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Alt  03.03.2017, 00:11   # 1
William Masters
Sexologe
 
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Mitglied seit 11. May 2015

Beiträge: 50


William Masters ist offline
Liebe Freier ...

Wieder mal was Nettes aus der Presse. Erkennt ihr euch wieder?

DIE ZEIT
Es gibt keine harmlose Prostitution: Euer Geld hilft Verbrechern

Liebe Freier,

»Während wir von weiblicher Selbstbestimmung reden, werden Tausende Frauen in unser Land verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Es wird Zeit, das zu ändern – mit einem Gesetz gegen die Freier«

Vor einigen Jahren hatte ich einen Freund. Nennen wir ihn René. René war schüchtern. Sehr schüchtern. Er war auch nicht besonders attraktiv, aber das sind ja nur wenige. Sobald er mit einer Frau reden wollte, spielten die Worte Autorennen, überholten einander, stießen zusammen, überschlugen sich. Er stammelte dann, musste warten, bis die Gedanken sich ordneten. Dann senkte er oft den Blick, wurde rot. Manchmal versuchte er es noch zu retten, indem er schneller und intensiver redete. Das machte es eigentlich nie besser.

Illustration: Joni Majer für DIE ZEIT

René hatte keine Freundin. Er hatte, bis er in seinen Zwanzigern war, mit niemandem Händchen gehalten, geknutscht, geschweige denn geschlafen. Irgendwann, in einer Sommernacht, verschwand er nachts um zwei Uhr von der Tanzfläche, auf der wir zu fünft tanzten. Er verließ den Club, ging ein paar Straßen weiter durch die laue Luft, bezahlte 100 Euro und hatte das erste Mal Sex mit einer Frau. Eine Stunde später stand er wieder auf der Tanzfläche mit einem idiotischen Lächeln im Gesicht und einem sehr ausgeprägten Mitteilungsbedürfnis. Wir hatten gar nicht bemerkt, dass er weg gewesen war.

Er ging danach immer wieder. Die Prostitution war für ihn ein Ausweg aus einer großen Ungerechtigkeit. Der Ungerechtigkeit, in einem unattraktiven Körper geboren worden zu sein. Der Ungerechtigkeit lähmender Schüchternheit. Der Ungerechtigkeit, Freunde zu haben, denen all das so viel leichter fiel. Sein wirkliches Problem löste er so nicht. Er hatte immer noch keine Ahnung, wie er Frauen ansprechen, sie unterhalten, sie faszinieren könnte.

René befördert so, ohne es zu merken, seit Jahren ein zynisches Menschenverwertungsgeschäft. Ein Geschäft, das in Rumänien, Litauen, Nigeria oder Thailand beginnt und in unseren Bordellen endet. Er denkt sich nichts Böses dabei und tut nichts Verbotenes. Doch mit seinem Geld sorgt er dafür, dass Frauen Unrecht geschieht. Wir brauchen ein Gesetz gegen ihn, ein Gesetz gegen Freier.

Die Idee ist nicht neu. Es gibt solche Gesetze schon in Schweden, Norwegen und Island, weshalb das Ganze auch als »nordisches Modell« bezeichnet wird. Prostituierte dürfen dort legal arbeiten. Aber das Kaufen von Sex ist illegal. Die Strafen für die Freier fangen zum Beispiel in Schweden bei Bußgeldern von 250 Euro an und reichen bis zu einem Jahr Gefängnis. Es wird asymmetrisch bestraft – einer büßt für beide. Was erst mal paradox erscheint, aber ziemlich clever ist.

Man weiß nicht viel über Männer, die zu Prostituierten gehen. Die wenigsten von ihnen reden gern drüber. Es gibt eine Handvoll Studien, die zumindest so viel sagen: Freier kommen aus allen Schichten, aus allen Altersgruppen, es sind Doktoren, Professoren, Stahlarbeiter, Busfahrer und Arbeitslose darunter.

Einen Weg, um herauszufinden, wie diese Männer sich und die Frauen sehen, bieten Freier-Foren im Internet. Beliebt ist dort die Bewertung von Prostituierten in Zeugnissen, mit Noten von 1 bis 6. Benotet wird in den Kategorien »Figur«, »Titten«, »Fotze«, »Gesicht« und »Gebiss«. Die Frauen werden als »Säue«, »Frischfleisch« oder »Pflaumen« bezeichnet. Man spricht sich mit »Hallo Mitficker« an und verarbeitet Frustrationen (»Ich war enttäuscht, dass ihr Gesicht etwas verlebt aussieht«).

Feministinnen wie die Philosophin Iris Marion Young bezeichnen das, was diese Männer machen, als Objektivierung des weiblichen Körpers: das Zerlegen und Bewerten, die Blindheit dafür, dass diese Frauen eine Persönlichkeit haben. Sie kaufen keine Dienstleistung, sondern eine Ware. Wie sie selbst sagen: »Fleisch«.

René würde nie so reden, nie so etwas schreiben. Und doch stellt sich die Frage: Verschiebt sich nicht auch in ihm etwas, wenn er jeden Monat losgeht und eine Frau kauft? Und bestärken wir ihn nicht darin, solange unser Recht diese Art von Geschäft erlaubt?

Sowohl in Deutschland als auch in Schweden ist die Gesetzgebung, die derzeit herrscht, das Ergebnis feministischer Politik. In Deutschland setzte die rot-grüne Bundesregierung Ende 2001 ein relativ liberales Prostitutionsgesetz durch. Die Idee: Die Frauen sollten arbeiten können, ohne sich verstecken zu müssen. Sie sollten Steuern zahlen, vom Gesundheitssystem versorgt, von der Sozialversicherung geschützt und von der Rentenversicherung abgesichert werden. Den schwedischen Feministinnen (und Feministen) dagegen geht das nicht weit genug. Sie meinen, etwas laufe grundsätzlich falsch, wenn Männer Frauen kaufen können. Sie wollen die Prostitution abschaffen.

Die betroffenen Frauen selbst sind sich ebenfalls nicht einig. Der von Prostituierten mitgegründete Verein Sisters meint, Prostitution sei »nichts anderes als Vergewaltigung«, und möchte sie verbieten. Beim Verein Hydra, einer Art Berufsverband deutscher Prostituierter, hält man dagegen, nur »konsequente Legalisierung und Entstigmatisierung« verbessere das Leben der Frauen.

Es kommt wohl darauf an, welche Frauen man meint: nur solche, die hier in Deutschland freiwillig ihrer Arbeit nachgehen? Oder auch solche, die Tausende Kilometer weit entfernt leben, in Moldawien, Rumänien, Nigeria oder Thailand? Denn unsere Gesetze betreffen auch diese Frauen. Warum? Weil es einen einfachen ökonomischen Mechanismus gibt: Je liberaler die Prostitutionsgesetzgebung, desto mehr Menschen werden von kriminellen Banden ins Land geschmuggelt.

Das Ausmaß des Menschenhandels lässt sich nur schwer beziffern. Laut einer Studie des Europaparlaments wurden 2001, also im Jahr vor der Liberalisierung, zwischen 9900 und 19 700 Frauen für die Arbeit in der Sexindustrie nach Deutschland gebracht. Schon 2002 stieg die Zahl, nachdem sie vorher jahrelang gefallen war. 2003 waren es bereits 12 300 bis 24 700 Frauen. Mit anderen Worten: Unsere Prostitutionsgesetze sind eine Einladung für Menschenhändler.

Wer diesen Anstieg für Zufall hält, dem rate ich zur Lektüre einer Studie der London School of Economics aus dem Jahr 2015. Die Wissenschaftler haben sich 150 Länder angeschaut und kommen zu dem Schluss, dass überall dort, wo Prostitution legal ist, vermehrt mit Menschen gehandelt wird.

Zahlen der Vereinten Nationen zufolge betrifft der Menschenhandel zu 55 bis 60 Prozent junge Frauen, die in die Prostitution gezwungen werden. Im Schnitt bringt jede dieser Frauen den Banden 65 000 Dollar ein. Während der Handel mit Drogen lukrativ ist, gerade weil das Gesetz ihn verbietet, gilt diese Logik bei der Prostitution nicht. Als die schwedische Polizei die Telefonate einer Bande von Menschenschmugglern abhörte, beklagten die sich darüber, wie schwierig das Geschäft geworden sei, seit man es nicht mehr auf offener Straße abwickeln könne und Apartments mieten müsse. In Schweden kommen deshalb laut einer Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation viermal weniger Opfer von Menschenhandel an als im deutlich kleineren Dänemark, wo Prostitution legal ist.

Es gibt zahllose Berichte von Zwangsprostituierten, die mit falschen Versprechen nach Deutschland gelockt wurden. René hat davon nie etwas mitbekommen. Ich habe ihn gefragt. Er sagte, dass er sofort abhauen würde, wenn er das Gefühl hätte, dass die Frau es nicht freiwillig macht. Vielleicht kam er ja wirklich nie in Berührung mit dieser Schattenwirtschaft. Wahrscheinlicher ist, dass die Frauen, mit denen er Sex hatte, es ihm nicht gesagt hätten, für 50 Euro die halbe Stunde.

Dass es ein Problem gibt, hat auch die Bundesregierung inzwischen eingesehen. In diesem Jahr ist ein neues Gesetz in Kraft getreten. Prostituierte müssen sich jetzt bei den Behörden anmelden und versichern, dass sie ohne Zwang arbeiten. Das ist gut gemeint, wird aber wenig helfen, solange man die Ursache des Problems nicht angeht: die Nachfrage nach gekauftem Sex.

Als das schwedische Gesetz 1999 in Kraft trat, sank die Zahl der Freier auf dem Straßenstrich um 80 Prozent. Das hatte zwar auch damit zu tun, dass sich die Prostitution in Wohnungen verlagerte, aber die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass der Sex-Markt insgesamt geschrumpft ist.

Auch das nordische Modell hat seine Schwächen. Da es das Ziel der schwedischen Regierung ist, die Prostitution abzuschaffen, werden etwa weniger Kondome an die Frauen verteilt. Das würde nur ermutigen. Hilfen für die Frauen wurden aus dem gleichen Grund gestrichen. Und weil das Vermieten von Räumen zur Prostitution illegal ist, werden die Frauen immer wieder aus ihren Wohnungen geschmissen. Sie müssen heimlich agieren, weil die Kunden immer in der Angst leben, erwischt zu werden. Am Ende ist es eine Abwägungssache. Manchmal muss man ein kleines Unrecht begehen, um ein größeres zu verhindern. Und das größere Problem ist der Menschenhandel.

In der Prostitutionsdebatte wird gern mit diesen großen Grundgesetz-Artikel-eins-bis-zwanzig-Wörtern hantiert: Selbstbestimmung, Eigentum, Würde. Darf man mit dem eigenen Körper nicht anstellen, was man will? Wenn jemand sich für Geld nackt und in Handschellen mit Bananen bewerfen lassen möchte, dann macht er damit doch nur von seiner Freiheit Gebrauch, nicht wahr? Oder hat doch Immanuel Kant recht, wenn er schreibt, dass man Menschen »niemals bloß als Mittel« gebrauchen sollte?

Aber das Ethik-Seminar führt in dieser Frage zu nichts. Es ist ein Diskurs-Karussell, das sich frei dreht, unbeirrt von dem, was in der Welt passiert. Wir reden über Autonomie, während Mädchen und Frauen unter übelsten Umständen zu uns verschleppt werden, mehrere Tausend Jahr für Jahr. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Und ein Gesetz gegen Freier ist dabei der beste Weg.

Und was passiert mit jemandem wie René, wenn er nicht mehr zu Prostituierten gehen darf? Wenn er mit jedem Verstoß eine Strafe und ein sehr peinliches Gerichtsverfahren riskiert? Meine Vermutung: Er würde aufhören, Geld für Sex zu bezahlen. Und da weitermachen, wo er an jenem Abend anscheinend aufgehört hat. Vielleicht würde es sogar etwas in ihm verändern, seine Sicht auf Frauen, auf Sex. Es gibt kein Recht auf körperliche Nähe. Man muss sie sich verdienen, durch Charme, Offenheit, Humor, Mut. Das gilt selbst dann, wenn man schüchtern ist und eigentlich ein feiner Kerl.

VON JOHANNES BÖHME
__________________

Im Dienst der Wissenschaft
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Alt  08.03.2017, 23:08   # 15
Domainator
 
Mitglied seit 29. August 2002

Beiträge: 707


Domainator ist offline
Guter Artikel.

@Johannes:

Zitat:
Man weiß nicht viel über Männer, die zu Prostituierten gehen.
_DU_ weisst nicht viel über Männer, die zu Prostituierten gehen. _DU_ könntest Dich ja mal mit welchen unterhalten und fragen. Findest Du in jedem Club. Wieso schreibst Du über Freier, wenn Du nichts über sie weißt? Wo bleiben Deine journalistischen Grundsätze?

Zitat:
Sowohl in Deutschland als auch in Schweden ist die Gesetzgebung, die derzeit herrscht, das Ergebnis feministischer Politik.
Und wer ist schuld? Nein, natürlich nicht die Politiker. Und schon gar nicht die Feministinnen. Woher kenne ich nur dieses Muster?

Zitat:
Einen Weg, um herauszufinden, wie diese Männer sich und die Frauen sehen, bieten Freier-Foren im Internet.
Wie Du schon schriebst: EIN Weg. Es gibt mehrere. Und wenn man schon diese Foren zitiert, dann sollte man das auch wissenschaftlich richtig tun und sich nicht eine, und zwar meiner Erfahrung nach die am wenigsten verbreitete Seite, heraussuchen.

Zitat:
Zahlen der Vereinten Nationen zufolge betrifft der Menschenhandel zu 55 bis 60 Prozent junge Frauen, die in die Prostitution gezwungen werden.
Aha. Und die anderen 45 Prozent? Männer? Unwichtig? Warum kommt mir grad ein Spruch in den Sinn: "Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!"?

Zitat:
...aber die meisten Schätzungen gehen davon aus...
Alter... Was ist denn das für eine Argumentation?

Zitat:
Auch das nordische Modell hat seine Schwächen...
...weil das Vermieten von Räumen zur Prostitution illegal ist, werden die Frauen immer wieder aus ihren Wohnungen geschmissen. Sie müssen heimlich agieren...
...Manchmal muss man ein kleines Unrecht begehen, um ein größeres zu verhindern...
...Aber das Ethik-Seminar führt in dieser Frage zu nichts.
Ähm... Ich würde das mal als "geistige Flexibilität" bezeichnen. Oder Du bist ein echter Deutscher: Mit nix zufrieden, ständig über alles meckern, dann die Zipfelmütze aufsetzen und in Tiefschlaf verfallen. Bloß nix ändern.

Zitat:
Es gibt kein Recht auf körperliche Nähe.
Körperliche Nähe ist eine der wichtigsten Bedürfnisse von Lebewesen. Und zwar allen. Nicht nur Menschen, sondern auch Tieren. Zumindest zum Zwecke der Fortpflanzung.

Zitat:
...Das gilt selbst dann, wenn man schüchtern ist und eigentlich ein feiner Kerl...
Klar. Und die Frauen machen es einem ja auch sehr einfach, ein schüchterner und feiner Kerl zu sein. Um die Liebschaften schüchterner, feiner Kerle ranken sich ganze Werke der Weltliteratur. Casanova z.B. Ganz sicher ziemlich schüchtern. Das Kamasutra. Kann ja nur von einem schüchternen Kerl geschrieben worden sein. Siegfried. Napoleon. König Ludwig von Frankreich. Tschingis Khan, die arabischen Sultane. Bestimmt alles schüchterne und feine Kerle und GENAU DESWEGEN so beliebt bei Frauen.

Weisst was, Johannes, Du Gutmensch? Setzen, FÜNF! Gib Deinen Journalisten-Abschluß zurück und fang nochmal an. Ein solch einseitiger Artikel, der in keinster Weise auf die großartigen sozialen Leistungen vieler SDLs und die vielen Frauen eingeht, die freiwillig und gerne in diesem Job arbeiten, hätte Dir als Abschlußarbeit Deine Karriere versaut.

Und lass Dich mal richtig von einer Frau betrügen, zahl mal für das Kind eines Anderen (sicher auch ein schüchterner, feiner Kerl...), lass Dir in Deiner Ehe ein Kuckuckskind nach § 1592 Nr. 1 BGB unterschieben. Bau ein Haus - und lass es Dir von Deiner untreuen Ehefrau wegnehmen.

Und dann - ERST DANN - wirst Du genug Lebenserfahrung haben, um Dich noch einmal an dieses Thema wagen zu können.

Bis dahin: Schreib Kochrezepte. Und verbrenn Dir nicht die Finger.
__________________


Gutscheine am liebsten Hawaii, Relax München, Sunshine München. Danke!


"Ich stelle fest, dass die Pornographie als konkretes Werk meine Sicht der Dinge radikal verändert hat."

Schüler-Antwort im französischen "Bac", dem Baccalauréat, dem französischen Pendant zum deutschen Abitur.
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Alt  08.03.2017, 17:33   # 14
KRAUSE
 
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Mitglied seit 8. February 2017

Beiträge: 191


KRAUSE ist offline
Zitat:
Zitat von DIE ZEIT schrieb
Die Idee ist nicht neu. Es gibt solche Gesetze schon in Schweden, Norwegen und Island, weshalb das Ganze auch als »nordisches Modell« bezeichnet wird.
Vergewaltigungsstatistik der Uno / Daten 2004-2006

http://www.unodc.org/documents/data-...nd_Justice.pdf

Fälle pro 100.000 Bewohner

Finland (2006) 11,6
Iceland (2004) 17.5
Norway (2006) 18,0
Sweden (2006) 40,6

Austria (2006) 8,5
Switzerland (2006) 8,5
Denmark (2006) 9,7
Germany (2006) 9,9

Soweit zum erfolgreichen Entzug der "gewerblich, käuflichen Vergewaltigung"
__________________
SOLANGE HIER DER KINDERGARTEN AUSGEBROCHEN IST, NIMMT DER HAUSMEISTER URLAUB.

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Alt  08.03.2017, 17:24   # 13
Epikureer69
Hedonist
 
Mitglied seit 15. April 2014

Beiträge: 1.536


Epikureer69 ist offline
Warum sind sogenannte "Feministinnen"

eigentlich gegen Prostitution ?

Die Antwort auf diese Frage gab, vor etlichen Jahren bereits, der amerikanische "Trash"-Autor (meines Wissens nach einer der ersten bekannten und erfolgreichen Vertreter dieses Genres) Charles Bukowski, mit folgendem Statement:

"Die Prostitution ist die Inflation des Währungssystems Möse."

Kürzer und treffender kann man(n) es nicht auf den Punkt bringen. Das "Mitleidsgetue" und der ständige Verweis auf Fälle von Menschenhandel und Zwangsprostitution, sind für mich, was die "Feministinnen" angeht nur Vorwände, da Menschenhandel und Zwangsprostitution (sprich organisierte Vergewaltigung) wohl keiner wirklich gut finden kann.

Jedem normalen Menschen sollte klar sein, dass eine flächendeckende, gesellschaftlich akzeptierte, mit entsprechenden Werkzeugen der sozialen Absicherung (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Tagegeldversicherung usw.) versehene, freiwillig und selbstbestimmte Prostitution, nämlich das wirksamste Mittel gegen Zwangsprostitution darstellen würde.

In Gesellschaften in denen Alkohol frei und zu gemäßigten Preisen verkäuflich ist, gibt es ja in der Regel auch kein größeres Problem mit Schwarzbrennern und methanolgestreckten Destillaten.

Das "skandinavische Modell" widerspricht übrigens in seiner formalen Logik den Grundlagen fast aller Rechtssysteme in freiheitlichen Ländern. Die juristische Logik unseres Strafrechts besagt nämlich, dass zu jeder im StGB gelisteten "Straftat" auch die "Anstiftung zu einer Straftat" als eigener Straftatbestand existiert.

Wenn also "Sexkauf" als Straftat gelistet ist, dann machen sich automatisch beide strafbar, da allein das Angebot "Sex gegen Geld", die unmittelbarste Anstiftung zu dieser "Straftat" darstellt, bzw. der in Skandinavien allein "schuldige" Kunde, diese Straftat ohne die SDL gar nicht hätte verüben können.

So gesehen ist diese Form der "assymmetrischen Bestrafung" im Grunde rechtswidrig, egal wie man zum Thema Prostitution ganz allgemein eingestellt ist.

Zu dieser Meinung kam übrigens, mit den ungefähr gleichen Argumenten auch eine Kommission aus dänischen Strafrechtlern, als es in Dänemark darum ging das "Sexkaufverbot" auch dort einzuführen.

Die "Feministinnen" behaupteten hinterher, die juristische Expertise dieser Kommission, sei nur wegen des "Männerüberschusses" innerhalb dieser Kommission so ausgefallen.

Diese Aussage finde nun ich eine der dümmsten zu diesem Thema. Da ging es nämlich nicht um Männer und Frauen, auch nicht um Prostitution im Allgemeinen, sondern lediglich um die juristische Haltung zur Rechtsstaatlichkeit und sonst um gar nix' .
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Dieses Zitat widme ich meinen besonderen "virtuellen Freunden" hier.
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Alt  07.03.2017, 20:31   # 12
William Masters
Sexologe
 
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Mitglied seit 11. May 2015

Beiträge: 50


William Masters ist offline
Pinksticks

Da muss ich aber jetzt doch vorsichtig widersprechen. Natürlich sind die Feministinnen grundsätzlich nicht FÜR Prostitution. Das dürfen sie ja auch. In dem verlinkten Artikel spricht sich Schmiedel allerdings mit differenzierten Argumenten gegen ein generelles Prostitutionsverbot nach nordischem Modell aus. Außerdem wird klar, dass Pinksticks sich wegen dieser Position heftigen Anfeindungen durch Prostitutionsgegner*innen ausgesetzt sahen, die Rede ist von "Abolitionist*innen", das meint die Verbotspartei.
Zitat:
Zitat von Pinksticks
Wir schließen uns deshalb den Stimmen an, die mehr Personal für kriminalkommissarische Investigationen im Menschenhandel fordern, die statt Meldezwang und Überwachung von Prostituierten deren Ausstiegsmöglichkeiten fördern und dies vorrangig und dringend durch die Errichtung des bedingungslosen Grundeinkommens.
Man muss das nicht gut finden. Es ist aber weder dumm noch undifferenziert. Und es erklärt auch nicht prinzipiell jede Form von Prostitution für verbrecherisch wie der Zeit-Artikel.

Dass ein Grundeinkommen die Prostitution austrocknen würde, ist natürlich ein frommer sozialistischer Wunsch. Es wählt aber jedenfalls nicht den Weg der Verbotsforderung gegenüber der Prostitution oder gegenüber den Freiern.
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Im Dienst der Wissenschaft
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Alt  07.03.2017, 19:11   # 11
Rex Banner
 
Mitglied seit 20. January 2013

Beiträge: 29


Rex Banner ist offline
Thumbs up Genderforscherin Stevie Schmiedel

Genderforscherin Stevie Schmiedel, welche bei der Feministinnengruppe Pinksticks arbeitet, überragt mit ihren Argumenten den dummen Artikel aus der Zeit um Welten -- PINKSTINKS UND DIE PROSTITUTIONSDEBATTE.
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Alt  04.03.2017, 10:22   # 10
basileos
ist den Huren dankbar
 
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Beiträge: 1.230


basileos ist offline
pauschal

Ich pauschaliere jetzt auch einmal: nach seinem sehr sparsamen Lebenslauf auf johannesboehme.de zu urteilen, ist der Herr nicht in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, und als "ZEIT"-Autor dürfte er wohl ordentlich entlohnt werden, wohl auch nicht zur Untermiete in einem Elendsviertel wohnen - das heißt, er hatte von Kindesbeinen an bis heute Zugriff auf das Parfüm, das so duftet wie frischgedruckte Hunderter. Mit diesem Aroma wurde er aller Wahrscheinlichkeit nach nie mit Renés Problem konfrontiert.

Da kann er natürlich leicht vom hohen Roß herunter moralisieren.
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Alt  04.03.2017, 09:43   # 9
test54321
 
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Beiträge: 1.318


test54321 ist offline
Zitat:
Was ist/macht ein Pauschalist?
Das hat er doch eindrucksvoll demonstriert:
Hochkomplexe, differenzierte Sachverhalte pauschalisieren und in vorverurteilte Schubladen stecken.
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Alt  03.03.2017, 22:13   # 8
E.B.
 
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Beiträge: 1.127


E.B. ist offline
ich nehme sehr stark an, pauschal bezahlt werden

http://www.taz.de/!5210276/
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Alt  03.03.2017, 21:28   # 7
Aligator
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Beiträge: 2.094


Aligator ist offline
Was ist/macht ein Pauschalist?
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Alt  03.03.2017, 21:04   # 6
E.B.
 
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Beiträge: 1.127


E.B. ist offline
Zitat:
VON JOHANNES BÖHME
das ist wohl der hier:
http://johannesboehme.de/ueber-mich/

Zitat:
Auslandssemester in Berkeley
im Mekka der political correctness - warum wundert mich das nicht?

Zitat:
Ab September 2016 Pauschalist bei brand eins.
Der arbeitet gerade mal ein halbes Jahr, als bezahlter Textgenerator.

@JOHANNES BÖHME: ich wünsche dir eine lange, eingeschlafene, sexlose Ehe als Cuckold einer fremdvögelnden Frau, die sich durch mannigfaltigen Konsum selbst verwirklichen will, samt drei Kuckuckskindern von 3-5 Vätern, für die du wegen deiner Ehe trotzdem blechen darfst

Und in 15 Jahren (also nach ungefähr 20 mal Mitleids-08/15-Sex) unterhalten wir uns dann noch mal, über das hier gut versteckt aus dem Hintergrund herrschende Matriarchat, die misandrische Gesetzgebung hierzulande und wie es dir und deiner Alterskohorte denn beziehungsmäßig so ergangen ist bisher im Leben.


Ich gehe gerade auf die 50 zu, und in meinem Umfeld hagelt es gerade Scheidungen, alle nach ähnlichem Muster: Kinder sind aus dem gröbsten raus und auf der Schule, Haus oder Wohnung ist (fast) abgezahlt (oder die Frau hat von ihren Eltern geerbt), dann hat man sich "plötzlich" *schwupps* auseinandergelebt. Kleiner Tipp: es ist immer der Mann, der sein Zuhause aufgeben muss, und ich kenne persönlich keinen Fall, wo der Mann die Kinder bekommen hat, denn das ist extrem selten.

Wenn du beim nächsten Dauerregen mal 2..3h Zeit und Muße zum Nachdenken findest, könntest du auch eine Antwort auf meine Fragen nachliefern:

So eine Ehe ist der einzige Vertrag, bei den eine Seite (die weibliche) sämtliche Leistungen straffrei einstellen darf, und die andere Seite (die männliche) seinen Teil aber nicht, weil ihm sonst der Staat auf die Zehen tritt.

Warum sollte man als Mann so einen unvorteilhaften Vertrag eingehen?

Warum arbeitest du nicht lieber an der Abschaffung der real existierenden Ausprägung von Ehe, die in fast allen Fällen ebenfalls zu finanziellem Transfer von Mann zu Frau führt, egal ob mit oder ohne Sex?

Wieso denkst du, dass ein Krieg gegen Prostitution und Freier erfolgreicher sein soll als z.B. der war on drugs?

Und ich hätte gerne noch gewusst, ob -und wenn ja- in welcher lustfeindlichen Lebensanschauungsgemeinschaft du Mitglied bist (das ist nur für meine kleine persönliche Statistik ).
__________________
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Alt  03.03.2017, 12:00   # 5
Epikureer69
Hedonist
 
Mitglied seit 15. April 2014

Beiträge: 1.536


Epikureer69 ist offline
Wichtigste Korrektur

Sehr geehrter "Schreiberling":

Klar hast Du Dinge angesprochen, wie Zwangsprostitution, die jedem zu Denken geben sollten, aber solange Deine Einlassungen zum Thema Prostitution darauf fußen, dass der P6-Kunde "Frauen kauft", bist Du für mich, was dieses Thema betrifft kein ernstzunehmender Diskussionspartner.

Warum ?

Ganz einfach, der P6-Kunde kauft keine Frau. Ich habe noch keinen gesehen, der die Dame eingepackt und mit nach Hause genommen hätte (wenn der eine oder andere es auch vielleicht manchmal gerne getan hätte).

Der P6 - Kunde kauft eine sexuelle Dienstleistung und solange die Frau diese selbstbestimmt, aus freien Stücken anbietet, ist dagegen ethisch wohl kaum etwas einzuwenden.

Eine "Frau kaufen" tut sich ein reicher alter Sack, der eine junge Schönheit heiratet, die seine Enkeltochter sein könnte. Ist jemals darüber diskutiert worden, ob man diese Art des "Frauenkaufs" verbieten sollte oder könnte ?
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Dieses Zitat widme ich meinen besonderen "virtuellen Freunden" hier.
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Alt  03.03.2017, 10:02   # 4
E.B.
 
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Mitglied seit 19. October 2014

Beiträge: 1.127


E.B. ist offline
ja, das ist langweilig.

jedes Jahr gefühlt 15 mal solche Artikel, wo Männern für ihre biologische Veranlagung ein schlechtes Gewissen gezimmert wird, welche sie am liebsten mit Ablaßzahlungen und minnehafter Verehrung des Konsumtriebs der "normalen" Frauen kompensieren sollen.

Und wieder mal kein Wort davon, dass die "normalen" Frauen Schuld sind an der Prostitution:

Solange man als normaler, gewaschener, zähnegeputzter und frisierter Mann mit Manieren mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Nein! einfängt als ein weithin sichtbar solventes Ar…ch, solange wird es Prostitution geben - denn es ist nur die prepaid-Kurzzeit-Variante der herkömmlichen, ebenfalls auf Kaufkrafttransfer beruhenden Langzeitvariante namens "Ehe".

*) Diese Veranlagung haben ihnen die Frauen - im übrigen die einzige Sorte Säugetier, bei der sich das Weibchen eine Gesäßsimulation vor den Brustkorb wachsen und in letzter Zeit auch künstlich aufpolstern lässt, um eben diese Veranlagung zuverlässig zu triggern - in ca ~25k Jahren anselektiert.

Diese Veranlagung ist im übrigen "Schuld" dass es homo sapiens noch gibt, in unserer Entwicklungsgeschichte war die Population mehrmals auf nur 3-5k Individuen dezimiert worden.

Erst vor ~10k Jahren mit Beginn von Ackerbau und Viehzucht wurde diese Veranlagung, die man z.B. bei den Bonobos heute noch sehen kann, in geordnetere Bahnen (1:1 Beziehungen, etc) gelenkt.
__________________
tagged as: [ARSCHLOCH]
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Alt  03.03.2017, 09:55   # 3
Rex Banner
 
Mitglied seit 20. January 2013

Beiträge: 29


Rex Banner ist offline
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Alt  03.03.2017, 09:08   # 2
test54321
 
Benutzerbild von test54321
 
Mitglied seit 19. August 2009

Beiträge: 1.318


test54321 ist offline
Gähn... immer dieselbe unreflektierte, moralinsauere, erzkonservative Leier von Leuten die keine Ahnung haben wovon sie da sprechen.
Symptomatisch: Mal wieder kennt der Autor das Gewerbe nur vom Hörensagen (von "René" und aus "Studien"), hat aber eine klare Meinung zum Thema. Mit den Betroffenen spricht wie üblich niemand.

Was mich auch immer wieder erschreckt, dass es anscheinend immer noch Menschen gibt die glauben man könnte das älteste Gewerbe der Welt "abschaffen".
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