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Alt  06.07.2017, 17:21   # 2057
phaidros
Ms Denisse
 
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Aus einem Brief ...

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Farbe 1.jpg   Farbe 2.jpg   Farbe 3.jpg   Farbe 4.jpg   Farbe 5.jpg  

... von Franz Marc an August Macke aus dem Jahre 1910:

Zitat:
Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig.
Gelb das weibliche Prinzip, sanft, heiter und sinnlich.
Rot die Materie, brutal und schwer und stets die Farbe, die von den anderen beiden bekämpft und überwunden werden muß!
Mischst Du z.B. das ernste, geistige Blau mit Rot, dann steigerst Du das Blau bis zur unerträglichen Trauer, und das versöhnende Gelb, die Komplementärfarbe zu Violett, wird unerläßlich.
(Das Weib als Trösterin, nicht als Liebende!)
Mischst Du Rot und Gelb zu Orange, so gibst Du dem passiven und weiblichen Gelb eine ‘megärenhafte’, sinnliche Gewalt, daß das kühle, geistige Blau wiederum unerläßlich wird, der Mann, und zwar stellt sich das Blau sofort und automatisch neben Orange, die Farben lieben sich.
Blau und Orange, ein durchaus festlicher Klang.
Mischst Du nun aber Blau und Gelb zu Grün, so weckst Du Rot, die Materie, die ‘Erde’, zum Leben, aber hier fühle ich als Maler immer einen Unterschied: Mit Grün bringst Du das ewig materielle, brutale Rot nie ganz zur Ruhe, wie bei den vorigen Farbklängen. Stelle Dir nur z.B. kunstgewerbliche Gegenstände vor, Grün und Rot! Dem Grün müssen stets noch einmal Blau (der Himmel) und Gelb (die Sonne) zu Hilfe kommen, um die Materie zum Schweigen zu bringen.
Und dann noch etwas ... Blau und Gelb sind wiederum nicht gleichweit von Rot entfernt. Ich werde trotz aller Spektralanalysen den Malerglauben nicht los, daß Gelb (das Weib!) der Erde Rot näher steht, als Blau, das männliche Prinzip“
P.S. Sollte der geneigte Leser Probleme mit der Farberkennung eines der obigen Bilder haben, so ist er höchstwahrscheinlich ein Mann und dies nicht nur, weil hier hauptsächlich Männer unterwegs sind, sondern einer von ca. 5-8% insbesondere hellhäutiger, europäischer Typen die damit Schwierigkeiten haben. Viele - aber nicht alle - Störungen der Erbinformationen für Farbsinne sind auf dem 23. Chromosom, dem X-Chromosom verortet. Durch Vererbungsregeln und einer möglichen Kompensation durch das zweite X-Chromosom, sind die Mädels diesbezüglich eher im Vorteil und nur zu ca. 0,5% von Farbsinnstörungen betroffen. Zum Töten, Jagen und Krieg führen ist Farbe nur bedingt erforderlich; für das Sammeln, Überleben und Rausputzen schon. Das hat schon alles seinen ´tieferen Sinn´, denn darüber hinaus ist die Lieblingsfarbe bzw. die bevorzugte Farbpalette eines Menschen abhängig von seiner Umgebung, also regional geprägt.
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"Wir leben nur, um Schönheit zu entdecken. Alles andere ist eine Art des Wartens."
Khalil Gibran

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