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Alt  25.05.2020, 03:05   # 131
woland
Huren-Genießer
 
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Beiträge: 2.685


woland ist offline
... und Duschpflicht nicht nur für die Frauen, sondern vor allem für die Männer, vorher und nachher - deshalb auch erst mal keine Laufhäuser oder Straßenarbeit.

Man muss sich einfach langsam vortasten wie bei anderen Lockerungen auch: Erst vielleicht nur Massagen und Bizarrsex (also distanzierte Handjobs), 1-2 Wochen später Quickies a tergo, auch nur 1 - 2 Männer täglich, die Arbeit zeitlich auf sehr wenige Stunden begrenzen (das ist kontrollierbar). Wenn dann die allgemeine Coronalage weiter stabil bleibt, langsam steigern. So genau weiß ja niemand, wie sich Sexarbeit auf die Epidemie auswirkt. Im übrigen wird am Anfang auch nicht viel Umsatz zu machen sein, weil beide Parteien letztlich doch Angst haben; so regelt sich die Freierfrequenz von selbst.

Immer wieder hört man: "Da war eine Demo mit sehr vielen Leuten ohne Mundschutz und Abstand - und nichts ist passiert!"
Das ist aber leider kein Argument gegen die Maßnahmen! Denn bisher waren nur 2 von 1000 irgendwann mal infiziert. Davon sind es ca 80 % aber inzwischen nicht mehr. Die, die krank sind oder Kontakt hatten, bleiben zu Hause. Somit ist heute wohl nur noch einer von 10.000 potentieller Überträger, und somit ist nur noch in jeder zehnten Großdemo (1000 Teilnehmer) ein aktiver Überträger. Aber leider genügt ein Einziger für die Verbreitung, wie kürzlich in einer Kirche passiert - wobei letzten Sonntag 1000e Gottesdienste stattgefunden haben! Da multipliziert sich die geringe Wahrscheinlichkeit für den Einzelnen mit der großen Zahl der Teilnehmer.

Damit zurück zum Paysex:
Mit wie vielen Leuten hat eine Hure regelmäßig engen Kontakt und wie wahrscheinlich ist es, dass ein infizierter Freier sie ansteckt? Wenn schon in einer Demo mit 1000 Teilnehmern momentan statistisch nur noch gelegentlich eine Ansteckung zu erwarten ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit bei den wenigen Kontaktleuten im Wohnungsbordell doch noch viel niedriger. 1000 Freier kriegt eine SDL in einem ganzen Jahr kaum auf die Matte. Dazu kommen Hygienemaßnahmen und die Tatsache, dass wohl kaum einer krank auf die Pirsch geht. Selbst wenn das durch die Dunkelziffer kompensiert werden sollte, ist die Wahrscheinlichkeit immer noch niedrig und das Risiko wahrscheinlich von ähnlicher Größe wie das von Friseusen oder Kosmetikerinnen.

Vielleicht mag das jemand nachrechnen, das Argument gibt's sicher schon irgendwo nachzulesen. Für mich ist das eines der stärksten Argumente für das relativ geringe Risiko hygienischer Sexarbeit. In diesem Punkt verstehe ich Herrn Lauterbach, dem ich sonst gern zuhöre, überhaupt nicht, und seine emotionelle Wortwahl im Zusammenhang mit Sexarbeit hat mit wissenschaftlicher Epidemiologie auch nichts mehr zu tun; er sieht hier offenbar wie so viele andere in der SPD die Chance, gegen Sexarbeit Stimmung zu machen.
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Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er es am Kragen hätte! (Mephistopheles in Goethes Faust)
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