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Alt  23.11.2016, 14:53   # 1
Hodaddy
Sperminator
 
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Mitglied seit 12. October 2002

Beiträge: 1.694


Hodaddy ist offline
Der "nette Idiot": Ein Liebeskasper wird abgezockt

http://www.zeit.de/2016/46/rotlichtv...emiker-prozess
__________________

Gotta quit that pay sex, 'cause I won't collect riches
if I blow my hard-earned cash on da hoes and bitches

Muss es endlich schaffen, mit dem Paysex aufzuhören,
denn ich mach kein Geld, wenn ich's rauswerf für die Gören
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Danke von

KOMMENTARE und ANTWORTEN dazu...
Alt  23.11.2016, 21:07   # 7
Drballa
Leichenfinder a.D
 
Benutzerbild von Drballa
 
Mitglied seit 31. December 2012

Beiträge: 465


Drballa ist offline
@ justus

die einfache Variante vom agilen jungen Mann

die repräsentativere Ausführung vom solventen älteren Herrn
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Alt  23.11.2016, 20:49   # 6
justus
Out of Munich
 
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Mitglied seit 11. August 2006

Beiträge: 1.510


justus ist offline
Man darf in die einschlägigen Häuser zu den Top 5 von München ohne Blumenstrauß rein? Ernsthaft?
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Danke von
Alt  23.11.2016, 20:17   # 5
mupfel
S´ISCHKOIENGEL
 
Benutzerbild von mupfel
 
Mitglied seit 5. September 2012

Beiträge: 4.609


mupfel ist gerade online
Wink erwischt

ääähhhm cyno, blumen gibts keine für deine einzige freundin die kohle geht für sprit drauf,
ich geh mich mal nützlich machen

justus oben
Zitat:
Man darf in die einschlägigen Häuser zu den Top 5 von München ohne Blumenstrauß rein? Ernsthaft?

aber klar, dürfen tut mann schon, du wirst halt dafür besraft, dann wenn de drin bist
__________________
“I don't know the question, but sex is definitely the answer.”[Woody Allen]
Wer einmal leckt, der weiß, wie´s schmeckt.
Ich hasse es, wenn außer mir nix süßes im Haus ist
Manche Dinge machen erst so wirklich Sinn, wenn sie nass sind.

member of "
Los Lisaficionados" & "Los Juliaficionados"
MEIN KOPFKINO HÄTTE EINEN OSCAR VERDIENT

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Alt  23.11.2016, 19:15   # 4
Cynosure..!
 
Mitglied seit 3. September 2015

Beiträge: 31


Cynosure..! ist offline
Denke, wenn ich mich hier im Forum so umschaue, dass es zahlreiche "nützliche, liebe Idioten" besonders hier im Forum gibt. Bei einigen Schreibern kann man es mehr als erahnen!
Es soll ja Männer geben, die u.a. stundenlange Anfahrten auf sich nehmen, um Ihre Liebling DL zu treffen und Blümchen überreichen.
Cynosure
__________________
Für mich nur das Beste, oder gar nichts !
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Alt  23.11.2016, 15:08   # 3
Slicker69
---
 
Mitglied seit 22. October 2011

Beiträge: 5.235


Slicker69 ist offline
Wink @Hodaddy

Es gibt leider kein Mittel dagegen.
Schade für diesen Kunden,aber es wird sicher noch mehr geben,die einfach nur ihren Mund halten,weil es ihnen peinlich ist.

Das wird man immer wieder lesen
Zitat:
Ein Liebeskasper wird abgezockt
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Alt  23.11.2016, 15:00   # 2
mupfel
S´ISCHKOIENGEL
 
Benutzerbild von mupfel
 
Mitglied seit 5. September 2012

Beiträge: 4.609


mupfel ist gerade online
servus hodaddy

ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, dachte ich sichere mal den text, irgendwann wird der link nicht mehr funktionieren, also eventuell

Rotlichtviertel: Der nette Idiot



Eine junge Prostituierte nimmt einen verliebten Akademiker aus. Ihr Prozess zeigt die brutalen Gesetze eines Berliner Rotlichtviertels.
Von Ursula März
17. November 2016, 3:19 Uhr Editiert am 20. November 2016, 11:55 Uhr DIE ZEIT Nr. 46/2016, 3. November 2016 168 Kommentare


Prostituierte im Rotlichtviertel © Boris Roessler/dpa An einem Tag im Jahr 2011 sprach Rolf Vogelsang* auf dem Billigstrich um die Potsdamer Straße im Westen Berlins eine schwarzhaarige, sehr zierliche Prostituierte an. Sie wechselten ein paar sachliche Sätze: 20 Euro für die orale Variante im Auto, 50 Euro für eine halbe Stunde im Hotel. Aber Vogelsangs Interesse an der Frau ging binnen Sekunden so weit übers Geschäftliche hinaus, als sei in ihm eine Bombe gezündet worden. "Es hat mich", sagte er später, "sofort erwischt."
Der coup de foudre katapultierte das bürgerliche Durchschnittsleben des 50-jährigen Akademikers in ein Drama von hollywoodhaften Dimensionen. Über Jahre hin unternahm der verzauberte Freier, der sich schon bei der zweiten Begegnung nicht mehr als solcher betrachtete, alles, um das Mädchen Hanka, Hani genannt, aus dem Schmutz der Straßenprostitution zu erretten. Er lud sie ins Kino und ins Café ein, bezahlte sie für Spaziergänge und lange Gespräche, fuhr abends an ihrem Standplatz vorbei, um ihr frisches Obst zu überreichen. Er wurde, "als wir uns im Januar 2013 unsere Liebe gestanden", vom Glück durchzuckt – und im Jahr darauf auf eine Art und Weise ausgeplündert, deren burlesker Aspekt die Infamie noch steigert.
Warum sie zu dem Zuhälter zurückgekehrt ist? "Weil ich eine gütige Seele habe"



Nun, im Spätsommer 2016, steht der silberhaarige Mann mit dem biederen kurzärmligen Karohemd als einer der Zeugen vor der 11. Strafkammer des Berliner Landgerichts, die den Fall der 29-jährigen Bulgarin Hanka V. und ihres 37-jährigen Landsmannes Dimitar A. verhandelt. Ihr wird Betrug vorgeworfen. Bei ihm kommt aus Sicht der Staatsanwaltschaft allerhand zusammen: Zuhälterei, Menschenhandel, gefährliche Körperverletzung, betrügerische Erpressung sind nur die gewichtigsten Anklagepunkte. Die Schwierigkeit, sie hieb- und stichfest nachzuweisen, deutet sich schon am ersten Prozesstag an, da sich wichtige Zeugen als wankelmütig erweisen. Beispielsweise die 27-jährige Tatjana M., ebenfalls eine bulgarische Prostituierte, die als Nebenklägerin auftritt, aber belastbar erscheinende Aussagen schon im nächsten Moment durch wirre oder seltsam blumige Erläuterungen relativiert.
Tatjana M. kam 2009 zum Anschaffen nach Berlin. Sie hatte, wie die meisten osteuropäischen Prostituierten, wie auch Hanka, nie eine andere Arbeit ausgeübt. Unmittelbar nach ihrer Ankunft ging sie mit Dimitar A. eine Partnerschaft ein, in der die Grenze zwischen Anhänglichkeit ihrerseits und finanzieller Ausbeutung seinerseits mäandernd verlief. Welchen Anteil ihrer Einkünfte sie ihm überließ, will sie vor Gericht so wenig präzisieren wie die Zahl ihrer Abtreibungen. Eine Wohnadresse gab es nicht. Die beiden übernachteten in billigen Hotels oder im Auto auf dem Parkstreifen der Bülowstraße, wo blutjunge Prostituierte bisweilen so dicht aufgereiht stehen, als gehörten sie zu einer Balletttruppe. Im Oktober 2013 wird Dimitar A. verhaftet und im Dezember 2013 wegen gemeinschaftlichen Raubes zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft verwickelt sich das Knäuel jener Ereignisse, die schließlich auch Rolf Vogelsang mitreißen und die das Gericht mühsam zu entwirren sucht.
Das persönliche Interesse des Dimitar A. gilt nun, da er sich wieder auf freiem Fuß befindet, einer namentlich nicht genannten Tschechin. Sein wirtschaftliches an Tatjana M. soll er dafür umso brutaler durchgesetzt haben. Ab Januar 2014 soll er sie gezwungen haben, Tag und Nacht auf dem Strich zu arbeiten, ihr Drogen aufgedrängt, sie regelmäßig geprügelt, einmal sogar mit einem Messer angegriffen haben. Über mehrere Vorfälle gibt es Polizeiprotokolle. Allerdings zog Tatjana M. die Anzeigen oft schon am nächsten Tag wieder zurück. Im Frauenhaus, wo ein Sozialdienst sie unterbrachte, hielt sie es genau eine Nacht aus. Auf die Frage des Verteidigers von Dimitar A., weshalb sie nach den Misshandlungen nicht nur immer wieder zum Angeklagten zurückgekehrt sei, sondern darum gekämpft habe, die Favoritinnenrolle in dessen zuhälterischem Management zurückzuerobern, gibt sie zu Protokoll: "Weil ich ein gütiges Herz und eine gütige Seele habe."
Dann werden die Karten neu gemischt. Hani tritt an die Seite von Dimitar. Wenn man beiden glauben mag – auch sie erlebten einen Blitzschlag der Liebe. In einer vom Verteidiger verlesenen Erklärung teilt Dimitar dazu mit: "Hani ist die Liebe meines Lebens. Was sollte ich machen? Ich musste mich von Tatjana M. und der Tschechin trennen, ich liebte beide nicht mehr." Bisweilen ähnelt der Prozess einem Bühnenschwank, der das Publikum in den Genuss gewundener Viertel- und Unwahrheiten bringt.Das auftretende Milieu erinnert indes an eine Dorfgesellschaft mit ihren sozialen Verstrickungen und internen Gesetzmäßigkeiten. Dieser Vergleich ist mitnichten verharmlosend. Der Anblick notdürftig bekleideter 20-jähriger Frauen, die beim Lächeln schwarz verfärbte Zahnstummel enthüllen, eignet sich wenig für die Beschwärmung urbaner Frivolität. Ebenso wenig der Volvo-Kombi mit dem Aufkleber "Baby an Bord", dessen Fahrer mit prüfenden Blicken am Prostituiertenspalier vorbeikriecht. Beides aber geschieht auf offener Straße. An keinem anderen Ort in Deutschland, von der Hamburger Reeperbahn abgesehen, vollzieht sich innerstädtische Straßenprostitution mit derart greller Selbstverständlichkeit wie in diesem abgewirtschaftet anmutenden Berliner Viertel, wo Tiergarten, Kreuzberg und Schöneberg aufeinandertreffen. Doch so eigenmächtig, verkommen, kriminell oder mafiös die Binnenwelt des Milieus auch sein mag: Es unterhält Beziehungen zur Außenwelt. Es hat nicht, und das verdeutlicht dieser Prozess, den Charakter einer hermetischen Unterwelt, den es durch ein Prostitutionsverbot wohl annähme.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 46 vom 3.11.2016. Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben. In der zweiten Prozesswoche betritt "Herr Neuscheid", so sein Titel im Milieu, mit einer gewissen pastoralen Feierlichkeit den Prozesssaal. Herr Neuscheid engagiert sich bei der Linderung des Prostituiertenelends in einem privaten Hilfsprojekt, das aus einer einzigen Person besteht – ihm selbst. Der Pensionär begleitet die "Mädchen", wie er sie nennt, zu Behörden, redet Zuhältern ins Gewissen, parkt sein Auto auf der Bülowstraße und stößt die Beifahrertür auf, wenn er ein entkräftetes Geschöpf heranwanken sieht. Offensichtlich ist Herr Neuscheid als Szenekenner auch ein Ansprechpartner der Polizei. Dem Gericht bestätigt er, Tatjana M. im Frühjahr 2014 mit zerschlagenem Gesicht gesehen und einmal dabei beobachtet zu haben, wie sie sich mit einer Frau auf der Straße lautstark prügelte.
Als Nächstes tritt ein junger Wirtschaftsjurist in den Zeugenstand. Er wohnt zufällig im Strichkiez. Er hat Dimitar A. im Sommer 2015 angezeigt, weil der ein iPhone nicht zurückgab, das er ihm zur Reparatur überlassen hatte. Man traut dem Angeklagten vieles zu – auch Spezialkenntnisse auf dem Gebiet der Elektronik? Und warum war Dimitar A. mehrfach Gast im Wohnzimmer des Zeugen? Könnte dies mit dem Erwerb von Crystal Meth zu tun gehabt haben? Auf solche Fragen des Vorsitzenden hin tun sich im Kopf des Wirtschaftsjuristen Gedächtnislücken von medizinisch bedenklichem Ausmaß auf. Gegen Ende der Zeugenparade erscheint der schwergewichtige und schweratmige Richard A. Seine Rolle im Dorfgeschehen ist verschwommen. Fest steht, dass er mit Hanis Schwester liiert war. Fest steht auch, dass er mit einem Betrieb bankrottging und seine Einnahmen mit der Untervermietung des Schlafzimmers an Leute aus dem Milieu aufbessert. Auch Hani wohnte gelegentlich bei ihm. Sie brachte Dimitar A. mit, dieser brachte einen Mercedes-Besitzer namens Erwin P. mit, der irgendwann mit Dimitar A. über eine Ablösesumme für Tatjana M. in Höhe von 25.000 Euro verhandelt haben soll. Auf diese Deals versucht sich der Anklagevorwurf des Menschenhandels zu stützen. Nur findet sich kein Zeuge, der die Vermutung urteilsfähig zu konkretisieren vermöchte.Auch der liebestolle Rolf Vogelsang war irgendwann eine Art Dorfbewohner. Wenn er Hani nicht antraf, weil sie gerade Kunden hatte, gab er seine Obsttüten im Café ab, in dessen Kundschaft sich das Rotlichtpersonal mit den verlorenen Seelen des Viertels mischt. Im "Froben-Café" strecken Prostituierte für eine Zigarette die Füße aus. Vor dem "Eros-Burger" sitzen im Sommer morgens um sieben bullige Kerle mit Trainingshosen und fettgoldenem Armschmuck und genehmigen sich Feierabenddrinks.
"Nimm doch wenigstens die Blumen!"

Die dunklen Wolken, die im Frühjahr 2014 über Rolf Vogelsang aufziehen, will er monatelang nicht wahrhaben. Am 20. Mai ruft ihn eine Kollegin von Hani an. Es sei, schreit sie ins Handy, etwas Furchtbares geschehen: Hani sei von einem Zuhälter nach Bulgarien entführt worden. Der Entführer – er ist so wenig real wie das ganze Schauermärchen – fordere 5.000 Euro. Hani legt mit einer SMS nach: "Rolf, hilf mir! Bin entführt! Es geht um Leben und Tod." Rolf Vogelsang übergibt Dimitar A., den er für den Geldboten des Entführers hält, persönlich 4.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hält A. für die treibende Kraft hinter den immer aberwitzigeren Lügen, die auf die Ersparnisse des verblendeten Vogelsang abzielen. Im Juni 2014 zahlt der je 2.500 Euro für die Beerdigungen von Hanis Vater und Großmutter. (Beide sind noch heute quicklebendig.) Im Juli zahlt er 5.000 Euro für die Kaution einer Wohnung, die Hani angeblich in Bulgarien erwerben möchte. Er zahlt für das Ferienlager einer Tochter, die Hani plötzlich in Bulgarien zurückgelassen haben will. (Natürlich gibt es sie nicht.) Die Summe der Beträge, die Vogelsang herausrückte und die mutmaßlich in die Hände von Crystal-Meth-Dealern gelangten oder über Umwege in den Besitz eines arabischen Familienclans, der Gerüchten zufolge die Prostitution um die Potsdamer Straße kontrolliert – diese Summe kennen nur er und seine Kameliendame. Es könnte korrekt sein, sie im mittleren fünfstelligen Bereich zu verorten.
Erst Ende 2014 gehen Vogelsang die Augen auf. Akribisch rekonstruiert er nun bei den Ermittlern die an ihm begangenen Betrügereien. Im gleichen Zeitraum sucht er die Drogenberatungsstelle der Caritas auf, um sich zu erkundigen, wie einem Crystal-Meth-abhängigen Straßenmädchen geholfen werden könne. "Ich habe", sagt er, als könne er die Tiefe der Abgründe, in die er sich stürzte, bis heute kaum ermessen, "meine Hani nicht wiedererkannt." Seine Ehe ist geschieden, das Haus der Familie am grünen Stadtrand verkauft. Er leide, schildert er dem Gericht, unter Schlafstörungen, Verdauungs- und Potenzproblemen, er sei "wirtschaftlich, seelisch und körperlich am Ende". Hanis letzte SMS-Nachricht an ihn kam im Februar 2015. Sie lautete: "Rolf du bist ein Idiot, aber ein netter Idiot."

In der Weimarer Republik galt der alte Berliner Westen als Inbegriff großbürgerlicher Lebenskultur. In den Nachkriegsjahrzehnten wurde das Viertel dank seines niedrigen Sozialniveaus und seiner zerrupften Neubebauung zum Inbegriff des berlintypischen Kaputtheits-Charmes. Der Straßenstrich, der das Gebiet beherrscht, hat eine jahrzehntelange Geschichte und das Prestige einer in jedem Reiseführer verzeichneten Pittoreske unsolider Sitten. Aus nachvollziehbaren Gründen empfinden die Anwohner dieses Prestige als blanken Hohn. Sie beobachten vom Küchenfenster aus kopulierende Menschen im Gebüsch und in Parkplatzecken, steigen auf dem Weg zur Mülltonne über Kondome, Feuchttücher und Notdurft.
Ende vergangenen Jahres riefen sie den Arbeitskreis "Gegen den Strich – für einen Sperrbezirk in Tiergarten Süd" ins Leben. Einer Unterschriftenaktion schlossen sich über tausend Bürger an. Der Arbeitskreis zeugt weniger von moralischem Säuberungsfanatismus als von der Sorge, wie es im Viertel weitergehen soll, wenn sich in der Sommersaison bis zu 400 Prostituierte auf einem Dutzend Quer- und Parallelstraßen drängen. Die EU-Osterweiterung, heißt es in einer Erklärung, habe zu einer beängstigenden Kriminalisierung und einer hemmungslosen Ausdehnung der Straßenprostitution geführt. Die spiele sich mittlerweile vor Kirchen, Kliniken und Kindergärten ab.
Er fleht durch die Badezimmertür: "Nimm doch wenigstens die Blumen!"

Tatsächlich ist Berlin, neben Rostock, eine von nur zwei deutschen Städten ohne Sperrbezirksverordnung und die Stadtpolitik, zumal die der SPD, seit Jahren uneins, ob sie den Freiraum abschaffen oder weiter tolerieren soll. Die Frage könnte sich bald von selbst erledigen. Nicht durch die Macht des Gesetzes, sondern durch die der Gentrifizierung. Um die hundert Millionen Euro investiert die Immobilienagentur Diamona & Harnisch in zwei Wohnkomplexe der Nobelklasse. Ihr Standort: mitten im Rotlichtgebiet. Ein Prachtbau mit dem klingenden Namen Carré Voltaire wird 119 Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen zwischen 4.400 und 7.500 Euro beherbergen. Keine zwei Fußminuten entfernt findet sich das Frauencafé "Olga", eine für viele Prostituierte existenzielle Institution. "Das Olga" bietet medizinische und hygienische Versorgung, Übernachtungsplätze, Kondome und Spritzen, alles kostenlos. Gegen den soziokulturellen Clash, der dem Viertel bevorsteht, könnten sich die Verwerfungen vom Prenzlauer Berg wie Sandkastengeplärr ausnehmen.
Kurz nach Prozessbeginn werden die Verfahren gegen die Angeklagten Dimitar A. und Hanka V. voneinander abgetrennt. Dimitar A. wird drei Wochen später zwar von Menschenhandel und Zuhälterei freigesprochen, wegen Beihilfe zum Betrug, gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und mehrfachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aber zu einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Da die Delikte in seine alte Bewährungszeit fielen, muss er weiter sitzen. Der Staatsanwaltschaft ist das Urteil zu milde, sie hat Revision eingelegt.
Hanis Prozess endet glimpflicher. Nach ihrem Kontakt zu Rolf Vogelsang befragt, schildert sie ihn als Zufallsbekannten, der sich seit Jahren ungefragt und penetrant in ihr Leben einmische und sich nicht abschütteln lasse. Wegen Betruges bekommt sie zehn Monate auf Bewährung. Das Urteil fällt an einem Freitag, noch am selben Tag kann Hani das Untersuchungsgefängnis verlassen. Vogelsang, der am Montag darauf im Prozess gegen Dimitar A. aussagt, wird vom Vorsitzenden gefragt, wann er Hani denn zum letzten Mal gesehen habe. "Am Samstag." – "Diesen Samstag?" – "Ja." – "Also vor zwei Tagen?" Jeder im Saal hält die Luft an.
Nachdem Rolf Vogelsang erfahren hat, dass Hani in Freiheit ist und bei einem bulgarischen Freund untergekommen ist, macht er sich am Samstagabend sofort auf den Weg. Der Bulgare will ihn erst nicht in die Wohnung lassen: Hani sei unter der Dusche. Vogelsang solle verdammt noch mal abhauen und sie endlich in Ruhe lassen. "Hani", fleht er durch die Badezimmertür, "nimm doch wenigstens die Blumen!"
*ktober 2016 1.072 Kommentare


in guter Erinnerung (1:33)




Kommentare

54

Bei allem Respekt, aber dieser Rolf hat es wirklich verdient. Das ist nicht naiv, das ist schon menschenverachtend dämlich.

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tdhaller
#1.1 — vor 3 Tagen 25

Alter schützt vor Torheit nicht. Ich denke ganz speziell an einen Bekannten, dem Ähnliches - allerdings ein paar Grade weniger dramatisch - passiert ist, im zarten Alter von 49 Jahren. Manche Leute werden schon sehr komisch, wenn Amor auf sie einprügelt...
+ 10 Weitere Antworten anzeigen



Manfred der Erste
#2 — vor 3 Tagen 24

Um Gotteswillen dem Man ist einfach nicht zu helfen, der sollte dringend in Therapie. Was muss noch passieren bis der aus seine liebesgespinsten aufwacht.

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Winnewupp
#2.1 — vor 2 Tagen 5

Für den einen sind das Liebesgespinste, für den anderen bereits Stalking. Scheinbar wird man Stalker selbst mit krimineller Behandlung dieser nicht los...
+ 1 Weitere Antworten anzeigen




Paul Freiburger
#3 — vor 3 Tagen 16

Das liest sich wie eine Illustration zu den Ausführungen von Thomas Fischer zum Problem der Wahrheitsfindung hier auf ZON.

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tdhaller
#3.1 — vor 3 Tagen 14

Und ist Wasser auf meine Mühlen, wenn ich sage, Zeugenaussagen sind oft kein taugliches Beweismaterial. Ich wette, jeder einzelne dieser Zeugen hier wäre gerne bereit, zu beschwören, dass es genau so war, wie er/sie sagt, kein bisschen anders. Zeugen sind sich fast immer 100% sicher.
+ 3 Weitere Antworten anzeigen


bauerhans
#4 — vor 3 Tagen 2

der mensch ist liebestoll.

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DianeStargard
#4.1 — vor 2 Tagen 2

....russisches Sprichwort: "Zwischen 40 und 50 kommen beim Mann die letzten Teufel raus, dann nimmer mehr"....der Spuk geht vorbei.

Antwort auf #4 von bauerhans Antworten Melden Empfehlen


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