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Umfrageergebnis anzeigen: Währe die AFD eine alternative?
Ja 34 40,96%
Nein 43 51,81%
Bin Nichtwähler 1 1,20%
Noch Unentschlossen 2 2,41%
Bin Stammwähler einer anderen Partei. 3 3,61%
Teilnehmer: 83. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen




 
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Alt  24.01.2016, 18:57   # 1
Darth Vader
genannt der Unflat.
 
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Beiträge: 7.371


Darth Vader ist offline
AFD

Bild - anklicken und vergrößern
AfD-logo-567x410.jpg  
Man redet immer viel über diese Partei, aber hat schon mal einer das Parteiprogramm gelesen oder sich näher damit befasst?
Habe mir es mal zu Gemüte geführt und finde das die Punkte die dort stehen im großen und ganzen stimmig sind.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...5VgiGjI0PgeSfw

Und mal ehrlich gesagt die Parteien ( Politiker ) die wir jetzt im Bundestag haben sind nicht mehr das gelbe vom Ei.
Eine von Lobbyisten verseuchte Truppe, die von der Wirtschaft an Marionettenfäden geführt wird.
Es zählt zu viel die Partei und nicht mehr das Land. Wenn ich mir die letzten Parteitage so ansehe, kann von einer "freien" Meinungsäußerung nicht mehr die Rede sein.

PS
Der Rechtschreibteufel hat zugeschlagen.
Wäre natürlich ohne h.
__________________

Wer hinter meinem Rücken über mich lästert, befindet sich in einer guten Position um mich mal dezent am Arsch zu lecken.

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KOMMENTARE und ANTWORTEN dazu...
Alt  24.04.2017, 21:48   # 590
E.B.
 
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Mitglied seit 19. October 2014

Beiträge: 1.096


E.B. ist gerade online
Zitat:
außerdem vögel ich außerdeutsch.
Ich auch, seit fast 20 Jahren fast ausschliesslich (bis auf MILF- und GILF-Ausflüge).

Zitat:
In finde den ganzen Laden realitätsfremd und überflüssig,
In der Ausprägung zu Stunde auf jeden Fall - es sind die falschen von Bord gegangen, die falschen an Bord geblieben.

Ich würde mich trotzdem freuen, gäbe es mal wieder eine konservative Partei - welche diesen Namen auch verdient! - <birne> in diesem unseren Lande <birne>.
(ich hab nicht gesagt, dass ich sie mit absoluter Mehrheit m Ruder sehen möchte. Aber im Moment können Konservative nix Konservatives wählen, Liberale nix Liberales, Sozialisten nix Sozialistisches, und wer Grün wählt, kriegt Bauchschmerzen auf dem Genderklo aber kein Grün)
__________________
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Alt  24.04.2017, 12:39   # 589
Aligator
---
 
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Mitglied seit 6. September 2009

Beiträge: 2.093


Aligator ist offline
Zitat:
Zitat von LonelyJoe Beitrag anzeigen

...außerdem vögel ich außerdeutsch.
Wieviele tolle Frauen aus etlichen Ländern habe ich hier schon vögeln können.
Das lass ich mir nicht von dahergelaufenen braunen Hirnen kaputtmachen.
Herrlich!
Was so alles aus bunten Hirnen kommt
__________________
You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time

<°)))o><
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Alt  24.04.2017, 10:18   # 588
maexxx
 
Benutzerbild von maexxx
 
Mitglied seit 23. August 2011

Beiträge: 2.233


maexxx ist offline
Zitat:
@neogenator
Beide Flügel werden bedient.
Hmmm ???

Zitat:
Weidel will Wahlkampf auch zusammen mit Höcke führen
https://www.welt.de/politik/article1...e-fuehren.html


Ergänzung:
Interessant auch das AfD-Programm
Zitat:
In der Familie sorgen Mutter und Vater in dauerhafter gemeinsamer Verantwortung für Ihre Kinder. Diese natürliche Gemeinschaft bildet das Fundament unserer Gesellschaft. Die originären Bedürfnisse der Kinder, die Zeit und Zuwendung ihrer Eltern brauchen, stehen dabei im Mittelpunkt.
https://www.afd-schleswig-holstein.d...r-gesellschaft

Wie passt da die Weidel ins Konzept?

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Alt  24.04.2017, 07:30   # 587
LonelyJoe
Pauschalclubber
 
Mitglied seit 20. January 2013

Beiträge: 997


LonelyJoe ist offline
Zitat:
wird vor der Wahl eine Kehrtwendung vollführen und eine Obergrenze für Flüchtlinge einführen, um die Wahl zu gewinnen und die AfD zu schwächen.
Sie wird das tun, um die CSU mit im Boot zu haben. Die AFD kickt sich schon selbst an den Rand, ganz rechtsaußen. Mit Gauland und Höcke haben wir ja ein ziemlich übles Paar...

In finde den ganzen Laden realitätsfremd und überflüssig, außerdem vögel ich außerdeutsch.
Wieviele tolle Frauen aus etlichen Ländern habe ich hier schon vögeln können.
Das lass ich mir nicht von dahergelaufenen braunen Hirnen kaputtmachen.
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Alt  23.04.2017, 18:03   # 586
neogenator
impenetrable
 
Mitglied seit 31. August 2013

Beiträge: 3


neogenator ist offline
Zitat:
... Alexander der Große und Alice im Wunderland ...
Einspruch! Was für eine Beleidigung für Carrolls fantasievolle Figur ... ... treffender ...

Zitat:
Eine ausgewogene Mischung.
Dr, Jekyll in der Rolle des trojanischen Pferdes in blond. Als irgendwo weibliche Stimme und Simulation von Liberalität und für die Plakate.

Und der häßliche Mr. Hyde für die rechts-außen deutsch nationalistische Seele der Höckegutfinder.

Beide Flügel werden bedient.

)
http://www.zeit.de/politik/deutschla...9#cid-12659349
__________________
just desserts for desert deserters
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Alt  23.04.2017, 17:23   # 585
justus
Out of Munich
 
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Beiträge: 1.510


justus ist offline
Spitzenduo für die Bundestagswahl Gauland/Weidel ... Alexander der Große und Alice im Wunderland ... die Petry de fakto entmachtet weil sie die den Höcke raushaben wollte ... alles klar auf der Andrea Doria ... die Gaulands und Höckes haben das Ruder übernommen ... jetzt gehts wieder abwärts
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Alt  19.04.2017, 20:38   # 584
Stephan12
 
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Beiträge: 185


Stephan12 ist offline
Frauke Petry tritt nicht an, jetzt gehts wieder aufwärts
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Alt  18.04.2017, 23:49   # 583
yossarian
Pareidoliker & Oneironaut
 
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Beiträge: 6.027


yossarian ist offline
Die CDU unter Merkel ...

... wird vor der Wahl eine Kehrtwendung vollführen und eine Obergrenze für Flüchtlinge einführen, um die Wahl zu gewinnen und die AfD zu schwächen. Im Saarland hat das funktioniert. Nach der Wahl wird Alles vergessen sein. Haben wir schon mehrfach erlebt. Irgendeine Ausrede wird sich finden.
__________________
Wer glaubt im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein, scheitert am Gelächter der Götter. (frei nach Albert Einstein)
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Alt  18.04.2017, 23:27   # 582
E.B.
 
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Mitglied seit 19. October 2014

Beiträge: 1.096


E.B. ist gerade online
Zitat:
lese ich deine Beiträge idR dennoch sehr gerne.
ich auch

Ich würde die SPD nicht so hoch sehen. Der Schulz ist ein EU-Apparatschik, der jetzt vorgibt, das zu bekämpfen, wobei er dem Junker jahrelang willfährig geholfen hat. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.
Ausserdem ist noch kein Hochwahlkampf, die Kompromatekoffer stehen noch im Giftschrank, da gibt es bei einem lang gedientem Politiker wie Schulz sicher mehr in grünen Ordnermappen wie bei den relativen Frischlingen von der AfD.

Und die AfD würde ich nicht vorschnell abschreiben. Sie ist das Überbleibsel von schon zwei Spaltungen, die Abgespalteten sind unter die Nachweisgrenze geschrumpft, die AfD ist noch da. Also ähnlich hart im Nehmen wie Unkraut und/oder Krebszellen (ob es einem gefällt oder nicht).

Die Frau Petry hat dann Richtung Herbst wenn alles glatt läuft noch den "Mutterkreuz-Bonus" (Scherzle gmacht, aber das hat auch bei z.B. David Cameron's Wiederwahl Extraprozentpunkte gebracht).

Und sie machen jetzt wenigstens den Versuch, die Höcke-Seilschaft aus der Partei auszuschliessen. Das hätte zwar früher und entschiedener angepackt werden müssen, aber besser spät als nie - der Fehler wurde jedenfalls erkannt.
__________________
tagged as: [ARSCHLOCH]

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Alt  18.04.2017, 23:17   # 581
E.B.
 
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Mitglied seit 19. October 2014

Beiträge: 1.096


E.B. ist gerade online
Zitat:
Sie wollen sie in objektive, unabhängige und privat finanzierte Anstalten umwandeln.
ÖRR ist ein Nebenkriegsschauplatz zur Ablenkung, hat nur noch in der Altersgruppe 45+ eine (auch dort abnehmende) Relevanz.
Oder warum denkt ihr will der Maas sein Zensurgesetz (Hatespeech == alles was Mutti nicht hören will) durchbringen? Weil die Kontrolle über den ÖRR nicht mehr die Kontrolle über die öffentliche-Meinungs-Hoheit bietet.
__________________
tagged as: [ARSCHLOCH]
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Alt  18.04.2017, 19:59   # 580
Aligator
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Mitglied seit 6. September 2009

Beiträge: 2.093


Aligator ist offline
@Yannik:

Auch wenn wir häufig nicht einer Meinung sind, lese ich deine Beiträge idR dennoch sehr gerne.
Warum?
Weil du sehr oft sehr viel richtig und kritisch siehst, und - im Gegensatz zu anderen hier - auch die Fähigkeit und den Willen zu besitzen scheinst, sich mit "Andersdenkenden" sachlich auseinander zu setzen

So kontrovers wie viele die AfD (insbesondere ihre oftmals desaströse Aussendarstellung) sehen,
so unvorhersehbar ist mbMn auch momentan jedenfalls noch eine genaue Vorhersage für die BTW Ende September,
eine weitere Langzeitprognose damit natürlich erst recht

Bei folgendem Absatz allerdings bin ich mir relativ sicher, dass du (leider!) daneben liegen wirst
Zitat:
Der Flüchtlingszustrom konnte auf ein absolut erträgliches Niveau gesenkt werden und auch die von Populisten aus aller Herren Länder aufs neue geschürte Angst vor einer noch viel grösseren Flüchtlingswelle ist als das enttarnt worden, was es ist. Nichts als heisse Luft.
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<°)))o><
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Alt  18.04.2017, 17:16   # 579
sar30
 
Mitglied seit 9. November 2011

Beiträge: 431


sar30 ist offline
Zitat:
... öffentlich rechtlichen Fernsehen ARD,ZDF.....
Sie wollen sie in objektive, unabhängige und privat finanzierte Anstalten umwandeln
in afd genehme privathände

yannik beitrag 577
Zitat:
Die AfD wurde enttarnt ... als das was sie ist, ein Haufen Populisten, der sich ... profilieren um an die Futtertröge der grossen Politik zu kommen, die sie ja eigentlich vorgeben so abgrundtief zu verachten.
das unterschreibe ich sofort!
die afd ist voll mit in anderen parteien gescheiterten.

im bund wird die afd wohl immer rund 7% bekommen, in den ländern kann es durchaus auch höher ausfallen.
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Alt  18.04.2017, 17:00   # 578
Bomba
bombastisch
 
Mitglied seit 29. January 2002

Beiträge: 4.010


Bomba ist offline
Zitat:
Anti EU, Anti Zuwanderung, Anti EURO, Anti-Islam
mittlerweile auch gegen die Lügenpresse vom öffentlich rechtlichen Fernsehen ARD,ZDF.....
Sie wollen sie in objektive, unabhängige und privat finanzierte Anstalten umwandeln.
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Alt  18.04.2017, 16:46   # 577
Yannik
Rastafari
 
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Mitglied seit 22. November 2012

Beiträge: 728


Yannik ist offline
@Stephan12

Das einzige, das ich in Deinen vergangenen zwei Posts genauso sehe wie Du ist folgendes:

Zitat:
Ich denke die AfD hat im Moment nicht so eine gute Phase.
Ich denke allerdings , diese Phase, wie Du es nennst, ist eher der Anfang vom Ende dieser Partei.

Und zwar weil
Zitat:
Anti EU, Anti Zuwanderung, Anti EURO, Anti-Islam
im Prinzip nur ein einziges Thema ist. Und weil einfach nur immer gegen irgendetwas zu sein ohne tatsächliche Lösungen aufzuzeigen programmatisch ziemlich einfältig ist und vor allem weil ein Grossteil der Wähler mittlerweile erkannt hat, dass es sich bei den handelnden Personen der AfD lediglich um dampfplaudernde Populisten handelt.

Wie gross war denn das Gloria im vergangenen Jahr, als sich die Freunde der AfD schon als die kommenden Wahlsieger sahen. Und nun? Sie befinden sich im freien Fall, überwiegend hausgemacht. Der unsägliche Volksverhetzer Höcke hat nur einen Teil dazu beigetragen. Der Rest der Partei, der sich ja im Grunde genommen genauso wie Du über das
Zitat:
rechtsextreme Wählerpotential
gefreut hat, hat es versäumt, sich ganz klar von diesem und anderen Nestbeschmutzern abzugrenzen und nun bekommen sie Woche für Woche und Monat für Monat die Quittung für ihr Zaudern in dieser Sache in Form von Prozentverlusten bei Wählerbefragungen.

Die AfD hat vor ein, zwei Jahren die Gunst der Stunde genutzt und hat ihr Thema gefunden. Dieses Thema hat den Nerv eines grossen Teiles der Bevölkerung absolut getroffen, es hat aufgewühlt und vor allem hat es die etablierten Parteien vor sich hergetrieben. In der Zwischenzeit haben es die anderen Parteien geschafft, den Fokus auch wieder auf andere Themen zu legen und die Flüchtlingskrise zwar weiterhin auf der Agenda zu haben, aber nicht mehr nur ausschliesslich. Und auf anderen Politikfeldern ist die AfD nur begrenzt konkurrenzfähig, wie denn auch. Es reicht bei weitem nicht aus, immer nur dagegen zu sein, etablierte Politiker zu beschimpfen, den Menschen Angst zu machen vor Überfremdung und Terrorgefahr, den Minderheitenschutz ad absurdum zu führen, zu pauschalisieren, Journalisten als Lügner darzustellen und dem Wähler zu erklären, dass demnächst der Untergang Deutschlands droht.

Selbstverständlich funktioniert das noch in einigen Landstrichen Deutschlands und in einigen Bevölkerungsgruppen, nicht aber bei einer Mehrheit der Bevölkerung. Die AfD wurde enttarnt für einen Grossteil der Wähler als das was sie ist, ein Haufen Populisten, der sich auf Kosten der Flüchtlingskrise und damit auf Kosten von vielen teilweise brutalen Schicksalen profilieren um an die Futtertröge der grossen Politik zu kommen, die sie ja eigentlich vorgeben so abgrundtief zu verachten. Eben diese Doppelzüngigkeit sowie das vorgenannte Lavieren beim Thema Höcke und Rechtsextremismus hat die Partei nahe an den Abgrund geführt.

Ein weiterer Punkt ist das Wiedererstarken der SPD unter Martin Schulz. Viele Wähler, die von der SPD zur AfD gewandert sind, haben die SPD nicht unbedingt wegen ihrer Programmatik verlassen, sondern wegen der Person Sigmar Gabriel. Man erinnert sich nur zu gerne an die "Pack"-Aussage und viele andere Fettnäpfchen, die er mit Anlauf genommen hat. Die Menschen fühlten sich von Gabriel einfach nicht mehr richtig verstanden und vertreten. Das scheint nun mit Mister 100% Schulz wieder anders zu sein. Gerne würden viele Menschen in Deutschland jemanden anderen als Angela Merkel an der Spitze ihres Landes sehen, mal ein frisches Gesicht, jemand, der noch nicht von den Mühlen der Tages- und Stellungspolitik aufgerieben ist, und da kam Martin Schulz wie ein Heilsbringer daher. Und für viele Menschen ist Schulz einfach doch wählbarer als die AfD mit ihrem fremdenfeindlichen, nationalkonservativen Touch. Der einfache Wähler will sich verstanden wissen, er möchte Gehör finden. Das bekam er anderthalb Jahre bei der AfD, nun offensichtlich auch wieder bei der SPD.

Natürlich war nicht alles schlecht, was die AfD seit Beginn der Flüchtlingskrise initiiert hat. So wissen wir mittlerweile, dass nicht jeder, der unter einem angeblichen Flüchtlingsgrund hier aufgeschlagen ist auch tatsächlich schutzbedürftig ist und auch hier nur unser bestes möchte. Und sie haben aufgezeigt, dass im Rahmen des Flüchtlingszustroms nach Deutschland nicht alles so gelaufen ist, wie es laufen hätte sollen, zumindest nach deutschen Qualitätsansprüchen. Nur vieles davon ist längst verarbeitet, in die Tagespolitik und Gesetzgebungsverfahren eingegliedert worden. Der Flüchtlingszustrom konnte auf ein absolut erträgliches Niveau gesenkt werden und auch die von Populisten aus aller Herren Länder aufs neue geschürte Angst vor einer noch viel grösseren Flüchtlingswelle ist als das enttarnt worden, was es ist. Nichts als heisse Luft. Und deswegen ist die AfD mittlerweile überflüssig geworden. Und das wird sich bei der nächsten Bundestagswahl zeigen.

Zitat:
Ich denke die AfD wird in Deutschland eine Partei sein, die bundesweit immer mindestens bei 10% liegt
Das denke ich nicht. Bis zur nächsten Bundestagswahl vergeht doch noch ein wenig Zeit, die anderen Parteien fangen jetzt erst langsam an mit ihrem Wahlkampf während die AfD ihr Pulver bereits verschossen hat. Und auch die sogenannte Flüchtlingskrise wird bis zur Bundestagswahl bei weitem nicht mehr so emotionalisieren und mobilisieren wie im vergangenen Jahr. Deswegen bin ich der Meinung, dass der momentane Deutschlandtrend die AfD mit 8% und darunter ziemlich realistisch wiedergibt. Wenn sie tatsächlich nicht die Kurve bekommen und die eigenen Reihen schliessen können, wenn das kokettieren mit den rechtsextremen ihnen noch richtig um die Ohren fliegt, dann wird unter Umständen die 5%-Hürde schon zu hoch sein. Und spätestens zur übernächsten Bundestagswahl wird die AfD dann in der absoluten Bedeutungslosigkeit verschwunden sein, die Piraten als Vorbild.
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Alt  17.04.2017, 22:23   # 576
Klitorius
 
Mitglied seit 8. September 2013

Beiträge: 26


Klitorius ist offline
da war es wieder, das eine Thema:

"Anti"

sicher hast du recht, in den Bundestag werden sie es wohl locker schaffen diesmal.
Aber auf Dauer ist das nur "dagegen" zumindest mir persönlich zu wenig.
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Alt  17.04.2017, 19:27   # 575
Stephan12
 
Mitglied seit 26. December 2016

Beiträge: 185


Stephan12 ist offline
Falsch, die AfD wird bleiben. Erstens hat sie deutlich mehr als ein Thema: Anti EU, Anti Zuwanderung, Anti EURO, Anti-Islam etc etc Zweitens schöpft sie in Deutschland das rechtskonservative bis rechtsextreme Wählerpotential ab und hat dort keine Konkurrenz. Ich denke die AfD wird in Deutschland eine Partei sein, die bundesweit immer mindestens bei 10% liegt. Der AfD werden im Prinzip alle Themen geschenkt, die Politiker anderer Parteien aus correctness Gründen links liegen lassen. Warum sollte es gerade anders in Deutschland sein als in anderen Ländern. Nur ein Blick nach Österreich, Frankreich, Holland, Dänemark etc etc zeigt doch, dass die AfD eine große Zukunft hat. Sie muss es nur richtig anstellen. Probleme sehe ich eher bei den Grünen. Aber die braucht ja auch niemand.
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Alt  17.04.2017, 17:29   # 574
Klitorius
 
Mitglied seit 8. September 2013

Beiträge: 26


Klitorius ist offline
mag sein, aber unterm Strich ist die AFD aus Sicht des Wählers eine 1-Thema-Partei.
So werden sie über kurz oder lang das Schicksal der Piraten teilen.
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Alt  17.04.2017, 16:20   # 573
Stephan12
 
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Stephan12 ist offline
Ich denke die AfD hat im Moment nicht so eine gute Phase. Je näher es in Richtung Bundestagswahl geht, werden sie sich wieder zusammenraufen. Dann wird vermutlich das Ergebnis wieder wesentlich stärker sein als in den Umfragen. Erinnern wir uns, bis jetzt war die AfD bei jeder Wahl immer ein paar Prozentpunkte stärker als in den Umfragen.
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Alt  09.04.2017, 15:14   # 572
yossarian
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yossarian ist offline
Neue Töne bei der AfD

Die Antisemiten in der AfD scheinen ausgedient zu haben. http://plus.faz.net/evr-editions/201...17/338135.html Höcke muss wohl sein unsägliches Maul halten.
Damit war zu rechnen, denn alle anderen europäischen Rechtspopulisten haben dem Antisemitismus abgeschworen. Der alte Le Pen war Antisemit, seine Tochter ist es nicht mehr. Mehrere europ. Rechtspopulisten sind ausgesprochen israelfreundlich, wie z.B. Geert Wilders. Auch der Norweger Breivik bekundete seine Sympathie für Israel. Nur die NPD ist noch mehr oder weniger antisemitisch. Aber die werden immer unbedeutender. Einer ihrer Gründerväter war übrigens Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 - sozusagen Kollege von James Bond. Ob von Thadden allerdings eine Licence to Kill 00X hatte, ist nicht bekannt.
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Alt  08.04.2017, 11:44   # 571
Gemmazimma
A bissl wos geht imma
 
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Beiträge: 674


Gemmazimma ist offline
Wenn die AfD ...

in den Bundestag einzieht, haben das wir und alle anderen Parteien ausschließlich der Großen Vorsitzenden der CDU zu verdanken, die mit ihren Positionen zur Flüchtlingspolitik denen das Feld freiwillig überlassen hat. Einen größeren Fehler hat bei der Union bisher m.E. noch nie jemand gemacht.

Der Seehofer hält sich natürlich sich wenige Monate vor der Bundestagswahl zurück um die vermeintliche Einheit der Union nicht in Frage zu stellen. In Bayern ist die Situation für einen CSU-Stammwähler und Seehoferanhänger insofern paradox, dass, wenn er die CSU wählt, in Wirklichkeit der Merkel die Stimme gibt, mit deren Politik er nicht einverstanden ist

Zitat:
von yossarian: ...kommt nur dann nicht in den Bundestag, wenn die Union und die SPD den Willen der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit respektieren, dass sich in der Flüchtlings- und Migrationspolitik etwas Grundlegendes ändern muss
Niemand lässt sich freiwillig von der medialen Macht an den Pranger stellen und als unbelehrbarer rechter Populist bezeichnen.

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Alt  02.04.2017, 18:41   # 570
yossarian
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yossarian ist offline
Die AfD ...

... kommt nur dann nicht in den Bundestag, wenn die Union und die SPD den Willen der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit respektieren, dass sich in der Flüchtlings- und Migrationspolitik etwas Grundlegendes ändern muss. Von den Grünchaoten und den Kommunisten erwarte ich mir darin nichts (außer von der schönen Sahra Wagenkench). Die Basis und niederen Funktionäre der CDU sind mehrheitlich gegen die Politik ihrer Vorsitzenden, trauen sich aber nicht, das Maul aufzumachen, da ihnen Merkel Posten, Pfründe und Pensionen garantiert. Die CSU poltert zwar in den Bierzelten gegen Merkel, aber wenn die den Seehofer scharf anschaut, kuscht er oder macht brav Männchen.
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Alt  02.04.2017, 11:43   # 569
Aligator
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Beiträge: 2.093


Aligator ist offline
Zitat:
Seehofer: Einzug der AfD in Bundestag ist nicht sicher

Berlin. Die wiedererstarkte SPD um Martin Schulz fordert nicht nur die Union im Wahlkampf heraus. Die Profilierung der großen Parteien könnte aus Sicht von CSU-Chef Seehofer für die Rechtspopulisten zum Problem werden.

Ein Einzug der AfD in den Bundestag bei der Wahl im September ist nach Ansicht von CSU-Chef Horst Seehofer noch keineswegs sicher.

„Diese neue inhaltliche Auseinandersetzung, diese klaren Alternativen, die sich jetzt gegenüberstehen in Deutschland, die CDU/CSU und die SPD mit sehr unterschiedlichen Zielrichtungen, sind ein Beitrag dazu, dass die AfD zurückgedrängt wird“, sagte der bayerische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Wenn wir das klug weiterhin praktizieren, inhaltlich aber auch dadurch, dass wir uns als Personen nicht heruntermachen, dann prophezeie ich, dass es noch keinesfalls ausgemacht ist, dass die AfD in den Deutschen Bundestag kommt“, betonte Seehofer.
Nach dem jüngsten Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die „Bild am Sonntag“ erhebt, kommt die AfD aktuell auf 8 Prozent. Union und SPD liegen weiter gleichauf bei 33 Prozent.

Sollte die AfD nicht in den Bundestag einziehen, habe „natürlich auch Martin Schulz seinen Anteil daran, aber auch Angela Merkel und die CDU und CSU“, sagte Seehofer. Die SPD und ihr Kanzlerkandidat dürften auch nach dem schlechten Abschneiden bei der Saarland-Wahl nicht unterschätzt werden.

„Wahlen gewinnt man nur, wenn man die Konkurrenz ernst nimmt. Wenn man sie respektiert. Wenn Arroganz und Überheblichkeit einkehren, haben Sie die Wahl schon zur Hälfte verloren“, sagte der CSU-Chef. Er rechne - wie Kanzlerin Merkel (CDU) - mit einem der schwierigsten Bundestagswahlkämpfe seit der deutschen Einheit. „Auch deshalb, weil der Martin Schulz eine gelähmte Partei sozusagen wieder zum Leben erweckt hat.“

Seehofer forderte die Union auf, gleichermaßen gegen die AfD wie gegen ein rot-rot-grünes Bündnis vorzugehen. „Wir bekämpfen Rot-Rot-Grün“, dies dürfe aber nicht dazu führen, dass etwa in der Union eine stärkere AfD toleriert würde. „Ich will weder Rot-Rot-Grün noch eine AfD.“
http://www.noz.de/deutschland-welt/p...t-nicht-sicher

Der Rollstuhlfahrer äusserte sich gestern sehr ähnlich:
Zitat:
Zitat von Schäuble@NOZ

Noch ist die AfD nicht drin. Und die Umfrageergebnisse sind deutlich rückläufig. Wenn das in diesem Tempo so weitergeht, werden sie die Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen.
http://www.noz.de/deutschland-welt/p...ositionspartei

Naja, bis zum 24.September wird eh noch sehr viel passieren
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Alt  16.03.2017, 15:16   # 568
sar30
 
Mitglied seit 9. November 2011

Beiträge: 431


sar30 ist offline
ich stelle stützlis verlinkten artikel als ganzes ein.
ein excellenter beitrag.

https://www.nzz.ch/meinung/kommentar...uege-ld.150558

Zitat:
Trump, Le Pen und Co.
Populismus ist Lüge

Gastkommentar / von Boris Schumatsky / 13.3.2017, 05:30 Uhr

Der populistische Mythos, wonach der notorisch korrupten «Elite» das ewig unverbrauchte «Volk» gegenübersteht, treibt vielerorts sein Unwesen. Dabei funktioniert er inhaltlich desto besser, je weniger er für etwas Reales steht.

Populismus ist ein sinnloser Begriff, wenn man so die Politik nennt, die dem Willen des «populus» folgt. Denn dieses «Volk» existiert höchstens in den Parteinamen der Populisten. Es gibt kein einheitliches Volk mit einem einheitlichen Willen, und würde ein Populist wirklich nach diesem Volkswillen suchen, würde er rastlos und verzweifelt in der Welt herumirren wie einst das Gespenst des Kommunismus. Die real existierenden Populisten erinnern aber nun wirklich nicht an Spukgestalten wie den Geist von Hamlets Vater. Sie sind quietschfidel wie der real existierende Kommunismus, als er gerade aufhörte, ein Gespenst zu sein.

Populismus war lange ein politisches Schimpfwort. Die fröhliche Populistin Sahra Wagenknecht empfindet das immer noch so, aber andere, nicht weniger charmante Politiker wie Horst Seehofer oder Marine Le Pen, tragen ihren Populismus wie eine Monstranz vor sich her. Als «populists» hatte sich noch um 1890 die amerikanische Bauernbewegung bezeichnet. Später wurde der Senator Joseph McCarthy als Populist kritisiert, dann traf es die Umweltbewegung und zugleich Margaret Thatcher. Die Populismus-Keule schlug auf Linke und Rechte gleichermassen ein, bis endlich jemand kam, um den Populismus zu retten.

Von Lenin bis Laclau

Ein Politiktheoretiker an der University of Essex, Ernesto Laclau, hatte einst das ambitionierte Ziel, die politische Linke mit dem Populismus aufzurüsten. Das gelang vorzüglich. Immer mehr Linke satteln heute auf den Populismus um. Zugleich destillierte Laclau als Erster den wahren Kern dieser Politik. Heraus kam die Lüge.

Laclau macht nicht mehr den Fehler zu glauben, Populismus komme aus dem Volk. Es ist genau andersrum. Ernesto Laclaus Traktat «On Populist Reason» ist eine ausführliche Anleitung, wie man die eigene Politik zur «Plebs» bringt, um sie gegen die «Machthaber» aufzubringen. Diese Politik, und das ist wohl Laclaus wichtigste These, sollte so inhaltsleer wie nur möglich sein. Je unbestimmter sie ist, desto mehr Menschen können sich damit identifizieren und den Populisten zur «Hegemonie» verhelfen. Am besten eignen sich dafür «leere Signifikanten». Übersetzt heisst das: Lügen.

Laclau macht nicht mehr den Fehler zu glauben, Populismus komme aus dem Volk. Es ist genau andersrum.

Wie man Menschen manipuliert und ihnen seine Politik aufzwingt – das hat natürlich nicht Laclau erfunden. Noch 1902 schrieb Wladimir Iljitsch Lenin, dass das Proletariat nur an «Brot und Butter» denke und «das politische Klassenbewusstsein dem Arbeiter nur von aussen gebracht werden kann». So würde die Partei zur Avantgarde der revolutionären Kräfte und könne dem «spontanen Aufschwung der Massen» ihre eigenen politischen Ziele vorgeben. Wie dieser Trick von Lenin und Laclau in der Praxis funktioniert, führen zahlreiche Linke vor, die heute mit rechtsnationalen Parolen die Massen mobilisieren wollen. Das tut die griechische Syriza-Regierung, in der Laclaus ehemalige Studenten sitzen, das tun die Linksparteien in Frankreich und in Deutschland genauso wie ihre Mitstreiter quer durch Europa bis hin zu Jeremy Corbyns Labour.

Die wichtigsten Lügen aller Populisten heissen «Elite» und «Volk». Eine aktuelle akademische Definition des Populismus bietet der Princeton-Politikwissenschafter Jan Werner Müller: eine «Politikvorstellung, laut der einem moralisch reinen, homogenen Volk stets unmoralische, korrupte und parasitäre Eliten gegenüberstehen». Um diese beiden Lügen herum sind Tausende kleinerer Betrüge wie Kletterpflanzen gewachsen. Etwa die Lüge der «Umvolkung» durch die «Volksverräter». Auf diesen Lügen gedeihen dann weitere. Wem «Umvolkung» zu heikel ist, sagt «Flutung». Statt «Lügenpresse» geht auch «Lügenäther». Das Einheitsvolk umschreibt man durch das gemeinsame kulturelle «Fundament» oder gar «Überlieferungszusammenhang». In den letzten Jahren hat sich eine neue Sprache etabliert, die beschreibt, wie die Eliten uns Menschen aus dem Volk mit «Redeverboten» belegen, uns die Klimaerwärmung vorgaukeln, «Flüchtlingsarmeen» gegen uns schicken, unsere Kinder sexuell verderben und uns sogar den Fleischkonsum verbieten.

M wie Minarette oder Migranten

Dieses Vokabular populistischer Lügen wächst ins Endlose. Wenn eines verbraucht ist, wandeln die Populisten es gekonnt ab oder setzen ein frisches ein. Als Feindbild können die Medien leicht durch ein anderes M wie Minarette oder Migranten ersetzt werden. Fast alles, was die Populisten ihrem Volk in den Mund legen, ist austauschbar und ändert sich bisweilen ins Gegenteil. Marine Le Pen klang einst fast neoliberal und sogar europafreundlich. Sahra Wagenknecht war eine bekennende Internationalistin, heute nutzt sie fachgerecht fremdenfeindliche Rhetorik, spricht über Flüchtlinge, die ihr «Gastrecht» verwirken.

Schwierig wird es erst, wenn die Populisten zu sehr an die eigenen Lügen glauben.

Oft muss man staunend bewundern, wie gekonnt die populistischen Massenlügen eingesetzt werden. Jedes Mal entsteht der Eindruck, dass sie schon immer da waren. Im Moment ist weltweit Fremdenfeindlichkeit en vogue, fast könnte man sie für den Kern des Populismus halten. Aber nicht alles, was heute weltbewegend erscheint, hat die Welt immer bewegt. Vor wenigen Jahren war etwa die AfD eine Anti-Euro-Partei und verbrachte noch keine schlaflosen Nächte wegen der Umvolkung der Deutschen. Der Lieblingsfeind waren damals die faulen Griechen und nicht die muslimischen Migranten.

Die Feindbilder verbrauchen sich schnell. Wird der Migrant einmal nicht mehr stark genug die Gemüter erhitzen, wird man einen neuen Volksfeind brauchen. Ansätze dafür gibt es heute schon. Man könnte auf die «Fahrradfahrer und Vegetarier» tippen, um es mit dem Aussenminister der rechtspopulistischen Regierung Polens, Witold Waszczykowski, zu sagen. Sie gäben einen ganz brauchbaren Feind für die völkische «Kultur» ab, und man dächte dann wohl, das Volk wäre nie einer schlimmeren Gefahr ausgesetzt gewesen als den Zweirädern.

Auch die russische Nato-Lüge scheint immer da gewesen zu sein. Doch Wladimir Putin, der heute von der Nato angeblich eingekreist wird, wollte einst selbst Mitglied des nordatlantischen Bündnisses werden. Wenn solch grundlegende Lügen austauschbar sind, gehen einem die kleineren Lügen wie von selbst über die Lippen. Etwa Putins grüne Männchen auf der Krim, die die Uniformen angeblich in einem Geschäft geklaut hätten, oder Donald Trumps Rekordzahlen bei seiner Inauguration. Gerade Trump legt eine wahrlich rekordverdächtige Geschwindigkeit im Umgang mit den nützlichen Lügen an den Tag, wenn er seinem Volk immer neue Volksfeinde vor die Füsse wirft: Journalisten, Richter, Akademiker und nun wieder die Medien, alles in nur wenigen Wochen seiner Amtszeit.

Die postmoderne Leichtigkeit, mit der die Populisten ihre Lügen wechseln, ist für ihre Unterstützer nie ein Problem, denn die Lügen sind auf sie zugeschnitten. Laclaus leere Hülsen funktionieren in der Tat am besten. Problematisch wird es nicht, wenn die Lügen zu unglaubwürdig werden. «Das Gesindel frisst alles», so das inoffizielle Motto des russischen Medienpopulismus. Es wird erst schwierig, wenn die Populisten zu sehr an die eigenen Lügen glauben.

Das ist Putin vor zwei Jahren passiert. Bis dahin hatten vor allem immer wechselnde Fernsehlügen sein Regime getragen. Dann kam der Schock der ukrainischen Revolution, und vor lauter Erschütterung glaubte plötzlich der Kreml an eine der eigenen Lügen. Vielleicht war es auch Putin höchstpersönlich, der den fatalen Fehler machte und im Namen der «russischen Landsleute», die er als die «grösste geteilte Nation der Welt» bezeichnete, in einen echten Krieg zog, in dem Russland heute feststeckt. Auch Trump scheint in seine Lügen verliebt zu sein. Er ist kein guter Populist, weil er selbst zu leichtgläubig ist und an die eigene Unfehlbarkeit fester glaubt als der Papst. Sollte er als Lügen-Artist durchfallen, dann wohl deswegen, weil er sich zu fest an seine Lügen klammert. Ein guter Jongleur lässt die Bälle gleich wieder los, sonst stürzt ihm das ganze Luftgebilde auf die Nase.

Kampf um die Hegemonie

Das passiert den Populisten immer wieder, sobald sie an die Macht kommen oder wenn ihre Macht wackelt. Wie Erdogan vor seiner jüngsten Wende zur verschärften Repression wollen oder können sie sich nicht mehr aufs Lügen allein verlassen und greifen hart durch. Das wiederholte sich von Maduros Venezuela bis zu Kaczynskis Polen. Der Populismus, dem es in Wahrheit nur um die eigene «Hegemonie» geht, durchbricht letztlich alle «checks and balances» und führt zu Unterdrückung, Gewalt und dann Krieg.

Der Populismus ist unser kleiner Fundamentalismus ohne Fundament.

Aber solange der Populismus allein auf die Lügen setzt, kann er echte Fundamentalisten und Fanatiker zur Verzweiflung treiben. Die russischen Nationalisten haben Wladimir Putin lange gehasst, einige kämpften gegen das Regime im Untergrund. Als er aber für die «russische Welt» in den Krieg zog, feierten die Rechtsradikalen Putin, nur um heute wieder ernüchtert zu sein. Ihrer Meinung nach hat der Präsident die selbsternannten russischen Volksrepubliken in der Ukraine verraten. Auch die westeuropäischen Hardcore-Nationalisten, die den Populisten zum Erfolg verholfen haben, werden oft bitter enttäuscht. Marine Le Pen säuberte den eigenen Vater weg, Frauke Petry versucht gerade, den geschichtsvergessenen Geschichtslehrer Björn Höcke aus der AfD zu werfen, und in Trumps Weissem Haus gerät selbst Steve Bannon unter Beschuss.

Die politische Technik des modernen Populismus ist natürlich nicht neu. Es hat genug Herrschaftsmodelle gegeben, die auf Betrug und Manipulation setzten. Neu ist allein die der Postmoderne entliehene Inhaltsleere ihrer Politik, der Einsatz immer neuer Lügen. Die Populisten haben es so viel besser als etwa die Stalinisten und Faschisten vor ihnen, die an ihre Ideologie gefesselt waren, besser auch als die heutigen Islamisten, die von einem neuen Kalifat träumen. Populisten beschwören zwar auch das kulturelle oder religiöse Fundament ihrer Völker, aber sie können jederzeit etwas anderes aus dem Hut zaubern. Der Populismus ist unser kleiner Fundamentalismus ohne Fundament.

Boris Schumatsky, in Moskau geboren, lebt als Schriftsteller und Publizist in Berlin. 2016 erschienen bei Residenz «Der neue Untertan. Populismus, Postmoderne, Putin» und bei Blumenbar der Roman «Die Trotzigen».
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Alt  15.03.2017, 05:27   # 567
stützli
 
Mitglied seit 22. December 2015

Beiträge: 263


stützli ist offline
Treffender kann man das Phänomen "Populismus" nicht charakterisieren:

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare...uege-ld.150558
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Alt  09.03.2017, 18:55   # 566
Yannik
Rastafari
 
Benutzerbild von Yannik
 
Mitglied seit 22. November 2012

Beiträge: 728


Yannik ist offline
Zitat:
Ein Arschloch kann sich waschen, pudern, mit Duftwässerchen besprühen was auch immer. Es ist immer stinkende Scheiße was aus ihm rauskommt. Seine Pupse stinken trotzdem noch übel, auch wenn Höckes Anhänger immer noch glauben, dass dies der Duft der großen weiten Welt ist
Gratulation zu dieser geilen Metapher, sensationell!

Ich will jetzt hier auch kein weiteres Fass aufmachen, aber klar, dass Höcke nun versucht mit seiner geheuchelten Entschuldigung seinen Kopf aus der Parteiausslussverfahrensschlinge (geiles Wort...) zu ziehen. Die AfD hat sicher auch gemerkt, dass der Kurs, alle Strömungen von ganz rechts bis hin zur konservativen Mitte unter einen Hut zu bringen, nicht zu halten ist. Die Quittung in Form von prognostizierten Stimmenverlusten liegt auf dem Tisch, die AfD ist gezwungen zu handeln.

Es ist längst nicht mehr so, als würde die AfD die politischen Themen dieses Landes vorgeben, so wie es im Laufe des vergangenen Jahres der Fall war. Die etablierten Parteien befinden sich nun auch im Wahlkampf-Modus, bei der CSU und der SPD merkt man es schon deutlich, die CDU wird sicher auch nicht mehr lange brauchen. Man darf jetzt schon mal gespannt sein, wie oft das Pendel in den kommenden Monaten bis zur Wahl noch die Richtung ändert. Nur glaube ich, dass es schon noch deutlich mehr braucht für die AfD, als eine Entschuldigung Höckes, um wieder an die Zustimmungswerte des vergangenen Jahres heranzukommen.
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