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Alt  04.02.2015, 22:26   # 1
Louis111
 
Mitglied seit 17. January 2013

Beiträge: 709


Louis111 ist offline
Post Neues Prostitutionsgesetz - Gesetzentwurf - Bundesweite Kondompflicht

Gesetz zur Prostitution: Koalition einigt sich auf Kondomzwang für Freier

Von Ann-Katrin Müller

Käuflicher Sex ohne Kondom ist künftig bundesweit verboten. Darauf einigten sich Union und SPD. Ein Mindestalter für Prostituierte soll es aber nicht geben - ebenso wenig wie Zwangsuntersuchungen.

Berlin - Monatelang haben sie gestritten, gestern Abend stundenlang getagt. Nun haben sich die Fachpolitiker von Union und SPD über die letzten Punkte zur Reform des Prostitutionsgesetzes geeinigt. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig ist dafür zuständig, wollte aber sichergehen, dass die Union ihren Gesetzentwurf dann auch mitträgt.

Unter anderem soll nun die Kondompflicht bundesweit in Bordellen eingeführt werden - der SPIEGEL hatte bereits im August über dieses Vorhaben berichtet. Allerdings sollen dabei nicht die Sexarbeiterinnen bestraft werden, sondern nur die Freier. Wie die Kontrolle funktionieren soll und welche Sanktionen es geben soll, sollen die Länder frei entscheiden können.
Frauen- und Prosituiertenverbände sowie viele SPD-Politiker hatten eine Kondompflicht bis zuletzt kritisiert, da dabei immer nur die Sexarbeiterinnen bestraft würden. Dies könne man am Beispiel Bayern sehen, wo nur sie und nicht die Freier mit Zwangsgeldern belangt werden. Ansonsten gibt es bislang nur im Saarland eine Kondompflicht, sie wird dort allerdings nicht kontrolliert.

Schon im August hatte es Gespräche gegeben, man einigte sich auf eine Anmeldepflicht für die Prostituierten und eine Betriebsstättenerlaubnis für Bordellbetreiber - ebenso wie auf das Verbot von Flatrate-Sex, Gangbang-Partys und Werbung für ungeschützten Verkehr.

Doch bis zuletzt waren vor allem drei Punkte strittig. So wollte die Union ein Mindestalter einführen, erst ab 21 Jahren hätte man demnach als Prostitutierte arbeiten dürfen. Dieses sogenannte Mindestalter wird es nicht geben, heißt es bei Teilnehmern der gestrigen Sitzung, allerdings soll es für die 18- bis 21-Jährigen demnächst besondere Auflagen geben. So soll ihre Anmeldung als Prosituierte immer nur für ein Jahr gelten, außerdem sollen sie alle sechs Monate zur medizinischen Beratung müssen, nicht nur einmal im Jahr wie ältere Prostituierte.

Statt der von der Union geforderten Zwangsgesundheitsuntersuchung, womit der sogenannte Bockschein wieder eingeführt worden wäre, sollen Prostituierte nun alle zwölf Monate zu einer "medizinischen Beratung" gehen, eine Untersuchung ist nicht notwendig.

Nur wenn ein Arzt eine solche Beratung bestätigt, kann sich eine Prostituierte künftig anmelden, um in dem Gewerbe zu arbeiten. Sie muss allerdings nicht bei einem Gynäkologen stattfinden, wie von der CSU gefordert, sondern kann auch bei einem niedergelassenen Arzt oder beim Gesundheitsamt stattfinden.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1016671.html

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Alt  02.02.2016, 17:27   # 183
mr.cock27
 
Benutzerbild von mr.cock27
 
Mitglied seit 29. December 2014

Beiträge: 996


mr.cock27 ist offline
Zitat:
Strengere Regeln für Bordellbetreiber und Gesundheitsberatungen - der Weg für das Prostitutionsgesetz ist frei. Die Regierungsparteien haben sich zu einem Kompromiss durchgerungen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1075271.html
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Alt  20.01.2016, 13:18   # 182
LonelyJoe
Pauschalclubber
 
Mitglied seit 20. January 2013

Beiträge: 1.131


LonelyJoe ist offline
Neue Äußerung von Donna Carmen zu Antrag der Grünen und der Linken

http://www.donacarmen.de/bundestagsf...beit/#more-692

Bundestagsfraktionen von GRÜNEN und LINKEN: Gnadenloser Opportunismus in Fragen der Prostitutionsgesetzgebung:
Publiziert am Januar 18, 2016
Für Erlaubnispflicht – gegen rechtliche Gleichstellung von Sexarbeit

Anmerkungen von Doña Carmen e.V.

Mit Datum vom 12. bzw. 13. Januar 2016 haben die Bundestagsfraktionen der GRÜNEN und LINKEN jeweils einen Antrag zur Prostitutionspolitik im Bundestag eingebracht (Drucksache 18/7236 und 18/7243).

Beide Anträge plädieren völlig kritiklos für die von der Bundesregierung geplante Einführung einer „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“– die GRÜNEN offen heraus, die LINKE verschämt.

Von den GRÜNEN war nichts anderes zu erwarten, da sie die Regierungsposition eines durch und durch „kriminellen Rotlichtmilieus“ unbesehen teilen. Nach ihrem Dafürhalten gefährdet nicht die Bundesregierung mit ihrem „Prostituiertenschutz-gesetz“, sondern Prostitution an sich die Grundrechte von Sexarbeiter/innen.

Die Position der Grünen ist nachvollziehbar: Man will auf Teufel komm raus gemeinsam mit der CDU die nächste Bundesregierung stellen. Da muss man schon mal in Vorleistung treten – auf Kosten von Sexarbeiter/innen. Ist ja auch keine klassische Wählerklientel der GRÜNEN. „Unsere Forderung ist Teil Ihres eigenen Vorschlags zur Regulierung von Prostitutionsstätten“ – rief die GRÜNE Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws geradezu flehentlich in Richtung Regierungsbank im Deutschen Bundestag. (vgl. Plenarprotokoll 149. Sitzung,
14. Jan. 2016, S. 14742)

Dass nun auch die LINKE mit einem Plädoyer für „Konzessionen“ von Prostitutionsstätten ihr Fähnchen in den repressiven Wind und sich selbst an den Rockzipfel der GRÜNEN und der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hängt, zeigt die ganze Orientierungslosigkeit und Tristesse dieser Partei.

Auf den Müllhaufen geworfen und vergessen sind die durchaus vernünftigen und bedenkenswerten Positionen, die man als PDS noch 2001 in einem Gesetzentwurf zur „Beruflichen Gleichstellung von Prostituierten und anderer sexuell Dienstleistender“ vertrat. Aber: Was schert mich mein Geschwätz von gestern?!

Die Botschaft von GRÜNEN und LINKEN ist bei den Regierungsvertretern im Parlament gut angekommen: „Der Blick auf die Anträge aus Ihren Reihen, liebe Kolleginnen und Kollegen der Fraktionen von Grünen und Linken, signalisieren mir ebenfalls Zustimmung für eine durchdachte Konzessionierung von Prostitutionsstätten“, so SPD-Rednerin Ulrike Bahr am 14.01.2016 im Bundestag.

So viel Kuschelkurs zwischen „Opposition“ und Bundesregierung in Sachen Prostitutionsgesetzgebung war schon lange nicht mehr. Mit unglaublicher Phrasendrescherei werden Brücken gebaut: „Vor allem im Bereich der Armutsprostitution herrschen entsetzliche Zustände. Viele nehmen Drogen“, verkündet etwa die frauenpolitische Sprecherin der LINKEN, die Bundestags-abgeordnete Cornelia Möhring, im Bundestagstag. Rechte – so Möhring –bräuchten Sexarbeiter/innen deshalb, „damit sie unabhängig zum Beispiel von Großbordellbetreibern ihren Beruf frei ausüben können“.

Hier jagt ein Gemeinplatz das nächste Vorurteil – natürlich komplett faktenfrei und aus dem Ärmel geschüttelt.

GRÜNE und LINKE spekulieren mit ihrer Positionierung „pro Erlaubnispflicht“ darauf, dass ihr Verzicht auf einegesundheitliche Zwangsberatung und eine Zwangsregistrierung von Sexarbeiter/innen als tolle Oppositionsleistung gewürdigt wird und ein ausreichend großer Köder ist, damit die Betroffenen die bittere Pille der Erlaubnispflicht schlucken. Sie spekulieren darauf, dass ihr gnadenloser Opportunismus in der Sache als „kleineres Übel“ hingenommen wird. Damit dürften sie sich verspekulieren!

GRÜNE und LINKE unterschlagen,

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ eine originäre Forderung oberer Polizeibehörden und der Innenministerien ist und „Mindeststandards“ nur insofern berücksichtigt werden, sofern sie sich als Kontrollanlässe instrumentalisieren lassen;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe‘ ein repressives Konzept ohne sachlich ausgewiesene Notwendigkeit ist;

– dass es mit der Anzeigepflicht nach § 14 Gewerbeordnung bei gleichzeitiger Freiberuflichkeit der Prostitutionstätigkeit ein passendes und praktikables Alternativ-Konzept zur Erlaubnispflicht gibt;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht“ ein Mittel der Stigmatisierung des Prostitutionsgewerbes als von Kriminalität geprägtes „gefahrenträchtiges“ Gewerbe ist;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ mit ihren Kontroll- und Dokumentationspflichten ein Freibrief für die Zwangsregistrierung von Sexarbeit durch die Hintertür ist;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ ein komplettes Bewegungsprofil zeitigt und eine Totalüberwachung von Sexarbeiter/innen ermöglicht;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ eine völlig inakzeptable Ausweitung patriachaler Kontrolle über Frauen und ihre Sexualität durch Bordellbetreiber beinhaltet;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ als Ausnahmerecht konzipiert ist – jenseits aller allgemein geltenden gewerberechtlichen Standards;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ für Sexarbeiter/innen eine Überwachung von Sexarbeiter/innen wie bei Schwerverbrechern vorsieht (jederzeitige verdachtsunabhängige und anlasslose Kontrollen) und dass sie das in Art 13. Grundgesetz verankerte Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung mit Füßen tritt;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ und das dafür erforderliche ‚Betriebskonzept‘ ein Einfallstor für moralische Wertungen gegenüber „nicht tolerablen“ Geschäftsmodellen in der Prostitution darstellt;

– dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ die Infrastruktur von Prostitution in Frage stellt sowie Arbeitsplatz- und Existenzvernichtung bei Sexarbeiter/innen befördert;

Mit anderen Worten: Man verschweigt, dass die geplante „Erlaubnispflicht für Prostitutionsgewerbe“ ein Instrument zur schrittweisen Rückabwicklung der Legalisierung von Prostitution ist. Ein beredtes Schweigen von GRÜNEN und LINKEN! Rechte von Sexarbeiter/innen sind den Bundestagsfraktionen von GRÜNEN und LINKEN bestenfalls Verfügungsmasse und Mittel zur eigenen parteipolitischen Profilierung.

Wenn es schon zu viel verlangt ist, dass GRÜNE und LINKE eine pro-Prostitution-Position einnehmen, so hätte man doch erwarten dürfen, dass sie endlich für eine vollständige Entkriminalisierung von Prostitution eintreten und die rechtliche Gleichstellung von Sexarbeit als Ausgangspunkt für konkrete Detailfestlegungen akzeptieren.

Doch selbst dazu sind diese Parteien offenbar weder fähig noch in der Lage.
Eine Schande und eine Bankrotterklärung! Aber so sind sie eben.

Sexarbeiter/innen sind mehr denn je darauf verwiesen, ihre Interessen autonom zu vertreten und auf Selbstorganisation zu setzen.
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Alt  18.01.2016, 14:51   # 181
DorianG
 
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DorianG ist offline
Wink @Joe

Natürlich stimmt das nicht! Meine Aussage war doch ironisch!
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Alt  18.01.2016, 12:07   # 180
Slicker69
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Slicker69 ist offline
Thumbs down Lügen haben kurze Beine

Wie die Politik die Wirklichkeit verbiegt!
Was für Heuchler vor dem Herrn :-(


An die Wand.....
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Alt  18.01.2016, 11:01   # 179
LonelyJoe
Pauschalclubber
 
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LonelyJoe ist offline
Zitat:
und ist auch schon mal in einer Nacht durch die Berliner Bordelle gezogen und hat mindestens 100Frauen angetroffen, die nicht freilich machen.
Spätestens an diesem Satz merkt man doch dass er lügt.
Überleg doch mal, wie oft wir Freier zu den Frauen gehen und wie oft wir den Eindruck hatten, dass sie es nicht freiwillig macht.
Und dann geht so ein unerfahreren Politikertroll in einer Nacht durch die Bordelle in Berlin und trifft gleich 100 Frauen, die es nicht freiwillig machen ??
Wie glaubwürdig ist das ??
Das ist erstunken und erlogen, mehr nicht. Wahr kann das nicht sein.
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Alt  16.01.2016, 23:48   # 178
SalonPatrice
anders als andere
 
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Beiträge: 2.572


SalonPatrice ist gerade online
die üblichen Allgemeinplätze der Politiker.
Ausschweifend, wenig bis gar nicht detailliert und keine Ahnung von der Praxis.

Also................nichts Neues, was da zu erwarten sein wird................außer verstärkter Kontrolle an jeder Front.
__________________
Anders als andere
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Alt  16.01.2016, 20:53   # 177
DorianG
 
Mitglied seit 12. July 2013

Beiträge: 384


DorianG ist offline
Wink Na ja,

wenn man seinen Worten glauben schenken darf, dann kennt er sich doch ganz gut aus. Weiß, wieviele StudentINNEN und HausfrauINNEN angeblich am Anschaffen sind und auch wieviel angeblich Escortgirls verdienen, und ist auch schon mal in einer Nacht durch die Berliner Bordelle gezogen und hat mindestens 100Frauen angetroffen, die nicht freilich machen.
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Alt  16.01.2016, 17:42   # 176
LonelyJoe
Pauschalclubber
 
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Beiträge: 1.131


LonelyJoe ist offline
warum schicken wir dem Typen nicht mal ne junge osteuropäische Hure in seine Berliner Wohnung.

- Ich bin sicher, sie kann ihn aufklären.
- Ich bin ebenfalls sicher, dass er mit ihr Sex haben wir, wenn sie ihm sagt, dass es umsonst ist, weil er sich so für ihre Berufsgruppe einsetzt.
- Ich bin auch sicher, dass wir das hinbekommen können, die Zeit mit ihr aufzunehmen
- sicher ist dann auch, dass die Politik und auch wir ihn dann los sind

Wäre doch ne klasse Publicity, einer der führenden Politiker der CDU mit einer Hure im Bett.
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Alt  16.01.2016, 12:26   # 175
splasher6
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splasher6 ist offline
Thumbs down Tja...

und wer lügt nicht...

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Alt  16.01.2016, 11:14   # 174
Slicker69
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Slicker69 ist offline
Thumbs down 14 Jahre Dummheit

Die Wahrheit verbiegen,kann auch lügen sein!
http://www.youtube.com/watch?time_co...&v=tfbiQD66kAM

CDU/CSU
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Alt  05.12.2015, 13:07   # 173
Aleron
bunnymaster
 
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Aleron ist offline
Union kontra SPD

tagesschau.de
Prostituiertenschutzgesetz auf der Kippe "Pommesbuden haben mehr Regeln als Bordelle"


Zitat:
"Situation von Frauen in der Prostitution ist katastrophal"

Und dabei waren sich Union und SPD eigentlich mal einig.
Die SPD glaubt jetzt doch nicht mehr das Registrien, Amelden, Überwachen, Beraten, Gesundheitsuntersuchung .... die Allheilmittel sind.

Die Länder, als eigentlich Ausführende des Gesetzes, wollen die Regelungen der Gr. KoAliTion nicht.

Die Meinung der Betroffenen geht vor lauter Weißen Rittern in Parlamentsstärke unter.

Nebenbei: Das Bild ist aus den Artemis das damit wibt eigene Gesundheitsuntersuchungen zu machen.
__________________
"Dream it. Wish it. Do it."

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Alt  27.11.2015, 21:16   # 172
mr.cock27
 
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mr.cock27 ist offline
Zitat:
Der mühsam zwischen SPD und CDU/CSU ausgehandelte Entwurf für ein „Prostituiertenschutzgesetz“ ist vom Tisch. Neuer Streit in der Großen Koalition scheint programmiert.
Zitat:
„In der ursprünglichen Fassung wird es für das Gesetz aus unserem Ministerium keine Zustimmung geben“, sagte Staatssekretär Ralf Kleindiek laut Medienberichten. Sollte die Union nicht zu Änderungen bereit sein, werde das Gesetz nicht kommen.
http://magazin.hiv/2015/11/27/famili...nschutzgesetz/

Anmeldepflicht und Strafen sollen aber bestehen bleiben.
Kritischer und objektiver Beitrag:
http://www.huffingtonpost.de/sonja-d...b_8660638.html

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Alt  23.11.2015, 11:46   # 171
LonelyJoe
Pauschalclubber
 
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Beiträge: 1.131


LonelyJoe ist offline
Zuständigkeit

Zitat:
Die Ablehnung ist auch rechtlich relevant. Denn ein Bundesgesetz, das die Länder verpflichtet, neue Dienstleistungen anzubieten, etwa eine Gesundheitsberatung für Prostituierte, benötigt die Zustimmung des Bundesrats – die derzeit zweifelhaft ist. Die Koalition wäre deshalb gut beraten, rechtzeitig mit den Landesministerinnen zu verhandeln. Barbara Steffens ist durchaus kompromissbereit. Eine Genehmigungspflicht für Bordelle würde sie mittragen, wenn zugleich auf Anmeldepflicht und Zwangsberatung für Prostituierte verzichtet wird.
Ich glaube den Punkt muss man noch anders beleuchten. Natürlich ist die Zustimmung der Länder notwendig, wenn der Bund den Ländern mit einem Gesetz Kosten aufbürden will.
Noch wichtiger erscheint mir aber etwas anderes Grundlegendes, was auch in den letzten Artikel stand: nämlich der Punkt der Zuständigkeit.
Alle Fragen der Prostitution werden derzeit von den Ländern und Kommunen individuell geregelt. Es gibt überhaupt keine Notwendigkeit, dass der Bund hier fürsorglich eingreift, weil das Thema Ländersache ist.Genauso ist es ja beim Betreuungsgeld gewesen.
D.h. selbst wenn dieses Gesetz durch den Bundesrat kommt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit das Verfassungsgericht das Gesetz zurückweisen wegen Nichtzuständigkeit des Bundes.
Artikel 73 GG regelt, wann der Bund ausschließlich zuständig ist:
https://www.bundestag.de/bundestag/a..._07/245138#073

Im Bereich der konkurrierenden Gesetzgebung Artikel 74 "hat der Bund das Gesetzgebungsrecht, wenn und soweit die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder die Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse eine bundesgesetzliche Regelung erforderlich macht."
Zwar wird seitens des Familienministeriums die Notwendigkeit einer bundesgesetzlichen Regelung betont, weil die Situation im Bereich der Prostitution so schlimm geworden ist, die aufgeführten Argumente werden einer Überprüfung jedoch kaum standhalten, sind sie doch eher moralischer Natur.
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Alt  22.11.2015, 20:14   # 170
el_coyote
 
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Beiträge: 904


el_coyote ist offline
nette fußnote aus dem gutachten der juristinnen (ziff 9):

Gender Pay Gap und ungleiche Verteilung von Sorgearbeit führen in Deutschland dazu, dass das klassische Familienernährermodell noch weit verbreitet ist. Die Entgrenzung des vom ProstSchG erfassten Personenkreises könnte das Diktum von Mary Wollstonecraft aus dem Jahr 1790 wieder aufleben lassen: „Marriage is legal prostitution.“ (in etwa: „Die Ehe ist legale Prostitution.“) Es erscheint aber mindestens untunlich, jede Intimbeziehung ab einer bestimmten Einkommensdifferenz zu überprüfen.

klasse, wie die den gesetzentwurf zerreissen
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Alt  22.11.2015, 18:37   # 169
mr.cock27
 
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mr.cock27 ist offline
Wieso Politiker haben doch ihr Ziel erreicht Prostitution geht zurück (offiziell) und sie ziehen aus der Stadt in Randgebiete.
Wie es den Frauen dabei geht ist den doch schei...egal!
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Alt  22.11.2015, 17:51   # 168
Slicker69
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Slicker69 ist offline
Thumbs down Beispiel aus Spanien

http://www.stern.de/panorama/weltges...z-6562280.html

Schutz eher das Gegenteil wie erwartet

Zitat:
Die Konsequenzen wurden nicht überdacht, Frauen werden einfach entmündigt.
Und das alles unter dem Mäntelchen der Verbesserung der Lage der Frauen!

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Alt  22.11.2015, 15:23   # 167
mr.cock27
 
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Beiträge: 996


mr.cock27 ist offline
Ich glaube es gibt unzählige Berufe, wo man sich Fragen kann, warum macht der oder die das? Aber es steht einem nicht zu darüber zu urteilen und der Staat hat sich aus solchen Lebensentscheidungen gefälligst raus zu halten!
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Alt  22.11.2015, 00:37   # 166
woland
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woland ist offline
Eine DL sagte mal ganz vertraulich zu mir: "Wir haben doch alle einen Knacks".
Aber so wie die wichtigtuerische Psychologin und Emmaautorin und Dr. Ingeborg Kraus hatte sie es sicher nicht gemeint. Die meisten Mädels wissen sehr wohl, was sie tun.

Genauso gut könnte man fragen, aufgrund welchen Traumas jemand Lehrer geworden ist - und bräuchte nicht lang zu suchen!
__________________
Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er es am Kragen hätte! (Mephistopheles in Goethes Faust)
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Alt  21.11.2015, 23:13   # 165
risk77
 
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risk77 ist offline
Zitat:
Wird das wieder ein weiches Gesetz
und das ist auch gut so!

Zitat:
Wer ein Bordell oder Ähnliches betreibt, braucht künftig eine Erlaubnis, die er aber nur bekommt, wenn er als "zuverlässig" gilt und nicht einschlägig vorbestraft ist. Das sieht das geplante Prostituiertenschutzgesetz der Großen Koalition vor
Finde ich persönlich voll ok. Hier (in Berlin) haben es da wirklich einige übertrieben...
Besonders gespannt bin ich aber immer noch für die dann entgültige Definition von GangBang- und FlatrateSex.
und dann bitte aber auch detailliert.

Bin ziemlich sicher bei Ländermitsprache die Regelung für Berlin die "weichgespülteste" von allen sein wird. Hier kommen schon ganze Touriegruppen direkt von London mit RyanAir rüber, feiern in den Clubs und schon zu Mauerzeiten war hier die Hauptstadt der Laster...
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Alt  20.11.2015, 21:04   # 164
Slicker69
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Slicker69 ist offline
Lightbulb BZ

Wird das wieder ein weiches Gesetz

Zitat:
Länder und Liebesdienste

Bundesrat kann beim geplanten Prostituierten-Schutzgesetz mitbestimmen – das ist eine Chance.

Prostitution ist ein heißes Eisen in der Koalition. Über ein Jahr wurde um einen Kompromiss gerungen, der jüngst in einen Gesetzentwurf von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) mündete. Doch nun wollen auch noch grüne Landesministerinnen mitreden, weil das Gesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig sei.
Wer ein Bordell oder Ähnliches betreibt, braucht künftig eine Erlaubnis, die er aber nur bekommt, wenn er als "zuverlässig" gilt und nicht einschlägig vorbestraft ist. Das sieht das geplante Prostituiertenschutzgesetz der Großen Koalition vor.

Außerdem sollen sich Prostituierte künftig vor der Arbeitsaufnahme bei den Behörden anmelden müssen. Die Anmeldung gilt zwei Jahre, aber nur für bestimmte Orte. Eine reisende Prostituierte muss sich deshalb an jedem Ort neu anmelden. Die Anmeldebescheinigung muss bei der Arbeit mitgeführt werden. Außerdem müssen Prostituierte künftig jährlich eine Gesundheitsberatung absolvieren. Anmelde- und Beratungspflicht dienen dazu, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen.

Das klingt wie ein Kompromiss, weit ab von den missionarischen Versuchen, sexuelle Dienstleistungen oder die Nachfrage danach völlig zu verbieten. Dennoch ist der Plan wohl eher kontraproduktiv, denn viele Prostituierte werden versuchen, die Anmeldepflicht zu umgehen, warnen Selbsthilfegruppen.

Wenn sich Sexarbeiterinnen bei Behörden outen müssen, gefährde das ihren Ruf, weil Daten dort nicht sicher seien. Die Anmeldebescheinigung könne in falsche Hände fallen, dann seien die Frauen erpressbar. Auch Fachverbände vom Juristinnenbund bis zur Diakonie protestierten. Die zusätzliche Bürokratie stärke Menschenhändler, die dafür sorgen, dass "ihre" Frauen angemeldet sind, während selbstbestimmt arbeitende Prostituierte in die Illegalität getrieben werden.

Mehrere grüne Ministerinnen und Senatorinnen um die Grüne NRW-Emanzipationsminister Barbara Steffens bringen nun Bewegung in diese Debatte. Sie warnen davor, eine sinnlose "Prostitutionsbürokratie" aufzubauen, die viel koste, wenig Nutzen bringe und die Betroffenen zudem stigmatisiere. Zumindest das Kosten-Argument dürfte bei vielen Ländern auf offene Ohren stoßen. Laut Spiegel ist nur Bayern uneingeschränkt für die geplante Gesundheitsberatung.

Die Ablehnung ist auch rechtlich relevant. Denn ein Bundesgesetz, das die Länder verpflichtet, neue Dienstleistungen anzubieten, etwa eine Gesundheitsberatung für Prostituierte, benötigt die Zustimmung des Bundesrats – die derzeit zweifelhaft ist. Die Koalition wäre deshalb gut beraten, rechtzeitig mit den Landesministerinnen zu verhandeln. Barbara Steffens ist durchaus kompromissbereit. Eine Genehmigungspflicht für Bordelle würde sie mittragen, wenn zugleich auf Anmeldepflicht und Zwangsberatung für Prostituierte verzichtet wird.
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Alt  20.11.2015, 08:56   # 163
LonelyJoe
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Beiträge: 1.131


LonelyJoe ist offline
Zitat:
Zitat von francoise
Aber eine Einsichtsfähigkeit (!) ist etwas ganz anderes, sie kann nicht erworben werden, sie kann eigentlich auch nicht beurteilt werden.
Genau, zumal ja völlig unklar ist, wer denn diese Aufgabe übernehmen soll.
Jetzt stellen wir uns mal vor, jemand vom Amt oder von der Polizei soll sowas beurteilen.
Die Menschen, die das evt. könnten, sind nirgendwo vorhanden.

Aufgrund der starken Kritik von Seiten der Länder in Bezug auf Kosten, Verfassungsbedenken ausgrund des starken Eingriffes in Perslnlichkeitsrechte oder der generellen Anzweifelung der Zuständigkeit des Bundes (wie schon bei Betreuungsgeld), kann man eigentlich nur hoffen, der Kram wird zusammengestrichen und/oder ad acta gelegt.
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Alt  20.11.2015, 01:10   # 162
francoise
 
Benutzerbild von francoise
 
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Beiträge: 335


francoise ist offline
@Gulman,

leider trifft Deine wohlmeinende Interpretation der "Einsichtsfähigkeitsprüfung" nicht den Sachverhalt. Der zitierte Vortrag auf den 4. Prostitutionstagen hat mit seinem Protest vollkommen recht.

Einen oder eine andere zur Prostitution zu zwingen ist bereits streng verboten. Man könnte also meinen, ein Registrierungsverfahren böte einer Zwangsprostitutierten die Gelegenheit, unter vier Augen mit einem sachkundigen Behördenvertreter zu sprechen und ihn dabei um Hilfe zu bitten. Das könnte man als ein positives Argument für ein solches Verfahren ansehen. Davon spricht der Gesetzesentwurf aber gar nicht!

Bei der "Einsichtsfähigkeitsprüfung" geht es darum, dass einer Frau selbst dann die Registrierung verweigert werden kann, wenn sie eindeutig erklärt, freiwillig in die Prostitution gehen zu wollen, wenn aber der Behördenvertreter aus welchem Grund auch immer erklärt, sie habe nicht die notwendige Einsicht für ihren Entschluss. Um es ganz klar zu machen: es geht nicht darum, dass sie vielleicht krank oder aus sonstigen Gründen unmündig, geschäfts- oder testierunfähig ist - davon spricht der Gesetzesentwurf nicht! Einem ganz normalen erwachsenen Menschen kann ein Behördenvertreter nach diesem Entwurf verbieten, das zu tun wozu er sich entschlossen hat. Und dies nicht, weil ihm etwa die Qualifikation dafür fehlt wie etwa bei einem Führerschein, sondern weil ein Behördenvertreter befindet, er sei zu blöd sich zu überlegen was er tun will.

Das ist in der Tat ein ungeheuerlicher Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, die es sonst in keinem anderen Gesetz gibt. Man kann Zugangsvoraussetzungen für einen Beruf schaffen, die zum Beispiel mit dem Schutzbedürfnis der Allgemeinheit begründet werden. Qualifikationen können gefordert werden, die der Bewerber erwerben kann. Aber eine Einsichtsfähigkeit (!) ist etwas ganz anderes, sie kann nicht erworben werden, sie kann eigentlich auch nicht beurteilt werden.


Wer sich so etwas ausdenkt hat ein so patriarchalisches und totalitäres Weltbild, dass er als gemeingefährlich eingestuft werden muss.
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Alt  19.11.2015, 23:53   # 161
Gulman
Genießer
 
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Beiträge: 744


Gulman ist offline
Einige der Befürchtungen, die die von slicker69 zitierten Dame äußert, dürften deutlich überzogen sein.

Jeder Mensch hat das Recht, sich einvernehmlich sogar physischer Gewalt in Form von Körperverletzung auszusetzen. Man nennt das dann oft BDSM (im BDSM gibt es mehr Spielarten als nur einvernehmliche Körperverletzung, aber das wäre ein anderes Thema). Selbst wenn ein/eine sub in ihrer Kindheit gewisse traumatische Erlebnisse hatte, hat sie als Erwachsene das Recht, z. B. BDSM auszuleben.

Dass das eine Psychotherapeutin mit EMMA-Hintergrund anders sieht, ist klar, aber dafür haben wir ja Gesetze, so auch das Antidiskriminierungsgesetz.

Insofern gibt es keine rechtliche Grundlage, selbst bei Erkennen von einer entsprechenden Vorgeschichte die Ausübung der Prostitution zu verbieten.

Kein besonderer Beruf? Doch - und zwar eindeutig. Wer das negiert, der müsste es in Ordnung finden, wenn das Arbeitsamt einer ungelernten, jungen Arbeitslosen Vorstellungstermine bei Bordellen schickt und die Leistungen des Arbeitslosengelds (oder HartzIV) kürzt, wenn sie nicht als solche arbeiten will.

Die Sexualität ist bei uns ein geschützter Bereich. Das ist etwas Besonderes. Deshalb darf offiziell auch kein Bordellbetreiber eine DL dazu nötigen, ihre Arbeitsleistung zu erbringen - weshalb die DL offiziell Freiberuflerinnen sind.

Mir fehlt jetzt die juristische Expertise, die aktuellenn Gesetzentwürfe hier richtig zu interpretieren. Ich würde vermuten, dass es um das Erkennen von Zwangsprostitution geht. Sitzt beim Gespräch eine gerade 18 gewordene DL, die eingeschüchtert ist, vielleicht blaue Flecken trägt und nicht in der Lage ist, zu erläutern, dass sie freiwillig und selbstbestimmt diesen Beruf ausführt, wäre das eine Möglichkeit, sie durch das Verbot zu schützen. Allerdings müssten dann andere Mechanismen greifen.

Schwammige Formulierungen in Gesetzen sind immer ungünstig - man kann es dann theoretisch auch so auslegen, wie die Dame hier vermutet. Und zwar maximal negativ. Allerdings würden dann mit Sicherheit andere Gesetze gebrochen werden, weshalb dann das Berufsverbot sicherlich aufgehoben werden müsste bzw. gar nicht erst ausgesprochen würde.

Mal schaun, was am Ende herauskommt. Leider ist die CDU/CSU tief involviert. Bei den Konservativen war Toleranz in Sachen Sexualität und allem demit verbundenem nie eine ihrer Stärken. Man denke an den Kupplungsparagraphen. Es musste immer erst der Schwarze Haufen abgewählt werden, bis eine menschliche Angleichung von Gesetzen, die das Privatleben betreffen, erfolgen konnte.
__________________
Manch einer, der vor der Versuchung flieht, hofft doch heimlich, dass sie ihn einholt.

(Giovanni Guareschi)

Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat.

(Giovanni Boccaccio)
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Alt  19.11.2015, 22:56   # 160
Slicker69
.
 
Mitglied seit 22. October 2011

Beiträge: 5.235


Slicker69 ist offline
Post Na da kommt ja was

Da läuft es einem ja kalt über denn Rücken.
Zitat:
‚Medizinischen Zwangsberatung‘ – Schritte auf

dem Weg zur Psychiatrisierung von Sexarbeit

Vortrag . „4. Frankfurter Prostitutionstagen“

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde

bekanntlich plant die Bundesregierung mit ihrem „Prostituiertenschutzgesetz“, dass

Sexarbeiter/innen sich zukünftig einem Anmeldeverfahren unterwerfen sollen.

Dieses Anmeldeverfahren umfasst zusätzlich zu einer gesundheitlichen Zwangs-

beratung noch ein so genanntes „Informations- und Beratungsgespräch“, zu dem

wir persönlich erscheinen müssen.

Dabei dürfte es am allerwenigsten um Information und Beratung gehen. Einige Infos

zu den örtlichen Sperrgebietsregelungen und die Telefonnummern von Polizei und

Beratungsstellen wird man uns in die Hand drücken. Kernpunkt des Gesprächs aber

soll eine Überprüfung unserer „Einsichtsfähigkeit“ sein. Können wir die „zu

unserem Schutz erforderliche Einsichtsfähigkeit“ nicht nachweisen, kann man uns

zukünftig die Ausübung der Prostitution verbieten.

Durch dieses Verweigerungsrecht der Behörde verwandelt sich die „Anmeldepflicht“

de facto in eine „Erlaubnispflicht“ für Sexarbeit. Wo man auch hinschaut bei

diesem Gesetz – überall findet sich Etikettenschwindel.

Die auf uns zukommende Anmeldepflicht ist mehr ist als eine bloße Registrierung

– was für sich genommen schon schlimm genug ist. Es geht dabei auch um eine

inquisitorische und übergriffige Ausforschung der Betroffenen. Wohlgemerkt: Es

geht nicht um die Prüfung vorhandener oder nicht vorhandener Einsichten. Es geht

um die Überprüfung unserer Fähigkeit zur Einsicht. Mit anderen Worten: ob wir

noch ganz dicht sind! Ich halte das für eine anmaßende und grobe Verletzung

unseres Persönlichkeitsrechts. Das sollten wir entschieden zurückweisen!

Wie will die zuständige Behörde eigentlich feststellen, ob eine Sexarbeiter/in mit

mangelnder Einsichtsfähigkeit vor ihnen steht? Schauen wir mal in die Begründung

des Prostituiertenschutzgesetzes. Dort ist zu lesen1, dass es sich dabei um eine

Person handelt, die (ich zitiere) „nach ihrer persönlichen und sozialen

Entwicklung nicht in der Lage ist, die Reichweite und vor allem auch die Risiken

der Prostitutionsausübung zu erkennen und nach dieser Einsicht zu handeln."

1 Nachfolgende Zitate aus GE, S. 63/64, 86

1

Als Anhaltspunkt für eine mangelhafte „Einsichtsfähigkeit“ gilt z. B. (ich zitiere) eine

„stark ausgeprägte Intelligenzminderung“, die mit „emotionaler und sozialer

Unreife“ einhergeht. Diese kann sich in einer „außerordentlich psychischen

Abhängigkeit“ oder in einer „erschwerten Anpassung an die Anforderungen des

alltäglichen Lebens“ äußern.

Es bestehe die Gefahr, dass solche Personen sich (ich zitiere) „völlig naiv auf eine

Tätigkeit als Prostituierte einlassen“. Sie besäßen „erkennbar sehr naive Motive

oder unrealistische Vorstellungen von der Tätigkeit als Prostituierte“. Es mangelt

ihnen „aufgrund psychischer oder geistiger Einschränkungen“ an der „ausrei-

chenden Einsichtsfähigkeit“.2

All das kann man nachlesen in der Begründung zum „Prostituiertenschutzgesetz“ auf

den Seiten 63/64 und 86. Die Rede von den angeblich „nicht einsichtsfähigen

Prostituierten“ ist neu. Zumindest spielte das in den letzten Jahren und Jahrzehnten

keine Rolle. Warum aber jetzt?

Warum braucht das „Prostituiertenschutzgesetz“ einen solchen Popanz?

Wie der Name des Gesetzes besagt, erhebt es den Anspruch uns zu „schützen“.

Aber dafür muss man uns erst einmal für „schutzbedürftig“ erklären. Bisher galten

wir als „schutzbedürftig“, weil die große Mehrzahl von uns angeblich gar nicht

freiwillig, sondern nur unter „Zwang“ in der Prostitution arbeitet.

Seit zwei Jahrzehnten erklären Politiker und Medien landauf landab, dass

Sexarbeiter/innen mehrheitlich „Zwangsprostituierte“ seien. Die kleine Zahl

selbstbestimmter Frauen, die ab und zu mal in den Medien auftreten, sei lediglich die

exotische „Ausnahme von der Regel“.

Dumm ist nur, dass es für die Behauptung der weit verbreiteten „Zwangs-

prostitution“ schon seit Jahren keinen verlässlichen Nachweis gibt. Schlimmer

noch: Polizei und Beratungsstellen gehen zunehmend die vorzeigbaren „Opfer“ aus.

So gab es im vergangenen Jahr 2014 bei den drei einschlägigen Rotlicht-Delikten

„Ausbeutung von Prostituierten“, „Zuhälterei“ und „Menschenhandel“ zusammen-

genommen gerade mal 902 mutmaßliche Opfer. Im Jahr 2000 war diese Zahl noch

mehr als viermal so hoch (4.416).

Doch selbst die 2014 registrierten 902 „Opfer“ stehen nur auf dem Papier der

polizeilichen Kriminalstatistik. Es sind nur die von der Polizei vermuteten Opfer. Sie

2 GE S. 86

2

werden aufgrund von Anzeigen so eingestuft, ohne dass ein unabhängiges Gericht

darüber befunden hat, ob sie wirklich „Opfer“ sind.

Nimmt man die Dinge, wie sie sich nach der rechtstaatlichen Überprüfung durch

ein Gerichtsverfahren darstellt, so kommt zuletzt – nämlich im Jahr 2013 – auf

gerade einmal mit 94 verurteilte Täter bei Rotlichtdelikten.

Seit gut 20 Jahren aber liegt das Verhältnis mutmaßlicher „Opfer“ zu „Tatverdächti-

gen“ bei „1 zu 1“. Bei knapp 100 verurteilten Tätern käme man somit auf eine Zahl

von 100 bis 150 „tatsächlichen Opfer“. Bezieht man diese geringe Zahl auf die

200.000 hierzulande in der Prostitution tätigen Frauen, so heißt das: Mehr als 99 %

der Sexarbeiter/innen arbeiten dort aufgrund selbstgetroffener Entscheidungen,

ohne dass täglich Zwang auf sie ausgeübt werden müsste. Das ist die Realität. Und

an dieser Größenordnung würde sich rein gar nichts ändern, wenn man von einem

100-prozentigen Dunkelfeld ausgehen und die Zahl der tatsächlichen Opfer

verdoppeln würde.

Was den Nachweis angeblicher „Zwangsprostitution“ betrifft, so hat die Polizei also

auf ganzer Linie versagt – sehr zum Verdruss der Prostitutionsgegner in und

außerhalb der Politik. Auch zehn weitere „Tatorte“ können an diesen Fakten nichts

ändern.

Wenn sich aber die „Schutzbedürftigkeit“ aufgrund „äußerer Umstände“ –

nämlich durch permanenten „Zwang“ der Zuhälter und Menschenhändler – immer

weniger belegen lässt, müssen andere Gründe herhalten als Rechtfertigung für eine

behördlich-polizeiliche Dauerüberwachung der Prostitution. Deshalb die Erfindung

der angeblich „mangelnden Einsichtsfähigkeit“ von Sexarbeiter/innen. Der Vorteil für

Prostitutionsgegner: Es handelt sich bei der „Einsichtsfähigkeit“ nicht um messbare

äußere Umstände, sondern um eine kaum objektiv überprüfbare „innere Befähi-

gung“. Der Willkür von Prostitutionsgegnern sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Und wir sollten genau registrieren: Nicht mehr der „Zuhälter“ oder der „Menschen-

händler“ ist hier das Problem, sondern die Sexarbeiterin selbst wird hier zum

Problem erklärt! Das Klima ändert sich…

Allein 5 der 39 Paragrafen des „Prostituiertenschutzgesetzes“ nehmen Bezug auf

die neu erfundene Gruppe von Sexarbeiter/innen mit angeblich „mangelnder

Einsichtsfähigkeit“.3 Es scheint der Regierung also durchaus wichtig zu sein.

3 § 5 („Anmeldebescheinigung“), § 8 („Maßnahmen bei Beratungsbedarf“), § 21 („Rücknahme und

Widerruf der Erlaubnis“), § 23 („Betriebskonzept für Prostitutionsgewerbe“) und § 25 („Auswahl der

im Betrieb tätigen Personen; Beschäftigungsverbote“).



3

Aber wie wichtig aber ist das für uns Sexarbeiter/innen?

Ich kann mir gut vorstellen, dass viele sich sagen: „Betrifft mich nicht. Ich bin schon

lange genug im Gewerbe, mir kann keiner ein X für ein U vormachen. Betrifft

vielleicht ausländische Prostituierte, die keinen Durchblick haben. Vielleicht gar nicht

so schlecht, wenn die erst mal nicht in der Prostitution arbeiten.“

Klar, kann man so sehen. Nur ist die dahinter stehende Vorstellung, es beträfe nur

eine kleine ausgewählte Gruppe, schon im Ansatz falsch.

Werft einfach mal einen Blick in die Gesetzesbegründung. Dort steht in Bezug auf

das Prostitutionsgewerbe, es sei eine Tatsache, dass (ich zitiere) „die in diesem

Bereich Tätigen belegbar erheblichen psychischen und physischen Gefähr-

dungen ausgesetzt sind“. Weiter heißt es (ich zitiere): „Es ist darüber hinaus eine

soziale Realität, dass viele Prostituierte sich in einer sozialen und psychischen

Situation befinden, in der es fraglich ist, ob sie sich wirklich frei und autonom für

oder gegen diese Tätigkeit entscheiden können.“ 4

Im Klartext heißt das: Nicht einige wenige, sondern mehr oder weniger alle in der

Prostitution Tätigen werden verdächtigt, sich aufgrund starker psychischer Belastung

nicht wirklich frei entscheiden zu können.

Das Prostitutionsgesetz von 2002 hat uns – zumindest auf dem Papier - noch

„Selbstbestimmung“ zugetraut. Heute wird im „Prostituiertenschutzgesetz“ nur noch

von Selbstbestimmung und Freiwilligkeit gesprochen, um sie in Zweifel zu ziehen.

Mittlerweile haben wir eine „Beweislastumkehr“. Das heißt:

1) Unsere Selbstbestimmung wird in Zweifel gezogen und

2) Wir selbst sind es, die belegen müssen, dass wir noch richtig ticken.

Das ist die Logik, die der Zwangsberatung nach dem neuen „Prostituiertenschutz-

gesetz“ zugrunde liegt.

Wie konnte es zu dieser Umkehr der bisherigen Sichtweise kommen?

Werfen wir einen kurzen Blick zurück: Ihr alle habt die seit dem damaligen

Prostitutionsgesetz geführte Auseinandersetzung mitbekommen um die Frage: „Ist

Prostitution ein Beruf wie jeder andere?“

Kaum ein Artikel, kaum eine Talkshow, die ohne diese Frage auskam. Dabei ist

schon die Frage unsinnig. Bekanntlich ist jeder Beruf anders als jeder andere

Vergleichsberuf. Aber das hinderte nicht, dass die Frage immer wieder gestellt wurde

mit dem absehbaren Ergebnis, dass Prostitution selbstverständlich anders als andere

4 GE, S. 32

4

Berufe sei. Wie ein Mantra geisterte die Formel „Prostitution ist kein Beruf wie

jeder andere“ durch die Debatte und signalisierte das nach wie vor bestehende

Abgrenzungsbedürfnis gegenüber Prostitution. Zugleich ließ sich damit die

insgesamt halbherzige Legalisierung von 2002 rechtfertigen, die sie strafrechtliche

Reglementierung und damit die rechtliche Ungleichbehandlung in vielen Bereichen

beibehielt.

Doch etwa 2013 nahm diese Diskussion eine Wende: Prostitution gilt nicht länger als

ein andersartiger Beruf, sondern zunehmend als ein nicht „normaler“ Beruf! Der

nächste Schritt war geradezu logisch: Wenn die Tätigkeit Prostitution nicht „normal“

ist, wie können dann die Prostituierten, die diese Tätigkeit ausüben, noch als

„normal“ gelten?

Die steile These, Prostitution sei kein „normaler Beruf“, kommt insbesondere aus der

Ecke derjenigen, die sich für das „Schwedische Modell“ der Freierbestrafung stark

machen und behaupten, sie seien nur gegen das „System der Prostitution“, nicht

aber gegen Prostituierte. Diese Logik war schon immer verlogen. Es sind Leute, die

nicht davor zurückschrecken, Prostituierte solange zu stigmatisieren, bis sie wieder

Insassen psychiatrischer Kliniken sind.

Das ist keineswegs eine Übertreibung. Schaut Euch einmal an, was Vertreter/innen

der Bewegung „Stopp Sexkauf“ auf der Website trauma-and-prostitution.eu

über Sexarbeiter/innen verbreiten!

Ich greife an dieser Stelle nur einige ihrer Wortführerinnen heraus.

(Dr. Ingeborg Kraus)

Zu den Erstunterzeichner/innen des Aufrufs „Stopp Sexkauf“ gehört Dr. Inge-

borg Kraus. Sie ist Psychotherapeutin in Karlsruhe, schreibt gerne in der EMMA und

ist Initiatorin des „Karlsruher Appells“ für die Abschaffung von Prostitution. Sie wird

inzwischen von den international vernetzten Prostitutionsgegnern von einer

Fachtagung zur nächsten herumgereicht: Montreal, New York, Madrid, München.

Was hat diese Frau über uns Sexarbeiter/innen zu sagen?

Prostitutionsausübung – so Frau Kraus – kann gar nicht auf einer eigenständigen

und bewusst getroffenen, also freiwilligen Entscheidung beruhen. Denn Prostitution

ist nichts anderes als eine „Re-Inszenierung psychischer Traumata“, die

Sexarbeiter/innen in ihrer Kindheit erlebt haben. Prostitutionsausübung sei nichts

anderes als eine „posttraumatische Folgestörung“ und ein „selbstverletzendes

Verhalten“. Der überwiegende Teil der Prostituierten habe Biografien mit

entsprechenden Vorbelastungen. Dazu zählten insbesondere körperliche und

5

sexuelle Misshandlungen. Prostituierte seien also von Anfang an „Opfer“, und sie

bleiben es, weil sie sich zwanghaft immer aufs Neue Misshandlungen aussetzen.

Das würden Prostituierte nur nicht zugeben. Denn sie hätten eine „gestörte

Wahrnehmung der eigenen Gefühle“.

Prostituierte sind allesamt traumatisiert. Sie waren als Kinder hilflos bestimmten

Situationen ausgeliefert, in die sie sich als Erwachsene nunmehr aus Wiederholungs-

zwang begeben, um ihren Ausgangskonflikt – diesmal unter den Bedingungen von

Macht und Kontrolle – ständig neu zu inszenieren, um so die ursprüngliche trauma-

tische Ohnmacht zu überwinden. Diese Überwindung sei jedoch nur scheinbar. Denn

sie sei mit einer „Abspaltung von Gefühlen“ verbunden – was „Dissoziation“ genannt

wird. Nur dadurch seien Situationen, die mit Ekel und Angst verbunden seien, zu

ertragen.

In einem Beitrag, den Dr. Ingeborg Kraus im März 2014 auf einer Podiumsdiskussion

in München gemacht hat, erklärte sie (ich zitiere):

„Im Moment der Dissoziation, z. B. wenn man Ekel und Schmerz ausblenden

muss, findet eine Art Hirnfreezing statt, das einen aber auch handlungs-

unfähig macht, d.h. man kann keine Grenzen ziehen und nicht mehr Nein

sagen. Fatal für Frauen, die sich einer Horde Männer gegenüber befinden, die

für eine Gang-Bang-Party bezahlt haben. Die Frage ist: Wollen wir das, was

definitiv zur Prostitution dazugehört, zu einem normalen Beruf für

Frauen erklären?“ 5

Bereits 2013 beschrieb Frau Kraus in EMMA Prostitution als einen „Akt des

Selbsthasses und der Selbstschädigung“. Prostituierte hätten keine funktio-

nierenden Selbstschutzmechanismen, sondern praktizieren nur „dysfunktionale

Versuche, sich selbst zu schützen“: „Vor diesem Hintergrund muss das Konzept der

Freiwilligkeit in der Prostitution und die Darstellung als normale Tätigkeit in Frage

gestellt werden.“6

Mit Bezug auf die Hirnforschung erklärt Frau Kraus mittlerweile, dass Trauma-

Erfahrungen zu „hirnorganischen Veränderungen“ führen, zu einem „Einfrieren

des Gehirns“ Mit anderen Worten: Sexarbeiter/innen haben einen an der Waffel.

5 Dr. Ingeborg Kraus, Prostitution als Reinszenierung erlebter Traumata, zitiert nach:

trauma-and-prostitution.eu/201…-reinszenierung-erlebter-

traumata/#more-57

6 Dr. Ingeborg Kraus, Prostitution und Freiwilligkeit, zitiert nach:

trauma-and-prostitution.eu/201…ution-und-freiwilligkeit/

6

Gleichzeitig habe die biologische Trauma-Forschung herausgefunden, dass das

„erneute Aufsuchen von Gewalt“ mit einer „endogenen Opioid-Ausschüttung“

verbunden sei, was beruhigende Wirkung habe.

Damit hat diese traumapsychologisch vorgebildete Prostitutionsgegnerin uns endlich

eine hirnorganische Erklärung dafür geliefert, warum Sexarbeiter/innen nicht den

Ratschlägen wohlmeinender Feministinnen folgen und die Prostitution an den Nagel

hängen: Sie sind geistig nicht ganz zurechnungsfähig, sie ticken nicht richtig.

An die Stelle des Zwangs durch äußere Umstände wie „Zuhälter“ und „Menschen-

händler“ tritt nun der „innere Zwang“, dem offensichtlich sämtliche Prostituierte

folgen: ihr geradezu unheimlicher Hang, „sich immer wieder erneut Misshand-

lungen auszusetzen“.

Die im neuen „Prostituiertenschutzgesetz“ vorgesehene Überprüfung der

„Einsichtsfähigkeit“ von Sexarbeiter/innen macht vor diesem Hintergrund durchaus

Sinn. Sie könnte möglicherweise nicht einige wenige, sondern uns alle betreffen.

(Michaela Huber)

Dr. Ingeborg Kraus ist mit ihren Ansichten nicht alleine. Sie hat im September 2014

einen Aufruf von „Psychotherapeuten/innen gegen Prostitution“ ins Leben

gerufen. Den findet man ebenfalls auf der Website trauma-and-prostitution.eu.

Zu den Erst-Unterzeichner/innen zählen neben einigen namhaften Professoren aus

der Trauma-Branche auch Michaela Huber, Diplom-Psychologin und Vorsitzende

der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation.

Auf der genannten Website findet man von ihr einen Vortrag mit dem Titel „Trauma

und Prostitution aus traumatherapeutischer Sicht“.7 Darin legt Frau Huber dar, dass

Prostituierte bereits in der Kindheit „bindungstraumatisiert“ seien, sexueller

Gewalt ausgesetzt oder anderen zur sexuellen Ausbeutung überlassen waren. Die

Folge sei „mangelnder Selbstschutz“. Der Schritt hin zu einem „Prostituierten-

schutzgesetz“ versteht sich dann wie von selbst.

Laut Michaela Huber handeln Sexarbeiter/innen gegen die Natur des Menschen.

Denn das Zulassen einer ständigen Penetration des eigenen Körpers sei nur möglich

durch ein „Abschalten natürlicher Phänomene“ wie Angst, Scham, Ekel und

7 Michaela Huber, Trauma und Prostitution aus traumatherapeutischer Sicht, zitiert nach:

trauma-and-prostitution.eu/201…uma-und-prostitution-aus-

traumatherapeutischer-sicht/

7

Verachtung. An die Stelle solcher „natürlicher Reaktionen“ tritt ein „Umdefinieren der

Handlungen in eine ‚Arbeit‘ oder ‚Dienstleistung‘“.

Ein Trauma, so Frau Huber, bedeutet ferner, dass „die integrative Funktion des

Gehirns überfordert ist“. Es kommt zu „gefühlsmäßigen Störungen“. „Viele

Menschen suchen die Trauma-nahe Situation immer wieder auf, weil sie nicht

(ausreichend) aus Erfahrung lernen.“

Wer also – wie wir Sexarbeiter/innen - unfähig ist, aus den eigenen Erfahrungen zu

lernen, wer sich also nicht selbst schützen kann, der muss eben geschützt werden.

Im Zweifel durch ein „Prostituiertenschutzgesetz“…

Michaela Huber ist nicht irgendwer. Sie war von 1978 bis 1983 war sie Redakteurin

bei der Zeitschrift „Psychologie heute“ und erhielt 2008 das Bundesverdienst-

kreuz für ihr großartiges Engagement für schwer traumatisierte Menschen.

2011 erhielt sie den Bertha-Pappenheim-Preis „für besonders verdienstvolle und

wirkungsvolle nationale und internationale Beiträge und Publikationen zur Verbes-

serung der Situation von Frauen mit einer dissoziativen Identitätsstörungen“. Der

Preis wird im Übrigen verliehen von der „Deutschen Gesellschaft für Trauma und

Dissoziation e.V.“, deren Vorsitzende Frau Huber ist. Sie hat sich den Preis

sozusagen selbst verliehen. Das nur als Anmerkung, wie diese Leute selbst ticken…

Man fragt sich natürlich, worauf Leute wie Kraus und Huber ihre Einsichten stützen.

In der Regel verweisen solche Leute auf ihre „langjährigen psychotherapeu-

tischen Erfahrungen“. So schrieb etwa Kraus in EMMA: 2013:

„In meiner langjährigen psychotherapeutischen Erfahrung habe ich auch

Prostituierte begleitet und die Hintergründe kennengelernt, die diese Frauen in

die Prostitution geführt haben. Es wurde dabei deutlich, dass die Prostitution

in allen Fällen die Fortsetzung von Gewalterfahrungen in ihrer Biographie

war.“

Auch Michaela Huber bezieht sich auf „Erfahrungen aus Beratung und Psycho-

therapie“.

Ich selbst bin keine Psychologin oder Therapeutin. Insofern steht es mir nicht zu, sol-

che Erfahrungen zu bewerten. Ich mag auch gar nicht ausschließen, dass es unter

Sexarbeiter/innen solche Biografien mit Gewalterfahrungen im Vorfeld von

Prostitution gibt.

Aber ich sage in aller Deutlichkeit:

Der Rückschluss von Einzelfällen der psychotherapeutischen Beratungspraxis auf

eine Gesamtbewertung des Berufs Prostitution ist unzulässig und unseriös.

8

Hier wird ein ganzer Berufsstand unter Missbrauch wissenschaftlicher Reputation

aus ziemlich durchschaubaren Motiven für krank bzw. krankhaft erklärt.

Was würde man von Wissenschaftlern halten, die aufgrund der Aussagen einiger

Dutzend Ehefrauen, die einen Therapeuten aufsuchen, die Abschaffung von Ehe und

Familie fordern. Sie würden nicht für voll genommen, ihre Karriere wäre beendet.

Nur bei Prostitution ticken die Uhren bekanntlich mal wieder anders: Gerade das

Abweichen von wissenschaftlichen Standards scheint hier als besonders seriös zu

gelten.

Um bei dem Nachweis für die seelischen Schäden, die angeblich durch Prostitu-

tion entstehen, nicht nur auf eigene Therapieerfahrungen und auf die weltweit

präsentierten fünf bis zehn Aussteigerinnen angewiesen zu sein, verweist man auf

wissenschaftliche Studien, die belegen sollen, dass Prostitution nur eine

zwanghafte Fortsetzung frühkindlicher Gewalterfahrungen sei.

(Studie von Sybille Zumbeck)

In Deutschland gibt es tatsächlich eine empirische Untersuchung zu

posttraumatischen Belastungsstörungen im Zusammenhang mit Prostitution. Sie

ist aus dem Jahr 2001 und stammt von der Hamburger Psychologin Sybille

Zumbeck. Es ist die bislang einzige Studie zu diesem Thema in Deutschland.8 Sie

kommt zu dem Ergebnis, dass 98 % der Befragten mindestens ein Trauma erlebt

haben und immerhin 59 % der befragten Prostituierten eine „posttraumatische

Belastungsstörung“ hätten.

Das sei wesentlich mehr als beim Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Stimmt es

also doch, was die Prostitutionsgegnerinnen über den Zusammenhang von

Traumatisierung und Prostitution behaupten? Haben sie die Fakten auf ihrer

Seite?

Vertreter/innen der „Stopp Sexkauf“-Bewegung verweisen gerne auf die eben

genannten Größenverhältnisse. Ansonsten aber erfährt man von ihnen wenig über

die genannte Untersuchung. Deswegen vier kurze Anmerkungen an dieser Stelle:

Punkt 1:

Befragt wurden in der besagten Untersuchung nur eine geringe Zahl von Frauen,

nämlich lediglich 54 Frauen.

8 Sybille Zumbeck, Die Prävalenz traumatischer Erfahrungen, posttraumatischer Belastungsstörungen und

Dissoziation bei Prostituierten, Hamburg 2001

9

Punkt 2:

Um sich vor den von ihr befürchteten Übergriffen von Zuhältern und Freiern zu

schützen, wagte es die Psychologin – wie sie schreibt – nicht, die Sexarbeiter/innen

an ihren Arbeitsplätzen aufzusuchen. Sie ging daher zu mehreren Hamburger

Fachberatungsstellen. Diese hatten es jedoch hauptsächlich mit drogenabhängigen

Beschaffungsprostituierten zu tun hatten.

Punkt 3:

Die Folge war: 39 der insgesamt 54 von Frau Zumbeck befragten Frauen waren

Drogenabhängige, die ständig Heroin und Kokain konsumierten. Das waren 72 %

ihrer Stichprobe. Diese Frauen bezeichneten sich selbst nicht als „Prostituierte“ und

sie verstanden sich auch nicht als solche. Zumbeck wusste aber aus vorherigen

Studien von Melissa Farley in San Francisco, dass man bei drogenabhängigen

Prostituierten die höchsten Werte an traumatischen Belastungen finden könne.

Punkt 4:

Zumbeck hatte letztlich nur 11 professionelle Prostituierte in ihrer Befragung.

Hinzu kam, dass nur 42 der 54 Frauen aktiv in der Prostitution tätig waren. 12

weitere bereits aus der Prostitution ausgestiegene Frauen nahm sie in die

Untersuchung auf, weil ansonsten ihre Stichprobe zu gering gewesen wäre.



Obwohl nur 11 professionell arbeiten Prostituierte in ihrer Untersuchung vertreten

waren, erklärte die Verfasserin der Untersuchung, dass die von ihr befragte Gruppe

eine höhere Belastung mit dem „posttraumatischen Belastungssyndrom“

aufzuweisen habe als eine Vergleichsgruppe amerikanischer Golf-Kriegs-Veteranen.9

Bei all dem mochte die Verfasserin nicht ausschließen, „dass die Angaben zu

Traumaerfahrungen durch die Drogenwirkung beeinflusst werde“10.

Solche Forschungen zu Prostitution sind einfach nur haarsträubend. Mehrfach

musste Sybille Zumbeck darauf verweisen, dass ihre Untersuchung in Anbetracht der

genannten Umstände nicht als repräsentativ gelten könne. Das hinderte

Vertreter/innen der „Stopp Sexkauf“-Bewegung jedoch nicht, ihre Zahlen als Beleg

für die angeblichen Schäden durch Prostitution ins Feld zu führen.

Eine weitere Feststellung von Sybille Zumbeck bleibt unerwähnt. Sie schrieb:

Studien über das Ausmaß von Trauma-Erfahrungen bei Prostituierten könnten zwar

zu derartigen Belastungen Angaben machen. Aber damit ließe sich kein

Zusammenhang begründen zwischen Kindheits-Traumata und Prostitution im

Erwachsenenalter. Aussagen über einen solchen Zusammenhang, wie ihn heute

9 Zumbeck, S. 83

10 S. 60

10

Leute wie Frau Kraus und Frau Huber behaupten, bezeichnete Zumbeck als bloße

„Vermutung“ bzw. „Spekulation“.11

Genau solche „Vermutungen“ und „Spekulationen“ aber haben heute Hoch-

konjunktur. Sexarbeiter/innen werden als von zwanghaften Impulsen getriebene,

ohne Selbstschutzmechanismen handelnde Personen beschrieben. Sie werden als

krankhaft proträtiert.

(SOLWODI)

Deshalb ist es nur folgerichtig, wenn die bundesweit agierende katholische Anti-

Prostitutions-Organisation SOLWODI in ihrem „Rundbrief März 2015“ den Leiter des

Zentrums für Psychotraumatologie und Traumatherapie, Lutz-Ulrich Besser, fragte:

„Können diese Frauen geheilt werden?“.

Natürlich könne man das heutzutage behandeln, erklärte Besser. Wer Genaueres

wissen möchte, sei auf einen Artikel von Dr. Wolfgang Wöller, Ärztlicher Leiter der

Abteilung II des Rhein-Klinik-Krankenhauses für psychosomatische Medizin und

Psychotherapie in Bad Honnef verwiesen – nachzulesen auf der schon erwähnten

Website der Prostitutionsgegner trauma-and-prostitution.eu.

Auch Dr. Wöller geht davon aus, dass Personen mit sexuellem Missbrauch in der

Kindheit immer „häufiger zur Prostitution“ gelangen. Ausgehend von der Theorie der

quasi suchtartigen Abhängigkeit der Betroffenen von ständigen Versuchen einer Re-

Traumatisierung ergäben sich Konsequenzen „im Hinblick auf eine medikamen-

töse Prophylaxe“. Als therapeutischen Ansatz zur Prävention von Reviktimisierung

empfiehlt Wöller (ich zitiere) „die Gabe von Serotonin-Reuptake-Inhibitoren zur

Verbesserung der Emotionsregulierung“.

All das sind untrügliche Indizien dafür, dass wir längst auf dem Weg zu einer

Psychiatrisierung von Sexarbeit sind.

In einem SOLWODI-Rundbrief aus diesem Jahr zum 30-jährigen Bestehen dieser

Organisation konnte man erfahren, dass aus Sicht von SOLWODI ein konventio-

nelles Frauenhaus traumatisierten Prostituierten nicht mehr genug Schutz bieten

könne. SOLWODI drängt daher auf ein besseres spezialisiertes Therapieangebot:

„Ein spezialisiertes Therapieangebot für betroffene Frauen gibt es bisher in

Rheinland-Pfalz nicht. Um das zu ändern, haben sich nun das

Landeskrankenhaus in Andernach, die Rheinhessen-Fachklinik Alzey und

SOLWODI zusammengefunden. Gemeinsam wollen Psychologen, Ärzte und

Fachberaterinnen ein eigenes Behandlungskonzept entwickeln, speziell auch

11 Vgl. S. 127. 131

11

für Migrantinnen mit Traumafolgestörungen. Denn nur, wenn Panik- und

Angstattacken, selbstverletzendes Verhalten, Depressionen und andere

psychische Störungen als Folge der Prostitution verstanden, anerkannt und

behandelt werden, können die Frauen ein Leben in Würde und Freiheit

aufbauen.“

Beide Einrichtungen, mit denen SOLWODI hier kooperiert haben eine braune

Vergangenheit. Es ist dokumentiert – was im Falle von Andernach bis in die 60er

Jahre hinein geleugnet wurde –, dass diese Einrichtung unter den ****s an

Programmen zur Vernichtung sogenannten „lebensunwerten Lebens“ beteiligt

waren!

SOLWODI hat mit dieser Vergangenheit offenbar kein Problem. Unbeanstandet

konnte der Psychotherapeut Lutz Besser im „Solwodi-Rundbrief März 2015“ erklären,

dass „Prostitution in hohem Maße asozial“ sei. Das ist O-Ton ****s. Und natürlich

findet sich dieses Interview auch auf der Website der Prostitutionsgegner von „Stopp

Sexkauf“.12

(Fazit)

Meiner Meinung nach muss man die von der Bundesregierung geplante

gesundheitliche Zwangsberatung für Sexarbeiter/innen sowie das im

„Prostituiertenschutzgesetz vorgesehene „Informations- und Beratungsgespräch“ mit

der Überprüfung der „Einsichtsfähigkeit“ von Sexarbeiter/innen auf dem Hintergrund

der hier dargestellten Tendenzen sehen. Nicht nur der Beruf Prostitution, sondern

auch alle darin Tätigen sollen als „krankhaft“, als „anormal“ und „asozial“ dargestellt

und aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden.

Das sollten wir uns nicht bieten lassen. Deswegen sage ich:

Das so genannte „Prostituiertenschutzgesetz“ muss weg!

Lasst uns gemeinsam dafür eintreten.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit“!

12 „Der Mensch wird entmenschlicht“, Interview mit Lutz-Ulrich Besser, siehe: trauma-

and-prostitution.eu/2015/03/28/der-mensch-wird-entmenschlicht-2/#more-397
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Danke von
Alt  13.11.2015, 20:15   # 159
mr.cock27
 
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Beiträge: 996


mr.cock27 ist offline
Der deutsche Juristenbund hat sich auch geäußert.
http://www.djb.de/st-pm/st/st15-10/
Wenn man das so ließt könnte man meinen Erstsemstler hätten das Gesetz geschrieben. So gravierend sind die Defizite...
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