, gespielt von Jason Gedrick, genau mit der fiesen Portion Verschlagenheit, die man halt so braucht als Serienkiller. Das Ganze ist nett und kurzweilig anzuschauen (und „nett“ ist hier wirklich nett!).

Allerdings ist die Serie nun auch kein TV-Highlight und ein paar der üblichen Klischees sind – natürlich – auch hier unvermeidbar: der einsame Cop, der mit psychischen Folgen aus seiner Zeit als Soldat kämpft und beim Whiskytrinken Cool Jazz auf Vinyl hört (allerdings in einem wirklich coolen Haus auf den Hügeln von Hollywood residiert, mit prächtigem Blick auf L.A., während sein Gschpusi nicht minder cool in Venice wohnt) Die attraktive Kollegin, mit der sich eine Beziehung anbahnt. Der psychopathische Killer, der Bosch stets einen Schritt voraus zu sein scheint.

Es ist also kein L.A. Noir geworden und dennoch, alles in allem ist das ganz ordentliche Fernsehunterhaltung mit viel Wohlfühl-Los Angeles-Stimmung.

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Alt  23.06.2015, 14:43   # 31
Doc Nonsens
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Ein guter Beitrag, kuching. Ich habe die Serie sehr ähnlich gesehen. Und die zweite Staffel darf ruhig kommen.
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Alt  23.06.2015, 11:03   # 30
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Bloodline – We´re not bad people, but we did a bad thing

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Ben Mendelsohn-Danny.jpg   Kyle Chandler-John.jpg   Mutter Rayburn.jpg   Sam Shepard-Vater Rayburn.jpg   Linda Cardellini-Meg.jpg  

Die Rayburns, eine große Familie, leitet seit Generationen ein wunderschönes Hotel in den Florida Keys. Die Eltern, gespielt von Sam Shepard und Sissy Spacek haben vier Kinder: John (Kyle Chandler) ist Polizist, Meg eine Anwältin (Linda Cardenelli), Kevin ist Bootsverleiher (Norbert Leo Butz) und dann ist da noch Danny (Ben Mendelsohn), das schwarze Schaf der Familie. Letzterer kommt eines Tages zurück, anlässlich einer Familienfeier und „nistet“ sich wieder ein. Relativ schnell wird klar, dass was passieren wird und relativ schnell ist auch klar, dass in der Vergangenheit etwas passiert ist, was Danny zum schwarzen Schaf gemacht hat. Flash Forwards deuten zudem auf ein dramatisches Ende hin. In den Folgen wird eigentlich auch relativ früh mit Flash Backs gearbeitet, Hinweise auf eine dunkle Seite, ein dunkles Geheimnis der Familie.

So weit, so gut und ob es wirklich gut war, dazu noch später…

Die Serie hat zunächst einmal alles für einen Klassiker, der einen quasi dazu „zwingen“ könnte, das Ganze möglichst in einem Rutsch zu sehen. 13 Folgen mit insgesamt ca. 12 Stunden wollen aber auch gesehen werden. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, tolle Ausstattung, viel „Florida-Feeling“, tolle Schauspieler - Regisseur, Produzent, Drehbuchschreiber – alles gute Namen. Der Titelsong ist von den „Book Of Fear“



Für die Geschichte um das Geheimnis der Familie Rayburn braucht man viel Zeit und genau das ist das Problem der Serie, sie ist einfach zu lang…. Das Geheimnis der Familie spiegelt sich – auch das ist sehr schnell klar – in den beiden Gegenspielern John und Danny. Natürlich gibt es die endgültige Auflösung des Geheimnisses dann zum Schluss, nur ist dieser einfach nicht mehr überraschend, ebenso wie das Ende der Staffel, der Geschichte und der Cliffhanger ganz zum Ende – für die schon beauftragte 2. Staffel – na ja… Leider ist etwas passiert, was ich bei solchen Serien überhaupt nicht ab kann: die letzte Folge haben sie total versemmelt!

Gott ist das schade! Ben Mendelsohn (Killing them softly, The dark knight rises) spielt den Danny zum Niederknien! Auch von den anderen Schauspielern - Chloë Sevigny(!) – hätte ich gerne mehr gesehen. Auch so Böcke, die geschossen wurden: 3 kleine mögliche Handlungsstränge, besser –Ansätze, verlaufen im Nichts (Mutter Rayburn, Meg Rayburn und Kevin Rayburn betreffend).

Die Grundidee der Geschichte ist sehr gut, Set und Schauspieler ebenso. Eigentlich würde alles passen und doch… Die Kritik sowohl der Presse als auch der user im Netz war gespalten, von Spitzenklasse bis gepflegte Langeweile. Der vorgegebene Rahmen von 13 Folgen à gut 50 Minuten war dann doch vielleicht ein zu strenges Korsett. 7 Folgen à gut 50 Minuten und das Ganze hätte in meinen Augen wesentlich besser funktioniert.

Trotzdem:

Für ein paar graue Novemberabende auf der Couch, wenn man Ruhe und Langsamkeit schätzt, vielleicht noch ein bisserl kränkelt, da kann man es durchaus anschauen, da ist es vielleicht sogar ganz gut so wie es ist.

Neue Serie von NETFLIX, DVD von Amazon wird noch dauern...

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