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Alt  03.03.2017, 01:11   # 1
William Masters
Sexologe
 
Benutzerbild von William Masters
 
Mitglied seit 11. May 2015

Beiträge: 39


William Masters ist offline
Liebe Freier ...

Wieder mal was Nettes aus der Presse. Erkennt ihr euch wieder?

DIE ZEIT
Es gibt keine harmlose Prostitution: Euer Geld hilft Verbrechern

Liebe Freier,

»Während wir von weiblicher Selbstbestimmung reden, werden Tausende Frauen in unser Land verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Es wird Zeit, das zu ändern – mit einem Gesetz gegen die Freier«

Vor einigen Jahren hatte ich einen Freund. Nennen wir ihn René. René war schüchtern. Sehr schüchtern. Er war auch nicht besonders attraktiv, aber das sind ja nur wenige. Sobald er mit einer Frau reden wollte, spielten die Worte Autorennen, überholten einander, stießen zusammen, überschlugen sich. Er stammelte dann, musste warten, bis die Gedanken sich ordneten. Dann senkte er oft den Blick, wurde rot. Manchmal versuchte er es noch zu retten, indem er schneller und intensiver redete. Das machte es eigentlich nie besser.

Illustration: Joni Majer für DIE ZEIT

René hatte keine Freundin. Er hatte, bis er in seinen Zwanzigern war, mit niemandem Händchen gehalten, geknutscht, geschweige denn geschlafen. Irgendwann, in einer Sommernacht, verschwand er nachts um zwei Uhr von der Tanzfläche, auf der wir zu fünft tanzten. Er verließ den Club, ging ein paar Straßen weiter durch die laue Luft, bezahlte 100 Euro und hatte das erste Mal Sex mit einer Frau. Eine Stunde später stand er wieder auf der Tanzfläche mit einem idiotischen Lächeln im Gesicht und einem sehr ausgeprägten Mitteilungsbedürfnis. Wir hatten gar nicht bemerkt, dass er weg gewesen war.

Er ging danach immer wieder. Die Prostitution war für ihn ein Ausweg aus einer großen Ungerechtigkeit. Der Ungerechtigkeit, in einem unattraktiven Körper geboren worden zu sein. Der Ungerechtigkeit lähmender Schüchternheit. Der Ungerechtigkeit, Freunde zu haben, denen all das so viel leichter fiel. Sein wirkliches Problem löste er so nicht. Er hatte immer noch keine Ahnung, wie er Frauen ansprechen, sie unterhalten, sie faszinieren könnte.

René befördert so, ohne es zu merken, seit Jahren ein zynisches Menschenverwertungsgeschäft. Ein Geschäft, das in Rumänien, Litauen, Nigeria oder Thailand beginnt und in unseren Bordellen endet. Er denkt sich nichts Böses dabei und tut nichts Verbotenes. Doch mit seinem Geld sorgt er dafür, dass Frauen Unrecht geschieht. Wir brauchen ein Gesetz gegen ihn, ein Gesetz gegen Freier.

Die Idee ist nicht neu. Es gibt solche Gesetze schon in Schweden, Norwegen und Island, weshalb das Ganze auch als »nordisches Modell« bezeichnet wird. Prostituierte dürfen dort legal arbeiten. Aber das Kaufen von Sex ist illegal. Die Strafen für die Freier fangen zum Beispiel in Schweden bei Bußgeldern von 250 Euro an und reichen bis zu einem Jahr Gefängnis. Es wird asymmetrisch bestraft – einer büßt für beide. Was erst mal paradox erscheint, aber ziemlich clever ist.

Man weiß nicht viel über Männer, die zu Prostituierten gehen. Die wenigsten von ihnen reden gern drüber. Es gibt eine Handvoll Studien, die zumindest so viel sagen: Freier kommen aus allen Schichten, aus allen Altersgruppen, es sind Doktoren, Professoren, Stahlarbeiter, Busfahrer und Arbeitslose darunter.

Einen Weg, um herauszufinden, wie diese Männer sich und die Frauen sehen, bieten Freier-Foren im Internet. Beliebt ist dort die Bewertung von Prostituierten in Zeugnissen, mit Noten von 1 bis 6. Benotet wird in den Kategorien »Figur«, »Titten«, »Fotze«, »Gesicht« und »Gebiss«. Die Frauen werden als »Säue«, »Frischfleisch« oder »Pflaumen« bezeichnet. Man spricht sich mit »Hallo Mitficker« an und verarbeitet Frustrationen (»Ich war enttäuscht, dass ihr Gesicht etwas verlebt aussieht«).

Feministinnen wie die Philosophin Iris Marion Young bezeichnen das, was diese Männer machen, als Objektivierung des weiblichen Körpers: das Zerlegen und Bewerten, die Blindheit dafür, dass diese Frauen eine Persönlichkeit haben. Sie kaufen keine Dienstleistung, sondern eine Ware. Wie sie selbst sagen: »Fleisch«.

René würde nie so reden, nie so etwas schreiben. Und doch stellt sich die Frage: Verschiebt sich nicht auch in ihm etwas, wenn er jeden Monat losgeht und eine Frau kauft? Und bestärken wir ihn nicht darin, solange unser Recht diese Art von Geschäft erlaubt?

Sowohl in Deutschland als auch in Schweden ist die Gesetzgebung, die derzeit herrscht, das Ergebnis feministischer Politik. In Deutschland setzte die rot-grüne Bundesregierung Ende 2001 ein relativ liberales Prostitutionsgesetz durch. Die Idee: Die Frauen sollten arbeiten können, ohne sich verstecken zu müssen. Sie sollten Steuern zahlen, vom Gesundheitssystem versorgt, von der Sozialversicherung geschützt und von der Rentenversicherung abgesichert werden. Den schwedischen Feministinnen (und Feministen) dagegen geht das nicht weit genug. Sie meinen, etwas laufe grundsätzlich falsch, wenn Männer Frauen kaufen können. Sie wollen die Prostitution abschaffen.

Die betroffenen Frauen selbst sind sich ebenfalls nicht einig. Der von Prostituierten mitgegründete Verein Sisters meint, Prostitution sei »nichts anderes als Vergewaltigung«, und möchte sie verbieten. Beim Verein Hydra, einer Art Berufsverband deutscher Prostituierter, hält man dagegen, nur »konsequente Legalisierung und Entstigmatisierung« verbessere das Leben der Frauen.

Es kommt wohl darauf an, welche Frauen man meint: nur solche, die hier in Deutschland freiwillig ihrer Arbeit nachgehen? Oder auch solche, die Tausende Kilometer weit entfernt leben, in Moldawien, Rumänien, Nigeria oder Thailand? Denn unsere Gesetze betreffen auch diese Frauen. Warum? Weil es einen einfachen ökonomischen Mechanismus gibt: Je liberaler die Prostitutionsgesetzgebung, desto mehr Menschen werden von kriminellen Banden ins Land geschmuggelt.

Das Ausmaß des Menschenhandels lässt sich nur schwer beziffern. Laut einer Studie des Europaparlaments wurden 2001, also im Jahr vor der Liberalisierung, zwischen 9900 und 19 700 Frauen für die Arbeit in der Sexindustrie nach Deutschland gebracht. Schon 2002 stieg die Zahl, nachdem sie vorher jahrelang gefallen war. 2003 waren es bereits 12 300 bis 24 700 Frauen. Mit anderen Worten: Unsere Prostitutionsgesetze sind eine Einladung für Menschenhändler.

Wer diesen Anstieg für Zufall hält, dem rate ich zur Lektüre einer Studie der London School of Economics aus dem Jahr 2015. Die Wissenschaftler haben sich 150 Länder angeschaut und kommen zu dem Schluss, dass überall dort, wo Prostitution legal ist, vermehrt mit Menschen gehandelt wird.

Zahlen der Vereinten Nationen zufolge betrifft der Menschenhandel zu 55 bis 60 Prozent junge Frauen, die in die Prostitution gezwungen werden. Im Schnitt bringt jede dieser Frauen den Banden 65 000 Dollar ein. Während der Handel mit Drogen lukrativ ist, gerade weil das Gesetz ihn verbietet, gilt diese Logik bei der Prostitution nicht. Als die schwedische Polizei die Telefonate einer Bande von Menschenschmugglern abhörte, beklagten die sich darüber, wie schwierig das Geschäft geworden sei, seit man es nicht mehr auf offener Straße abwickeln könne und Apartments mieten müsse. In Schweden kommen deshalb laut einer Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation viermal weniger Opfer von Menschenhandel an als im deutlich kleineren Dänemark, wo Prostitution legal ist.

Es gibt zahllose Berichte von Zwangsprostituierten, die mit falschen Versprechen nach Deutschland gelockt wurden. René hat davon nie etwas mitbekommen. Ich habe ihn gefragt. Er sagte, dass er sofort abhauen würde, wenn er das Gefühl hätte, dass die Frau es nicht freiwillig macht. Vielleicht kam er ja wirklich nie in Berührung mit dieser Schattenwirtschaft. Wahrscheinlicher ist, dass die Frauen, mit denen er Sex hatte, es ihm nicht gesagt hätten, für 50 Euro die halbe Stunde.

Dass es ein Problem gibt, hat auch die Bundesregierung inzwischen eingesehen. In diesem Jahr ist ein neues Gesetz in Kraft getreten. Prostituierte müssen sich jetzt bei den Behörden anmelden und versichern, dass sie ohne Zwang arbeiten. Das ist gut gemeint, wird aber wenig helfen, solange man die Ursache des Problems nicht angeht: die Nachfrage nach gekauftem Sex.

Als das schwedische Gesetz 1999 in Kraft trat, sank die Zahl der Freier auf dem Straßenstrich um 80 Prozent. Das hatte zwar auch damit zu tun, dass sich die Prostitution in Wohnungen verlagerte, aber die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass der Sex-Markt insgesamt geschrumpft ist.

Auch das nordische Modell hat seine Schwächen. Da es das Ziel der schwedischen Regierung ist, die Prostitution abzuschaffen, werden etwa weniger Kondome an die Frauen verteilt. Das würde nur ermutigen. Hilfen für die Frauen wurden aus dem gleichen Grund gestrichen. Und weil das Vermieten von Räumen zur Prostitution illegal ist, werden die Frauen immer wieder aus ihren Wohnungen geschmissen. Sie müssen heimlich agieren, weil die Kunden immer in der Angst leben, erwischt zu werden. Am Ende ist es eine Abwägungssache. Manchmal muss man ein kleines Unrecht begehen, um ein größeres zu verhindern. Und das größere Problem ist der Menschenhandel.

In der Prostitutionsdebatte wird gern mit diesen großen Grundgesetz-Artikel-eins-bis-zwanzig-Wörtern hantiert: Selbstbestimmung, Eigentum, Würde. Darf man mit dem eigenen Körper nicht anstellen, was man will? Wenn jemand sich für Geld nackt und in Handschellen mit Bananen bewerfen lassen möchte, dann macht er damit doch nur von seiner Freiheit Gebrauch, nicht wahr? Oder hat doch Immanuel Kant recht, wenn er schreibt, dass man Menschen »niemals bloß als Mittel« gebrauchen sollte?

Aber das Ethik-Seminar führt in dieser Frage zu nichts. Es ist ein Diskurs-Karussell, das sich frei dreht, unbeirrt von dem, was in der Welt passiert. Wir reden über Autonomie, während Mädchen und Frauen unter übelsten Umständen zu uns verschleppt werden, mehrere Tausend Jahr für Jahr. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Und ein Gesetz gegen Freier ist dabei der beste Weg.

Und was passiert mit jemandem wie René, wenn er nicht mehr zu Prostituierten gehen darf? Wenn er mit jedem Verstoß eine Strafe und ein sehr peinliches Gerichtsverfahren riskiert? Meine Vermutung: Er würde aufhören, Geld für Sex zu bezahlen. Und da weitermachen, wo er an jenem Abend anscheinend aufgehört hat. Vielleicht würde es sogar etwas in ihm verändern, seine Sicht auf Frauen, auf Sex. Es gibt kein Recht auf körperliche Nähe. Man muss sie sich verdienen, durch Charme, Offenheit, Humor, Mut. Das gilt selbst dann, wenn man schüchtern ist und eigentlich ein feiner Kerl.

VON JOHANNES BÖHME
__________________

Im Dienst der Wissenschaft
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Alt  05.04.2017, 00:18   # 65
Don Loco
 
Mitglied seit 19. April 2015

Beiträge: 50


Don Loco ist offline
Im sooooooo sorry...

Liebe Francoise,

wie ich gerade sehe, habe ich wohl Fabienne geschrieben. Naja, der blöde Alzheimer...

Ich bitte diesen eigentlich unverzeihlichen Fauxpas vielmals zu entschuldigen.



Der Don
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Alt  04.04.2017, 23:42   # 64
Don Loco
 
Mitglied seit 19. April 2015

Beiträge: 50


Don Loco ist offline
Oh wie schön, es wird philosophisch...

Lieber Wüstenwind,

ich hoffe doch nicht…

Liebe Fabienne,

ich wollte ja eigentlich hier nichts mehr posten, aber wie ich gerade sehe, wird es nun philosophisch doch sehr interessant .

Würde es Dich wundern, wenn ich Dir verrate, daß ich sogar Utilitarist bin? Allerdings selbstverständlich kein Handlungsutilitarist, also die Form, die wir berechtigterweise ablehnen und die heute in dieser teleologischen Urform wahrscheinlich auch kaum mehr vorkommen dürfte. Denn diese „Der Zweck heiligt die Mittel“- Ethik schließt Mord, Folter, Euthanasie etc, ein, wenn damit ein hehres Ziel (lat. Telos) erreicht wird.

Aber ich finde die teleologische Ethik durchaus sehr gelungen, wenn sie auf einem gesellschaftlich vereinbarten Moralkodex (keine inhumanen Handlungen) basiert und die Rechte von Minderheiten berücksichtigt.

Vom Prinzip her so, wie Adam Smith als (verkannter) Moralethiker die unternehmerischen Handlungen seines Buches „From The Welfare Of Nations“ immer basierend auf der Grundlage einer rigiden und unmißverständlichen Moralethik verstanden hatte – eine Tatsache übrigens, die heutige Neoliberalisten sehr gerne übersehen.

Meiner Ansicht nach ist es übrigens völlig unerheblich, ob die Prostitutionsgegner nun deontologisch oder teleologisch argumentieren; das eigentliche Problem dieser Leute besteht doch wohl eher darin, daß sie die legale Form der Prostitution als menschenverachtend und inhuman ansehen, was sie nun mal nicht ist.

Das ist nur die Zwangsprostitution, die man deutlich von der Prostitution unterscheiden kann, so wie man Zwangsarbeit von Arbeit unterscheiden kann. Es gibt jedoch keine Sklaverei und „Zwangssklaverei“.

Womit wir beim Thema wären. Leider werde ich immer noch mißverstanden, denn ich bin doch 99% bei Euch. Ich habe mich da wahrscheinlich auch mißverständlich ausgedrückt. Ich bitte ehrlich um Entschuldigung.

Ich versuch‘s nochmal – weil mir schon wichtig wäre, daß zumindest einige von Euch darüber nachdenken. Und vielleicht auch mal um die eine oder andere Ecke herum.

Selbstverständlich wurde Sklaverei bis zum beginnenden Abolitionismus als quasi „normal“ und gottgegeben angesehen. Selbst Moralethiker hielten die Sklaverei für durchaus gerechtfertigt. Ich habe ja auch schon gepostet, daß die Menschen damals korrekt nach den damaligen Gesetzen und Gebräuchen handelten und daher auch aus heutiger Sicht nicht zur Rechenschaft gezogen werden können.

So wie man römische Soldaten auch nicht rückwirkend für einen Genozid verantwortlich machen könnte (würden sie heute noch leben). Man denke hier z.B. an den 2. Punischen Krieg und die daraus resultierende völlige Vernichtung Karthagos.

Aber ich kann, ja muß aus heutiger Sicht sehr wohl klarstellen: Genozide waren, sind und werden immer inhuman sein.

Ich glaube hier liegt wohl das Problem: Ihr seht anscheinend einen Widerspruch zwischen:
Obwohl die Menschen sich früher (aus heutiger Sicht; jedoch nach den damaligen Verhältnissen beurteilt) korrekt verhalten haben – waren bestimmte Vorgänge (aus heutiger bzw. „zeitloser“ Sicht) dennoch menschenverachtend. Korrekt = Menschenverachtend = Widerspruch.

Ich sehe da keinen Widerspruch, da es etwas anderes ist, ob ich Menschen oder Vorgänge bewerte.

Und ich finde: Wenn ich über ein inhumanes Modell teleologisch argumentiere, bewege ich mich automatisch auf sehr, sehr dünnem Eis.

Wenn ich mich richtig erinnere, gab es vor ein paar Jahren den Fall, bei dem eine Abiturientin ein Referat über die Geschichte der Sklaverei hielt. Auch Sie argumentierte pro Sklaverei (War gar nicht so schlimm, hat die Menschheit vorangebracht, war ökonomisch sinnvoll) und erhielt von der Lehrerin eine 5 (oder 6?) trotz hervorragender fachlicher Leistung mit der Begründung, dass eine positive Konnotation eines inhumanen Systems schlicht inakzeptabel sei (kein direktes Zitat, paraphrasiert).

Über diese Note wurde wohl sehr kontrovers diskutiert – ich bin 100% bei der Lehrerin. Denn Bildung beinhaltet nicht nur fachliche, sondern auch personelle Aspekte, wie beispielsweise die Fähigkeit, etwas kritisch zu hinterfragen und das darf ich bei einer Abiturientin voraussetzen.

Für mich gilt: Natürlich kann ich immer die positiven Aspekte benennen, wenn dabei aber eine Art Werbeveranstaltung pro Sklaverei herauskommt, oder z.B. pro drittes Reich (auch wenn sie noch so harmlos klingt), darf ich mich über humanistischen Gegenwind nicht wundern.

Das ist der einzige Punkt, der mich gestört hat: Wenn ich über ein inhumanes System spreche, sollte ich als Humanist klarstellen können, daß es - ungeachtet aller Vorzüge - ein inhumanes System ist und bleibt. Ich halte das für wichtig.

LG
Der Don

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Alt  27.03.2017, 22:06   # 63
francoise
 
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Mitglied seit 19. August 2012

Beiträge: 301


francoise ist offline
Aber dafür ist die Kolumne von Professor Fischer wirklich wohltuend und ein echtes Highlight.

Deutschlands berühmtester Strafrechtler hat seinen Verstand eben beisammen. Das unterscheidet ihn von diesem Johannes Böhme, ebenfalls Kolumnist der ZEIT.
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Alt  27.03.2017, 18:02   # 62
mr.cock27
 
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Beiträge: 612


mr.cock27 ist offline
Der Tenor bis jetzt in den Kommentaren ist der, dass dieser unsägliche Beitrag mehrheitlich zu Recht abgelehnt wird.
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Alt  27.03.2017, 17:48   # 61
Yannik
Rastafari
 
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Beiträge: 696


Yannik ist offline
Nun, selbst unser aller Bundesrichter Thomas Fischer hat seine Meinung zur Prostitution, zum Verbot der selbigen, zu Menschenhandel und Zwangsprostitution, zu Nötigung, Ausbeutung und auch zu Alice Schwarzer. Und, man glaubt es kaum, er kann, im Gegensatz zu allen Befürwortern eines Prostitutionsverbotes, differenzieren und betrachtet oben genannte Punkte zwar in Abhängigkeit voneinander aber dennoch als einzelne, eigenständige Punkte und gibt in der ihm eigenen Art absolut lesenswert zum Besten, wie er die Sache sieht. Lesedauer wie meist bei seinen Kommentaren nicht unter 15 Minuten, aber das ist gut angelegte Zeit.

Irgendwie keimt in mir der Verdacht auf, dass er nicht nur juristisch weiss, wovon er da schreibt....

Ich habe mit erlaubt, einige Passagen daraus zu zitieren.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeit...scher-im-recht

Zitat:
Zur Sache: Was erwarten Sie von einem gelungenen Prostituierten-Besuch? Suchen Sie vor dem Akt eine gepflegte Unterhaltung – etwa über die häuslichen Lebensbedingungen, die Art der Schulbildung, den Beruf des Lebensgefährten? Achten Sie auf überschminkte blaue Flecke? Erkundigen Sie sich nach der Länge der Schicht und den Weisungen des Betreibers?

Da kommt der ZEIT-Leser nun ein bisschen ins Hüsteln, und wird "äh, nun ja" sagen, das P-Wort sei ihm durchaus geläufig, da doch bereits im alten Rom die sogenannte öffentliche Frau eine hoch angesehene Rolle innegehabt habe … bla, bla. Dann wird er um sich blicken, ob vielleicht die Mama mithört oder – noch schlimmer – die Allerliebste, und dann wird es zu merkwürdigen Bekenntnissen und Wertungen kommen – schwer glaubhaft, kaum originell, intellektuell an der unteren Grenze
Zitat:
Für das Jahr 2014 weist die Polizeiliche Kriminalstatistik gerade einmal 500 Verdachts(!)-Fälle von Menschenhandel in Deutschland aus. Das "Dunkelfeld" wird von sogenannten Fachleuten oft als gigantisch bezeichnet. Wenn das stimmte, wäre es freilich ein echtes Wunder, dass die Population der Zwangsprostituierten den unermüdlichen Befreiungsangeboten von Polizei und Beratungsstellen beinahe unerkannt zu entkommen scheint. Das könnte allerlei Gründe haben, dass auch hier ein Zwang wirkt, ist nicht ganz unplausibel, aber zirkelschlüssig (je weniger man sieht, desto mehr ist da). Tatsächlich wird die Dramatik aufgebauscht.
Zitat:
Das Gesetz regelte nicht, wie viele meinen, die grundsätzliche Erlaubtheit von Prostitution; die war auch zuvor schon gegeben. Es regelt vielmehr zunächst eine "Normalität" von Prostitution in dem Sinn, dass sie anderen höchstpersönlichen Dienstleistungen rechtlich gleichgestellt oder angenähert wird: Der Vertrag, den eine Prostituierte mit einem Freier schließt, ist rechtlich wirksam, wenn die Dienstleistung tatsächlich erbracht wird. Das heißt: Der Freier kann die Erfüllung der Dienstleistung nicht einklagen. Die Prostituierte aber kann das Entgelt einklagen, wenn sie die Leistung erbracht hat.

Da schmunzelt der geübte Freier, und die 22-jährige Ukrainerin auf dem Straßenstrich wundert sich. Beide haben von derlei neumodischen Techniken noch nichts gehört, und auch das Amtsgericht kann sich nicht erinnern an eine Klageflut der örtlichen "Lady Tamara". Hier wie dort wird im Voraus bezahlt wie immer, der Rest verläuft nach den Regeln der aktuell geltenden Machtverhältnisse.
Zitat:
Bei dieser Gelegenheit gleich noch ein Fettnäpfchen: Nach Ansicht des Kolumnisten – anders ein oder zwei Strafsenate des Bundesgerichtshofs – ändert die Tätigkeit einer Person als Prostituierte nicht das Geringste an ihrer sexuellen Selbstbestimmung. Dass jemand gegen Entgelt bereit ist, sexuelle Handlungen zu vollziehen, ändert nichts daran, dass sie/er genötigt (vergewaltigt) wird, wenn sie/er dazu gezwungen wird, dieselben Handlungen ohne Entgelt auszuführen. Merke: Dass die Dame höheren Standes geneigt sein könnte, nach Überreichung eines güldenen Ringleins oder nach einem Shopping-Besuch bei Prada ihre Jungfräulichkeit für heute zu überdenken, hat noch nie etwas daran geändert, dass sie "vergewaltigt" ist, wenn der Galan das Ringlein auf morgen verschiebt und die Gegenleistung heute schon mit Gewalt durchsetzt.
Zitat:
"Deutschland ist das Bordell Europas geworden", tönen Bild und Panorama, Süddeutsche und Welt unisono. Hinten, unter "Personalien", lesen wir gern das Neueste von Ruby, der nordafrikanischen armutsflüchtenden Prinzessin mit den schönen Augen: dass sie eine eigene Wäschemarke designt oder beim Opernball war oder Yorkshire Terrier liebt. Wie das Leben halt so ist! Wie viele Kosmetikverkäuferinnen oder Friseurinnen oder Rezeptionistinnen in Deutschland würden wohl gerne mit Ruby tauschen, Bunga Bunga inklusive?
Zitat:
Das Bordell "Europas"! Was sagen uns diese Worte? Margot Käßmann, einer Spezialistin für wirklich Abgründiges, fiel dazu in Bild am Sonntag immerhin das Wort "Blowjob" ein; sodann allerdings nur noch Epheser 5,28. Beides führte die Diskussion nicht wirklich weiter.
Zitat:
Strafbar ist in Deutschland die Ausbeutung von Prostituierten durch Betreiber eines Betriebs, in dem Prostituierte ausgebeutet werden (Paragraf 180a Strafgesetzbuch). Strafbar ist die sogenannte Zuhälterei, in den Formen der ausbeuterischen und der dirigierenden Zuhälterei (Paragraf 181a). Strafbar ist der Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung (Paragraf 232) und auch die bloße Förderung einer solchen Tat (Paragraf 233a). Mit diesen Vorschriften ist eine große Vielzahl von Verhaltensweisen erfasst, die andere Menschen durch Gewalt, Drohung oder das Ausnutzen besonderer Hilfsbedürftigkeit und auslandsspezifischer Notlagen dazu bringen, prostitutive Tätigkeiten auszuüben. Schon das "Beeinträchtigen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit" einer Person, die der Prostitution nachgeht, ist strafbar. Auch das Fordern wucherischer Mieten für Prostitutionswohnungen.

Wenn alle diese Strafdrohungen in vollem Umfang durchgesetzt würden, bliebe noch eine weite Landschaft der Prostitution – ohne Zwang und Ausbeutung. Eine der zahlreichen offenen Fragen ist: Wollen wir das? Da scheiden sich die Geister, und die Argumente purzeln durcheinander wie Bauklötzchen.
Zitat:
Was meinen die Bekämpfer der "Elendsprostitution" eigentlich? Was ist das Substanzielle, Bedeutende am "Elend", über das wir sprechen? Ich kenne Menschen, die sind "Elendszeitungsausträger" oder "Elendstiefbauarbeiter". Es soll schon "Elendsbergleute" und "Elendsautomobilarbeiter" gegeben haben – falls man damit meint, dass jemand durch Armut dazu gezwungen wird, fremdbestimmte, unangenehme Arbeit zu verrichten. An den Kassen von 10.000 Supermärkten sitzen "Elendskassiererinnen", und gefühlte zweihunderttausend "Elendsfriseurinnen" föhnen und färben täglich die erschreckenden Outfits von Menschen zusammen, die sich von einer minderbegabten Mändi für fünf Euro die Stunde ihre Schuppen auswaschen lassen und das gut finden. Das knappe Trinkgeld teilen sich Mändi und Sven, der Betreiber des Salons "Haar-Nadelkurve", gewiss geschwisterlich. Wenn Mändi die Chance kriegt, in der Stunde 200 zu verdienen mit zwei Blowjobs, und zusätzlich noch die wahre Liebe ihres Beschützers, wird sie sich das wahrscheinlich überlegen. Und mag sie auch das eine oder andere übersehen, kann man doch wirklich nicht sagen, ihre Überlegung könne vor der Kalkulation einer durchschnittlichen Emma-Redakteurin nicht bestehen.
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Alt  26.03.2017, 21:48   # 60
mr.cock27
 
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Beiträge: 612


mr.cock27 ist offline
http://www.zeit.de/2017/10/prostitut...freier-gesetze
Wer will kann kann da mal seine Kommentare loslassen.

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Alt  24.03.2017, 21:01   # 59
E.B.
 
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Beiträge: 1.041


E.B. ist offline
Zitat:
Sklaverei gehörte zu den ökonomischen Grundlagen, auf denen die Menschenrechtserklärungen Englands, der USA und Frankreichs fußten. Kapitalismus und Menschenrechte sind wirtschaftliche und rechtliche Grundlage auch der heutigen bürgerlichen Gesellschaften. Die barbarische Vergangenheit ist noch lebendig. Sie existiert in anderen Formen weiter.
Das ist genau das, was ich gesagt habe:

Kapitalismus = Sklaverei - Verantwortung für Sklaven, weil letztere ist externalisiert an das nun "freie" (aber leider nicht finanziell gleich aufgestellte) Sklavenvolk.

Am besten kannst das heute bei den ganzen freiberuflichen Web-Programmiersklaven sehen, die in Selbstoptimierungs-Foren versuchen, mittels z.B. GTD und anderen Heilsmethoden aus 16 Wachstunden 27 zu machen, um sich noch effizienter ausbeuten zu können - weil die Kaste der Kaschmirpulliträger/BWLer jedes jahr 8% mehr sehen will (die BWLer sind die an der Rudersklaventrommel, die den Arbeitstakt vorgeben).
__________________
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Alt  24.03.2017, 16:31   # 58
mr.cock27
 
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mr.cock27 ist offline
@francoise
Und das wo wir Freier alles dumpfe gewaltbereite potentielle Vergewaltiger sind
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Alt  24.03.2017, 16:19   # 57
brodnik2
 
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Beiträge: 66


brodnik2 ist offline
Eine Buchempfehlung zum Thema "Sklaverei als Menschenrecht"

Rainer Roth: Sklaverei als Menschenrecht
2. Auflage, © 2017 Rainer Roth

Kt., 700 Seiten, ISBN 978-3-932246-80-7
Preis: 15,00 € inkl. Versandkosten

Inhaltsverzeichnis (PDF) zum Herunterladen
Zum Inhalt
Zum Vorwort
Über den Autor
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Inhalt:

Bürgerliche Revolution und Aufschwung der Sklaverei
Sklaverei in England
Sklaverei in den USA
Sklaverei in Frankreich
Menschenrecht auf Sklaverei – verfassungsgemäß
England: Menschenrechte der besitzenden Minderheit
USA: Sklaverei als Menschenrecht in der Verfassung
Frankreich: Menschenrechtserklärung für Sklaverei
Ideologen der Sklaverei
John Locke
Thomas Jefferson
Französische Aufklärer für Sklaverei der Schwarzen
Kant und Hegel
Ursachen der Abschaffung von Sklavenhandel und Sklaverei
England: "Abschaffung" der Sklaverei 1772
Abschaffung der Sklaverei in den USA
Abschaffung der Sklaverei in Frankreich
Nach Abschaffung der Sklaverei – modernere Sklaverei
England: Schuldsklaverei für Ex-Sklaven
USA: Schuldsklaverei für Ex-Sklaven
Frankreich: Freie Sklaven – frei wozu?
Haiti nach dem Sieg der Sklavenrevolution
Großbritannien: Indische Halbsklaven
Sklaverei und Kapitalismus
Sklavenplantagen – kapitalistische Produktion
Von der Sklaverei zur Lohnsklaverei
Universale Menschenrechte unmöglich
Menschenrechte – Minderheitenrechte
Allgemeine Menschenrechte von 1948
Allgemeine Menschenrechte verwirklichen?
Anhang
Literaturverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Stichwortverzeichnis

Vorwort:

Die Versklavung von Millionen Afrikanern gehört zu den barbarischsten Erscheinungen der modernen kapitalistischen Zivilisation. Sie gilt allgemein als Verstoß gegen die universalen Menschenrechte des Liberalismus und der Aufklärung.

Nahezu vergessen ist,

dass diese Menschenrechte nur Rechte einer Minderheit von Bürgern gegenüber der Aristokratie waren, die zu keinem Zeitpunkt für das ganze Volk galten und erst recht nicht für die Sklaven,
dass für diese Bürger der Besitz von Sklaven und der Handel mit ihnen Teil des wichtigsten Menschenrechts, des Rechts auf Eigentum war,
dass folglich deswegen die Sklavenbefreiung Verlust von rechtmäßigen Eigentum war und entschädigt werden musste und
dass es deshalb ein Verstoß gegen die Menschenrechte war, die Sklaverei sofort beseitigen zu wollen,
dass folglich die Sklaverei von Liberalismus und Aufklärung verteidigt wurde.
Sklaverei gehörte zu den ökonomischen Grundlagen, auf denen die Menschenrechtserklärungen Englands, der USA und Frankreichs fußten. Kapitalismus und Menschenrechte sind wirtschaftliche und rechtliche Grundlage auch der heutigen bürgerlichen Gesellschaften. Die barbarische Vergangenheit ist noch lebendig. Sie existiert in anderen Formen weiter.
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Alt  24.03.2017, 12:39   # 56
francoise
 
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Mitglied seit 19. August 2012

Beiträge: 301


francoise ist offline
Vielen Dank! Ich war etwas erstaunt, "Monetaristen" sind ja eigentlich Anhänger einer bestimmten volkswirtschaftlichen Theorie ... Wahrscheinlich trifft "Materialisten" genauer, was Du ironisch sagen wolltest.

Ich find's immer wieder interessant welche philosophischen Diskurse in einem solchen Sexforum stattfinden
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Alt  23.03.2017, 22:03   # 55
wüstenwind
 
Mitglied seit 4. February 2015

Beiträge: 889


wüstenwind ist offline
@francoise
Mit "Monetaristen" (den Begriff gibt es so ja nicht) wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass mehr denn je "Geld regiert die Welt" gilt. Ein Trump wäre ohne seine Kohle kaum zum Präsidenten der USA geworden.
Demokratie und Humanisten adieu.
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Danke von
Alt  23.03.2017, 09:48   # 54
francoise
 
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Mitglied seit 19. August 2012

Beiträge: 301


francoise ist offline
Zitat:
Zitat von Don Loco
Ich kann ein inhumanes System nicht dadurch rechtfertigen, dass es der Gesellschaft Vorteile erbringt und/oder einzelne Betroffene darin auch mal anständig behandelt werden. Es war, ist und bleibt dessen ungeachtet inhuman.
In dieser (natürlich berechtigten) Ablehnung der utilitaristischen Argumentation steckt ein Pferdefuß, der in der gegenwärtigen Diskussion um das ProstSchG wichtig ist. Es gilt nämlich auch die umgekehrte Richtung, dass ein System nicht deshalb als Ganzes als inhuman verworfen werden kann, weil einzelne Betroffene darin leiden. So argumentieren häufig die Befürworter des ProstSchG oder gar des Schwedischen Modells.

Im Übrigen ist eben das Problem des Don Loco, dass Maßstäbe wie "menschenverachtend" im historischen Zeitraum Veränderungen unterliegen. Unsere heutigen Vorstellungen von Menschenwürde sind nicht so alt. Einer der Freiheitshelden der Vereinigten Staaten und der westlichen Welt, Vorkämpfer für Demokratie, Republikanismus und Antikolonialismus, der 2. Präsident der Vereinigten Staaten Thomas Jefferson war "Eigentümer" von 400 Sklaven und hatte damit keinerlei Problem. Ob wir das mit unseren heutigen Augen billigen oder nicht, wird Mr. Jefferson nicht mehr bewegen, und ändert nichts daran, dass dieser Mann für die Entwicklung unseres Staatsbegriffs Bedeutendes geleistet hat. Selbstverständlich dient das Beispiel Jefferson keinesfalls dazu, Sklaverei in der heutigen Welt zu rechtfertigen. Historische Parallelen taugen halt nur sehr begrenzt für Moraldiskussionen im 21. Jahrhundert.

Ich hab auch nicht ganz verstanden, was der Begriffe "Monetaristen" in diesem Kontext soll.
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Alt  22.03.2017, 22:04   # 53
wüstenwind
 
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wüstenwind ist offline
@Don Loco
Zitat:
Dies in einer solchen Thematik unmissverständlich klarzustellen sollte eigentlich für jeden aufgeklärten Humanisten des 21. Jahrhunderts selbstverständlich sein.
Du hast Dich da vertan. Das muss wohl entweder heißen
Zitat:
Dies in einer solchen Thematik unmissverständlich klarzustellen sollte eigentlich für jeden aufgeklärten Humanisten des 20. Jahrhunderts selbstverständlich sein.
oder
Zitat:
Dies in einer solchen Thematik unmissverständlich klarzustellen sollte eigentlich für jeden aufgeklärten Monetaristen des 21. Jahrhunderts selbstverständlich sein.
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Alt  20.03.2017, 20:52   # 52
Don Loco
 
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Don Loco ist offline
Nur um meine Sicht endgültig klarzustellen; das ist dann das letzte Statement meinerseits zu dieser Thematik:

Natürlich hat die Sklaverei einer bestimmten Gesellschaftsschicht Vorteile verschafft. Natürlich existieren Fälle, in denen Sklaven über alle Epochen hinweg immer wieder anständig, fair – ja sogar human behandelt wurden. Das sind korrekte Fakten, denen ich selbstverständlich nicht widerspreche (was mir hier fälschlicherweise immer wieder unterstellt wird, keine Ahnung weshalb).

Das Problem entsteht, wenn man diese Fakten positiv als Argumentation pro Sklaverei wertet!
„War doch gut für den Fortschritt, wir haben doch alle davon profitiert, war doch alles gar nicht so schlimm, den einzelnen Sklaven ging es doch gar nicht soooo schlecht….“ Fehlt nur noch, daß der Sklavenhalter seine Sklaven mit Gutenachtküsschen ins Bett bringt! Ja sag mal, geht’s noch?

Damit verharmlost, rechtfertigt und verteidigt man das menschenverachtende Prinzip der Sklaverei!

Ich kann ein inhumanes System nicht dadurch rechtfertigen, dass es der Gesellschaft Vorteile erbringt und/oder einzelne Betroffene darin auch mal anständig behandelt werden. Es war, ist und bleibt dessen ungeachtet inhuman.

Dies in einer solchen Thematik unmissverständlich klarzustellen sollte eigentlich für jeden aufgeklärten Humanisten des 21. Jahrhunderts selbstverständlich sein.

Over and out
Don
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Alt  20.03.2017, 17:54   # 51
Don Loco
 
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Don Loco ist offline
Ähh, bin ich jetzt im falschen Film???

Dir ist aber schon aufgefallen, dass meine Geschichte fiktiv, absurd und nebenbei bemerkt völlig an der Realität vorbeigeht?

Fängt schon damit an, dass es der Evolution sch...egal ist, ob wir als Spezies untergehen...

sollte nur was zum schmunzeln und sofort wieder vergessen sein...

Mir ist schon klar, dass alles, was Du dazu schreibst der Realität entspricht - hab ich doch im letzten Post schon klargestellt...???

was die Geschichte und die Sklaverei angeht - ich beschäftige mich sogar beruflich damit und sehe schon, es macht keinen Sinn mehr, darüber mit Dir weiter zu diskutieren.

Der Don
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Alt  20.03.2017, 17:42   # 50
stb99
Ruheständler
 
Mitglied seit 15. May 2002

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stb99 ist offline
@Don

Was meinst du, wer von einem Investmentbanker, einem Greenpeace-Öko und einem brutalen Schlägertyp die meisten Frauen hat, wenn er will? Kleiner Tipp: Egal, wer es ist. Der Greenpeace-Öko wird immer hinten anstehen. Selbst seine weiblichen Mitstreiter denken plötzlich ganz pragmatisch und voll uncool, wenn es um ihre Nachkommen geht.

Warum? Dem Greenpeace Öko fehlt vorne und hinten das, was ein Alpha-Männchen gemeinhin ausmacht. Ihm fehlt das heute und ihm wird das auch in 70 Jahren noch fehlen. Komme da was wolle. Weder wird sein Aussehen als attraktiv wahrgenommen noch traut man ihm zu, mit "Lass uns das mal ausdiskutieren" seine Nachkommen irgendwie durchzubringen und verteidigen zu können.

Wenn du dir mal die gesamte Geschichte anschaust, dann waren begehrte Männer immer welche mit Macht und/oder Reichtum. Das hat sich nicht geändert. Nur die Frage, wie sich das ausdrückt und wie man das misst. In früheren Zeiten wurde Macht an Stellungen wie Schreiber, Senator, Gutsherr, Graf oder Fürst gemessen. Manche davon gibt es nicht mehr, dafür andere wie Abteilungsleiter oder CEO einer 20.000-Mann Firma. Früher wurde Reichtum vielleicht in Größe der Ländereien und Anzahl des Viehs gemessen. Heute in Euro oder Dollar und der Größe der Oldtimer-Sammlung. Das Prinzip ist aber geblieben. Das wird sich auch in 70 oder 700 Jahren nicht geändert haben, selbst wenn man dann die Frage, was "reich" ist, vollkommen anders beantworten sollte. Das Grundmuster der Evolution wird sich nicht ändern. Würde das geschehen, gäbe es innerhalb weniger Jahre nur noch Loser und die Spezie würde komplett aussterben. Würden sich 99,99% ändern, so würden die restlichen 0,01% überleben und sich durchsetzen.

Zitat:
dass eine bestimmte Sorte Frauen nicht mehr auf die reichen Geldsäcke stehen
Es ist egal, wie sich einzelne Individuen verhalten. Es kommt darauf an, in welche Richtung die Gesamtheit strömt. Und wie oben dargelegt, wie sich die nicht ändern.

Selbst wenn du Geld abschaffen und verbieten würdest, dann würde etwas anderes an die Stelle treten und die Funktion übernehmen, denn das Bedürfnis dazu ist einfach da. Auch dann würde es wieder die geben, die oben an der Spitze stehen, die in der Mitte und die ganz unten. Auch dann würde eine Frau den Mann mit höherem Status bevorzugen und auch dann gäbe es Frauen, die sich rein gegen eine Gegenleistung, wie auch immer die aussieht, einem Mann hingeben. Vielleicht ist es dann nicht Geld, sondern von mir aus in ungemütlichen Zeiten die physische Kraft des Mannes, mit der er die Frau, die sich für Sex mit ihm hingibt, mit beschützt.


Zitat:
Ich würde Dir empfehlen, den Post von stb99 nochmal durchzulesen.
Auch wenn du mich nicht meinst, würde ich dir mal empfehlen, etwas runterzukommen und anzufangen, dich mit Geschichte zu beschäftigen.

Die Menschheit macht wie alles andere auch Entwicklungen durch. Solche Entwicklungen werden durch den Wunschen, den Status Quo verbessern zu wollen, den es zu allen Zeiten gab, und die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten dazu getrieben. Dinge, die heute als modern und fortschrittlich gelten, sind in 100 Jahren schon komplett veraltet. Das gilt natürlich auch für die Dinge vor 100, 1000, 5000 und mehr Jahren. Die sind heute schon veraltet und extremst antiquiert, waren aber damals fortschrittlich und haben den Menschen gegenüber dem Status davor Vorteile gebracht. Natürlich sind die aus unserer Sicht fragwürdig. Darum geht es nicht. Wahrscheinlich hätte die heutige Gesellschaft mit den damaligen Möglichkeiten auch gar nicht überleben können.

Nachdem du immer wieder die Sklaverei anbringst, so kann ich dir nur mal empfehlen, dich mit der Sklaverei in der Antike zu beschäftigen. Das Gebiet ist gut untersucht. Bei weiten nicht jeder Sklave wurde schlecht behandelt. Da gab es die Feldsklaven, die schwere Arbeit verrichten mussten. Allerdings waren selbst die Hauslehrer oft Sklaven und denen ging es nicht schlecht. Zudem wurden die Sklaven vom Herrn versorgt. Etwas, was die mittellosen Plebejer nicht hatten. Richtig, man konnte den Skalven theoretisch auch umbringen. Allerdings war der Sklave auch das Kapital seines Besitzers und ein toter Sklave brachte keinen Nutzen. Zudem sollte man das Umbringen auch im Rahmen der Gesellschaft sehen. Die Römer waren eine patriarchische Gesellschaft und der Vater hat über seine Söhne bestimmt (Töchter haben sowieso nicht gezählt). Auch da wurden Söhne entsprechend "behandelt", die sich dem Willen den Vaters wiedersetzt haben.

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Alt  20.03.2017, 15:26   # 49
Don Loco
 
Mitglied seit 19. April 2015

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Don Loco ist offline
Lieber E.B.

Zitat:
Erkläre mir mal bitte, woher du das immer (=100% der Sklavenhalter misshandeln 100% ihre Sklaven 100% der Zeit) weisst.
Das Immer bezog sich auf die Epoche - immer, zu jeder Zeit(epoche). Mir ist selbstverständlich klar, dass ein Sklavenhalter ziemlich bescheuert gewesen wäre, wenn er sein Eigentum permanent zu Brei geschlagen hätte.

Außerdem bezieht sich Leid in der Sklaverei nicht nur auf rein körperliche Misshandlungen, sondern vor allem auf die Tatsache, dass ein intelligentes Lebewesen einem anderem Lebewesen gehört und damit prinzipiell 24/7 fremdgesteuert wird und den Launen somit jederzeit hilflos ausgeliefert ist. Was das für Menschen bedeutet, können wir uns vermutlich nicht mal ansatzweise vorstellen.

Zitat:
aber es war sicher besser, als nach dem letzten Krieg (und die waren auch häufiger damals) aufgeschlitzt am Feld zu verbluten.

Und das war der Punkt von stb99: die Stufe war besser als die vorherige.
Aber jetzt erklär mir doch mal bitte, woher Du das weißt? Warst Du dabei? Hast Du die Betroffenen gefragt? Könnte es sein, dass die das vielleicht anders sehen?

Außerdem weiß ich nicht, ob es uns weiterbringt, die eine menschenverachtende Handlung (Krieg) gegen die andere (Sklaverei) aufzurechnen.

Ich würde Dir empfehlen, den Post von stb99 nochmal durchzulesen. Leibeigenschaft und Sklaverei werden hier schon fast gemütlich und positiv dargestellt, das finde ich definitiv nicht in Ordnung.

Das was Du sonst noch schreibst, unterschreibe ich sofort.

@ stb99

Ich könnte jetzt Deinen gesamten Post von heute morgen 06:59 zitieren und darunter würde ich schreiben: Weiß ich doch, sogar das mit den Affen (Ich kenn' das Experiment, echt interessant) - stimmt alles zu 100%; bin ich vollkommen bei Dir. Natürlich ist der Investmentbanker (im Moment noch) die bessere Wahl als der Öko.

Aber jetzt denk doch mal 60,70 Jahre in die Zukunft. Da leben dann unsere Urenkel. Das sind auch Nachkommen. Und die werden aufgrund der ganzen ökologischen Katastrophen ein beschissenes Leben haben. Und daran ist nicht der nette Greenpeace-Öko schuld, sondern ein neoliberales kapitalistisches giergetriebenes System, welches vom Investmentbanker repräsentiert wird. Mir doch wurscht, ob der ein Arschloch ist oder nicht

Die Grundidee meines Geblödels war, das die Evolution genau das erkennt und dafür sorgt, dass eine bestimmte Sorte Frauen nicht mehr auf die reichen Geldsäcke stehen, die die Welt für unsere Urenkel "schwierig" machen, sondern auf arme Würschtel, die sich für eine sozioökologische Marktwirtschaft und damit einem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen einsetzen.

Auf die Zukunft gesehen, wäre das daher die bessere Alternative für die Nachkommen. Im Hier und Jetzt ist natürlich der reiche Geldsack besser.

LG an Alle!
Euer Don
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Alt  20.03.2017, 08:38   # 48
E.B.
 
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E.B. ist offline
Zitat:
Sklaverei war immer mit unsäglichem Leid der Betroffenen verbunden.
Erkläre mir mal bitte, woher du das immer (=100% der Sklavenhalter misshandeln 100% ihre Sklaven 100% der Zeit) weisst.

Wer ein Unternehmen betreibt, will ja auch nur dass es läuft, und das tut es sicher nicht, wenn es für niemand mit Einsatz einen Unterschied in der Behandlung zu den Nichtstuern gibt. Auch Sklavenhalter müssen wirtschaften. Die hatten da ganz sicher eine starke "ich alles, du nix"-Hierarchie und wurden ganz sicher arg ungemütlich, wenn jemand aufmuckte, und ich sage nicht dass das Sklavendasein ein Zuckerschlecken war, aber es war sicher besser, als nach dem letzten Krieg (und die waren auch häufiger damals) aufgeschlitzt am Feld zu verbluten.

Und das war der Punkt von stb99: die Stufe war besser als die vorherige.

Zitat:
Wahrscheinlich war das mit den damaligen Möglichkeiten ein großer Vorteil, denn die Leibeigenschaft stellt sich erst mit dem Aufkommen der Industrialisierung als Hemmschuh dar.
Im Übrigen gibt es fast keinen Unterschied von Sklaverei zum Manchesterkapitalismus, wo man "frei" ist (der Unternehmer keine sklavenlebenslangen Versorgungspflichten mahr an der Hacke hat, sondern der Staat (wenn sich der darum kümmert)), aber sich für "Geld" im Wettbewerb mit den anderen Ex-Sklaven selbst versklaven muss (weil man sonst stumpf verhungert).

Da hat man die moralische und finanzielle Verantwortung als Unternehmer geschickt externalisiert, und wird dafür noch als menschlich und human gefeiert. Toll, oder? Der "freie" Ex-Sklave ist dann für seine Misere einfach selbst verantwortlich, er hätte ja...
Den Ex-Sklaven in den USA geht es jetzt im Schnitt auch sooo viel besser, oder?
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Alt  20.03.2017, 07:59   # 47
stb99
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stb99 ist offline
@Don Loco

Träum weiter.

Es hat seine evolutionären Gründe, warum es uns und andere Spezies heute noch immer gibt. Da gehören auch Strategien bei der Vermehrung dazu. Die sehen zumindest bei Säugetieren nunmal so aus, dass die Weibchen auf der Suche nach einen Männchen sind, das möglichst hochgestellt ist und damit für die Nachkommen eine gute Ausgangsposition bieten. Und für die Männchen ist es das Beste, möglichst viele Weibchen zu schwängern, wie möglich. Dann werden schon ein paar starke Nachkommen mit dabei sein, die überleben.

Beides beschränkt sich durch die eigene Stellung (Attraktivität).

Damit erklärt sich auch, warum Männer bei allem junge Frauen bevorzugen. Junge Frauen werden schneller schwanger als ältere.

Ebenso kann man ableiten, warum Frauen im Normalfall auf Statussymbole schauen und man(n) mit Geld bei ihnen schnell weiterkommt. Der Investmentbanker, mag er ein noch so großes Arschloch sein, verspricht trotz allem eine weitaus bessere Überlebenschance für die Nachkommen als der nette Greenpeace-Öko.

Zudem ist die Frau in der Schwangerschaft und das Kind anfangs recht schutzlos. Also hat es Vorteil, hier einen Mann zu haben, der beide beschützt. Interessanterweise entspricht die Dauer, bis die viele Beziehung in den Alltag übergehen und zerbrechen, auch ungefähr der Zeit von der Befruchtung bis die Kinder aus dem Gröbsten sind. Warum? Evolutionstechnisch macht es dann keinen Sinn mehr.

Das ganze Kennenlern-Blabla ist letztlich nichts anderes als ein Prüfen der Stärke des Männchens, wobei das Weibchen immer im Zwiespalt steht, einerseits ein möglichst hoch stehendes Männchen zu bevorzugen und andererseits auch eines zu haben, das es eine zeitlang halten kann.

Prostitution ist auch nur eine andere Ausprägung des ganzen. Nur wird hier ohne Drumherum direkt das Geld gefordert und dafür Sex geboten. Nun werden heutzutage dank Verhütung Huren nicht (oder kaum) schwanger. Würde das geschehen, so hätte es aber denselben Zweck. Dem Männchen gibt es die Gelegenheit, Sex mit vielen Frauen zu haben, wobei die Anzahl nur von den eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten (und damit der Rangstellung) abhängt. Das Weibchen nimmt Männchen, die im Leben so erfolgreich sind, dass sie es sich leisten können, einen nicht unerheblichen Betrag für ein bisschen Sex zu bezahlen und die ihr genug Geld da lassen, um nicht nur das Überleben für sich und das Kind zu sichern, sondern sich eine höhere Rangstellung (und damit Männchen, die einen beschützen) leisten zu können.

Wenn es dich beruhigt: Es gibt Versuche mit Affen, die zum Ergebnis geführt haben, dass es Sex gegen Gegenleistung dort auch gibt.

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Alt  20.03.2017, 04:27   # 46
Don Loco
 
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Don Loco ist offline
Ach ja, übrigens - mein voriger Post ist nur eine Geschichte zum Schmunzeln, die mir spontan so eingefallen ist - ich hab da nix wissenschaftlich recherchiert. Etwaige inhaltliche Fehler darf der glückliche Finder also auch sehr gerne für sich behalten

LG und gute Nacht
Der Don
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Alt  20.03.2017, 03:17   # 45
Don Loco
 
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Beiträge: 50


Don Loco ist offline
einfach nur was zum schmunzeln



Ich stell mir manchmal folgendes vor (bin ja fies und hinterhältig):

Die Evolution kommt von der Espressomaschine zurück und stellt erschreckt fest, dass diese "Menschen", die eben noch das Mammut jagten, ganz plötzlich dabei sind, die Erde zu zerstören. Sie kuckt ein bisschen zu, murmelt dann sowas wie "Hm...gierige Investmentbanker...hm...ah, die auch...aha...was mach ich da wohl..." und plötzlich strahlt sie und zückt Ihren Zauberstab.

Ein paar Tage später auf der Erde unterhalten sich 2 endgeile Sahneschnittchen in einem Londoner Café:

"Ich hab gestern übrigens Albert abserviert" "Waaas, ey, der war doch Hammer! Was der Dir alles bezahlt hat..." "Ach weißt Du, Geld, wird doch eh überbewertet, es geht doch immer nur ums shoppen und konsumieren, das ist sowas von oberflächlich, echt jetzt! Wichtig ist doch, dass wir diese wunderbare Welt retten!" "Genau, unsere Enkel wollen ja schließlich auch noch ein schönes Leben haben - Ich hab da jetzt übrigens einen tollen Typen kennengelernt - wow, ich werd' ganz feucht, wenn ich nur an ihn denke..." "Louise!...Wie sieht er denn aus?" "Hier - ich hab ein Bild!" "Äh, jaaaa..nicht gerade trainiert, oder? Und, sag mal, kann es sein, dass der 15 Jahre älter ist als Du? Und der Bart, naja...Hat er Geld?" "Nein, aber er arbeitet für Greenpeace!" "Oh mein Gott! Ja, der ist doch ganz schnuckelig...Ja, der könnte mir auch gefallen..." "Vergiss es, der gehört mir, Du Miststück!" "Schlampe" "Pfff..."

Eine Woche später in einer Investmentbank:

"Irgendwie macht's keinen Spaß mehr" "Was meinst Du?" "Naja, die Weiber sind irgendwie komisch, keine will mehr was mit mir zu tun haben, meine Alte hat mir den Laufpass gegeben, die wollte nicht mal Kohle, als ob ich 'n Ausschlag hätte oder sowas..." "Seltsam, mir geht's genauso und Bill auch - nicht mal die Nutten lassen uns mehr ran, egal wie viel wir bieten..." "Ist doch schei**e, Mann..." "Meine Rede"

3 Wochen später, bei einer NGO:

"Das war jetzt schon der 16. und wir haben noch nicht mal Frühstückszeit!" "Keine Ahnung, das geht jetzt schon seit Tagen so - Banker, Anwälte, Berater, reiche Nichtstuer - was wollen die Typen bei uns? Haben die auf einmal alle ihr schlechtes Gewissen entdeckt?" "Keine Ahnung, aber es ist noch was anders" "Und?" "Na ja, gestern war ich in einer Bar und mir ist mein NGO-Ausweis rausgefallen; plötzlich hatte ich 4,5 Mädels an mir hängen - ey ehrlich, Eine traumhafter wie die Andere! - Die haben MICH eingeladen, MICH! Normalerweise fassen die mich nicht mal mit ner Zange an und jetzt: Mit zweien hab ich die Nacht verbracht - Gott, war das geil - und von den anderen hab ich die Nummer!" "Okay, ich wollte das jetzt nicht sagen, aber ich war letztens in so, na ja Du weisst schon, so nem Etablissement" "Etablissement?" "Jaaa mit so Girls, ich will mir also eine aussuchen - da fragt mich die erste, was ich denn so beruflich mache" "Und?" "Na ja - danach hatte ich freie Auswahl - aufs Haus - und eine liebevoller wie die Andere" "Seltsam..." "Ja, schon komisch...oder?"

Ein Schelm, wer...

LG, Euer Don

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Alt  20.03.2017, 02:07   # 44
Don Loco
 
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Beiträge: 50


Don Loco ist offline
Lieber Wüstenwind,

Ja, was soll ich sagen, wir sind zu 100% einer Meinung! Ist doch super! Genau das sage ich ja seit Tagen:

Wenn die Tätigkeit per se menschenverachtend ist, spielen die Umstände keine Rolle - bin bei Deinen Beispielen dabei; bei den restlichen 99% "normaler" Tätigkeiten sind die Umstände entscheidend. That's it.

Da haben wir wohl einfach ein bisschen aneinander vorbei geschrieben. Kann ja mal vorkommen...

@ Stb99:

Zitat:
Wir sollten nicht dem Fehler unterliegen, Gesellschaften in der Vergangenheit nach heutigen Maßstäben zu betrachten.
Der Fehler liegt in der Beurteilung der Menschen, nicht in der Betrachtung oder Bewertung der Gesellschaften.

Richtig ist, wir dürfen Menschen aus vergangenen Epochen nicht nach unseren heutigen Maßstäben be- oder verurteilen!

Aber wir dürfen und wir müssen! gesellschaftliche Strukturen vergangener Epochen sowohl nach damaligen (im Rahmen der Geschichtsforschung) als auch nach unseren heutigen Maßstäben betrachten und bewerten.

Sachen wie Sklaverei, Folter, Leibeigenschaft, Hexenverbrennungen, Antisemitismus, Rassismus und und und...waren immer, sind immer und werden immer menschenverachtend sein!

Diese Erkenntnis ist letzten Endes ein Ergebnis der Aufklärung; daher dürfen wir die Menschen in den Zeiten davor (also etwa vor der Mitte des 17. Jhd., als der Begründer der Aufklärung, René Descartes, starb) nicht nach den seither gültigen Maßstäben verurteilen, einfach weil diese Menschen (im Mittelalter, in der Antike) dies nicht als Unrecht empfunden haben. Das heißt aber nicht, dass es damit automatisch kein Unrecht war!

Zitat:
Da war ein Versklaven geradezu menschlich.
NEIN, das war es NIEMALS, zu keiner Zeit! Sklaverei war immer mit unsäglichem Leid der Betroffenen verbunden. Eine derartige Verharmlosung ist daher absolut unangebracht.

Over and Out
LG an alle
Der Don
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Alt  19.03.2017, 19:28   # 43
Gemmazimma
A bissl wos geht imma
 
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Beiträge: 628


Gemmazimma ist offline
Balsam für die geschundene Freierseele

Es gibt noch Zeichen und Wunder!

Hier ein YouTube-Video über einen Beitrag in Panorama, zwar schon aus dem Jahr 2013 aber aktueller denn je. Ab Minute 4.00 ist die Schadenfreude kaum noch auszuhalten.

http://www.youtube.com/watch?feature...&v=LjQ__khZc1s

So einen erstaunlich neutralen Bericht hätte ich in den Öffentlichen nicht erwartet. Allerdings ist die Panorama-Redaktion m.E. erst umgeschwenkt, als man auf Seiten der Prostitutionsgegner den erzkonservativen CSU-Hardliner Hans-Peter Uhl ausfindig machte.

Wenn man bedenkt, mit welcher Selbstsicherheit der hier über Dinge schwafelt(e), von denen er offensichtlich keine Ahnung hat, gewinnt man einen Eindruck, wie kompetent Politiker ganz allgemein zu den unterschiedlichsten Themen sind.

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Alt  19.03.2017, 15:27   # 42
wüstenwind
 
Mitglied seit 4. February 2015

Beiträge: 889


wüstenwind ist offline
Zitat:
Wir müssen eine Diskussion führen, so dass Männer verstehen, dass sie eine allgemeine finanzielle Verantwortung haben."
Es überrascht mich immer wieder, dass im Bereich von Sexualität eine Diskriminierung nicht nur toleriert wird sondern von manchen sogar gerne explizit erzwungen wird.

@Don Loco
Zitat:
für mich zählen eben die Umstände und nicht die Tätigkeit
Beim Toiletteputzen sind es die Umstände, die menschenverachtend sein können - nicht die Tätigkeit selbst.
Wenn dagegen z.B. ein Soldat auf ein Himmelfahrtskommando geschickt wird, oder wenn Leute in Tschernobyl in den Reaktor geschickt wurden, dann mögen die Umstände noch o.k. sein - die Tätigkeit selbst ist aber menschenverachtend.


Und generell bei solchen Artikeln - da frage ich mich immer inwiefern der Autor nicht auf den Putz haut um von eigenen Verfehlungen abzulenken. Und Verfehlungen gibt es im Bereich von Sex sicher welche. Da haben sie doch dieser Tage einen Trump-Freund im Bett mit einem Minderjährigen erwischt. Der war sicher auch einer, der vorher groß die Klappe aufgerissen hat und andere niedergebügelt hat.
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Alt  19.03.2017, 14:19   # 41
E.B.
 
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Mitglied seit 19. October 2014

Beiträge: 1.041


E.B. ist offline
Zitat:
Meiner Erfahrung nach vermitteln
die meisten Prostituierten ein
weitaus positiveres Menschenbild als
ein Großteil der Münchner Frauenwelt
Diese Aussage gehört gerahmt und auf dem Weg zur Damentoilette prominent aufgehängt.


Zitat:
In Schweden gibt es noch immer Prostituion.
Nicht nur das: im Baltikum gibt es jetzt auch von Schweden frequentierte Prostitution. Toller Erfolg nach dem St. Florians-Prinzip!

Wahrscheinlich hilft gegen die schwedischen Feminahdsiehs nur die harte Keule, wenn die Schwedin Gudrun Schyman Männersteuern mit der Begründung "Wir müssen eine Diskussion führen, so dass Männer verstehen, dass sie eine allgemeine finanzielle Verantwortung haben." fordern darf, dann brauchen wir auf Männerseite einen teflongeduschten Extremradikalinski, der in den Talkshows darlegt, "dass Frauen eine allgemeine sexuelle Verantwortung haben, und die Dose hinhalten müssen" Wie wäre es mit drei Jahren Vögeldienst zwischen Schule und Ausbildung?

(rein aus Verhandlungsgründen, weil man sich ja immer irgendwo in der Nähe der Mitte trifft, und man diese Mitte nicht vorher schon kampflos auf die Frauenseite driften lassen muss).
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