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Alt  22.01.2017, 17:57   # 64
kuching
Immer auf der Jagd
 
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Ray Donovan - Showtime (Staffel 1-4)

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Liev Schreiber.jpg   Jon Voight.jpg   Eddy Marsan.jpg   Dash Mihok.jpg   Paula Malcomson.jpg  



Obwohl auch im ZDF bzw. in ZDFneo laufend, findet „Ray Donovan“ in der deutschen Kritik fast nicht statt. Zu Staffel 1 gab es ein paar Zeilen der großen Blätter, eher durchwachsen, seitdem aber herrscht da fast Ruhe. 4 Staffeln wurden gedreht und gezeigt und die Staffel 5 ist schon in Auftrag gegeben. In den USA ist sie also sehr erfolgreich.

Ich finde, sie ist eine der meist unterschätzten Serien. Jedes Mal habe ich mich auf die neue Staffel gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Die Donovans, eine irisch stämmige Familie aus South Boston hat es nach L.A. verschlagen, genauer gesagt wohnen sie Calabasas, einem noblen Vorort von L.A. Ray Donovan (Liev Schreiber) ist ein sogenannter „Fixer“, einer der die Probleme der Reichen und Schönen in L.A. möglichst diskret aber dennoch kompromisslos lösen soll. Beauftragt wird er von den Anwälten “Ezra Goldman“ (Elliot Gold) und „Lee Draxler“ (Peter Jacobson = Dr. Taub aus Dr. House).

Verheiratet ist Ray mit Abby in einer eher schlecht zu nennenden Ehe. Sie haben 2 Kinder „Bridget“ und „Connor“. Ray hat noch zwei Brüder: „Bunchy“ (Dash Mihok) ist alkoholkrank und emotional noch nicht erwachsen, „Terry“ (Eddie Marsan) betreibt ein Box-Gym und ist nach kurzer aktiver Karriere an Parkinson erkrankt. Und da gibt es noch den Halbbruder Daryll….

Einer der Gründe für den Umzug nach L.A. war die Inhaftierung des kriminellen Vaters, „Mickey Donovan“ (Jon Voight), der Hauptgrund war aber ein lange zurückliegendes Ereignis, das die Familie immer noch traumatisiert. Bei den Schlagworten, „irisch“ und damit „katholisch“ und „South Boston“ sollte klar sein worum es geht: Missbrauch durch einen katholischen Priester.

Neben allen Geschichten der einzelnen Staffeln und der Auseinandersetzung von Ray mit Mafia und anderen Schwerstkriminellen, ist es doch ein klassisches Familien-Drama mit dem roten Faden des Kindesmissbrauchs durch die katholischen Priester. Das Ganze wird umso schwieriger und explosiver, als Mickey vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird und nach L.A. kommen will, um wieder zusammen mit der Familie zu leben, was vor allem Ray um jeden Preis zu verhindern sucht.

Es ist, ohne allzu große Übertreibung, ein kleiner L.A. Noir geworden und obwohl die meiste Serien-Zeit bei Tageslicht spielt, ist alles ist düster, sehr dunkel, mit wenig Hoffnung auf langfristige Besserung. Die Serie „Ray Donovan“ könnte auch gut als „hard-boiled“ Fiction durchgehen. Familiäre Abgründe zuhauf, es wird gekokst, gemordet und betrogen und trotz allem versucht Ray die Familie zusammen zu halten, er ist das eigentliche Oberhaupt, der, der nicht nur die Schönen und Reichen retten soll, sondern auch immer die Familie. Dabei würde er selbst oft Hilfe brauchen, nur es ist zumindest bis zur 3. Staffel niemand da, der das übernehmen könnte und der ihm helfen seine Schuld erlassen zu bekommen.

Neben großartigen Staffelfinalen (vor allem Staffel 3!) überzeugen vor allem die interfamiliären Beziehungen, wobei die beiden Kinder Bridget und Conner (nur eine Lachnummer) nicht den richtigen „Anschluss“ an die Geschichte finden. Die Nebenstränge mit Abby, Bunchy, Terry und Mickey sind aber allemal überzeugend, nebst vielen kleinen Einfällen, die nochmal das Salz in der Suppe sind. Einige logische Ungenauigkeiten und auch kleine Längen seien verziehen.

Nach dem Ende der 4. Staffel, als eine nicht geglaubte Harmonie Einzug gehalten hat, kann und muss die 5. Staffel das Finale furioso werden…ohne Big Bang kann das nicht ausgehen.

Ausführliche Reviews gibt es bei den Serienjunkies:

http://www.serienjunkies.de/ray-donovan/




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