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Alt  09.11.2013, 13:32   # 1
kuching
Immer auf der Jagd
 
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kuching ist offline
Fernsehserien sind die besseren Spielfilme??!!

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diane-kruger-the-bridge.jpg   Hank Wade - Ted Livine.jpg   Charlotte - Annabeth Gish.jpg   thomas m. wright.jpg   Marco Ruiz.jpg  

Vorbemerkung

Eine gewagte These, dummes Geschwätz oder doch wenigstens zum Teil richtig? Jedenfalls lässt sich sagen, dass es seit einiger Zeit ein paar sehr gut gemachte Serien gibt, die nicht von zweitklassigen Autoren, Regisseuren und Schauspielern produziert wurden und, es gibt zumindest in den USA einen Trend hin zu Kabel-Produktionen. Woran liegt das wohl? Ein Zitat dazu (Quelle mir unbekannt):

Solche Filme wie «The Bridge» oder zum Beispiel auch «Breaking Bad» werden einfach nicht mehr im Kinoformat gemacht. Die amerikanischen Studios machen Blockbuster und Komödien, die sich gut verkaufen, aber intime Charakter-Dramen werden nicht mehr fürs Kino gemacht. Es gibt einen riesen Trend zum Kabel. Für normale Fernsehserien werden ungefähr neun Monate im Jahr gedreht für 22 Episoden, wir machen 13 Folgen und arbeiten vier Monate, also quasi wie bei einem Film.

Es gibt also nicht wenige Fälle, in denen die üblichen 100 – 120 Minuten auf der Kinoleinwand nicht ausreichen um einen Charakter vollständig zu entwickeln und zu vermeiden, dass die Figuren etwas holzschnittartig daher kommen. Ein weiterer (Zeit-)Vorteil ist sicher, dass sich parallele, weitere Erzählstränge einbauen lassen, die nicht nur angerissen werden können, sondern eine eigene Geschichte in der Geschichte darstellen. Ganz besonders geglückt ist das meines Erachtens nach in der dänischen Polit-Serie „Borgen“ (lief bei uns auf Arte), die neben der reinen Story des Aufstiegs einer Politikerin z.B. auch die Geschichte „Was ist seriöser politischer Journalismus?“ einbaute. Da bietet die Serie genug Zeit, das nicht nur mal eben so kurz anzureißen, sondern wirklich zu beleuchten.

Ähnliches ist auch bei "The Bridge – America" gelungen. Ein paar (gute) Serien werden nun nicht verhindern, dass ich weiter mit Begeisterung ins Kino gehen werde. Es gibt Stoffe und deren Bilder, die einfach nur im Kino funktionieren, die eine große Leinwand und eventuell ein größeres Budget brauchen, die eben gemacht sind für 120 oder von mir aus auch für 180 Minuten, wenn sie denn nicht durch den Schnitt noch „verstümmelt“ werden („Apokalypse Now Redux“ , die Langfassung von Francis Ford „God“ Coppola, gewinnt z.B. durch die Sequenzen mit den Franzosen und der unrühmlichen Szenen mit den Playboy-Bunnies noch einmal so richtig an Schärfe).

The Bridge – America

Die Serie ist eine Adaption der dänisch-schwedisch-deutschen Produktion „Die Brücke – Transit in den Tod“ in der die Öresund-Brücke die Rolle spielt, die hier in der amerikanisch Fassung eben „The Bridge of the Americas“ (Plural!) ist. Produzenten: Meredith Stiehm („Homeland“) und u.a. Lars Blomgren (dänisches Original)

Auf jeden Fall passt der eigens für die Serie geschriebene Song von Ryan Bingham „Until I´m one with you" bestens für den Schauplatz in den USA.



Leider ist im Netz nirgends der Vorspann untermalt mit dem Song zu finden. Schon im Vorspann beginnt der Zuschauer etwas zu ahnen von den großen Gegensätzen an der Grenze, allein diese Umsetzung ist schon das Zuschauen wert.

Die Geschichte

Auf der „Bridge of the Americas“, genau auf der Grenze zwischen Ciudad Juárez und El Paso wird eine – wie sich kurze Zeit später herausstellt – zweigeteilte Frauenleiche gefunden: der Oberkörper einer amerikanischen Richterin, die streng gegen die mexikanischen Einwanderer vorgeht und der Unterkörper einer der vielen vermissten mexikanischen Frauen, die vor Monaten bereits spurlos verschwunden ist. Der mexikanische Ermittler Marco Ruiz (Chihuahua State Police) und Sonya Cross (El Paso PD) ermitteln zusammen und suchen nach dem Mörder, der ein Serienkiller ist – allerdings nicht nach dem üblichen Muster.

Neben der eher konventionellen „Whodunit?“-Geschichte spielt die politische Dimension des Falles eine besondere Rolle und es ist als ein absoluter Glücksgriff der Produzenten, dass sie die adaptierte Geschichte eben an diese Grenze gelegt haben. Bis heute sind Hunderte Frauen in Ciudad Juárez vermisst und ermordet worden, meistens junge Frauen, die in den grenznahen Fabriken internationaler Konzerne arbeiten.

Zitat aus Wiki:

Als Hintergrund für die Frauenmorde gilt allgemein der von Ciudad Juárez von den Gangs organisierte internationale Menschenhandel mit jungen Frauen für die Prostitution. Die Frauen werden dabei nach der Entführung zumeist geschlagen, mit Drogen hörig gemacht und ihren Familien entwöhnt. Frauen, die sich auch dann noch nicht auf ein neues Leben als Prostituierte einlassen wollen, werden getötet und entsorgt, insbesondere um die anderen Frauen abzuschrecken.
Andererseits kommen viele Frauen auch als Drogenkuriere um, wenn sie von konkurrierenden Kartellen aufgegriffen werden. Oft werden in Mexiko noch viele Jahre später Massengräber mit den Leichen lange vermisster Personen gefunden. Verbreitet ist bei Drogenkartellen auch die völlige Auflösung der Leichen in Säure, wie z. B. hundertfach durchgeführt durch das verhaftete Tijuana-Kartellmitglied Santiago Meza Lopez.
Aus Sicht der mexikanischen Justiz gibt es keine spezielle Frauenmordserie. Es gibt nur die sehr zahlreichen weiblichen Opfer im mexikanischen Drogenkrieg, die im Hinblick auf die Vermisstenzahlen bis heute nicht nachgelassen haben. Seit die Jugendstrafen für Mord ab 2012 verdreifacht wurden, ist die Zahl der Frauenopfer drastisch zurückgegangen.


Wenn eine Amerikanerin ermordet wird, wird alles getan um das aufzuklären, keiner interessiert sich für die vielen jungen Frauen auf der anderen Seite, die ermordet, entführt, geschändet werden. Das ist so etwas wie die Quintessenz dieser Serie. Natürlich kommen die korrupten mexikanischen Polizisten nicht gut weg. Allerdings, und das sei ausdrücklich erwähnt, die amerikanischen Polizisten bekleckern sich auch nicht Ruhm, ja, sie sind sogar teilweise beteiligt an den Vorgängen jenseits der Grenze. Es ist also keine klassische „Wir-gegen-die-Geschichte“, eher wird hier der Finger in die Wunde gelegt, dass es keinen wirklich interessiert, was da vor sich geht: „How long can El Paso look away?“

Die Grenze, die Brücke und die Wüste spielen eine nicht zu unterschätzende „Hauptrolle“ in der Serie. Die Farben sind satte Braun- und Gelbtöne, die mexikanischen Parts werden zumeist im Original gesprochen und deutsch untertitelt. 13 Folgen à ca. 45 Minuten bedeuten viel Zeit die Charaktere zu entwickeln und fortzuführen, nicht wenige Sequenzen sind kammerspielartig, tot gequatscht wird nichts und wir erfahren einiges über die Vergangenheit und das Innenleben der Protagonisten.

Die Charaktere

Sonya Cross (Diane Kruger) leidet unter dem Asperger Syndrom, einer leichten Form des Autismus. So zeigen vom Asperger Syndrom Betroffene kaum eigene Emotionen, können sich nicht in die Gedankenwelt anderer Menschen hineinversetzen und auch nicht an deren Mimik die jeweilige Gefühlslage ablesen: sie sagen, was sie denken. Es wird in der Serie nie eindeutig gesagt, dass sie diese Erkrankung hat, alles deutet aber daraufhin (Diane Kruger hatte am Set einen Berater, der unter dem Asperger Syndrom leidet). Ihr „väterlicher“ Mentor Lt. Hank Wade beschützt und „betreut“ sie und ist auf eine besondere Weise mit dem Schicksal von Sonya und ihrer Schwester verbunden. Alles das ergibt sich im weiteren Verlauf der Serie. Sonya ist eine akribische und detailverliebte Arbeiterin und hat von daher mit

Marco Ruiz (Demián Bechir) so manches Mal ihre Schwierigkeiten. Marco ist ein (der letzte?) aufrechte Bulle auf der mexikanischen Seite, ein gemütlicher Brummbär mit Familie, der die Finger von den Röcken nicht lassen kann und sich in dem Feld der Korruption und unseriösen Angeboten zu behaupten versucht.

Lt. Hank Wade (Ted Levine) ist der gütige Polizeichef, menschlich, kollegial, beschützend, bedächtig, das große Ganze im Blick habend und zugleich der Mentor von Sonya. Er weiß wie es läuft und er behält den Überblick. Jedenfalls ist er das krasse Gegenteil der mit Klischees beladenen Vorstellungen über einen texanischen Polizisten. Die gibt es nämlich auch in der Serie.

Charlotte Millwright (Annabeth Gish) ist ein ehemaliges Escort-Girl aus Florida, deren Mann stirbt und ihr ein Anwesen hinterlässt. Auch sie muss erkennen, dass das Leben nun besondere Herausforderungen an sie stellt und sie mit „Aufgaben“ konfrontiert, die sie so nicht erwartet hatte. Ihr Anwesen spielt eine besondere Rolle in diesem Grenzgebiet und ist ein weiteres Detail an dieser so mörderischen Grenze.

Ihr zur Seite steht in erster Linie ihr Angestellter Cesar (Alejandro Patino), die gute und wissende Seele des Hauses, der die Entwicklung von Charlotte nicht unbedeutend mit voran treibt.

Daniel Fry (Matthew Lillard) ein versoffenes und zynisches Journalisten-Arschloch und seine junge lesbische Partnerin Adrianne Perez (Emiliy Rios) bilden ein weiteres Paar in der Serie und versuchen den fürchterlichen Vorgängen an der Grenze nachzugehen.

Und da wäre dann noch der unglaublich verschrobene Steven Linder (Thomas M. Wright), ein Helfer der besonderen Sorte, anrührend und mysteriös zugleich, der eine dermaßen präsente und zugleich extrem reduzierte Performance abliefert, dass er für mich – trotz weniger Auftritte – der eigentliche Star der Serie ist. Er verliebt in Eva Guerra (Stephanie Sigman).

Alle „Paare“ sind gegensätzlicher, wie sie es nicht sein könnten, sie kommen sich aber näher, peu à peu und doch nicht zusammen. Dennoch sind es ihre inneren Beziehungen, die sich im Laufe entwickeln, die eben den weiteren Reiz der Serie an sich ausmachen. Wir haben viel Zeit uns auf die Charaktere einzulassen, der Fluss in der Serie ist in gemäßigtem Tempo, die Entwicklung der Protagonisten ist nachvollziehbar und langsam erkennen wir auch die andere Seite der Personen. Sie entwickeln sich fort von ihrer etwas eindimensionalen Einführung in die Geschichte, werden vielschichtiger und lassen so manches Mal eine Seite erkennen, die zunächst nicht zu erwarten war. Das gilt selbst (in Maßen!) für den Kartellboss Fausto Galvan (Ramón Franco). Einzig der mexikanische Polizeichef Capitan Robles (Juan Carlos Cantu) und sein Pendant Hank Wade sind in ihren Rollen „bad guy – good guy“ relativ festgeschrieben.

Natürlich gibt es auch Schwächen in der Serie: verschiedene Regisseure für die Folgen, ein schwächerer Showdown (nicht das Ende der Serie!) und die ein oder andere kleine Länge. Dennoch gibt es eben auch Bilder von epischer Schönheit. Wenn Steven nach Eva sucht und mit anderen mexikanischen Frauen im Wüstensand nach einem möglichen Grab stochert, der Blick der mexikanischen Mutter, die vergebens am Bus auf die Tochter wartet, der Besuch von Sonya bei einem psychisch schwer kranken Mann in der Gefängnisanstalt, der unbeholfen immer die gleichen Bilder malt, die Mauer, an der die „Steckbriefe“ der verschwundenen und vermissten jungen Frauen hängen, das ist – obwohl Fernsehen – ganz großes Kino! Ein paar wenige deftige Gewaltszenen und 2 fürs amerikanische Fernsehen ungewöhnlich deftige Sex-Szenen gibt es auch.

Die Serie wurde von Fox-Channel (Kabel Deutschland) ausgestrahlt, zunächst wöchentlich eine Folge und am letzten WE in einem Rutsch alle Folgen nochmal durch. Man sollte sich - sofern möglich – diese Serien zusammenhängend ansehen, man „vergisst“ sonst zu viel zwischendurch. Die Serie wurde in USA und Deutschland nahezu zeitgleich ausgestrahlt. Sie wird von Fox sicher nochmal wiederholt und demnächst wohl auch auf DVD erscheinen.

Die zweite Staffel ist bereits in Auftrag gegeben, Beginn der Dreharbeiten demnächst.
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Alt  15.05.2018, 22:55   # 89
kuching
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kuching ist offline
Seven Seconds – Netflix

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Seven Seconds.jpg   Seven Seconds_KJ_und_Fish.jpg   Seven Seconds_Jablonski_und_Diangelo.jpg   Seven Seconds_Isaiah_und_Latrice.jpg  
Sollte der Untertitel „Black Lives Matter“ heißen oder doch nur „Die Sozialdemokraten schreiben ein Drama“? Letzteres würde der Miniserie (es wird keine 2. Staffel geben) jedoch sehr unrecht tun, auch wenn dieses Drama zuweilen doch mit Klischees arbeitet. Die Bullen sind böse, die Afro-Amerikaner verticken Drogen und schmieren die bösen Bullen, die Anwältin des Bullen ist ein eiskalter, blonder „Engel“, während die schwarze Staatsanwältin säuft und nicht gerade das zu verkörpern scheint, was sich der Staat als vorbildliche Vertreterin zu wünschen scheint.

Zunächst einmal muss man Netflix ein Kompliment machen, so eine Geschichte überhaupt zu bringen. Veena Sud („The Killing“) ist ausführende Produzentin, hat zu einigen Folgen das Drehbuch geschrieben und Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“, „Philadelphia“) sogar in der 2. Folge Regie geführt.

Das die USA nach wie vor ein Rassenproblem haben, ist evident. Die absolute Mehrzahl der Gefängnisinsassen ist schwarz, die Polizeigewalt gegen Schwarze ist auch in unserer Presse ständig in den Schlagzeilen und man hat das Gefühl, dass sich nach dem Fall „Rodney King“ nichts, aber auch gar nichts gebessert hat.

Dabei geht es hier gar nicht um unangemessene Polizeigewalt gegen Schwarze, sondern um das Vertuschen eines Unfalls. Pete Jablonski (Beau Knapp) ist auf dem Weg zu seiner schwangeren Frau die Blutungen hat. Auf dem Weg dorthin gibt es einen Unfall, nicht zuletzt, weil er auch noch telefoniert. Ein heftiger Schlag erfasst sein Auto und als er aussteigt sieht er, dass unter dem Auto ein Fahrrad liegt und nicht weit weg eine große Blutlache und Schuhe auf schneebedecktem Grund.

Brenton Butler, der angefahrene Junge, ist aber nicht tot, sondern nur schwer verletzt. Jablonski ruft seine Kollegen an den Unfallort und Mike Diangelo verdonnert alle anwesenden Kollegen dazu den Unfall zu vertuschen: „Es gibt keine Scheiß-Unfälle mehr…Sie ficken dich für Ferguson, Baltimore, Chicago, für jeden weißen Cop, der ein schwarzes Kind getötet hat.“ Diangelo macht zudem noch Deals mit dem örtlichen Drogenboss und sieht die Einnahmequelle für alle bedroht. So lassen sie den schwerverletzten Jungen einfach liegen.

Brentons Eltern Latrice (Regina King, „American Crime“) und Isaiah (Russell Hornsby) wollen Gerechtigkeit und werden zunehmend misstrauischer gegenüber den Behörden. Die Staatsanwältin KJ Harper (Claire-Hope Ashitey) und der Detective Joe „Fish“ Rinaldi (Michael Mosley) führen die Ermittlungen.

Der Aufbau ist der eines klassischen Crime-Dramas. Zunächst wird ermittelt, dann folgt der Prozess. Die Geschichte spielt im hauptsächlich winterlichen Jersey City, dem sehr unglamourösen Gegenpart von NYC auf der anderen Seite des Hudson, mit Blick „auf den Arsch der Freiheitstatue“, also fast im klassischen backyard.

Wenn man von den wohl unvermeidlichen Klischees absieht, ist das ein spannender Fall mit einer klaren politischen Aussage. Wir wissen alle, wie das ausgeht, da brauche ich auch keine Spoilerwarnung geben. Etwas anders hätte auch wie Hohn ausgesehen. Gott sei Dank ist die Schwarz-Weiß-Malerei nicht übertrieben worden, es gibt schon den einen oder anderen Klischee-Bruch. Ein paar Unwahrscheinlichkeiten müssen noch akzeptiert werden, aber danach ist die Story insgesamt schon rund und bis zum Ende doch sehr spannend.

Ob das was ändern wird? Natürlich nicht! Das hat selbst ein schwarzer Präsident nicht hinbekommen…

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Alt  11.04.2018, 16:29   # 88
fritzi2011
Titts&Tattoos
 
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fritzi2011 ist offline
Terror

Bin über den trailer zu dieser Serie gestolpert, sieht gut aus

https://youtu.be/rnN7Aad3c7A
__________________
Out of buisness
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Alt  02.04.2018, 21:58   # 87
kuching
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kuching ist offline
Ja, Narcos ist wirklich gut...da muss ich noch was schreiben demnächst...

Es sind sogar 3 Staffeln. In der dritten Staffel geht es um das Cali-Kartell, während Staffel 1 und 2 eben Pablo Escobar und das Medellín-Kartell behandeln.
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Alt  02.04.2018, 21:45   # 86
Jaguarn
 
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Jaguarn ist offline
Thumbs up Narcos

Wo ich das hier gerade mit den Drogen lese:

NARCOS gefällt mir sehr gut... sind zwei Staffeln

Aufstieg und Fall von Pablo Escobar - fast eher mit dokumentarischem Charakter - wenig Sex, halbwegs an der Realität und schön brutal, viel Text in spanisch und mit deutschen Untertiteln

Für mich
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Alt  02.04.2018, 21:21   # 85
kuching
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kuching ist offline
Queen Of The South - Staffel 1und 2 - DMAX - Kurzreview

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QoS_1.jpg   QoS_2.jpg  
Für mich nicht die beste aller Drogen-Serien, aber immer noch gut genug um die 2 Staffeln schnell hintereinander zu schauen. Nette Idee, 2 Frauen als Drogenbosse zu zeigen und auch sonst ist die Serie schmissig und schnell mit der nötigen Portion Sex und Gewalt.

Teresa Mendoza (Alice Braga) ist eine junge Geldwechslerin in Sinaloa, die sich in einen jungen Drogendealer verliebt, aber nur kurzes Glück erlebt, denn eine Vergewaltigung und ein von ihre erschossener Peiniger später ist sie schon in Dallas in Gewahrsam von Camila Vargas (Veronica Falcón) der Ehefrau von Epifamio (Joaquim de Almeida), der sich auf den Weg macht Gouverneur in Sinaloa zu werden.

Zuvor aber wird noch der junge Liebhaber, der nun doch schon zu weit aufgestiegen ist, vom Kartell erschossen und Teresa folgt seinem Fluchtplan – mit reichlich Action garniert – und landet doch nur im Käfig in Dallas bei Camila Varga, wo sie als Drogenkurier arbeiten soll.

Zwei Staffeln braucht es um Teresa als Gegenspielerin von Camila zu etablieren. Auch wenn es manchmal etwas zu sehr Telenovela ist (die es dazu wirklich gab) und die Dialoge nicht selten mit übertriebenem Pathos daherkommen (zusätzlich in dem Fall immer unerwartet und unlogisch wirkendender Englisch-Spanisch-Mix), so ist das Ganze doch für reine Unterhaltung ohne großen Anspruch sehr ordentlich und temporeich gelungen.

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Alt  02.04.2018, 21:11   # 84
kuching
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kuching ist offline
Bloodline - Netflix - Staffel 2 und 3 - Kurzreview

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Bloodline.jpg  
Hier, im Beitrag #30, habe ich mich ja schon ausführlicher ausgelassen über das Familiendrama der Rayburns auf den Keys...

Der junge Nolan, der als Cliffhanger zum Ende der ersten Staffel auftaucht, ist nun mit von der Partie. Es dreht sich immer noch um die Geheimnisse der Familie, ungeklärte Todesfälle und alle und alles rutscht tiefer und tiefer in den Sumpf.

Ursprünglich sollte das Drama auf 5-6 Staffeln angelegt worden sein. Nachdem aber dann doch nur 3 Staffeln zugestanden wurden (die 2. wurde sofort nach der 1. in Auftrag gegeben) drehen die Showrunner in der Staffel 3 nochmal so richtig ab...oder sollte man sagen sie drehen durch?

Da gibt es eine Folge in Staffel 3, da hat man das Gefühl, sie sei im Fieberwahn gedreht worden. Es kommt häufiger vor, dass nun mit mehr und mehr Rückblenden, Erscheinungen, Träumen gearbeitet wird. Das ist manchmal kompliziert und nicht so ganz durchschaubar. Das hat man nun davon, wenn man die tragende Figur, den Schlüssel zur ganzen Geschichte am Ende der 1. Staffel sterben lässt. Das war kein guter Schachzug...Neue Player tauchen auf, die aber doch mit den Rayburns schicksalhaft verbunden zu sein scheinen und doch dreht sich alles nur um eine Person...

Das Netz der Lügen weitet sich immer weiter aus. Die Familie scheint fast nur noch durch ihre Lügen verbunden, durch das Aufrechterhalten des schönen, soliden Scheins. Dabei wirken sie jedoch nur noch abgewrackter, noch kaputter. Zum Ende hin wünscht man sich nur, dass die ganze Familien-Bande durchs Klo weggespült wird. Kann man mit so viel Schuld überleben?

Aber seht selbst....

Letztendlich gilt das, was ich schon nach der 1. Staffel geschrieben habe: es ist langsam, sehr langsam und man kann "der Farbe beim Trocknen zusehen". Tolle Bilder, viel Florida-Feeling, guter Soundtrack...mehr Raffinesse hätte mich mehr überzeugt...nicht schlecht, aber auch kein großer Wurf.

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Alt  30.03.2018, 10:55   # 83
kuching
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Liar – englische Mini-Serie auf VOX

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Laura&Andrew.jpg   Liar Zoe.jpg   Liar Warren Brown.jpg   Liar Vanessa Harman.jpg  
Hinter der Geschichte stecken die beiden Brüder Harry und Jack Williams. Die Serie umfasst 6 Folgen und spielt in der englischen Grafschaft Essex, die uns auch ein paar sehr schöne Bilder liefert.

Laura Nieson (Joanne Froggatt) ist Lehrerin und hat mit dem Vater einer ihrer Schüler ein Date. Andrew Earlham (Ioan Gruffudd) ist verwitwet und alleinerziehend. Er arbeitet als Chirurg in einem Krankenhaus und eine seiner medizinischen Assistentinnen, Katy Sutcliff (Zoe Tapper), ist die Schwester von Laura. Laura wiederum hat sich vor kurzem erst von Tom Bailey (Warren Brown) getrennt.

Nach anfänglichem Zögern lässt sich Laura auf ein romantisches Date mit Andrew ein, das – natürlich – irgendwann in der Wohnung von Laura endet. Als Laura am nächsten Tag allein aufwacht merkt man sofort, dass etwas nicht stimmt. Sie ist verstört und ihr geht es schlecht…

Und nun beginnt das Reizvolle an der Serie, die Frage was ist denn wirklich passiert? Die Macher geben uns Hinweise, die sowohl in die eine als auch die andere Richtung zeigen. Beide haben ihre Geheimnisse und je nachdem bei welcher Person sich die Geschichte gerade befindet, aus welcher Perspektive diese gerade erzählt wird, möchte man der einen oder anderen Seite glauben.

Dieses raffinierte Wechselspiel macht den Reiz der ersten Serienhälfte aus. Wer hat gelogen, wer sagt die Wahrheit, wem mag man glauben? Wessen Geheimnis aus der Vergangenheit wiegt schwerer?

Und gerade als die Geschichte mich zu fesseln begann, wird diese Frage nach der Hälfte schon gelöst. Schade, sehr schade, denn der Rest ist dann nur noch das übliche Krimi-Thriller-Spiel. Nicht schlecht gemacht, aber der Reiz war weg. Die Macher wollten sich wohl nicht zu sehr auf das dünne Eis einer ungeklärten, aber tatsächlichen oder zu Unrecht vorgeworfenen Vergewaltigung geben. Stattdessen spielen auch die kleinen Nebenstränge mit dem Thema „Lüge“, nur der große Wurf ist das nicht mehr: Chance vertan!

Die Schauspieler sind solide, die Kamera auch, nur die Spannung, die ist nach der Hälfte raus. Kann man nebenher anschauen, muss man aber nicht….

Den besten Trailer habe ich bei HBO España gefunden, daher auch nur spanische UT…

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Alt  13.03.2018, 09:19   # 82
kuching
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kuching ist offline
The Deuce – HBO (deutsch/englisch auf Sky, Amazon usw.)

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The Deuce_4.jpg   The Deuce_3.jpg   The Deuce_2.jpg   The Deuce_5.jpg   The Deuce_6.jpg  

„The Deuce“, damit ist die 42. Straße in Midtown Manhatten gemeint. Sie zieht sich vom Hudson River über mehr als 3 km zum East River. Sie durchquert „Hell`s Kitchen“, geht über den südlichen Times Square, streift den „Garment District“ und den „Bryant Park“ nördlich und geht weiter nach Osten bis zum Gebäude der Vereinten Nationen. Hier in der Serie ist vor allem der Teil um den Times Square im Mittelpunkt, zu einer Zeit, als dieser noch ein Dreckloch war. Die erste Staffel spielt zu Beginn der 70ger, als man als Tourist abends in NYC noch nicht bedenkenlos über die Straßen gehen sollte, Rudolph Giuliani und die „Zero Tolerance Strategy“ noch in weiter Ferne waren und an der Port Authority jeden Tag junge „Landeier“ ankamen, auf der Suche nach ihrem Glück in NYC und nicht wenige davon auf dem Strich landeten.

Heute ist „Hell`s Kitchen“ ein hipper Stadtteil geworden, im „Garment District“ wird schon lange nicht mehr genäht und der Times Square ist absolut familientauglich. Damals war NYC an vielen Stellen eine echt dreckige Stadt und das fängt die Serie auch sehr treffend ein. Seien es die klaustrophobischen Stundenhotels, der Müll auf den Straßen, aber auch die alten Schlitten und viel Liebe zum Detail, alles das macht es sehr atmosphärisch und dicht.




David Simon, ehemals Polizeireporter in Baltimore sowie Erfinder/Produzent von „The Wire“ (zusammen mit Ed Burns) ist auch hier zusammen mit George Pelecanos der Showrunner und war es in „The Wire“ einfach so, dass in 5 Staffeln die Stadt Baltimore „erzählt“ werden sollte, so ist es hier eben die „Deuce“.

Der Titelsong ist von Curtis Mayfield - If there's a hell below we're all going to go




In der Pilotfolge werden sehr bedächtig unzählige Figuren eingeführt:

Der Barbetreiber Vincent Martino (James Franco in einer Doppelrolle), der um die Schulden für seinen Zwillingsbruder Frankie (einem ausgemachten Tunichtgut) zu tilgen, notgedrungen mit der Mafia zusammenarbeiten muss und deshalb eine aufgebene, ehemalige Schwulen-Bar wiedereröffnet und mit seinem glücklichen Händchen zu einem Treffpunkt für alle auf der „Deuce“ wird: Polizisten, Schwule, Musiker, Veteranen, die „Pimps“, die Frauen vom Strich, die Mafia.

Die weibliche Hauptrolle Eileen „Candy“ (Maggie Gyllenhaal), die als einzige „freischaffende“ Prostituierte auf der „Deuce“ anschafft, alleinerziehend ist, ihr Kind bei ihrer Mutter untergebracht hat und dort nur auftauchen darf, wenn ihr Vater auf Geschäftsreise ist. Maggie Gyllenhall spielt ihre Rolle grandios. Hier eine kleine Szene von unglaublicher Wucht, obwohl sie leise und fast „klein“ daherkommt“. Sie, die einzig Freischaffende, wird nach einem brutalen Überfall eines Freiers von einem Pimp gelockt doch unter das „sichere“ Dach zu kommen. Einfach mal anschauen und wirken lassen…

Rodney und Candy




Abby ist eine Tochter aus gutem Haus, die ihr Studium abbricht und in der Bar und im Bett von Vincent landet, verkörpert von der unglaublich schönen Margarita Levieva.

Die Hooker Lori, Darlene, Shay und viele, viele mehr. Die gockelhaften Pimps, C.C., Rodney und weitere…Streifenpolizisten, Pornoproduzenten und so weiter und sofort…

Die Serie entwickelt sich sehr langsam und lange Zeit passiert wenig bis nichts. Das Zusammenspiel der Figuren um die „Deuce“ herum, die Atmosphäre, das Setting, der Look, alles das ist der heimliche Star der Serie. Die abgefuckten Hotels, der Dreck, die Armseligkeit, die Kälte und dann wieder die Wärme, ein Biotop, das mit irgendeiner „Pretty Woman“ Romantik gar nix am Hut hat, allerdings auch überhaupt nicht moralinsauer daherkommt. Die Pimps sind Zuhälter, die Cops zum Teil korrupt und jeder will was vom Kuchen abhaben, ohne Gnade… Das Bild der Prostitution wird ungeschminkt gezeigt, viel nackte Haut und noch kein Silikon und weit ab von jeder Lusthaus-Romantik.

Langsam beginnt in der Mitte ein Schwenk, eine Veränderung. Es werden sog. „Massage-Häuser“ genehmigt, in denen der Sex in einem Kabuff erledigt wird, ungleich sicherer und „sauberer“ als auf der Straße. Und, eine neue Verdienstmöglichkeit wird aufgetan: durch eine Liberalisierung sind Pornofilme nun nicht mehr verpönt und müssen unter dem Ladentisch verhökert werden, sie kommen in die Kinos und die ersten Wix-Kabinen werden geschaffen. Manche der Frauen springen auf den Zug auf, Candy wird aktiv und Regisseurin im Business, bis sie dann zur Premiere des Meilensteins der Pornofilme in ein großes Kino fährt. Der Meilenstein ist natürlich…“Deep Throat“.

Am Ende der 1. Staffel (insgesamt 3 sind geplant) gibt es eine schöne Montage, die nochmal all diese Personen einfach nur zeigt bei dem, was sie so tun oder auch nicht….



David Simon und George Pelecanos haben ihr ein wunderbar fotografiertes Sittengemälde im New York der 70iger entstehen lassen. Ihre Figuren bekommen Zeit sich zu entwickeln, die Geschichte ebenso. Wobei es eher der Blick durch ein Brennglas auf ein kleines Biotop ist, als eine vorangetriebene Handlung. In den beiden letzten Folgen nimmt die Geschichte etwas Fahrt auf, nicht zu streng, aber doch genug um den Zuschauer nicht im Unklaren zu lassen, wo die Reise hingeht. Und der Soundtrack hat durchgehend erste Güte. Hier eine Sequenz aus der Bar von Vince mit dem oft gecoverten Song „96 Tears“ in einer Version von Garland Jeffreys…




Man mag sich über die Relevanz einer Epoche, die ihre Geschichte hinter sich hat, streiten. Man mag monieren, dass es eigentlich keinen echten Handlungsstrang gibt und so manches doch im Ungefähren bleibt. Warum in aller Welt schafft Candy überhaupt an? Die Rolle des Zwillingsbruders Frankie findet imho keinen richtigen Platz, ist in meinen Augen sogar uninteressant, wenn nicht gar überflüssig.

Dennoch ist HBO hier wieder einmal ein großer Wurf gelungen, ein Stück bester Fernseh-Qualität, weil sie – die Regisseure der einzelnen Episoden, die Showrunner – immer die Menschen auf der „Deuce“ in den Mittelpunkt stellen, ihre Träume, ihre Hoffnungen, ihre Verzweiflung und das nie nur einseitig und holzschnittartig, nie nur grob vereinfachend.

Exkurs…

Natürlich laufen solche Stoffe (fast) nur im Bezahlfernsehen. Irgendwann wird vielleicht ein deutscher Sender die Serie öffentlich empfangbar zeigen. Wenn wir Glück haben, werden es Arte oder ZDFneo sein, wenn wir Pech haben, wird es einer aus der RTL-Gruppe oder aus der ProsiebenSat1-Gruppe sein, die dann eine Folge pro Woche am Sonntagabend ab 23:30 Uhr verstecken und wenn nach der 2. oder 3. Folge die Quoten endgültig in den Keller rauschen, wird das Ganze auf einem anderen Ableger geparkt oder in einem Rutsch in einer Nacht durchgezogen (so wie einmal bei „House of Cards“ passiert). Der Streamingdienst „Netflix“ plant in 2018 sage und schreibe 8.000.000.000 $ in Eigenproduktionen zu investieren. Man sieht, wo die Reise hingeht… Jedenfalls nicht in das frei empfangbare TV. Mal sehen, wie die Quoten bei „Babylon Berlin“ sein werden, wenn die Serie Ende 2018 in der ARD läuft…

…Ende

Hier noch eine

Talkshow mit Maggie Gyllenhaal, James Franco, David Simon und George Pelecanos



Und noch eine sehr schöne Zusammenfassung der ersten Staffel habe ich auf „Vulture“ gefunden, einem Online-Ableger des Magazins „New York“:

Zitat:
“Every day this thing takes another step out of the forest,” Harvey gleefully tells Eileen after they meet with an eager Virginia Beach housewife interested in shooting porn. They can’t believe that someone like her would walk into their offices, ready and willing to be involved in the pictures. When Harvey hands Eileen a mailed invitation to an X-rated movie premiere at a general-admission theater — later revealed to be Deep Throat — both are awe that it even exists. By summer of 1972, the dream has been achieved. The sex trade has entered the mainstream, regulated and controlled, out of the public eye but very much within reach. Everyone is happy, well fed, and getting paid.

Of course, that’s not the whole truth. With any sea change, there are inevitably winners and losers, those who are in a position to adapt and profit, and others left struggling to catch up. The first season of The Deuce covered the slow, steady opening of the cultural floodgates at the height of the sexual revolution in American culture. David Simon and George Pelecanos limit their scope of inquiry to New York City, and specifically a two-mile stretch of downtown Manhattan, and yet it functions as an accelerated microcosm of a national movement. Things might happen more quickly in New York because of diverse demographics, urban planning, and a power-hungry mayor desperate to step on the national stage, but that doesn’t mean it’s not happening everywhere.

Yet the question remains: Cui bono? Who benefits from this upheaval and who suffers? “My Name Is Ruby” is a bookend to the season’s main action, tying up some stories and pushing others forward, but writers Pelecanos and Simon mostly capture their ensemble in snapshots, all of whom are blissfully ignorant of the shoe that will eventually drop. The episode’s organizing principle is to depict the spectrum of success: There are people on steady ground and there are people who feel unmoored in their own environment, and most of the time they’re walking next to each other.

Rudy Pipilo and his crew couldn’t be more thrilled. The advent of the privacy booths and the open real-estate market points to proliferation and expansion. The mob has even disseminated rough consumer data on peep-show loops. Bobby and Frankie, the two members of the Martino family who happily jumped into bed with Rudy’s crew, are making money hand over fist (or “fist over fist”) in their minor roles. Bobby opened a nicer VIP room that essentially operates as a mob hangout, and he plans to go in with Rudy on a new location. Frankie, profiting off his and Mike’s booth invention, is along for the ride.

Vincent, on the other hand, couldn’t be less enthused about his family’s further involvement in mob business. James Franco might be coasting a bit when he dons the Frankie cap, but his performance as Vincent is some of the very best work of his career, and he’s the true standout in “My Name Is Ruby.” A bar man through and through, Vincent just wants to run the Hi-Hat. He doesn’t want to manage women or distribute porn, he just wants to run his bar and find a nice apartment for himself and Abby. So, naturally, he chafes at the image of the A Midsummer Night’s Dream–themed VIP room. He’s further outraged when they want him involved in another building, so he declines and returns to a semi-honest living.

But Vincent, despite his best efforts, is tainted. Tommy Longo uses the basement of the Hi-Hat to almost kill a man who’s been skimming the take. Vincent became complicit the moment that he took their money, and he became even more tangled in their web when he used Tommy as protection so he could have his vengeance on a guy who beat up his ex-wife Andrea. He may look down his nose on Bobby’s hypocrisy, but he’s neck deep in the Deuce as well. Director Michelle MacLaren’s best shot of the night is the head-on shot of Vincent walking into the Hi-Hat, which is filled to the brim with college kids listening to a band play a cover of “96 Tears.” Vincent eventually stops and the camera keeps pulling away, capturing how he’s lost in his own shop, in over his head without fully realizing it.

The pimps aren’t doing much better. Larry feels dissatisfied by the status quo so he tries to get into the drug game, but he’s so inexperienced that he sends Barbara, one of his own girls, into a federal sting. C.C. talks to an ex-pimp Ace (Clarke Peters) who saw the writing on the wall a long time ago, the moment that peep shows were first introduced. Ace tells him to know when it’s time to get off the stage. Alison Herman of the Ringer wrote about how The Deuceportrays the seeds of gentrification in New York, and she notes how the pimps’ unstable position in the new black-market economy exemplifies the “fundamental transformation.” They’re slowly being pushed out of their own game, and though the series doesn’t treat them with kid gloves, it does illustrate how white criminals with nice clothes can prosper at the expense of a black criminal’s livelihood.

Meanwhile, Sandra’s article lies in jeopardy when her editor tells her that the lawyers won’t allow the paper to print the police-corruption angle unless she gets more concrete evidence. Alston, now in a relationship with Sandra and fed up with the corruption himself, steals Sweeney’s collection book and gives it to her, but she still needs him on the record. Eventually, Alston’s partner Flanagan tips off Captain McDonagh, who gives him the good cop version of “be loyal and keep the dirt in house so we can scrub it together” speech and all but promises him a detective post. Alston tells Sandra he won’t go on the record and she angrily breaks up with him. Her piece falls to human interest buried inside the paper, and Alston now stands on the outside in his own unit. Simon and Pelecanos don’t dole out any blame or judgment here: Alston can’t afford to jeopardize his job and Sandra believed that idealism would triumph over self-interest.

On the other side of things, Eileen keeps moving up in the ranks in the porn industry. She now works as Harvey’s assistant and even directs a whole shoot when his car breaks down. In a delightful moment, she learns on the job how the action of any given scene dictates camera movement. She’s well aware of the casualties that surround her, like her brother Patrick (Dennis Flanagan), locked up in an institution, a victim of electroshock therapy because their father suspected he was gay. “The world is changing,” she promises Patrick, and she’s right even if Patrick doesn’t fully believe it. By the end of the episode, she’s on her way to the premiere of Deep Throat. She calls out to Ruby, pejoratively called Thunder Thighs, from a cab, but Ruby, who still works the street, can’t hear her.

Little did Eileen know it was her last chance to say hello to her old friend. Ruby picks up a violent john who takes his money back because he “didn’t like it.” On his way out, he calls her Thunder Thighs, to which Ruby proclaims her real name. The john unceremoniously pushes her out a window and she falls to her death. A crowd gathers around her body — cops, passerby, pimps, Hi-Hat regulars and employees all muttering among each other. Vincent and Mike murmur about the damage her fall did to their sign and wonder if they have insurance. C.C. passes by and cracks wise about how she “could’ve taken the stairs”; Alston punches him in the stomach for his trouble. Compassion might be in low supply on the street, but Ruby’s last words were a demand for respect. She went out with her head held high.

The season-ending montage set to Ray Charles’s cover of “Careless Love” follows the present ellipses in the ensemble’s lives. Barbara is in prison. Larry eats in Leon’s near-empty diner. Sandra walks away from her article, frustrated and disheartened. Alston walks nervously amongst his 14th Precinct cohorts. Bobby and Frankie enjoy the VIP room. C.C. and Lori cuddle on the couch with some blow, while Alice feels ignored. Eileen directs another scene starring Darlene. Vincent and Abby lie in bed together. The parlor keeps running, with Darlene’s country friend Bernice working overtime for her customers.

But the true last scene stars Vincent and Abby. Appalled and disappointed by Vincent’s blasé attitude toward Ruby’s death, Abby passively confronts him. Vincent ensures her that he liked “Thunder” and that he loves women, but the Deuce is the Deuce and these things will happen. Though closer than ever, Vincent and Abby still talk at cross-purposes. One sees the world as it is, while the other sees the world as it could be. There’s more change to come, of course. The revolution has only just begun.

Other Tricks and Pricks

• Two great film moments: Harvey cites the Hitchcock/Truffaut interviews when he compliments Eileen’s film knowledge, and a shot of the Times Square theaters playing The Omega Man and Duck, You Sucker side by side.
• Funniest moment of the night: Vincent, struggling to hear over the sound of the Hi-Hat band, thinks he hears one of Abby’s friends talking about a “gang bang” when she’s really saying “glam band.”
• Besides “Careless Love” and the cover of “96 Tears,” originally recorded by ? and the Mysterians, The Deuce also scores Vincent’s revenge scene to “Smiling Faces Sometimes” by the Undisputed Truth.
• Ruby’s generosity of spirit even extends to Alston, who politely lights her cigarette while she hustles. “Tell me something: How a dude like you get to be a cop?” she sweetly asks him.

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Alt  28.02.2018, 23:23   # 81
kuching
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Godless – Netflix

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Godless_1.jpg   Godless_2.jpg   Godless_3.jpg   Godless_4.jpg   Godless_5.jpg  

Vorbemerkung

Als Junge und als Jugendlicher war das Genre des Westerns und auch die Geschichten um die tapferen Indianer sowie die manchmal heldenhaften und manchmal gottlosen Weißen der Lieblingsstoff. Die Karl May Bücher, der Lederstrumpf, die vielen anderen Bücher über tapfere Indianerstämme und deren Häuptlinge, die Besiedelung des Westens, der Oregon-Trail, der Goldrausch, die Abenteurer… mit nichts weniger bin ich eingeschlafen, nicht selten noch mit der Taschenlampe unter der Bettdecke lesend…

Später dann die Winnetou-Geschichten im Kino, im TV und die braven Serien wie „Bonanza“, „High Chapparal“ und natürlich auch „Rauchende Colts“ oder die „Leute von der Shiloh Ranch“. Diesem Seriengemisch schnell entwachsen, kamen dann die unzähligen, klassischen Western, die ich kaum aufzählen kann. Die besten davon waren oft mit John Wayne. Unvergessen dabei „Stagecoach“, „Die 4 Söhne der Katie Elder“, „Der Mann der Liberty Wallance erschoß“, „Schwarzer Falke“. Daneben und danach viele andere epische Western wie „Winchester 73“, „High Noon“, die Clint Eastwood-Western und ganz spät „Erbarmungslos“, „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Wild Bunch“ und viele, viele andere.

Danach schien das Genre tot. „Der mit dem Wolf tanzt“, „Yuma“ und später Tarantino sorgten zumindest dafür, dass das Genre nicht völlig vergessen wurde. Serien, wie „Westworld“ und „The Son“ nahmen das wieder auf…und nun erneut Scott Frank (Regie und Drehbuch) und Steven Soderbergh (ausführender Produzent).

Die Struktur eines Westerns ist denkbar einfach und klar. Es gibt Böse, die den Guten Böses tun, bis andere Gute den Böses wieder Böses tun. Rache, Verrat, Treue, Hingabe bis in den Tod, wenig Worte und wenn dann nichts mehr hilft, dann die Kugel aus der 45ger auf der staubigen Straße in irgendeinem Kaff im Wilden Westen. Eigentlich eine einfach strukturierte Welt, sauber und klar, kein Umherirren, man tut was man tun muss.

Klar, dass der Western irgendwann in dieser komplizierten Welt mit seinen einfachen Erklärungen nicht mehr funktionieren kann……oder aber – wenn man der Gewaltorgien der Western von Tarantino etwas überdrüssig ist – dann macht man es so wie Frank und Soderbergh und schafft einfach ein kleines Meisterwerk, eine moderne Reminisenz!

Soderbergh hat sich nicht nur einmal beklagt, dass Hollywood für kleinere, feinere Stoffe im mittleren Budget von 40 – 60 Mio $ kein Geld mehr lockermachen will. Die ADHS gestörten Kids kommen da nicht mehr mit, wenn es nicht alle 30 Sekunden knallt…

Zur Serie

Es ist eine abgeschlossene Miniserie von 7 Folgen mit einer Laufzeit von insgesamt ca. 7 Stunden. Die Farben in den Rückblenden sind grau bis ganz dunkelbraun, ansonsten auch hier wenig gesättigt. Dafür aber gibt es Kamerafahrten, die es im Kino kaum besser geben könnte. Einzelne Sequenzen sind von verstörender Schönheit so z.B wenn 30 Männer, in Superzeitlupe im Gegenlicht gefilmt, durch den Fluss reiten und man meint, man könne jeden einzelnen der abertausenden Wassertropfen sehen. Naturlandschaften wechseln sich ab mit kargen, staubigen und dürren Stadtszenen, aber immer bis ins kleinste Detail stimmig. Revolverduell in der blühenden Wiese? Kein Thema…

Das Schöne an der Serienkultur ist die Zeit. Nichts muss auf die 120 Minuten getrimmt werden. Man hat Zeit für lange Kamerafahrten, man hat Zeit für eine sehr lange Sequenz, in der fast wunderbar zurückhaltend gezeigt wird, wie ein „Pferdeflüsterer“ Wildpferde zähmt und sie schlussendlich dazu bringt sich hinzulegen.

Aber, keine Sorge, es wird noch genug getötet, geschossen, vergewaltigt und die alten Beweggründe wie Liebe, Rache, Gier und die Suche nach Gerechtigkeit werden gewiss nicht ausgespart und klar, es gibt, es muss ein, den Showdown und doch verliert sich die Serie nicht darin.

Es ist trotz allem ein „moderner“ Western geworden. Drei Erzählstränge bilden das Gerüst.

Frank Griffin, von Jeff Daniels alles überragend gespielt, und seine Bande gottloser Gesellen sinnt auf Rache. Sein Ziehsohn Roy Goode (Jack O`Connel) hat sich mit der Beute aus einem Überfall aus dem Staub gemacht und nun will er jeden, der seinem Ziehsohn Unterschlupf gewährt an den Kragen. Roy findet Unterschlupf bei der weit außerhalb der Stadt wohnenden Rancherin Alice Fletcher (Michelle Dockery), die ihn in der Nacht angeschossen hat und wohl getötet hätte, wenn „der verdammte Mond nicht so hochgestanden hätte“.

Die nächste Stadt bei von Flechters Ranch heißt „La Belle“ und ist fast nur von Frauen bevölkert, die alle ihre Männer bei einem großen Grubenunglück verloren haben. Bürgermeisterin Mary Agnes (Merritt Wever) und Ihr Bruder, der Sheriff, sie sind die Stadtspitze. Bill McNue (Scott McNairy), der Sheriff, der immer mehr erblindet, macht sich auf die Suche nach Frank Griffin und seiner Bande die in Creede, einem anderen Ort, ein Massaker angerichtet haben. Zurück in La Belle bleibt als Hüter des Gesetzes nur der junge, unerfahrene Deputy Whitey Winn (ebenfalls überragend gespielt von Thomas Brodie-Sangster). Und dort wird alles zusammen laufen…

Es ist kein feministischer Western geworden, obwohl die Damen in La Belle noch ihren ganz großen Auftritt haben werden, aber eine starke Rolle spielen sie fast alle – entgegen der sonst klassischen Frauenrolle im Western. Damit nicht genug: neben zarter lesbischer Liebe gibt es auch einen kleine „Hommage“ an eine vergessene Personengruppe, die „Buffalo Soldiers“, jene afro-amerikanischen Soldaten der Nord-Staaten im Sezessionskrieg, denen Bob Marley mit dem Song „Buffalo Soldier“ ein Denkmal gesetzt hat.

Auf den Punkt gebrachte, von allem überflüssigen Geschwurbel befreite Dialoge, klassisch pointiert wie…

"So eine hübsche Lehrerin habe ich noch nie getroffen. Hatten Sie schon immer den Wunsch, Kinder zu unterrichten?"
"Nein, Sir. Ich war früher eine Hure."

oder

„Derselbe Gott, der dich und mich gemacht hat, hat auch die Klapperschlange gemacht. Das macht keinen Sinn.“

…bieten bösen Witz und einfache, aber keineswegs dümmliche Einsichten.

Alle Erzählstränge finden zueinander, nicht alles ist völlig ausgegoren und nicht alles findet sich, aber….

Es ist ein moderner Western geworden mit allen klassisch guten Ingredienzien, viel Zeit der Entwicklung und dem Hintergrund der Figuren gebend, episch erzählt mit großartiger Kamera.

Nur wer mit Western noch nie und überhaupt was anfangen konnte, sollte es sich überlegen, alles anderen müssen das sehen!

Bei Netflix gibt es übrigens einen kostenlosen Probemonat, nur so…


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Alt  22.01.2018, 21:42   # 80
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Kurzreviews

Berlin Station Staffel 2 - Netflix

Aktuell sind sie manchmal schon, die amerikanischen Serienmacher, ist doch in der Staffel 2 von Berlin Station die in fast ganz Europa aufkeimende Alt-Right Bewegung die Geschichte.

Daniel Miller (Richard Armitage), dieses Mal undercover als Trevor Price unterwegs, soll den Zugang zur rechten Szene finden, hier in Person von Otto Ganz (Thomas Kretschmann), der notfalls mit Waffengewalt den Wahlsieg der PfD (Perspektive für Deutschland) beeinflussen soll. Mit dabei auch wieder viele Schauspieler aus der Staffel 1, allen voran der großartige Rhys Ifans als Hector DeJean. Ashley Judd ist die neue Station-Chefin in Berlin, leider durch verschiedene OPs völlig ohne jegliche Mimik.

Also wieder muntere Agentenspielchen in Berlin und Spanien, alles ganz flott und unterhaltsam präsentiert, allerdings leider auch mit haarsträubenden Fehlern oder Ungereimtheiten:

Daniel Miller war ja mal lange in Panama stationiert, bringt aber in Spanien kein Wort Spanisch heraus. Kisch und Frost sind in Norwegen unterwegs in einem Fjord mit gelackten Schuhen und Maßanzügen ohne Fältchen und fahren sie dann auch noch Paddelboot. Ach nee… Den Waffenhändler in Spanien kann man einfach so unangemeldet besuchen auf seinem Hof, wo er völlig allein mit seinem Häschen und unbewacht seinen Geschäften nachgehen kann und die PfD ist lauft Serienaussage kurz davor die Wahl zu gewinnen, hat aber in Umfragen nur 15%. Das ist dann teilweise doch übel und nicht alles: das trübt etwas das Sehvergnügen….schade…





The Good Fight - Fox

Diese Serie ist ein Spin Off der hochgelobten Anwaltsserie „The Good Wife“.

Diane Lockhardt (Christine Branski) ist Chefin einer Großkanzlei und will sich zur Ruhe setzen. Sie träumt von einem Haus in der Provence. Dieser Traum wird jäh zerstört als sie erfährt, dass ein alter Freund von ihr, der mit dem Vermögen vieler Reicher spekuliert hatte, das ganz Geld verloren hat. So muss sie nun nochmal neu anfangen und heuert in einer afro-amerikanischen Anwaltskanzlei an.

Die Tochter des Freundes, der Lockhardts Geld veruntreut hat, Maia Rindell (Rosie Leslie), hat auch kurz zuvor in der Kanzlei begonnen. Man unterstellt ihr Mittäterschaft, Diane hatte zuvor auch noch für den Fond ihres Freundes geworben. Nun müssen sich beide durchbeißen, das ist die übergeordnete Geschichte. Die einzelnen Fälle sind dann in den jeweiligen Folgen zu sehen: witzig, melancholisch, manchmal skurril und auch wieder sehr politisch, einfach ein guter unterhaltsamer Mix. Nix, weswegen man jetzt zum binge watcher werden müsste, Spaß hat es mir aber allemal gemacht.


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Alt  28.12.2017, 11:50   # 79
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BABYLON BERLIN (1+2) – Tom Tykwer, Henk Handloetgen, Achim von Borries

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BB_Moka_Efti.jpg   BB_Gereon_Rath.jpg   BB_Charlotte_Ritter.jpg   BB_Bruno_Wolter.jpg   BB_Svetlana.jpg  

Vorbemerkung

Lange, sehr lange hat es nun gedauert, von der Bekanntmachung des Projekts bis zur Realisierung der Serie „Babylon Berlin“: vier Jahre und ein endgültiges Scheitern war nicht ausgeschlossen bis es dann zur ersten Zusammenarbeit eines Privatsenders (Sky) und eines ÖR-Senders (ARD) kam. Die teuerste, die aufwändigste, die glamouröseste deutsche Serie, hieß es. Fast 40 Mio. Produktionskosten (davon 16 Mio. – 8.000 qm - allein für den Nachbau von Berliner Straßen in Babelsberg), 5.000 Komparsen, knapp 300 Drehorte. Für eine deutsche Serie tatsächlich alles Superlative. Verkauft wurde die Serie in 60 Länder (darunter Europa und Nord-Amerika), eine Premiere in L.A. (der Partnerstadt von Berlin) wurde sehr wohlwollend aufgenommen…“awesome stuff“…

Aber nicht nur in Babelsberg wurde gedreht, andere Drehorte wie Museumsinsel, Friedrichstraße, Grunewald usw. sind original, teilweise aber natürlich digital nachbearbeitet um eine gewisse „Tiefe“ zu erlangen. Eine große Riege sehr guter und bekannter deutscher Schauspieler sind dabei: Matthias Brandt, Peter Kurth, Udo Samel, Benno Führmann, Thomas Thieme, Günter Lamprecht, Lars Eidinger, Hannah Herzsprung, Mišel Matičević…. Die Hauptrollen werden aber von nicht sooo bekannten Schauspielern verkörpert: Volker Bruch („Unsere Väter, unsere Mütter“) als Kommissar Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter („Und morgen Mittag bin ich tot“). Eine sehr gute Idee bei den Hauptdarstellern auf „unverbrauchte“ Gesichter zu setzen, vor allem Liv Lisa Fries ist einfach nur umwerfend, manchmal feenhaft, dann wieder schnoddrig, schlagfertig.

„Babylon Berlin“ ist eine Adaption der Bücher von Volker Kutscher (hier „Der nasse Fisch“), also eine recht freie Verwertung der Geschichten um Gereon Rath, dem Kommissar im Berlin der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Wenige Filme und noch weniger Serien haben wir hier in Deutschland aus dieser Zeit, die dunkle Zeit des 3. Reichs ist überbordend vertreten.

Von daher ist es sehr reizvoll nun auf diese Zeit zu blicken und hier ins Jahr 1929: „schwarzer Donnerstag“ am 24.10.29 an der Wall Street, Beginn der Weltwirtschaftskrise (in Deutschland am 25.10.29, dem „schwarzen Freitag“), Nobelpreis für Thomas Mann, „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin erscheint, das Stummfilmkino „Bayblon“ (!) öffnet in Berlin, „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque erscheint und Emil Jannings erhält den ersten Oscar überhaupt als männlicher Hauptdarsteller, die Mai-Unruhen („Blut-Mai“) fordern 33 Tote (in der Serie ist von 200 die Rede, ansonsten aber schon richtig dargestellt, da der einzige Polizist mit Schussverletzung diese sich selbst zufügte).

Staffel 1 und 2 umfassen insgesamt 16 Folgen à 45 Minuten, die ARD wird beide Staffeln Ende 2018 zeigen, Staffel 3 und 4 sind schon bestellt…bedeutet, die beiden ersten Staffeln sind jetzt schon refinanziert.



Die Handlung

Gereon Rath, ein Kölner Kommissar, lässt sich zur Sitte nach Berlin versetzen. Ein Verwandter von ihm wird mit pornographischem Material erpresst, die Drahtzieher werden in der Berliner Unterweltszene vermutet. Der erpresste Verwandte ist der OB von Köln, Konrad Adenauer(!). Die Geschichte ist natürlich erfunden…. Gereon Rath soll die Hintermänner der Erpressung überführen. Er leidet unter dem „Kriegszittern“ (Shell Shock) und ist morphiumabhängig. Ihm zur Seite steht Bruno Wolter (Peter Kurth), ein Berliner Kommissar, eine schillernde Figur und wie sich herausstellen soll, der „bad cop“.

Charlotte Ritter ist eine junge Frau, die sich tagsüber als Tagelöhnerin – hier im Polizeipräsidium, der „Roten Burg“ – verdingt und nachts als Prostituierte im „Moka Efti“, dem „Berghain“ der zwanziger Jahre, arbeitet. Sie ist der eigentliche Star der Serie und mit weiblichen Hauptrollen hat Tom Tykwer („Lola rennt“) ja Erfahrung. Sie ist die Überlebenskünstlerin zwischen Mietskaserne, Bordell und den Fängen der Mafia. Für mich DIE Entdeckung….

Und dann gibt es noch einen geheimnisvollen Zug aus Russland der nach Berlin kommt. Alle Waggons beinhalten verbotenes Giftgas, einer aber enthält einen geheimnisvollen Goldschatz. Jagd auf diesen Goldschatz machen sowohl Stalin als auch die in Berlin lebenden Trotzkisten (Leo Trotzki, russischer Revolutionär, war nach dem Zerwürfnis mit Stalin 1929 im Exil in der Türkei) und natürlich ebenso die Berliner Mafia.

Die Krimihandlung(en) nehmen – Gott sei Dank - keinen allzu großen Raum ein, vielmehr bilden sie das Skelett für ein Sitten- und Gesellschaftsbild zu dieser Zeit. Auch die „Braunhemden“ sieht man kaum, nur zum Schluss tauchen sie auf, obwohl sie in dieser Zeit allgemein schon präsenter waren.

Der Plot ist imho fast vernachlässigbar, das Besondere, das Einzigartige an dieser deutschen Serie ist der Look, die Atmosphäre, das Setting, sei es nun das Mondäne im Moka Efti oder die Hinterhöfe in Kreuzberg oder im Wedding, wo die Armen zusammengepfercht vor sich hin hausen. Auch trotz der fehlenden Braunhemden sieht man, spürt man die aufkommende und nahestehende dunkle Zeit, die das zarte „Demokratiepflänzchen“ der Weimarer Republik hinwegfegen wird. Die „Schwarze Reichswehr“, Versailler Vertrag, die Kriegstraumata des WK I. Allein die „Auflösung“ der Eingangssequenz der Serie zum Schluss der Staffel 2 hin ist grandios gelungen.

Ich kam zunächst nicht so ganz leicht in die Serie, der Flow wollte sich zu Beginn (noch) nicht einstellen. Spätestens aber zum Schluss der 1. Doppelfolge mit dem Auftritt von Swetlana Sorokina (Severija Janušauskaitė) als Sänger/in Nikoros im „Moka Efti“ mit dem Song „Zu Asche, zu Staub“, der weiteren Tanz- und Musiksequenz, geschnitten mit einer deftigen Schießerei und wieder geschnitten mit einer kleinen Sexszene zwischen Charlotte und einem Kunden im Separee des Moka Efti, da war der Flow dann da. Das war packend umgesetzt…Martin Scorsese würde wohlwollend nicken…

Ab da habe ich zunächst 8 Folgen am Stück und die restlichen 5 dann auch in einem Rutsch gesehen. Die Musikauswahl traf übrigens Bryan Ferry (Roxy Music) der auch einen Gastauftritt als Sänger hat.

Hier der Song



Aber, es gibt auch Schwächen…

Insgesamt sind es wohl an die 300 (!) Sprechrollen (zu viele wie ich finde), manche Szenen, manche Nebenstränge verlaufen leider im Nichts oder werden zum Schluss der der 2. Staffel etwas arg hoppladihopp „aufgelöst“: zack, zack, zack… Die Zugsequenz zum Schluss wirkt billig, manche Charaktere haben keine Zeit, keinen Raum sich zu entwickeln und manches wirkt auch etwas holzschnittartig. Hier wäre etwas weniger doch mehr gewesen und manches ist auch nicht so glaubwürdig aufgelöst.

Die Kritik zur Serie

Es lassen sich im Netz viele Artikel zur Serie finden. Die Bewertung reicht von „grandios“ bis „Reinfall“ (überwiegend aber positiv). Meinem Empfinden zur Serie am nächsten kommt DIE ZEIT

http://www.zeit.de/kultur/film/2017-...omplettansicht

Vorgeworfen wird der Serie vor allem, dass bei aller Eleganz die emotionale Tiefe fehle, also alles hübsch fotografiert, aber seelenlos. Nun ja, da möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden.

Zum regelrechten „Fremdschämen“ sind allerdings so einige User-Kommentare unter den Artikeln: „Beckenrandschwimmen“…“zu deutsch“ (der Vorwurf der großen Streamingdienste an Deutschland war genau andersherum: zu wenig deutsch um eine USP zu haben!)…“kann mit den großen amerikanischen Serien nicht mithalten“ (ja, das können die allermeisten anderen Ami-Produktionen auch nicht!)…

Mein Fazit:

Mit „Babylon Berlin“ ist eine großartig verfilmte und die Atmosphäre der Zeit bestens einfangende Serie entstanden. Damit wird (noch) nicht das Serienmonopol der Skandinavier und Amerikaner gebrochen, aber Respekt haben sie damit geschaffen und das ist aller Ehren wert.

An Ende 2018 im Free TV bei der ARD. Solltet ihr nicht verpassen….





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Alt  25.12.2017, 12:57   # 78
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Bosch - Kurzreview - Staffel 3

So langsam aber sicher bin Fan von "Bosch" geworden. Habe ich die erste Staffel noch lediglich als gute Fernsehunterhaltung beschrieben, bin ich mittlerweile ein Fan der Serie geworden.

Bosch, Detective bei dem LAPD ist nach wie vor nicht korrumpierbar, immer etwas einsam auch wenn dieses Mal Tochter Meggie bei ihm eingezogen ist in sein kleines Haus in den Hollywood Hills mit dem unbezahlbaren Blick über L.A.

Michael Connollys Romane sind die Vorlage für Bosch, insgesamt 20 hat er geschrieben, ganz in der Tradition von Raymond Chandler oder Dashiell Hammet. Dieses mal sind es 2 Fälle, die Eric Overmeyer ("The Wire") zusammengezogen hat - "Schwarzes Echo" und "Dunkler als die Nacht". Titus Welliver ist wirklich eine kongeniale Besetzung von Bosch, sein Kollege Jerry Edgar (Jamie Hector) ist auch wieder mit von der Partie.

Neben den Fällen spielt auch immer noch die Suche nach dem Mörder seiner Mutter den Faden durch die Staffeln. Die 4. ist bereits beauftragt und der Cliffhanger am Schluss der jetzigen Staffel ist ziemlich gut in Szene gesetzt.



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Alt  15.12.2017, 08:43   # 77
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Countdown Copenhagen – SAM Productions/ZDF Neo

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Countdown_Copenhagen_1.jpg   Countdown_Copenhagen_Philip.jpg   Countdown_Copenhagen_Louise.jpg   Countdown_Copenhagen_Naja.jpg   Countdown_Copenhagen_Alpha.jpg  

Die ersten Szenen zeigen Philip (Johannes Lassen) als Gefangenen einer Terrorgruppe in Afghanistan, der tägliche Folter erleiden muss und für den versucht wird Lösegeld zu erpressen. Einige Szenen später wird Philip in Uniform als Held gefeiert, ist er doch seinen Peinigern entflohen und wird nun Chef einer Anti-Terror Task Force.
Philip leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und hat eine fragile Affaire mit Louise (Sara Hjort Ditlevsen), einer Verhandlerin bei Erpressungs- und Entführungsfällen.

In Kopenhagen wird eine U-Bahn zwischen 2 Stationen von bewaffneten Männern zwangsgestoppt, 15 Menschen werden gekidnappt und in einer Baustelle im Untergrund für eine neue Linie gebracht. 4 Millionen Euro Lösegeld werden gefordert, Philip als Leiter der Task Force und Louise als eine der Verhandlerin müssen nun in 8 Folgen zusehen, wie sie die Geiseln befreien können.

Anleihen gibt es nicht wenige in dieser Serie: der Vorspann könnte auch der bei „House Of Cards“ sein, ähnlich wie bei „Homeland“ haben wir eine ehemalige Geisel in einer der Hauptrollen und bei „Entführung der U-Bahn Pelham 123“ ging es auch schon mal um die Erpressung mit Geiseln in einer Untergrundbahn. Jede der 8 Folgen zeigen einen Tag des Dramas, quasi in „Echtzeit“ und das kennen wir auch schon aus „24“.

Gedreht ist das Ganze in den typisch skandinavischen Graublau-Tönen und, auch nicht untypisch, Frauen spielen nicht die letzten Neben- sondern tragende Rollen. Nara (Paprika Steen, bekannt aus einigen Lars von Trier Filmen), eine angesehene Journalistin und Fernsehmoderatorin, wird von den Entführern kontaktiert und bringt die Story ohne Abstimmung mit Vorgesetzten ins TV. Sie wird daraufhin entlassen und versucht nun mittels crowd founding das Lösegeld zu sammeln.

Mit einigen Rückblenden wird auf das bisherige, nicht immer „störungsfreie“ Leben der Geiseln eingegangen, Rückblenden gibt es im Laufe der Geschichte auch bei Philip, Louise und Nara.

Hier hätte ich mir gerne etwas mehr gewünscht, die Ansätze dafür waren allemal spannend, trotz der dadurch verursachten Verlangsamung des Erzähltempos. Die Folgen sind mit jeweils ca. 45 Minuten eher kurz für eine Serie aus acht Teilen und das, was zuweilen bei den 10 – 12-Teilern à 60 Minuten aufgrund der Länge bisweilen zu einer gewissen Zähigkeit in der Mitte führt, ist hier nicht zu beobachten.

Aktuelles Thema, wenn auch schon mal alles dagewesen ist… warum also anschauen?

Na, weil es einerseits doch recht spannend ist. Andererseits ist der Plot gut aufgelöst und alles in allem auch stimmig. Es ist TV-Unterhaltung auf ordentlich hohem Niveau, in Kinoformat gefilmt und ohne große Längen. Wieder mal was für Serieneinsteiger….

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Alt  09.12.2017, 13:25   # 76
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Westworld - HBO

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Westworld_Titel.jpg   Westworld_Dolores.jpg   Westworld_Dr_Ford.jpg   Westworld_Maeve.jpg   Westworld_man_in_black.jpg  

„Westworld“ ist eine Sci-Fi-Western-Serie, die auf dem Roman und dem gleichnamigen Film Westworld von Michael Crichton basiert. Das Drehbuch stammt von Jonathan Nolan (Bruder von Christopher Nolan - „Memento“, Batman-Trilogie uvm.) und Lisa Joy, seiner Ehefrau.

Die Serie spielt in einem futuristischen Vergnügungspark, der dem Wilden Westen nachempfunden ist. Menschenähnliche Roboter – die Hosts – sind den Gästen dabei „behilflich“ die typischen Westerngeschichten nachzuspielen, seien es Überfälle, Goldsuche, Schießereien in Saloons, Prostitution, Vergewaltigungen. Die Gäste können mit den Schusswaffen der Hosts nicht verletzt werden, andersherum funktioniert das aber sehr wohl. Die schwer verletzen oder gar getöteten Hosts werden von den Ingenieuren repariert und wieder in die Szenerie geschickt. Ihre Erinnerungsspeicher werden dabei resettet.

Drei Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen bilden in der ersten Staffel die Handlung.

Die Querelen und Machtkämpfe innerhalb der Parkleitung. Der Park wurde von Arnold Weber und Robert Ford(!), gespielt von Anthony Hopkins, gegründet. Es kam schon vor der Eröffnung des Parks zu Querelen, weil Arnold herausfand, dass einige Hosts eben doch ein Bewusstsein entwickelten. Es ist viel die Rede von Arnold im Laufe der Serie und Bernard, der Leiter der Abteilung „Verhalten“ spielt dabei eine besondere Rolle.

Weiter spielen in dem Handlungsstrang auch die Spannungen zwischen Vorstand, Ford und verschiedenen Abteilungen eine große Rolle, da vor allem Uneinigkeit besteht bezüglich Verhalten der Hosts, Storylines usw.

Das Labyrinth spielt im zweiten Handlungsstrang eine wichtige Rolle. William ist Angestellter eines Unternehmens, das Anteile an Westworld hält. Er macht Urlaub im Park und verliebt sich in den Host Dolores (Evan Rachel Wood). Als Dolores eines Tages verschwindet, macht er sich auf die Suche nach ihr und im weiteren Verlauf auch auf die Suche nach den letzten Geheimnissen im Park. Auch hier gibt es einen aktuellen, in der Jetzt-Zeit spielenden Handlungsstrang. William ist immer noch im Park und immer noch auf der Suche nach dem Labyrinth.

Rebellion und Flucht durch die Hosts. Maeve (Thandy Newton) ist eine Saloon-Prostituierte, bei der die Speicherlöschung nicht vollständig funktioniert. Sie erpresst einen Techniker ihre Charaktereigenschaften nach ihren Vorstellungen anzupassen und versucht später zu fliehen, während die andere Hosts beginnen zu rebellieren.


Sehr häufig wird aus der Perspektive der Hosts erzählt. Von daher ist ein leichtes sich auf deren Seite zuschlagen, noch dazu wo doch die Hosts jede Menge zu erleiden haben durch die vergnügungssüchtigen Parkbesucher. Abknallen, Vergewaltigen, die Sau rauslassen? Ist ja im normalen Leben im Büro und zuhause bei der Frau nicht so angesagt. Hier aber, das geht das prima…. Macht ja auch nichts, sind ja eh bloß Maschinen.

Dumm nur, wenn die Mensch-Maschinen auf einmal ein Bewusstsein entwickeln, wenn das Ganze aus dem Ruder läuft und die Maschine eben nicht mehr so einfach steuerbar ist… Eine schöne Vorstellung ist das und wenn wir dann in nicht mehr allzu ferner Zukunft uns von diesen programmierten Maschinen transportieren, bedienen und was weiß ich nicht noch alles abnehmen lassen. Was ist, wenn das aus dem Ruder läuft?

Die Suche nach dem Sinn des Ganzen, die Frage ob die die Maschine vielleicht sogar der bessere „Mensch“ ist, unser teilweise immer noch archaisches „Steinzeit-Verhalten“ und die Gier nach Macht, Macht, Macht… Alles das ist furios in den 10 Folgen umgesetzt worden. Jonathan Nolan hat an dem Drehbuch für „Memento“ mitgeschrieben, er weiß wie man mit verschiedenen Zeitebenen umgeht (in „Memento“ sogar gegenläufig). Die Ausstattung ist allererste Sahne, gedreht wurde auf 35mm-Fim von Kodak- ist wie im Kino!

Diese Serie ist eher nix zum Nebenherschauen, aber das hätte die Serie auch nicht verdient. Man muss da schon dranbleiben, sonst kommt man nicht mehr mit und das wäre sehr schade.

An der Staffel 2 wird gerade gedreht…

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Alt  06.12.2017, 20:21   # 75
kuching
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Ozark - Netflix

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Ozark_1.jpg   Ozark_2.jpg   Ozark_3.jpeg   Ozark_4.jpg   Ozark_5.jpg  

So ganz lässt sich der Vergleich nicht vermeiden, mit „Breaking Bad“ und doch ist es ganz anders. Schon alleine deswegen, weil die Serie zum allergrößten Teil am künstlichen Ozark-Lake spielt, im tiefsten Hinterwald-Amerika, irgendwo in Missouri: „eine Küstenlinie, länger als die von Kalifornien!“.

Finanzberater Marty Bride (Jason Bateman) und sein Kollege Bruce bekommen große Probleme. Beide waschen Geld für ein mexikanisches Drogenkartell, Bruce zweigt jedoch einige Millionen ab und schon geht er dahin der amerikanische Mittelstandstraum. Einzig Marty kommt aus dem Massaker heraus, weil ihm, dem absolut rational denkenden und handelnden Mann diese blöde Idee kommt, im amerikanischen Herzland, eben den Orzarks, weiter Geld zu waschen und den Kartellboss noch reicher zu machen.

Dazu müssen die Brydes aber weg aus Chicago und in eines der größten Feriengebiete in den zentralen USA. Zu allem Überfluss betrügt Wendy Bryde (Laura Linney, 3fach nominiert für den Oscar) ihren Ehemann auch noch, die Verbindung scheint am Ende und die zwei pubertierenden Kinder machen das Ganze nicht einfacher. Die aus der Verzweiflung geborene Idee im Land der Hinterwäldler – vulgo White Trash - das Drogengeld zu waschen, lässt sich aber andere als leicht umsetzen. Die Leute dort mögen aus Sicht der Städter zwar etwas zurückgeblieben sein, blöd sind sie aber nicht, jedenfalls nicht alle.

Schnell gibt es Probleme mit dem örtlichen Drogenboss Snell und seiner Ehefrau (die eine wahre Hexe ist), der sein Revier, seinen Drogenhandel bedroht sieht. Und das FBI in Gestalt eines manisch getriebenen Agents, der auch noch dazu schwul ist, würde das Chaos schon abrunden, wäre da nicht noch die junge Ruth (Julia Garner), neben Marty der eigentliche Star der Serie. Sie, deren Vater im Knast hockt und ihr Anweisungen gibt, muss sich auch noch – obwohl kaum älter – um ihre beiden Cousins kümmern, die mit Vater und Onkel in Trailern irgendwo am See hausen und die es natürlich auch auf das zu waschende Geld von Marty abgesehen haben. Ganz das kleine Mädchen, wenn sie vor ihrem Vater auf Besuch sitzt und das toughe Mädel, wenn sie den Stripklub schmeißt.

In den Kritiken zur Serie wurde des Öfteren über das Spiegelbild der gespaltenen, amerikanischen Gesellschaft gesprochen. Hier die Trump-Wähler, abgehängt und eigentlich chancenlos und dort die etwas grundlos hochnäsigen Mittelständler in den suburbs. Das mag sein. Zumindest werden die Charaktere sehr stilsicher und sauber gezeichnet. Die Kameraführung gibt die Chance auf kleinste, reduzierte Mimik, die Ausstattung ist sehr ordentlich, die Schauspieler durch die Bank sehr gut.

Aber, es gibt auch Schwächen:

Nach einem fulminanten Beginn wird das Tempo sehr deutlich spürbar langsamer. Mit Lösung eines Problems tauchen 2 neue auf und es zieht sich ein bisschen, weil wir ja erst in der Mitte der Staffel 1 sind und da muss das ja öfter noch passieren. Es ist also fast so wie ein bisschen das Treten auf der Stelle in der Mitte. Zum Ende hin, mit den beiden letzten Folgen, zieht das Tempo wieder spürbar an und versöhnt.

Ein paar angefangene Handlungsmöglichkeiten verlaufen dagegen im Sande. Die zart angedeutete Romanze zwischen der Barbesitzerin und Marty? Die Geschichte der Kinder? Leider ein dead end…

Nein, ein „Breaking Bad“ ist das (noch?) nicht geworden. Dennoch würde ich die Serie z.B. einem Freund empfehlen der kein Seriengucker ist, aber mal in so etwas reinschmecken möchte, denn Qualität hat das allemal. Selbst ist man halt auch ein bisserl (zu) verwöhnt.

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Alt  02.11.2017, 17:55   # 74
kuching
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Das Verschwinden - ARD

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Das Verschwinden_Julia Jentsch.jpg   Das Verschwinden_Elisa Schlott.jpg   Das Verschwinden_Johanna Ingelfinger.jpg   Das Verschwinden_Saskia Rosendahl.jpg   Das Verschwinden_Hans-Christian Schmid.jpg  

Eines Tages verschwindet Janine Grabowski (Elisa Schlott) spurlos aus dem Ort Forstenau (Cham) in der Oberpfalz. Die junge Frau wird nochmal in der Nähe der tschechischen Grenze gesehen und bleibt dann verschwunden. Ihre alleinerziehende Mutter Michelle (Julia Jentsch) und ihre beiden Freundinnen Manu (Johanna Ingelfinger) und Laura (Saskia Rosendahl) versuchen herauszufinden, was passiert ist.

Hans-Christian Schmid, bekannter Filmemacher (u.a. 23; Crazy; Requiem), geboren in Altötting, hat den Vierteiler gedreht (plus Drehbuch und Produktion). Ihm ist ein Heimatfilm der besonderen Art gelungen, eine wuchtige Miniserie über den Kampf in und um die Familien und auch um „Bayerns vergessene Kinder“, wie DIE ZEIT etwas effekthascherisch titelt. Eine Schwäche hat die Serie natürlich: es fehlt gänzlich der Oberpfälzer Dialekt. Gut, man wollte wohl nicht durchgängig untertiteln…

Ein Krimi ohne Kommissar (SZ) dient als Korsett, als Gerüst für den Plot. Das wird dieser Serie zuweilen vorgeworfen, ebenso, dass zum Schluss eben dieser Krimi-Plot aufgelöst werden muss. Ich finde, das ist definitiv zu kurz gesprungen. Der „Krimi-Plot“ ist an sich unwichtig, bietet aber eben einen Leitfaden, an dem sich die eigentliche Geschichte entlanghangeln kann.

Es geht um nichts weniger als die Hoffnung, die Träume mögen sich erfüllen, auch wenn die jungen Frauen schon spüren, dass da vielleicht nichts mehr kommt und die Älteren diese Hoffnung schon längst aufgegeben haben, den Status Quo zu halten schon der größte Erfolg ist.

"Das Leben macht oft keinen Spaß, das kannst du mir glauben." - "Warum wollt ihr denn dann, dass wir so werden wie ihr?"

Eine Frage mit der Wucht eines Vollmantelgeschosses, die Manu der Mutter von Janine stellt. Man kann es kaum Kampf oder Rebellion nennen, was die „Kinder“ da gegen ihre Eltern treiben, es eher Resignation, eine tiefsitzende Trauer und Hilflosigkeit, die nur durch die der Eltern übertroffen wird.

Ja, man hätte die Geschichte um diese drei jungen Frauen länger und tiefer behandeln können, stattdessen werden bald die tragischen Verwicklungen der Familien untereinander mehr und mehr in den Blickpunkt gerichtet. Anstatt auf 8 x 45 Minuten (4 x 90 Minutenblock) hätte man den Mut und das Geld (?) haben sollen, noch eine Doppelfolge mehr zu drehen. Was solls? Es ist trotz alledem ein großer Wurf geworden!

Geschickt gewählt (oder sogar genial) ist der Schauplatz dort im Bayerischen Wald an der Grenze zu Tschechien. Die Männer fahren dort rüber zur Jagd, ein Ferienhäuschen drüben als Liebensnest, die Crystal Meth-Küchen, Zigaretten und vietnamesische Märkte und immer wieder Fälle von Verschleppung, dazu die verwunschene, fast geheimnisvolle Atmosphäre des Bayerischen Waldes. Wer dort zum Beispiel wandern geht, dem kann es bei Touren in Grenznähe durchaus passieren, dass er 2 Stunden keine einzige Menschenseele sieht. Eine Gegend, die im Gegensatz zu Wanderregionen in Oberbayern beinahe entvölkert wirkt.

Die düstere Schönheit ist die perfekte Untermalung, die Musik von The Notwist kongenial und das Schauspielerensemble perfekt.

Die „Auflösung“ des Ganzen ist nicht mehr überraschend. Sie folgt kurz einer ausgewählten Logik, die ich nicht für schwach, sondern nach dem Gesehenen für konsequent halte. Wenn man eigene Kinder hat, wird das eine oder andere vielleicht schmerzhaft zu sehen sein und wer davon nicht betroffen ist, der möge ein wenig Demut zeigen. Wen es trifft kann man sich nicht aussuchen und so manches Mal haben kleine Fehler eben doch ganz große Konsequenzen.

Läuft noch in der ARD-Mediathek. Mein Tipp: anschauen! Eine schöne und ausführliche Kritik gibt es hier:

http://www.tittelbach.tv/programm/me...ikel-4756.html





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Alt  22.10.2017, 19:36   # 73
kuching
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The Son - AMC

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The Son_2.jpg   The Son_3.jpg   The Son_4.jpg   The Son_5.jpg   The Son_1.jpg  

Die Serie lief bei uns auf TNT im Frühjahr dieses Jahres. Der amerikanische Fernsehsender AMC ist bekannt für qualitativ hochstehende Serien wie z.B. „Breaking Bad“, „The Walking Dead“,“ Mad Men“ usw. Hier wird mit „The Son“ allerdings meiner Meinung nach nur höchst durchschnittliche Serienkost gezeigt und das ist schade.

Im Mittelpunkt der Verfilmung von Philip Meyers gleichnamigem Bestsellerroman, der auf Deutsch als "Der erste Sohn" erschienen ist, stehen drei Generationen der Familie McCullough: der Patriarch Eli (Pierce Brosnan), sein Sohn Pete (Garrett Droege) und dessen heranwachsende Tochter Jeannie (Sidney Lucas). Eli ist das, was man einen harten Hund nennt: Mit eiserner Hand führt er seine Farm und seine Familie. Wenig Respekt zeigt er für seinen Nachbarn, den mexikanischstämmigen Don Pedro Garcia (Carlos Bardem) und für Mexikaner im Allgemeinen. Als sein Ölförderturm niederbrennt, lässt er kurzerhand Garcias der Tat bezichtigten Schwiegersohn entführen und foltert ihn später eigenhändig. Mehr auf Diplomatie und Vernunft aus ist Pete, der jedoch auch nicht lange fackelt, als der Entführte ihn angreift. Enkelin Jeannie tritt in den ersten Folgen nur kurz als intelligentes, aber auch auf großmäulige Art selbstbewusstes Mädchen in Erscheinung, das Arbeiter von oben herab behandelt. Richtig sympathisch ist einem jedenfalls niemand aus dieser reichen Familie.

Parallel dazu wird die Geschichte des jungen Eli erzählt, der ein Jahr nach dem amerikanisch mexikanischen Krieg bei einem Indianerüberfall von Comanchen entführt und dort versklavt wird. Im Laufe der Zeit wird er mehr und mehr zu einem vollwertigen Mitglied des Stammes als Ziehsohn des Häuptling Toshaway.

Dieser Part der Geschichte ist der eigentlich interessantere Teil, der zwar auch nicht frei von Klischees ist, aber trotzdem die Wandlung, die Anpassung des jungen Weißen an ein anderes System sehr schön zeichnet. Wahrscheinlich soll diese Geschichte auch zeigen warum der alte Eli mittlerweile ein ziemlich gnadenloser Mann geworden ist. Bis auf die durchaus gelungene Erzählung der eher gegensätzlichen Eli und dem feinfühligeren Sohn Pete bleiben die Handelnden und deren Geschichte jedoch weitgehend stereotyp und eindimensional, leider.

Natürlich wird es eine 2. Staffel geben, die dann hoffentlich besser ist.

Dass eine ausgezeichnete Ausstattung, Setting und namhafte Schauspieler mittlerweile in den USA zum Serienstandard gehören, daran sind wir gewöhnt. Aber das allein reicht dann doch (noch) nicht aus.

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Alt  01.10.2017, 08:29   # 72
kuching
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Bankerot - Dänemark (deutscher Titel: „Helden am Herd“) – ARTE

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Bankerot_1.jpg   Bankerot_2.jpg   Bankerot_3.jpg   Bankerot_4.jpg   Bankerot_5.jpg  

Immer wieder frage ich mich, warum nur die Skandinavier (und da zähle ich jetzt DK einfach mal dazu) es immer wieder schaffen, eigentlich schwierige oder dröge oder sperrige Stoffe mit einer sehr viel weiter südlich vermuteten Leichtigkeit zu erzählen. Es ist ein Phänomen und egal um welches Sujet es sich handelt – Noir, Drama, Polit – es ist (fast) immer ein Genuss zuzusehen, wenn man denn sich auf das sehr gemächliche Tempo einlässt und dabeibleibt.

Thomas (Martin Buch) ein alkoholkranker, legasthenischer Sommelier wohnt mit seinem Sohn in einer Bruchbude. Sein Sohn ist, seitdem er den Tod der Mutter mitansehen musste, verstummt. Dion (Esben Dalgaard Andersen), ein früher Freund von Thomas, wird auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen und hat noch Schulden bei einem Mafioso („Zahnfee“, denn er schlägt gerne den Schuldnern mit einem Kuhfuss die Zähne aus). Dion überredet Thomas aus der Bruchbude ein Restaurant zu machen, schließlich ist er ein begnadeter Koch und muss seine Schulden begleichen. Als würde das noch nicht reichen, tritt auch noch die naive Hannah mit einem knallroten Mantel in das Leben der beiden Freunde (sie besucht Selbsthilfegruppen von Verwitweten, denn schließlich sind diese wirklich frei, also ohne Frau).

Viele weitere bis ins kleinste Detail sehr sicher und auf den Punkt besetzte und erzählte Nebenrollen runden das Ganze ab. Natürlich werden die Hürden immer höher, die Schwierigkeiten immer größer, alles erscheint immer auswegloser und doch ist, bei aller Tristesse (gerade auch bei den Farben des Sets), immer Hoffnung da auf ein Happy End. Aufgegeben wird nicht und seien die Verwicklungen und Wendungen auch noch so entmutigend.

Es ist hart genug für eine Mafia-Story, witzig und skurril genug für eine schwarze Komödie und weich genug für eine Romanze. Aus vielen Zutaten wurde ein Feinschmecker Menü mit einer „Textur“ geschaffen, die mich verzückt hat.

Die Macher Kim Fupz Aakeson, Henrik Ruben Genz, Annette K. Olesen und Mikkel Serup sind allesamt „Berlinale“ erfahren. Da kommt also das Kino in Form einer kleinen Serie auf den Bildschirm und das so stark und kräftig und dann doch wieder so subtil, dass es einen fesseln muss. Das ist kleines und doch so großes Kino!

Einen deutschen Trailer habe ich nicht gefunden, der dänische Clip gibt aber die Atmosphäre bestens wieder.

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Alt  30.09.2017, 22:50   # 71
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Berlin Station - Epix

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BerlinStation_2.jpg   BerlinStation_1.jpg   BerlinStaion_3.jpeg  
Ein Mann läuft, nachdem er auf dem Gebäude Potsdamer Platz 1, einem stilsicher an die Art Déco Hochhäuser in den 20er Jahren in den USA erinnernd (Architekt Hans Kollhoff), auf der Aussichtsplattform etwas gesucht hat und nun das Gebäude schleunigst verlassen muss, über den Potsdamer Platz und wird in den Rücken geschossen. Ein Mann tritt auf ihn zu, untersucht ihn und fragt, wo „er es denn versteckt habe“. Der Angeschossene lächelt nur…

Szenenwechsel: eben dieser angeschossene Mann geht durch einen Bach in einem Dschungelgebiet in Panama, 2 Monate zuvor…

Schönes Bild, dieser Hinweis auf die Panama Leaks, man weiß nun auch ohne ein Wort um was es geht: der Angeschossene ist Daniel Miller (Richard Armitage), ein Analyst der CIA, der alsbald in die „Berlin Station“ versetzt wird um dort nach einem Leck zu suchen. Ein CIA-Mitarbeiter veröffentlicht über die Berliner Zeitung pikante und geheime Details über die Arbeitsweise der CIA.

Es ist, bei allem Wohlwollen und Gefallen an der Geschichte, doch eine recht konventionelle Spionage- oder Geheimdienst-Story geworden, die mit schönem Berliner Lokalkolorit versehen durchaus ihre Reize hat. Man hat hier Wert auf Authentizität gelegt und eben kein „Postkarten-Berlin“ gezeigt. Eher die tristen Ecken in Kreuzberg und dem Wedding, Platten und der nunmehr völlig heruntergekommene Teufelsberg, die alle haben Ihre Auftritte. Grau und braun, düster und wenn, dann nur mit fahler Sonne präsentiert sich ein unprätentiöses Berlin. Wenig Anklänge an das hippe Berlin…

Und ja, der CIA, der Mossad und natürlich der BND, die haben so ihre unterschiedlichen Ziele und versuchen diese jeweils auf ihre Art und Weise zu erreichen. Doppelagenten, das übliche Verwirrspiel, ein bisschen Sex mit der Deutschen aus dem Osten und nun beim BND, der Station-Leiter Steven Frost vögelt seine Assistentin, wird aber von seiner Frau dennoch, als es später eng wird, weiter unterstützt. Ein bisschen Waterboarding, ein paar Anklänge an das „Stockholm-Syndrom“, ein arabischer Mädchenhändler(?), der junge Frauen zum IS rekrutieren will oder vielleicht war es doch der rumänische Geheimdienst?

Und mittendrin Daniel Miller und sein alter Partner Hector DeJean (Rhys Ifans u.a. „Notting Hill). Hector der undurchsichtige und etwas zwielichtige Agent, der auch mal eben mit einem schwulen Saudi rummacht, weil die Infos, die müssen fließen. Die deutsche Riege ist auch nicht zu verachten (Bernhard Schütz, Mina Tander, Claudia Michaelsen und Sabin Tambreau – beide u.a. „Ku´damm 56“).

Letztendlich, wenn man genau aufpasst, wird doch schon deutlich vor dem Ende klar, wer denn der Whistleblower Thomas Shaw ist, aber wer erinnert sich schon immer an jede Szene?

Es ist nicht unspannend erzählt, man mag sich schon mit den Figuren indentifizieren und Berlin gibt einen passenden Rahmen ab. Man darf nur nicht zu viel erwarten, es ist zweifelfrei sehr ordentliche Unterhaltung, aber eben nix Neues im Westen.

Titelsong von David Bowie: I´m afraid of americans

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Alt  12.07.2017, 17:48   # 70
kuching
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4 Blocks – auf TNT (wird derzeit wiederholt)

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4-blocks.jpg   4-blocks_1.jpg   4-blocks_2.jpg   4-blocks_3.jpg   4-blocks_4.jpg  

Vorbemerkung

Eine neue deutsche Serie und dazu eine große Herausforderung, berührt sie doch ein Thema, das manchmal rational, viel häufiger jedoch emotional „diskutiert“ wird und letztendlich eines ist, bei dem alle mitreden können und wollen, weil es einerseits die Urängste vor Gesetz- und Hilflosigkeit und andererseits einfach die Schlagzeilen beherrscht, jedenfalls zuverlässig von Zeit zu Zeit.

Amerikanische Serien über die „Gesetzlosen“ gibt es zuhauf. Da es weit weg von uns spielt, ist es wesentlich leichter, Klischees erst gar nicht an sich heranzulassen, eventuell sogar „Sympathien“ für die „Gesetzlosen“ zu empfinden und den gnadenlosen Blick auf die Deformationen in der Gesellschaft sogar zu genießen. Mag man die Schauspieler, man beurteilt die filmische Erzählung, Optik, die Produktion und freut sich ehrlich über den Showrunner, der das alles im Griff hat und uns im besten Fall ein paar tolle Stunden Unterhaltung auf höchsten Niveau beschert.

Und nun Neukölln und/oder Kreuzkölln, der Görlitzer Park, die Sonnenallee, die Karl-Marx-Straße, der „Kotti“? Ein Glas wohlschmeckender, bestens gekühlter Weißwein und einen Espresso nach dem Verzehr einer schönen Portion spagetthi al pesto auf der Couch sitzend und mit wohligem Schauer die Serie anschalten, geht das überhaupt? Es kommt darauf an….

Handlung

4 Blocks handelt und spielt in Neukölln. Ein libanesischer Familien-Clan, deren Hauptprotagonisten sehr lange vor der aktuellen Flüchtlingskrise nach Deutschland kamen (in den 80igern, damals wohl vertrieben von christlichen Milizen und die in Deutschland nur zu einem kleinen Teil als anerkannte Flüchtlinge Asyl erlangten), leben als „Geduldete“ in Berlin und dürfen nicht arbeiten („Jeder Asylant hat mehr Rechte als wir“). Trotzdem fahren sie AMGs und wohnen in besonders schönen Berliner Wohnungen, haben riesige Flat-Screens und natürlich alle schöne Frauen. Die Berliner Polizisten kommen eher blass und unterprivilegiert daher. Kein Wunder, sind die Libanesen doch groß im Schutzgeld-, Drogen-, Prostitutions- und Automatengeschäft unterwegs. Die jungen Mitglieder des Clans schauen derweil, dass die Afrikaner, die den Stoff im „Görli“ verticken, auch anständig arbeiten. Dabei wird sich auch schon mal über Jogis „falsche 9“ und „Müller ist kein richtiger Stürmer“ unterhalten und das Adidas-Shirt der deutschen Nationalmannschaft scheint überaus beliebt zu sein.

Ali –„Toni“ Hamady, der Boss des Clans (gespielt von Kida Khodr Ramadan) will sich eigentlich mit Frau und Kind ins Privatleben zurückziehen. Nach 26 Jahren winkt endlich der deutsche Pass, er will sich ein Mietshaus kaufen und richtig bürgerlich werden. Da wird bei einem Polizeieinsatz sein Schwager Latif (Wasiem Taha alias Rapper „Massiv“) hochgenommen, das Rauschgift beschlagnahmt und er muss wieder ran und die Probleme lösen, vor allem Nachschub besorgen. Das ist alles andere als leicht und selbst ein weiterer Clan kann da nicht helfen („Wir haben damals in Beirut den Bürgermeister gestellt, ihr habt nur die Ziegen gehütet“). Eine Rockergang macht Ihnen auch noch Revier und Geschäft streitig und zu alledem ist auch noch ein Polizist eingeschleust worden (Vince, gespielt von Frederik Lau).

So nimmt das Unheil seinen Lauf. Alis Bruder Abbas (Veysel Gelin) überaus aggressiv, ist sowie schon der Meinung, Ali sei zu weich geworden. Seine Frau Kalila (Maryam Zaree) macht auch noch Druck und traut Ali und seinen Versprechungen von einem Ausstieg nicht mehr…

Schlussbemerkung

Die Umsetzung ist für eine deutsche Serie phänomenal gut gelungen. Da stimmt der Sound (den liefern Veysel und Massiv), die Dialoge, die Schauspielerwahl ist sehr stimmig und Berlin respektive Neukölln an der Grenze zu Kreuzberg bildet den für die Geschichte würdigen und atmosphärischen Rahmen. Die Schlussfolge bietet den passenden Höhepunkt und genug Spielraum für eine Fortsetzung.

Diedrich Diederichsen schrieb in der ZEIT:

Zitat:
Den deutschen Blick auf das arabische Leben in Berlin und den männlichen auf die Gangsterbräute erst mit ein paar Stereotypen bedienen, diese dann wieder dekonstruieren und dabei noch klar erkennbare Figuren herstellen, die nicht zu holzschnitthaft ausfallen sollten – das macht viel Arbeit.
Und diese Arbeit hat sich gelohnt. Es ist natürlich nicht das gesellschaftspolitisch erklärende oder verbrämte Einwanderungsdrama, nicht das „Zeigefinger heben“-Feature im politischen Diskurs, es ist eben doch „nur“ eine Mafia oder Familien-Clan-Geschichte, die aber dennoch nicht aus der Zeit fällt oder im leeren Raum schwebt, sondern zum Teil sehr fein gezeichnet der politischen oder gesellschaftlichen Sprengkraft ihren Platz lässt: sei es bei den Anleihen an der Böll´schen „Anekdote über die Arbeitsmoral“ oder beim Vorwurf an den jungen und hippen Kneipier, der nur englisch spricht und kann, „…er solle gefälligst deutsch reden, man sei ja schließlich in Deutschland…“ bis hin zur Aussage, dass „..wir nicht für Deutsche arbeiten…“.

Es ist wie es ist… Die Serienmacher haben sich auf die „Mafia-Geschichte“ konzentriert ohne den Rest zu verschweigen. Jeder mache sich sein eigenes Bild und bei alledem darf nie vergessen werden: dies hier ist alles nur Show im TV. Für das wirkliche Leben hat Mark Twain einen passenden Spruch:

“Truth is stranger than fiction, but it is because fiction is obliged to stick to possibilities; Truth isn't.”

Die 2. Staffel ist schon bestellt…



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Alt  03.07.2017, 13:56   # 69
kuching
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American Crime – Der amerikanische Alptraum

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American Crime.jpg  
Natürlich, wie der Name schon sagt, ist ein scheußliches Verbrechen der Aufhänger der Serie, nur dass dieses Mal nicht die Ermittler und deren kaputte Seelen im Mittelpunkt stehen, sondern die, die mit dem Verbrechen als Opfer, Angehörige oder vermeintliche Täter in Verbindung stehen. Es wird ein schonungsloser Blick auf deren Leben inmitten von Rassismus, Genderwahn, Drogen und den eigenen gescheiterten Lebensläufen geworfen. Es ist das Amerika vor Trump und wenn man sich das so ansieht, dann könnte man – vielleicht - eine Ahnung bekommen, warum nur um Himmels willen die Verzweiflung so groß gewesen sein muss irgendeinen zu wählen, nur um überhaupt was zu ändern und sei auch das alles nur vergebene Mühe.

Es ist nur deprimierend, scheinbar ausweglos und auch wenn sich Einzelne noch so sehr bemühen amerikanischer und weißer zu sein als die Etablierten, sie laufen ab einem gewissen Punkt nur gegen die Wand. Verbitterung und Hilflosigkeit allerorten und als die schnelle und einfache Lösung eben doch nicht die Lösung oder besser gesagt, die Erlösung ist, scheinen auch die Reste von vielleicht zufriedenem Leben in sich zusammen zu fallen.

“Weren’t you very desirous to be done with your father and your racist mother? It’s a show. It’s over now.”

Es ist ein schonungsloser, ja fast selbst zerfleischender Blick auf God´s Own Country, da ist kein Glamour, keine First Nation Attitude, nur noch Leere, absolute Leere. Und wieder einmal hat ein – dieses Mal sehr bekannter US-Fernsehsender, ABC – den Mut gehabt eine solche Serie in Auftrag zu geben. Wäre so etwas in Deutschland möglich, zur Prime Time in ARD oder ZDF? Nein, wohl nicht… Vielleicht auch deswegen, weil man in der amerikanischen Serie eben nicht den Zeigefinger heben will: lasst die Bilder sprechen, sie sagen mehr als 1000 Worte. So wird auf die soldatische und unehrenhafte Vergangenheit des toten Ehemanns eingegangen, aber eben nicht mit anschwellender, bedeutungsschwangerer Musik und überdeutlichem Hinweis auf die Bilder. Nein, die Photos werden fast beiläufig in der Hand des Vaters gezeigt, 3 bis 4 Stück, die er sich ansieht und dann verbrennt. Mit dieser kurzen Sequenz ist alles gesagt und gezeigt, es muss nichts mehr erklärt werden, wir wissen Bescheid.

“If we as a people cannot forgive, then we as a people are cursed to hate.”

Die Moral von der Geschichte? Es gibt keine Moral mehr, sie hat ausgedient, ist gekündigt worden… Nur das nackte Überleben zählt noch in diesem Dschungel und irgendeiner muss doch Schuld haben und bezahlen, nur nicht ich und wenn doch, was hätte ich tun sollen, wenn alle anderen auch so sind und ich es einfach nicht schaffe stärker zu sein. Und die, die sich vielleicht doch mehr lieben als die anderen verlogenen Leute um sie herum, die haben von vorneherein eigentlich keine Chance. Das Leben aller betroffenen Personen bekommt eine grundsätzliche und unumkehrbare Wendung. Auch wenn für einen Teil Flucht eine Lösung zu sein scheint, so merkt der Zuseher doch oder er befürchtet sogar, das wird das Ende noch nicht sein.

“If the only reason I’m fighting is to save me.”…“Well I don’t know how to be good to myself like that anymore.”

Das ist auch kein Spoiler, das kann nicht „verraten“ werden, es ist der Gang dieser Geschichte, wie vorbestimmt… Es gibt keinen Ausweg, jedenfalls für die meisten in der Erzählung. Es ist wie das Ende der scheinbar heilen Konsens-Welt des zivilisierten Mittelstands, die da gerade beginnt zusammen zu krachen. Man kann ihnen nicht einmal die große „Vorwurfskarte“ hinhalten. Sie sind Gefangene ihrer Biographien, sie „können“ nicht anders und letztendlich scheitern alle Versuche das Seelenheil zu erlangen. Keiner kommt unbeschädigt raus aus der Geschichte, bis auf vielleicht eine Person – aber dazu mehr später unter „Spoiler“.

Wieder einmal ist den Amis ein ganz großer Serienwurf gelungen und wieder einmal waren Leute aus Hollywood nicht unmaßgeblich beteiligt. Die Qualität der Erzählung solcher Geschichten ist nach wie vor – fast – unerreicht und führt uns dann zu meinem Eingangsposting zurück: die besseren Geschichten werden zurzeit im TV erzählt. Natürlich läuft auch dort im Seriensegment viel belangloses Zeugs aber immer wieder gibt es Großartiges zu sehen.


Produktion und Idee stammen von John Ridley (Oscar fürs Drehbuch zu „Twelve Years A Slave“).

Nachdem ihr Sohn und Kriegsveteran Matt bei einem Einbruch ermordet wird und seine Ehefrau Gwen schwer verletzt wurde, suchen die geschiedenen Eltern Barbara Hanlon (Felicity Huffman, „Desperate Housewives) und Russ Skokie (Timothy Hutton, Oscar für „Eine ganz normale Familie“) nach Gerechtigkeit für den Verlust ihres Sohnes. Auch die Schwiegereltern von Matt, deren Tochter Gwen im Koma liegt, suchen einen Weg, um mit der schwierigen Situation zurechtzukommen. Als die Polizei vier Verdächtige festnimmt, kommen ungeahnte Geheimnisse zum Vorschein, welche die beiden Familien der Opfer vor weitere Bewährungsproben stellen. Derweil kämpfen die Verdächtigen und deren Angehörige gegen Rassendiskriminierung, das amerikanische Justizsystem und die Ressentiments der Opferfamilien.





Achtung Spoiler!!!

Hector der illegale Mexikaner, der glaubte er könne einen Deal machen, um dann doch wieder zurück nach MEX zu müssen, kommt scheinbar als einziger „Gewinner“ aus der Geschichte raus.

Es wird nie klar, wer denn jetzt eigentlich das Verbrechen begangen hat und imho spricht einiges dafür, dass es Hector war, anderes wiederum aber auch nicht. Aubrey war es meiner Meinung nach nicht, auch wenn sie angeblich „Täterwissen“ hat. Sie gesteht nur, weil sie Carter retten will. Carter, der in der letzten Folge seiner Schwester etwas ins Ohr flüstert, worauf diese sehr bestürzt reagiert, könnte natürlich – und das ist dann auch die wahrscheinlichste Lösung – der Täter sein. Das würde auch das „Täterwissen“ von Aubrey erklären…


Spoilerende
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Alt  09.06.2017, 08:59   # 68
kuching
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„Mörderisches Tal - Pregau“ und „Hindafing“ – zwei Mal mit Maximilian Brückner

Ein wirklich guter Schauspieler ist er ja schon, der „Maxi“ Brückner, damals recht unsanft aus dem Saarland-Tatort geworfen und auch hier in den beiden Miniserien gibt er sein Bestes. Moderner Heimatfilm als Serie aufgeblasen oder die Neue Deutsche Serienwelle?

Jedenfalls sind beide Werke für das, was im deutschsprachigen Raum größtenteils sonst so produziert wird, doch recht gelungen und völlig frei von den üblichen Super-Peinlichkeiten, wäre da nicht wieder der – wenn auch „versteckte“ – Hinweis auf die großen Vorbilder der skandinavischen oder amerikanischen Serien Highlights. Ich kann das nur wiederholen: man sollte sich das endgültig sparen. Diese beiden Miniserien sind das nicht, was man wohl gerne hätte: die deutsche Antwort auf den schon längst in voller Fahrt rasenden Serienzug. Beide Serien spielen in der Provinz. „Pregau“ in einer kleinen Stadt in der Steiermark (Eisenerz) und „Hindafing“ ist im weiteren Donautal, irgendwo an der Grenze Oberbayern/Niederbayern, ebenfalls im „nowhere“ angesiedelt.

Die jeweilige Hauptfigur (Maximilian Brückner) darf ordentlich aufs Gas drücken, mir war das manchmal ein bisserl zu viel, vor allem bei 4 langen oder 6 kürzeren Folgen, weil die Hauptfigur eben nur eine Aufgabe hat: retten was zu retten ist und dabei natürlich nur immer tiefer in den Schlamassel gerät. Alles das ist doch vorhersehbar, die Wendungen schmal und wenn, dann etwas zu dick aufgetragen. Was ich kritisiere ist: es fehlt eine ordentliche Portion Lakonismus, etwas was ich an der Serie „Patriot“ so bewundere.

Mörderisches Tal – Pregau

Hannes Bucher, der örtliche Kriminalinspektor, aus seiner alten Dienststelle weg gemobbt, versucht mit seiner Frau Maria (mit Ursula Strauss sehr gut besetzt) einen Neuanfang. Marias Familie hat das Sagen in Pregau und liefert sich mit einer anderen Großfamilie den „Kampf“ um die Vorherrschaft im Ort. Eine Tierkörperverwertungsanstalt, eine Ortsumgehung, uralte Feindschaften und mittendrin Bucher, der einen folgenschweren Fehler begeht:

"Wenn ich diesen einen Fehler nicht gemacht hätte, dann wären niemals so viele Menschen gestorben", sagt er zu Beginn der Serie und so geht es für ihn nur noch darum das Passierte zu vertuschen und das Nachfolgende in den Griff zu bekommen. Armin Rhode darf dazu noch einen Nebenrollen-Sonderling mit der ihm eigenen Präsenz und Kraft spielen.

Nicht schlecht gemacht das Familiendrama für Erwachsene, aber nach 4 Folgen war es dann auch wirklich genug….




Hindafing

Alfons Zischl ist Bürgermeister in Hindafing, mit seinem Windpark pleite gegangen und sieht nun mit einem aus der N*S*-Zeit stammenden Bau einer Konservenfabrik die Chance auf ein modernes Öko-Donaueinkaufszentrum, bis ihm dann die Flüchtlinge, seine notorische Pleite, der andauernde Kokskonsum, Fracking, Tierabfälle aus der Ukraine beim örtlichen Schlachter, ein schwuler Pfarrer und ein türkisch-stämmiger Polizist, deutscher als das, was man sich als deutschen Beamten vorstellen könnte, in die Quere kommen.

Zischl sitzt in einem Boot mit Löchern auf einem See und versucht mit den Fingern diese Löcher zu stopfen, so habe ich das irgendwo gelesen und das trifft es ganz gut. Zwischen arrogantem Arschloch und jammerndem kleinen Kind, die ganze Bandbreite deckt Maximilian Brückner ab, durchaus virtuos, aber auch hier gilt: nach sechs Folgen war es wirklich genug. Dennoch eine grundsätzliche Empfehlung: bitterböser Witz, das gibt es ordentlich, kleine feine Anspielungen auch und wenn man sich beim teilweisen „over acting“ etwas zurückgenommen hätte, dann wäre daraus eine uneingeschränkte Empfehlung geworden.

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Alt  02.04.2017, 19:51   # 67
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Kurze Reviews – „Fortitude“ und „Trapped – Gefangen in Island“

Beide Serien spielen im hohen Norden: „Fortitude“ auf einer Insel (Inselgruppe Spitzbergen) in der Arktis und „Trapped“ eben auf Island. Beide Serien kann man als „Scandic Noir“ bezeichnen und der heimliche Hauptdarsteller ist – natürlich – die Natur.

Fortitude

Die Serie (Staffel 1, Staffel 2 läuft derzeit auf Sky) hat deutliche Mystery-Elemente, ein Teil der Handlung sei hier beschrieben (aus Wikipedia kopiert):

Nach dem Angriff eines Eisbären auf den an einen Sendemast geketteten Geologen Billy Pettigrew liegt dieser schwer verletzt im Schnee und wird bei lebendigem Leib aufgefressen. Der renommierte, aber schwer krebskranke Tierfotograf Henry Tyson beobachtet die Szene und versetzt Pettigrew vermeintlich unabsichtlich den Gnadenschuss. Wenige Monate später entdecken die spielenden Kinder Liam Sutter und Carrie Morgan ein Mammutskelett am zurückgegangenen Gletscher, in welchem Fortitudes Gouverneurin Hildur Odegard ein Eishotel errichten möchte, um den Tourismus zu fördern und Fortitude vom Bergbau unabhängiger zu machen. Kurze Zeit später wird der Wissenschaftler und Umweltschützer Charlie Stoddard brutal ermordet. Durch diese Vorkommnisse sieht die Gouverneurin ihre Pläne, den Ort für den Tourismus zu öffnen, in Gefahr. Der aus London eingeflogene Ermittler Eugene Morton soll zur Aufklärung des Mordes den hiesigen Polizeichef Dan Andersen bei den Ermittlungen unterstützen.

„Fortitude“ ist alles in allem eine gut gespielte und mit einem anständigen Plot versehene Serie, der die Mystery-Elemente guttun. Spannend ist es allemal, auch wenn es imho ein paar Längen hat. Etwas eindimensional wirkt auf Dauer die doch sehr karge Winterlandlandschaft, das muss man schon mögen. Die Figuren sind jedoch sehr fein und mehrdimensional gezeichnet und es ist keine Serie, die man mal so nebenher schaut.






Trapped – Gefangen in Island (lief vor kurzem im ZDF)

Hat mir nicht so wirklich gefallen, ich habe mich schon etwas quälen müssen. Die Geschichte ist eher herkömmliche Krimikost. Regie und Idee: Baltasar Kormakur, ein nicht unbekannter Regisseur.

Die Einwohner des Fischerdorfes sehen sich sowohl mit mysteriösen Todesfällen als auch einem eisigen Schneesturm konfrontiert, der das Dorf über Tage von der Außenwelt abschneidet. Gefangen in dieser Ausnahmesituation kommen Wahrheiten ans Licht, die das Leben aller Beteiligten verändern.

Wenn auch hier die Natur nicht eine so breite Präsenz hätte und zum Beispiel in einer „normalen“ skandinavischen Stadt spielen würde, hätte ich es beinahe banal gefunden. Die Serie hat aber gute Kritiken bekommen, nur ich konnte mit ihr wenig anfangen…

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Alt  23.03.2017, 22:54   # 66
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Vikings 1- 4 von Michael Hirst

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Ragnar Lothbrok.JPG   Lagertha.JPG   König Egbert von Wessex.JPG   Floki.JPG   Bjorn einer der Söhne Ragnars.JPG  

Es ist und bleibt natürlich nur Fernseh-Unterhaltung und kein Geschichtsseminar, was uns Showrunner Michael Hirst da in 4 Staffeln präsentiert hat. Es bleibt aber, vielleicht auch gerade deswegen, ein sehr angenehmes Gefühl zurück. Nichts zum „Niederknien“, jedoch gehobene Unterhaltung in prächtiger Ausstattung mit zum Teil sehr guten Schauspielern und jeder Menge ausführlicher Kampfszenen. Wer hier geschichtliche Genauigkeit erwartet sollte es lieber lassen, wer sich aber gerne gut unterhalten lassen möchte, dem kann ich die Serie empfehlen.

Bisher wurden 4 Staffeln gedreht, die fünfte ist beauftragt bzw. in Produktion. Die Serie betrachtet den Beginn der Wikingerzeit im Frühmittelalter und thematisiert sowohl die nordische Mythologie (ja auch der Blutadler kommt vor, Menschenopfer usw.) als auch die Berührung mit dem Christentum und der sich daraus ergebenen Zwiespälte und Widerstände sowie natürlich die Raub- und Beutezüge nach England, Paris und ins Mittelmeer. Und wie es sich gehört, ordentlich gevögelt wird auch.

Die Hauptpersonen sind Ragnar Lodbrock, König von Kattegat, die Schildmaid Lagertha und die Söhne Ragnars sowie der geniale Schiffsbauer Floki und viele mehr. Die ganze Serie wird aber sicher von Ragnar getragen, verkörpert von Travis Fimmel, der ihm genau das Ausmaß an Vielschichtigkeit gibt, das seine Faszination ausmacht. Ragnar Lodbrok ist eine Figur aus der nordischen Sagenwelt. Ob wer wirklich gelebt hat ist nicht sicher. Die Figur der Lagertha ist an eine nordische Kriegerin angelehnt. Verkörpert wird sie von Katheryn Winnick.

Wie immer sei auf die ausführlichen Reviews bei http://www.serienjunkies.de/vikings/ verwiesen und bei Wikipedia findet man auch so einiges zum Nachlesen. Zusätzlich findet man bei ganz einfacher Suche auch sauber aufgelistete „Fehler“: einer davon ist, dass die Wikinger wohl grundsätzlich immer mit Helm kämpften, was sie in der Fernsehserie nicht tun… Na ja, das war wohl der Optik wegen und ist für mich eine kleinkrämerische Feststellung: natürlich ist das hier eine eigene Kunstform, die mit der Wirklichkeit nicht Schritt halten muss. Wozu auch? Wie es ganz genau und hundertprozentig richtig war, kann eh keiner in aller Zuverlässigkeit beurteilen. Es ist, wenn auch an Geschichte stark angelehnt, eben doch Fiktion.

Vikings ist eine der Serien, die mit zunehmender Staffelanzahl/-dauer besser wird. Die Staffel 4 ist besonders lang: 20 Folgen à ca. 45 Minuten und die 2. Hälfte dieser Staffel ist für mich der Höhepunkt der Entwicklung, wenn auch mit einer – sicher ganz und gar nicht überraschenden – Entwicklung, die die Gefahr birgt, dass die Stringenz verloren geht, die Pole der Serie sich verschieben und zwar so, dass der Reiz weg sein könnte.

Achtung Spoiler!!!

Die Serie steht und fällt imho mit Ragnar Lodbrok, der von Travis Fimmel ganz wunderbar verkörpert wird. Allein die Folge, als er gefangen genommen wird, der Dialog mit König Egbert von Wessex und das Ende sind absolut sehenswert. Dem steht das Ende von Egbert wenig nach, ebenfalls unter die Haut gehend inszensiert. Da sind doch so manch andere Figuren ein wenig holzschnittartig ausgefallen.

Nun denn, in der letzten Folge der Staffel 4 tritt ganz am Schluss schon Jonathan Rhys Meyers als Bischof Heahmund auf, ein alles andere als gewöhnlicher Geistlicher. Das wird dann vielleicht doch ganz spannend zu sehen sein, wenn er auf einen Sohn von Ragnar trifft: „the ruthless and boneless“ Yvar.

Ende Spoiler!!!

Alles in allem mehr als nur gelungen und ich freue mich schon auf Staffel 5, die wohl auch wieder 20 Folgen haben soll…

Trailer Staffel 1:



Trailer Staffel 4:

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Alt  01.03.2017, 10:09   # 65
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Power – Staffel 1-3 (in Deutschland u.a. auf AXN)

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Ghost - James St. Patrick.jpg   Tommy Egan.jpg   Angela Valdes.jpg   Tasha St. Patrick.jpg   Kanan.jpg  

„Ghost“ James St. Patrick (Omari Hardwick) und Tommy Egan (Joseph Sikora) kennen sich seit der Kindheit, sind fast wie Brüder in einer üblen Gegend aufgewachsen und nun ganz dick im Drogengeschäft. „Ghost“ hat einen hippen und angesagten Club in New York, das „Truth“, über den das Drogengeld gewaschen wird. „Ghost“ und Tommy sind Partner im Drogenhandel. Tasha ist Komplizin der beiden.

Staatsanwältin Angela Valdes, die Jugendliebe von „Ghost“, tritt zufällig nach 15 Jahren wieder in sein Leben. „Ghost“ ist zwar mit Tasha verheiratet und hat mit ihr 2 Kinder, die Ehe ist jedoch nicht mehr als glücklich zu bezeichnen. „Ghost“ beginnt mit Angela wieder eine Beziehung, die natürlich mehr als nur ein wenig heikel ist, ist sie doch im Dezernat gegen den Drogenhandel eingesetzt.

„Ghost“ versucht mehr und mehr aus dem Drogenhandel auszusteigen und investiert weiter in neue Clubs, argwöhnisch von Tommy beäugt.

Soweit die grundsätzliche Geschichte der 3 Staffeln bisher. Diese Konstellation ist ja nicht so unreizvoll, in allen Beziehungen hakt es irgendwo und alle tanzen quasi auf der Rasierklinge. Die Drogen-Staatsanwältin mit dem Dealer, der endlich seriös werden will, die betrogene Ehefrau als wandelnde Zeitbombe und der durchgeknallte Ire, der nichts anders kann als Drogenhandel.

Es wird sehr viel gevögelt, nicht wenig gekokst und andauernd gemordet. Die verschiedenen Drogenkartelle sind hübsch und beinahe Trump-mäßig besetzt: Mexikaner, Südamerikaner, Albaner, Russen und Chinesen. Nachdem aber die Geschichte über 3 Staffeln gehen muss – 2 weitere sind wegen des großen Erfolgs in den USA schon beauftragt – dreht sich das alles leider auch mehr oder weniger im Kreis. Wenig neue Entwicklungen sind möglich und das Ganze noch weiter auf die Spitze treiben geht fast nicht mehr.

Einiges passiert auf erstaunliche Weise sehr schnell und leicht, anderes wiederum ist ziemlich zäh. Die Figuren entwickeln sich nicht wirklich weiter, ein ewiges Karussell. Nicht unhübsch inszeniert, tolle Ausstattung – aber eben auch oft sehr flache Dialoge.

Hm… „nette“ Unterhaltung ohne Anspruch….
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